Erarbeitung theoretischer Möglichkeiten der Sanierungsfähigkeit einer Unternehmung zur finanziellen Entlastung und Abwendung der Krisengefahr
- Art: Studienarbeit
- Autor: Andreas Köhl
- Abgabedatum: November 2000
- Umfang: 58 Seiten
- Dateigröße: 680,6 KB
- Note: 2,4
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3131-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3131-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3131-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Köhl, Andreas November 2000: Erarbeitung theoretischer Möglichkeiten der Sanierungsfähigkeit einer Unternehmung zur finanziellen Entlastung und Abwendung der Krisengefahr, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmenssanierung, Krisenmanagement, Sanierungsstrategien, Unternehmensführung, Finanzierung
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Studienarbeit von Andreas Köhl
Problemstellung:
Die Bewältigung des Sanierungsmanagements kann mitunter sehr schnell wirtschaftliche Realität einer Unternehmung werden. Um sich dieser Situation stellen zu können, ist die ganze Fassette der Einflussfaktoren der Bedrohung auf die Unternehmung aufzudecken und in ihrer Wirtschaftlichkeit neu für das Unternehmen zu definieren.
Beginnend beim Sanierungsprozess ist die Aktivierung des Krisenmanagements voranzutreiben sowie ist es als Anlaufstelle zur Lokalisierung der unternehmerischen Schieflage anzusehen. Beruhend auf der Krisenforschung sind neue Zielsetzungsentscheidungen für das Unternehmen zu formulieren, die wiederum zukünftige unternehmerische Sanierungsstrategien bestimmen. Neben der Auswahl der geeignetesten Sanierungsstrategie sind Maßnahmen finanzverbesserender Möglichkeiten zu treffen, um das Ziel des Fortbestandes des Unternehmens langfristig zu garantieren. Zudem ist abschließender Teil dieser Studienarbeit der Überwachung des Sanierungskonzeptes gewidmet, sowie welche Anstrengungen nach Erreichung des „Normalzustandes“ der Unternehmung aktuell bleiben, dargelegt.
Ein Haus zu sanieren bedeutet Stein für Stein neu zu überarbeiten, Veränderungen an der Grundsubstanz vorzunehmen oder eine neue Fassadengestaltung zu realisieren. Und wie hat eine Sanierung eines Unternehmens auszuschauen? Diese und andere Fragen hat sich jede Unternehmung für sich selbst zu stellen, denn allgemein gültige Lösungsansätze im Rahmen einer Unternehmenssanierung sind nicht bis ins Detail für jedes Unternehmen voll übertragbar und zur Anwendung zu bringen.
Eine Sanierung, explizit eine Unternehmenssanierung, ist eine komplexe, interdisziplinäre Herausforderung, sowohl im internen Unternehmensbereich wie auch im externen Unternehmensfeld. So sind individuell verschiedenen Interessengruppen wie Banken, Gläubiger, Behörden etc. auf der einen sowie Gesellschafter, Aktionäre, Management auf der anderen Seite an das gemeinsame Sanierungsziel, nämlich das betroffene Unternehmen langfristig zu erhalten, auszurichten.
Die Insolvenz, andersfassend die „totale Krise“, kommt dem Herzinfarkt eines Menschen nahe und ist der Todfeind des Unternehmens. Ziel ist es, nicht in prekäre Krisensituation zu gelangen und wenn doch, sich auf Mittel und Kräfte zu besinnen, den Weg aus der Krise zu meistern. Den Ausgang aus der Krise hin zur Wiederwettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu schaffen, gilt als schwieriger Gradweg. Zumeist verlangt es die Mobilisierung aller Unternehmenskräfte zur Überwindung der Zielkonflikte.
Das von allen getragene erarbeite Sanierungskonzept ist zu planen, zu realisieren und die Durchführung der einzelnen Sanierungsschritte auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Dabei ist die Bedeutung der erfolgreichen Sanierung nicht nur auf die Bereinigung des Liquiditätsproblems, sondern auch auf das Management mit seinem Führungsstil und seiner Entscheidungskompetenz als auch auf jeden Beschäftigten mit dessen Verantwortungsbereitschaft, Flexibilität, Motivationsvolumen zu richten.
Da das Wirtschaftsleben heutzutage einen schnellen Wandel unterworfen ist, der Markt zugleich Chancen und Risiken für jeden bietet, sind auch derzeit besser positionierte Unternehmen am Markt gut beraten, aktives Krisenmanagement zu betreiben und Sanierungspotenziale aufzubauen. Wer dies unterschätzt sieht den Gefahren des Marktes nicht ins Auge und man kann üblen „Schiffbruch“ erleiden. Die Notwendigkeit der Sanierung kann demzufolge jedes Unternehmen betreffen.
Inhaltsverzeichnis:
| Teil A. Einführung | 6 | |
| 1. | Begriffsabgrenzung | 7 |
| 1.1 | Die Bedeutung der Begriffsabgrenzung | 7 |
| 2. | Begriffsdefinitionen | 7 |
| 2.1 | Sanierung | 7 |
| 2.2 | Turnaround | 8 |
| 2.3 | Restrukturierung | 9 |
| Teil B. Sanierungsgrundlagen | 9 | |
| 1. | Sanierungsbedürftigkeit | 9 |
| 2. | Unternehmenskrisen | 10 |
| 2.1 | Krisenherde | 12 |
| 2.2 | Krisenarten | 12 |
| 2.3 | Krisensymptome | 13 |
| 2.4 | Krisenursachen | 15 |
| 3. | Sanierungsfähigkeit und –würdigkeitsprüfung | 17 |
| Teil C. Zielsetzungsentscheidung – Sanierungsstrategien | 18 | |
| 1. | Suche nach Zielmodalitäten zur Beseitigung der Krise | 18 |
| 1.1 | Grundlagen der Zielbildung | 18 |
| 1.2 | Allgemeine Handlungsziele | 18 |
| 2. | Strategien der Unternehmenssicherung | 19 |
| 2.1 | Die vier Grundstrategien nach Turnheim | 20 |
| 2.2 | Kampfstrategien | 20 |
| 2.3 | Fluchtstrategien | 23 |
| 2.4 | Delegationsstrategie | 23 |
| 2.5 | Kompromissstrategie oder Konsensstrategie | 24 |
| 3. | Offensivstrategien | 24 |
| 3.1 | Diversifikationsstrategie | 24 |
| 3.2 | Marktführerstrategie | 26 |
| 3.3 | Segmentierungsstrategie | 27 |
| 4. | Defensivstrategien | 27 |
| 4.1 | Konsolidierungsstrategien | 27 |
| 5. | Probleme und Gefahren | 29 |
| 5.1 | Preissenkungsspirale | 29 |
| 5.2 | Langsame Qualitätsstrategien | 29 |
| 5.3 | Fixkostenremanenz | 30 |
| Teil D. Maßnahmenkatalog finanzinhaltlicher Lösungsmöglichkeiten | 31 | |
| A. | Autonome finanzielle Sanierungsmaßnahmen | 31 |
| 1. | Liquiditätsfördernde Maßnahmen | 31 |
| 1.1 | Verflüssigung von Aktiva | 32 |
| 1.1.1 | Umlaufvermögen | 32 |
| 1.1.2 | Anlagevermögen | 36 |
| 1.2 | Zuführung von Eigenkapital durch die Gesellschafter | 37 |
| 1.3 | Bilanzbereinigte Maßnahmen | 39 |
| 1.3.1 | Auflösung stiller Reserven | 39 |
| 1.3.2 | Kapitalherabsetzung | 40 |
| B. | Heteronome finanzielle Sanierungsmaßnahmen | 40 |
| 1. | Finanzierungsmöglichkeiten der öffentlichen Hand | 40 |
| 1.1 | Bürgschaften | 41 |
| 1.2 | Finanzhilfen der Bundesanstalt für Arbeit | 41 |
| 2. | Steuerliche Entlastungen | 38 |
| 2.1 | Steuerstundung | 41 |
| 2.2 | Vollstreckungsaufschub | 42 |
| 2.3 | Steuererlass | 42 |
| 3. | Kreditinstitute | 42 |
| 3.1 | Unverändertes Kapitalüberlassungsverhältnis | 42 |
| 3.2 | Verändertes Kapitalüberlassungsverhältnis | 43 |
| 4. | Lieferantengläubiger | 44 |
| 4.1 | Zahlungsaufschub | 45 |
| 4.2 | Zinsreduktion und Zinserlass | 45 |
| 4.3 | Schuldumwandlung | 45 |
| Teil E. Überwachung der Sanierungsmaßnahmen | 47 | |
| 1. | Was kommt nach einer erfolgreichen Sanierung? | 47 |
| Literaturverzeichnis | 49 | |
| Abbildungsverzeichnis | 51 | |
| Anlage 1: Krisenursachen | 52 |
Kurz gesagt, hohe eigene Potenziale bei gleichzeitig intensiver Bedrohung machen diese Strategien sinnvoll. Im Kern geht es jeweils darum, eine vertrauensvolle, effektive, synergieerzeugende Zusammenarbeit, zeitlich limitiert oder auf Dauer zwischen Partnern, die rechtlich und wirtschaftlich selbstständig sind zu erzeugen, um so die eigene und gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Konkurrenten zu steigern.39 Diese Strategien haben Bündnisse zum Ziel und zeigen zwei Ausprägungen: a) Das Jui-Jitsu-Prinzip (Kompromissstrategie) beschreibt eine Allianz zwischen zwei oder mehreren Wettbewerbern, die sich gegen andere Wettbewerber richtet. Oft wird der stärkste Gegner, dem die alliierten Partner nicht einzeln entgegenzutreten vermögen attackiert. b) Das Tai-Chi-Prinzip (Konsensstrategie) geht davon aus, dass sich zwei Unternehmen trotz ihrer Gegensätze gleichsam durchringen, miteinander verschmelzen, so dass sie eine Einheit ergeben. Qualitative Synergien lassen sich dadurch entstehen, wenn Partner sich mit ihren jeweiligen StärkenSchwächen-Profilen wechselseitig ergänzen.40 3. Offensivstrategien [...]
Delegationsstrategien sind ansetzbar, wenn eine relativ geringe Bedrohungsintensität bei gleichzeitig eigenem niedrigem Abwehrpotenzial vorhanden ist. Dieser U mstand lässt den Ruf nach Subventionen laut werden zum Schutz der eigenen Produkte gegen die Konkurrenz. Durch Delegation der Probleme an Eigentümer, Interessenten, öffentliche Hand, Gläubiger wird der Versuch unternommen, die Potenzialstärkung herbeizuführen. Gemeint sind damit Kapitalerhöhungen, Beteiligungen, Bürgschaften, Forderungsverzichte unter anderem.37 Die Gefahr dieser Strategie liegt darin, wenn die „höhere Instanz“ nicht die richtige Problemlösung wählt, bleibt der Konflikt bestehen. Die Delegationsstrategie kann eine Nischenstrategie zur Folge haben, die eine selektive Strategie des teilweisen Rückzuges, der Kooperation, der Innovation, der Investition und Akquisition beinhaltet.38 [...]
b) Ein Frontalangriff setzt immer Ressourcenvorteile gegenüber dem potenziellen Gegner voraus. Er wird deshalb für krisengeschwächte Unternehmen nur in Ausnahmefällen zu genehmigen sein. Die Verteidigung in einer Kampfstrategie ist dann angebracht, wenn das eigene Kampfpotenzial niedrig ist in Abhängigkeit von der relativen Stärke des Gegners. Eine solche Verteidigung kann in einen Rückzug oder in ein (späteres) Bündnis münden. Bei dieser Strategie sollte der Verteidiger folgende Dinge berücksichtigen: Dem Verteidiger sollte klar sein, auf welche Teilmärkte, Regionalmärkte, Branchen, Nischen oder Kundengruppen er sich zurückziehen kann, um nicht vollständig den Angriffen des Gegners ausgesetzt zu sein. Zweitens wird ihm empfohlen, die An- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832431310
Arbeit zitieren:
Köhl, Andreas November 2000: Erarbeitung theoretischer Möglichkeiten der Sanierungsfähigkeit einer Unternehmung zur finanziellen Entlastung und Abwendung der Krisengefahr, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmenssanierung, Krisenmanagement, Sanierungsstrategien, Unternehmensführung, Finanzierung



