Das Equity Joint Venture in China - Chance oder Risiko?
Eine Analyse aus transaktionskostentheoretischer Sicht
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sandra Lengler
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 438,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8338-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8338-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8338-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lengler, Sandra Juli 2004: Das Equity Joint Venture in China - Chance oder Risiko?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: China, Globalisierung, Wirtschaftskrise, Transaktionskostenansatz, Neue Investitionsökonomie
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Diplomarbeit von Sandra Lengler
Problemstellung:
Die Volksrepublik China ist nicht nur das weltgrößte Entwicklungsland und die sechstgrößte Volkswirtschaft (Schwarz, 2004:2), sondern bleibt mit einer Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von derzeit 8,4% (o.V., 2004a) neben den USA und Großbritannien das wichtigste Zielland für ausländische Direktinvestitionen (o.V., 2004b), die sich in diesem Jahr bisher um 250% erhöht haben (o.V., 2004c).
Dabei ist Deutschland sowohl der wichtigste europäische Handelspartner als auch der größte europäische Investor in China (Yearbook of China’s Foreign Economic Relations and Trade, 2003: 797). Diese enge wirtschaftliche Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren weiterhin massiv ausgebaut werden, mit dem Ziel das Handelsvolumen zwischen China und Deutschland bis 2010 zu verdoppeln.
China wird einer der wichtigsten Handelspartner für die deutsche Industrie (o.V., 2004d) und bietet einen attraktiven Absatzmarkt für die deutschen Firmen.
Für die deutschen Unternehmen insbesondere im produzierendem Gewerbe stellt sich die Frage, welche Markteintrittsform langfristig erfolgreich auf dem chinesischen Binnenmarkt ist.
Ein wesentlicher Aspekt im Rahmen des Entscheidungsfindungsprozesses der Markteintrittsstrategie ist die Berücksichtigung der Kosteneffizienz.
Vor diesem Hintergrund liegt es nahe der Frage nachzugehen, ob das Equity Joint Venture (EJV) mit einem chinesischen Partner für den deutschen Unternehmer eher eine Chance oder ein Risiko als Markteintrittsform darstellt.
Aus transaktionskostentheoretischer Sicht ist ein JV dann empfehlenswert, wenn die Vorteile (Benefits) der bilateralen Kooperationsbeziehung die Transaktionskosten und die strategischen Risiken übersteigen (Beamish et al., 1987: 3ff; Hu et al., 1993: 149).
Darüber hinaus soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit untersucht werden, wo in der gemeinsamen Kooperationsbeziehung mit dem chinesischen Partner für das EJV Kosteneinsparungspotentiale liegen und welche zusätzlichen Kosten in einem EJV entstehen können. Ferner soll aufgezeigt werden, wie die möglichen auftretenden Probleme zwischen den beiden Kooperationspartnern unter Beachtung der kulturellen Besonderheiten der chinesischen Kultur zu lösen sind.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 2 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 3 | |
| 1. | Einführung | 4 |
| 1.1 | Problemstellung | 5 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 5 |
| 2. | Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen in China | 6 |
| 2.1 | Das politische Umfeld | 7 |
| 2.2 | Das ökonomische Umfeld | 7 |
| 2.3 | Das juristische Umfeld | 9 |
| 2.4 | Kulturelle Einflussfaktoren | 11 |
| 2.5 | Zusammenfassung | 12 |
| 3. | Direktinvestitionen als Markteintrittsstrategie in China | 13 |
| 3.1 | Generelle Markteintrittsformen für den chinesischen Markt | 14 |
| 3.2 | 100%-Tochterunternehmen | 14 |
| 3.3 | Joint Venture | 16 |
| 3.3.1 | Equity Joint Venture | 16 |
| 3.3.2 | Cooperative Joint Venture | 17 |
| 3.4 | Herleitung der Arbeitsdefinition | 18 |
| 4. | Der Transaktionskostenansatz zur Erklärung von Direktinvestitionen | 18 |
| 4.1 | Grundkonzept | 20 |
| 4.2 | Das „organizational failures framework“ | 20 |
| 4.2.1 | Beschränkte Rationalität | 23 |
| 4.2.2 | Opportunismus | 25 |
| 4.2.3 | Spezifität | 25 |
| 4.2.3.1 | Arten der Spezifität | 27 |
| 4.2.3.2 | Auswirkungen der Spezifität | 27 |
| 4.2.4 | Unsicherheit | 28 |
| 4.2.5 | Häufigkeit | 29 |
| 4.2.6 | Strukturelle Einflussgrößen | 30 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 30 |
| 5. | Der Kooperationsprozess des Equity Joint Ventures in China | 31 |
| 5.1 | Initiierungsphase | 33 |
| 5.2 | Verhandlungsphase | 34 |
| 5.2.1 | Absichtserklärung | 36 |
| 5.2.2 | Durchführbarkeitsstudie | 36 |
| 5.2.3 | EJV-Vertrag | 37 |
| 5.2.3.1 | Bewertung der Partnerressourcen | 38 |
| 5.2.3.2 | Festlegung der Partneraufgaben | 39 |
| 5.3 | Aufbauphase und Entwicklungsphase | 43 |
| 5.3.1 | Technologietransfer und Montage | 46 |
| 5.3.2 | Beschaffung | 46 |
| 5.3.3 | Personal | 48 |
| 5.3.4 | Marketing/Vertrieb | 50 |
| 5.4 | Beendigungsphase | 53 |
| 5.4.1 | Aufkauf der Partneranteile | 62 |
| 5.4.2 | Liquidierung | 62 |
| 6. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 63 |
| Literaturverzeichnis | 68 |
5.1 Initiierungsphase Um ein EJV zu gründen, muss man einen geeigneten Kooperationspartner finden. Dabei entstehen sogenannte Such- und Informationskosten. Als Unternehmer, der in China produzieren möchte, um dort seine Produkte auf dem inländischen Binnenmarkt zu verkaufen, bestehen zum Einen die Möglichkeit, informationskostensenkende Institutionen wie die chinesische Zentralregierung, die zentralen Fachministerien, die Provinzregierungen oder die AHK, die in China ansässig sind, zu nutzen, oder zum Anderen selbst vor Orts durch den direkten Kontakt einen chinesischen Partner zu finden (Yan, 1999: 115). Für den Fall, dass die chinesische Regierung bzw. deren staatlichen Einrichtungen eingeschaltet werden, wird der Kontakt zu chinesischen Staatsunternehmen hergestellt. Dabei wurden unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Beispielsweise hat ein Unternehmer aus der Elektronik Branche den Kontakt zu dem vermittelten Partner aufgenommen. Bei der Besichtigung stellte man fest, dass das potenzielle Staatsunternehmen nichts mit der Branche zu tun hatte. Dadurch wurden Zeit und Geld verloren (Yan, 1999: 112). In seiner Studie konstatiert Yan (1999: 114), dass bei einer Anzahl von 50 EJV mehr als zwei Drittel nicht mit den empfohlenen Kooperationspartnern durch die chinesische Regierung zufrieden waren. Aufgrund des schlechten Zustandes der Staatsunternehmen lehnte die Mehrheit den empfohlenen Kooperationspartner ab (siehe auch Abschnitt 2.2). In der Studie von Schwarting (1995: 145) wird aufgezeigt, dass die Mehrzahl der befragten Unternehmen selbst einen Kooperationspartner gesucht hat. [...]
Kooperationsprozesses auftreten können (siehe dazu Tabelle 1), am Beispiel des EJV in China untersucht werden. Der Kooperationsprozess ist unterteilt in die Initiierungsphase, Verhandlungsphase, Aufbau- und Entwicklungsphase sowie Beendigungsphase. In der Initiierungsphase soll analysiert werden, welche Möglichkeiten existieren, um sich einen Kooperationspartner zu suchen. Darüber hinaus wird auf der Basis von Fallstudien untersucht, welche zusätzlichen Kosten, die zur Attraktivität gegenüber einem potenziellen chinesischen Partner führen, auftreten können. Nachdem sich das ausländische Unternehmen für einen Partner entschieden hat, beginnt die Verhandlungsphase. Hierbei geht es um die gemeinsame Ausarbeitung der Absichtserklärung sowie der Durchführbarkeitsstudie, die dann bei den zuständigen Behörden zur Prüfung eingereicht werden. Dabei sollen die möglichen Transaktionskosten aufgezeigt werden. Bei der Festlegung des EJV-Vertrages wird eruiert, welche möglichen Vorteile das EJV hat. Dabei entstehen wiederum sogenannte Vereinbarungsund [...]
„organizational failures framework“ dargestellt sind, präsentiert. Im Folgenden sollen die wichtigsten Annahmen des TKA zusammengefasst werden. 1. Die Transaktion bildet die Basiseinheit der Analyse. 2. Bei jedem Problem, das sich direkt oder indirekt als Vertragsproblem formulieren lässt, kann unter dem Aspekt der Transaktionskosteneinsparung untersucht werden. 3. Die Organisation der Transaktion in bestimmten institutionellem Arrangements führt zu Transaktionskosteneinsparungen, aufgrund unterschiedlicher existierender Transaktionseigenschaften. 4. Der Transaktionskostenansatz bedient sich im Wesentlichen einer vergleichenden Beurteilung der institutionellen Alternativen Markt, Hierarchie und Mischformen wie der Kooperation. 5. Die Untersuchung ökonomischer Institutionen muss sich mit den vereinten Auswirkungen der beschränkten Rationalität und des Opportunismus bei hoher Faktorspezifität auseinandersetzen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483388
Arbeit zitieren:
Lengler, Sandra Juli 2004: Das Equity Joint Venture in China - Chance oder Risiko?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
China, Globalisierung, Wirtschaftskrise, Transaktionskostenansatz, Neue Investitionsökonomie



