Erarbeitung von Mailingkonzepten für einen Dienstleister im Versicherungsbereich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Börm
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 113 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 3,0
- Institution / Hochschule: AKAD Fachhochschule Pinneberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9702-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9702-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9702-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Börm, Matthias September 2004: Erarbeitung von Mailingkonzepten für einen Dienstleister im Versicherungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Dialogmarketing, Marketing, Versicherung, Mailing, Direktmarketing
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Diplomarbeit von Matthias Börm
Problemstellung:
Direktmarketing hat in den letzten Jahrzehnten eine auffallende Entwicklung mit beachtlichen Zuwachsraten erlebt. Immer mehr Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben es in ihr Marketing übernommen und damit erreicht, daß gerade in Deutschland neben den USA das Direktmarketing besonders weit entwickelt ist.
Statistisch gesehen bekommt jeder Deutsche im Jahr 68 Mailings. Dies ist allerdings im internationalen Vergleich eine relativ geringe und wahrscheinlich noch steigerbare Anzahl, wenn man den mehr als fünf Mal so hohen US-amerikanischen Vergleichswert von 350 betrachtet. Um so mehr erstaunt es, daß der in Deutschland durch Direktwerbung generierte Mail-Order-Umsatz mit pro Kopf und Jahr 528 US-Dollar der höchste Wert weltweit ist. Im Vergleich dazu liegen die USA mit 379 US-Dollar nur auf dem zweiten Platz. Neben den klassischen Verwendern von Direktwerbung gesellen sich mehr und mehr andere Branchen hinzu – seit einiger Zeit auch die Versicherungsbranche.
Der Versicherungsaußendienst sieht das Direktmarketing mitunter sogar als Bedrohung seines Aufgabenbereichs an. Häufig verliert er sukzessive an Kontrolle über sein Verkaufsgebiet, wenn kleinere Kunden und Interessenten nur noch per Post oder Telefon bedient werden. In Zeiten von ständig steigendem Kosten -und Ertragsdruck und der Forderung nach immer effizienterer Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit, kommt dem Direktmarketing eine wachsende Bedeutung bei der Unterstützung der vertrieblichen Tätigkeiten des Außendienstes zu.
Dem Mailing kommt in Deutschland von allen Werbemitteln mit etwa einem Drittel aller Direktwerbeaufwendungen die größte Bedeutung zu. Dieses Instrument bewältigt nahezu jede Informationsmenge. Die Bandbreite reicht dabei vom 20g-Werbebrief bis zum 1kg-Katalog.
Mithilfe des Mailing werden Ersatz-Verkaufsgespräche geführt: Die Versandhülle erfüllt dabei als sogenannter „Türöffner“ die Funktion, Interesse zu wecken, der Brief übernimmt die Kontaktphase, Prospekt, Katalog oder Beilagen wie Flyer stehen für das Fachgespräch und die Reaktionsmittel wie Antwortkarte oder Bestellschein bilden die Abschlußphase. Ein Mailing verknüpft somit kommunikative und verkaufspsychologische Elemente mit den Besonderheiten des schriftlichen Verkaufens und muß dabei noch die Wahrnehmung des Lesers berücksichtigen.
Meine ersten beruflichen Berührungspunkte mit dem Direktmarketing habe ich im Jahr 2000 bei der Provinzial Nord Lebensversicherung AG gemacht. Es sollte innerhalb eines Projektes ein Mailing zur Gesetzlichen Rentenversicherung entwickelt werden und meine Aufgabe bestand darin, den versicherungsfachlichen Input zu liefern. Das Mailing wurde ein Erfolg. Trotzdem hatte ich das Gefühl, daß die Vorgehensweise nicht ausreichend professionell war und viele Dinge „aus dem Bauch heraus“ entschieden worden sind. In den folgenden Jahren habe ich noch an einigen weiteren Projekten für die Entwicklung von Mailings teilgenommen und mußte feststellen, daß sich trotz der zunehmenden praktischen Erfahrung an der Herangehensweise nichts Wesentliches geändert hatte. Im Rahmen meiner Diplomarbeit möchte ich nun meinen praktischen Erfahrungen eine wissenschaftliche Aufarbeitung folgen lassen.
Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Arbeit die Verwendungsmöglichkeiten des Mailing als ein wesentliches Instrument des Direktmarketing darstellen. Um die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis zu verknüpfen und gleichzeitig die bisherige Praxis kritisch zu hinterfragen, wird beispielhaft eine Mailingaktion zum Thema Lebensversicherung der Provinzial Lebensversicherung AG aus diesem Jahr herangezogen.
Gang der Untersuchung:
Zunächst findet eine begriffliche Abgrenzung der für diese Arbeit relevanten Marketingbegriffe statt. Weiterhin wird die Bedeutung des Direktmarketing für die werbende Wirtschaft allgemein sowie für die Assekuranz herausgestellt, wobei auch auf konstitutive Merkmale des Wirtschaftsgutes „Versicherungsschutz“ und die damit verbundenen Besonderheiten des Versicherungsmarketings hingewiesen wird. Es wird der Versicherungsmarkt in Deutschland mit der dort vorherrschenden Wettbewerbssituation beschrieben und die sich daraus ergebenden Veränderungen in der Nachfrage. Das Kapitel endet mit einer Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse der Provinzial Lebensversicherung AG.
Das Kapitel 3 bildet das zentrale Kapitel der Arbeit. Nachdem einige grundlegende Hintergrundinformationen präzisiert werden, findet eine der Direktmarketingplanung angelehnte Ablauf-Systematik zur Entwicklung und Umsetzung einer Mailingaktion statt. Nach der Vorstellung eines Phasenmodells der Realisationsplanung im ersten Teil des Kapitels, erläutern die folgenden Teile die einzelnen Schritte zur Umsetzung einer Direktmailingaktion. Dabei bildet vor allem die Gestaltung der Bestandteile eines Mailings den Schwerpunkt der Betrachtung. Hierbei wird das aktuell von der Provinzial Nord Lebensversicherung AG eingesetzte Mailing zur Lebensversicherungsaktion als Praxisbeispiel herangezogen. Abschließend werden kurz die rechtlichen Grundlagen im Zusammenhang mit adressierten Werbemitteln erläutert.
Kapitel 4 beinhaltet eines Schlußbetrachtung über die Arbeit und einen Ausblick auf das Direktmarketing der Zukunft.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Abkürzungen | III | |
| Verzeichnis der Tabellen | III | |
| Verzeichnis der Abbildungen | IV | |
| Verzeichnis der Anhänge | IV | |
| 1. | Zielsetzung und Vorgehensweise | 1 |
| 2. | Direktmarketing in der Versicherungswirtschaft | 4 |
| 2.1 | Begriffliche Grundlagen | 4 |
| 2.1.1 | Marketing | 4 |
| 2.1.2 | Interaktives Marketing | 5 |
| 2.1.3 | Direktmarketing | 6 |
| 2.1.4 | Direktwerbung | 8 |
| 2.2 | Bedeutung des Direktmarketing | 9 |
| 2.2.1 | Die Entwicklung in der werbenden Wirtschaft | 9 |
| 2.2.2 | Gründe für die zunehmende Bedeutung des Direktmarketing | 11 |
| 2.2.2.1 | Vorteile für den Werbetreibenden | 11 |
| 2.2.2.2 | Vorteile für die Umworbenen | 13 |
| 2.2.3 | Nutzen des Direktmarketing in der Assekuranz | 14 |
| 2.3 | Besonderheiten des Direktmarketing in der Assekuranz | 16 |
| 2.3.1 | Konstitutive Merkmale von Versicherungen als Dienstleistung | 16 |
| 2.3.2 | Konsequenzen für das Versicherungsmarketing | 17 |
| 2.4 | Hintergrundinformationen | 21 |
| 2.4.1 | Direktmarketing als Kommunikationsweg bei der Provinzial | 21 |
| 2.4.2 | Zielsetzung bei der Provinzial | 22 |
| 2.5 | Vorbereitende Entscheidung und Analyse | 29 |
| 2.5.1 | Kennzeichen von Versicherungen | 29 |
| 2.5.2 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 30 |
| 2.5.3 | Wettbewerbssituation | 31 |
| 2.5.4 | Verlagerung zwischen den Vertriebsschienen | 33 |
| 2.5.5 | Veränderungen in der Nachfrage | 33 |
| 2.5.5.1 | Änderungen des Kundenbedarfs | 34 |
| 2.5.5.2 | Änderungen im Nachfrageverhalten | 35 |
| 2.5.6 | Die Provinzial Nord Versicherungsgruppe | 36 |
| 2.5.7 | Beurteilung der Ausgangssituation | 38 |
| 3. | Die Umsetzung der Mailingaktion | 43 |
| 3.1 | Konzeptionelle Vorüberlegungen | 43 |
| 3.1.1 | Überblick über die Schritte der Aktionsplanung | 43 |
| 3.1.2 | Die Ziele des Mailing | 45 |
| 3.1.3 | Bestimmung der optimalen Zielgruppe | 48 |
| 3.1.3.1 | Kundensegmentierung | 48 |
| 3.1.3.2 | Zielgruppendaten | 55 |
| 3.2 | Die Wahl der Werbemedien | 59 |
| 3.3 | Adressierte Werbesendungen | 61 |
| 3.4 | Das Leseverhalten der Empfänger | 62 |
| 3.5 | Die Gestaltung der Bestandteile des Mailing | 63 |
| 3.5.1 | Die Versandhülle | 63 |
| 3.5.2 | Das Anschreiben | 66 |
| 3.5.2.1 | Werbebriefarten | 67 |
| 3.5.2.2 | Der Dialog im Brief | 67 |
| 3.5.2.3 | Die Lesekurve nach Vögele | 68 |
| 3.5.2.4 | Wesentliche Komponenten eines Anschreibens | 69 |
| 3.5.2.5 | Die Portooptimierung | 76 |
| 3.5.3 | Der Prospekt | 77 |
| 3.5.4 | Das Reaktionsmittel | 79 |
| 3.6 | Rechtliche Grundlagen | 81 |
| 3.6.1 | Der getarnte Werbebrief | 82 |
| 3.6.2 | Der Werbebrief trotz Widerspruch | 83 |
| 4. | Schlußbetrachtung mit Ausblick | 84 |
| 5. | Zusammenfassung | 86 |
| Anhänge | 88 | |
| Literaturverzeichnis | 95 |
Zur Festlegung des Zielinhalts kann bei der Darstellung der praxisorientierten Einzelziele des Direktmarketing zwischen kommunikativen und distributiven Zielen unterschieden werden.250 Im folgenden werden beispielhaft einige dieser Ziele aufgelistet: • Kommunikative Ziele o Verkaufskontakte zum Kunden vorbereiten o Kunden, Interessenten oder andere Zielgruppen informieren o Kontakt zum Kunden aufrechterhalten o Rückgewinnung inaktiver Kunden o Ausbildung und Motivation des Verkaufspersonals • Distributive Ziele o Unterstützung und Vorbereitung für den Außendienst o Zielgruppen aktivieren o Ausschöpfung von Cross-Selling-Potentialen Über diese Leistungsziele hinaus ist es notwendig, sogenannte quantitative Ziele festzulegen. Typische Ziele dieser Art sind etwa Rentabilitäts-, Gewinn- bzw. Deckungsbeitragsziele und Umsatzziele. Bezeichnet als Zielausmaß verhelfen sie den Zielinhalt zu quantifizieren und definieren das angestrebte Potential zur Amortisation der geplanten Ziele. Eine Fixierung des Zielausmaßes kann nur bei Zielen vorgenommen werden, bei denen eine Kontrolle sinnvoll und möglich ist.251 Um jedoch eine Erfolgskontrolle durchführen zu können, bedarf es der Bestimmung einer Zeitgröße, in der ein Ziel realisiert werden soll. In der Frage der Absatzgebiete bzw. in der Frage um den Zielraum, geht es in der Zielformulierung darum, ein geographisch relevantes Gebiet zur Zielverfolgung abzustecken. Die operationale Formulierung eines Marketingziels anhand der vorgestellten Dimensionen könnte dann wie folgt lauten: "Steigerung des Umsatzes für das Produkt A im Gebiet B bei der Käuferschicht C um 10% bis zum Ende des nächsten Jahres."252 Dem Gliederungskonzept der bisherigen Ausführungen zur Zieldefinition folgend, soll bei der Darstellung des Provinzial-Zielsystems ebenfalls die Beantwortung der vier [...]
Die in der Analyse der Ausgangssituation aufgezeigten Stärken und Schwächen des Unternehmens in der zu bewerbenden Sparte legen den Grundstein für die Erarbeitung von konkreten und meßbaren Zielen.247 Das sorgfältige Erarbeiten von Zielen ist wichtig. Ziele haben als Maßstab bei Aktionen eine erhebliche Bedeutung, da sie insbesondere auf die Motivation der Mitarbeiter wirken.248 Nur wenn entsprechende Ziele vorliegen, kann die Effektivität, d. h. die Prüfung der korrekten Auswahl einer Aktion, und die Effizienz, d. h. die Prüfung der korrekten Durchführung der gewählten Aktion beleuchtet und damit steuernd in die Prozeßverbesserung eingegriffen werden. Die Ableitung sogenannter operationaler Ziele erfolgt unter Beantwortung folgender vier grundlegender Fragen:249 • • • • Zielinhalt: Was soll erreicht werden? Zielausmaß: Wieviel soll erreicht werden? Zielperiode: Wann soll das Ziel erreicht werden? Zielraum: Welcher geographischer Raum ist relevant? [...]
und strategischer Handlungsbedarf abgeleitet werden kann, der in den weiteren Schritten der Planung konkretisiert wird242. Festlegung der Ziele Im Rahmen der Zielsetzung des Unternehmens (Hauptziele)243 und der abgestimmten Ziele von Direktmarketing im allgemeinen (Bereichsziele) werden hier die Ziele der einzelnen zu planenden Direktmarketingaktion (Aktionsfeldziele) aus den Ergebnissen der Situationsanalyse festgelegt. Wahl der Werbemedien und Ermittlung der Zielgruppe Die Auswahl der geeigneten Werbemittel, z. B. Mailing, Anzeige oder Beileger und die Auswahl der für das Produkt wesentlichen Kriterien der Zielgruppe244, sowie deren Konkretisierung wird in dieser Phase vorgenommen. Beschaffung von Zielgruppendaten Die anhand der festgelegten Kriterien ausgewählte Zielgruppe muß für die weitere Verarbeitung namentlich und mit ihrem Merkmalen bekannt werden. Dafür erforderliche Daten lassen sich entweder in der internen Kundendatenbank oder in externen Adreßdateien abrufen. Angebotsgestaltung Das angebotene Produkt der Direktmailingaktion muß in seinen Leistungsbestandteilen definiert und mit allen im Unternehmen zuständigen Fachabteilungen (z. B. Rechtsabteilung, Vorstand, Außendienst) abgestimmt werden. Werbemittelkonzeption In dieser Phase erfolgt die Gestaltung des ausgewählten Direktwerbemittels unter Bestimmung des Informationsangebotes nach Art, Inhalt, Umfang und graphischer Umsetzung. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832497026
Arbeit zitieren:
Börm, Matthias September 2004: Erarbeitung von Mailingkonzepten für einen Dienstleister im Versicherungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
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Dialogmarketing, Marketing, Versicherung, Mailing, Direktmarketing



