Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Entwurf eines leistungsbezogenen Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser und seine Implementierung auf einem Personal Computer

Entwurf eines leistungsbezogenen Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser und seine Implementierung auf einem Personal Computer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dieter Hoffmann
  • Abgabedatum: Mai 1987
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 553,0 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
  • Bibliografie: ca. 54
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1463-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, Dieter Mai 1987: Entwurf eines leistungsbezogenen Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser und seine Implementierung auf einem Personal Computer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Software Engineering, Kosten- und Leistungsrechnung, Phasenmodell, Datenstrukturen, Top-Down

Diplomarbeit von Dieter Hoffmann

Einleitung:

In dieser Arbeit wird der Entwurf und die Implementierung eines Informationssystems dargestellt, welches in Form eines leistungsbezogenen Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser Anwendung finden soll. Zwar existieren im Krankenhauswesen bereits rechnerunterstützte Abrechnungssysteme, jedoch sind diese ausschließlich pflegetagorientiert, d. h. die Kostenabrechnung für einen Patienten erfolgt pauschal und proportional je Pflegetag, und in der Regel nur auf den stationären Bereich des Krankenhauses begrenzt.

Für den stationären Bereich des Krankenhauses bildet nach dem derzeit geltenden Preisrecht der Pflegetag und nicht der einzelne Patient mit seinen speziell in Anspruch genommenen Leistungen die Bezugsgröße für die Kostenträgerrechnung (Beantwortung der Frage: „Wofür sind Kosten angefallen?“) und damit für die Ermittlung der Krankenhaus-Pflegesätze. Da es sich bei dem Pflegetag nicht um eine natürliche, sondern um eine künstliche Leistung handelt, in den nach Art und Umfang der Krankheit und Behandlung eines Patienten unterschiedliche Leistungen eingehen, stellt der Pflegetag keine aussagefähige Leistungsgröße dar.

Eine derart vereinfachte Abrechnung weist erhebliche Nachteile auf, wie z. B. der Verstoß gegen das Verursachungsprinzip (die einzelnen für einen Patienten erbrachten Leistungen werden diesem nicht jeweils zugerechnet und angelastet), damit einhergehender großer Informationsverlust, insbesondere in Bezug auf die Rechenschaftslegung gegenüber den Krankenkassen und Krankenhausträgern.

Im ambulanten Bereich des Krankenhauses gehen die entstandenen Kosten einer Patientenbehandlung nicht in den Pflegesatz ein. Hier erfolgt die Preisbestimmung aufgrund anderer Kriterien {z. B. Tarifkataloge, die zum Teil nicht alle Leistungen enthalten und deren Leistungs-Bewertungssätze zudem unverbindlich sind, etc.). Daher kommt die Ambulanz im Kostenstellenplan nur durch einen sehr undifferenzierten Ausweis zum Ausdruck, was eine relativ geringe Transparenz dieses Krankenhaus-Bereichs zur Folge hat.

In Anbetracht dieses als sehr unbefriedigend zu bezeichnenden Kostenabrechnungs-Verfahrens erscheint es sinnvoll, ein Abrechnungssystem zu entwickeln, welches diese Nachteile nicht aufweist oder sich zumindest als geeigneter erweist.

Daher soll im Folgenden, vorgehend nach dem Phasenmodell des Software Engineering, die Entwicklung eines Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser dargestellt werden, welches die für den einzelnen Patienten, als Bezugsgröße, erbrachten Leistungen erfasst und ihm direkt zurechnet. Durch die so erreichte Leistungsbezogenheit des Systems werden nicht nur die Nachteile der herkömmlichen Abrechnungssysteme vermieden, sondern auch eine wesentlich größere Transparenz des Leistungserstellungsprozesses im Krankenhaus erreicht. Da sich zudem der Umfang der Anwendungsmöglichkeiten für die ambulante Leistungserstellung ständig ausweitet und sich die einzelnen erbrachten Leistungen kaum von denen des stationären Bereichs abgrenzen lassen, ist das in dieser Arbeit entwickelte Kostenabrechnungssystem auch auf den ambulanten Bereich des Krankenhauses anwendbar.

Gang der Untersuchung:

Die Definition des Begriffs „Informationssystem“ sowie die Einordnung eines Krankenhaus-Kostenabrechnungssystems in die Kategorie des Krankenhaus-Informationssystems schließt dieses erste Kapitel ab.

Wie bereits erwähnt, wird in dieser Arbeit nach dem Phasenmodell des Software Engineering vorgegangen. Unter dem Begriff „Software Engineering“ ist „die Anwendung von Prinzipien, Fähigkeiten und Kunstfertigkeiten auf den Entwurf und die Erstellung von Programmen und Systemen von Programmen“ zu verstehen. Um bei einer solchen Programmentwicklung die geforderten Qualitätseigenschaften zu erfüllen, wird der Entwicklungsprozess im Algemeinen in eine Reihe von Einzeltätigkeiten aufgeteilt. Diese einzelnen Arbeitsabschnitte werden „Phasen“ genannt, deren Aufteilung und Anordnung zum Begriff des „Phasenkonzeptes“ bzw. „Phasenmodells“ führt. Da allerdings in Bezug auf die Phasen-Einteilung und deren Inhalte keine Einheitlichkeit besteht, werden in dieser Arbeit folgende Phasen für die Entwicklung des KH-KAS zugrunde gelegt, die sich in der Einteilung der einzelnen Kapitel widerspiegeln und dort auch näher beschrieben werden: 1. Systemanalyse, 2. Anforderungen an das System, 3. Entwurfsphase, 4. Realisierungsphase (Implementierung).

Während der Benutzung eines so entwickelten Programmsystems lässt sich noch eine weitere Phase nennen, die die Durchführung eventueller Änderungen {z. B. durch sich ändernde Voraussetzungen, auftretende Fehler, Weiterentwicklung, etc.) beinhaltet: 5. Wartung und Pflege.

Das zweite Kapitel ist der Systemanalyse gewidmet. Hier werden zunächst die krankenhausbetrieblichen Grundlagen für den Entwurf des KH-KAS dargestellt, soweit sie für diese Arbeit von Bedeutung sind. Anschließend erfolgt mit Hilfe geeigneter Kriterien die schrittweise Zerlegung des komplexen Gesamtsystems Krankenhaus in relevante Leistungsarten, was gleichzeitig als Ausgangspunkt für den Entwurf des KH-KAS angesehen werden kann. Danach lassen sich der grundsätzliche Ablauf eines behandlungsbezogenen Leistungserstellungsprozesses und die Abgrenzung der Begriffe „stationär“ und „ambulant“ voneinander gut verdeutlichen.

Die Motivation und die Anforderungen an das leistungsbezogene KH-KAS sind Inhalt des dritten Kapitels. Aufgrund des Ist-Zustands, in Bezug auf die Krankenhaus-Kostenabrechnung, wird hier die Notwendigkeit für die Entwicklung des KH-KAS verdeutlicht sowie die Anforderungen bezüglich der Benutzerschnittstelle, des Programmsystems und der Ausgaben des Systems beschrieben.

In Kapitel 4 werden im Rahmen des Programmsystem-Entwurfs die grundsätzlichen Funktionen des Systems (Aufteilung in Komponenten) beschrieben, die für die Benutzung des KH-KAS generell vorhanden sein müssen. Diese werden anschließend noch weiter verfeinert, womit der Inhalt jeder einzelnen Komponente verdeutlicht wird. Zudem erfolgt eine Beschreibung der gewählten Datenstrukturen.

Das 5. Kapitel widmet sich der Implementierungsphase. Hier wird die Wahl der Organisationsform der Daten und Datenbestände begründet sowie die Erfassung und Zurechnung der Leistungen und Kosten erklärt. Des weiteren wird die Fehlerbehandlung im KH-KAS erläutert und das Zusammenhängen der einzelnen Programmteile zu einer Gesamteinheit beschrieben.

Der Hauptteil dieser Arbeit wird danach abgeschlossen durch eine kurze Zusammenfassung der vorangegangenen Kapitel und einer Beschreibung über die Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Programmsystems (Kapitel 6) sowie durch das Literaturverzeichnis (Kapitel 7).

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 8
1.1 Einführung in das Thema 8
1.2 Gang der Arbeit 10
1.3 Das KH-KAS als Informationssystem: Begriff und Arten von Informationssystemen 12
2. Die krankenhausbetrieblichen Grundlagen für den Entwurf des leistungsbezogenen KH-KAS 14
2.1 Relevante Ziele des Krankenhauses und die Kosten- und Leistungsrechnung als Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens 14
2.1.1 Relevante Ziele des Krankenhauses 14
2.1.2 Die Kosten- und Leistungsrechnung als Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens 15
2.2 Die derzeitige Rechtsgrundlage für die Kostenrechnung und Preisbildung im Krankenhaus sowie die Begründung für die Einbeziehung der Ambulanz in das KH-KAS 17
2.2.1 Die derzeitige Rechtsgrundlage 17
2.2.2 Begründung für die Einbeziehung der Ambulanz in das KH-KAS 19
2.3 Die Begriffe „Kosten“ und „Leistung“ 20
2.3.1 Der Kostenbegriff 20
2.3.2 Die Leistung im Krankenhaus 23
2.4 Der Pflegetag als nicht-homogene Leistung 24
2.4.1 Der Begriff des Pflegetages 24
2.4.2 Kritik am Pflegetag als Leistungsmaßstab 25
2.5 Dekomposition des Gesamtsystems Krankenhaus in relevante Leistungsarten 27
2.5.1 Vorstellung des Verfahrens der Dekomposition 27
2.5.2 Die Zerlegung des Gesamtsystems Krankenhaus in relevante, krankenhaustypische Leistungsbereiche 28
2.5.3 Die Zerlegung der Leistungsbereiche in relevante Leistungsarten 30
2.5.3.1 Die Leistungsarten im Verwaltungs- und Wirtschaftsbereich 31
2.5.3.1.1 Die Leistungsarten im Verwaltungsbereich 31
2.5.3.1.2 Die Leistungsarten im Wirtschaftsbereich 32
2.5.3.2 Die Leistungsarten im Behandlungsbereich . 32
2.5.3.3 Die Leistungsarten im Pflegebereich 34
2.5.3.4 Die Leistungsarten im medizinisch wissenschaftlichen Bereich 35
2.6 Der behandlungsbezogene Leistungsprozess für stationäre und ambulante Patienten und die Abgrenzung dieser beiden Behandlungsarten voneinander 35
2.6.1 Der behandlungsbezogene Leistungsprozess 36
2.6.2 Abgrenzung der Begriffe „stationär“ und „ambulant“ 39
3. Motivation und Forderungen an das KH-KAS 41
3.1 Motivation für den Entwurf des KH-KAS 41
3.2 Forderungen an das leistungsbezogene KH-KAS 43
3.2.1 Die Benutzer-Schnittstelle 43
3.2.2 Forderungen an das Programmsystem 44
3.2.3 Die Ausgaben des KH-KAS 46
4. Entwurf des leistungsbezogenen KH-KAS 48
4.1 Die grundsätzlichen Funktionen des Systems (Aufteilung in Komponenten) 48
4.2 Die Struktur der im KH-KAS benötigten Daten 53
4.2.1 Die Datenarten 53
4.2.1.1 Die allgemeinen Datenarten 53
4.2.1.2 Die speziellen Datenarten 55
4.2.2 Die Struktur der für das KH-KAS benötigten Datenbestände 56
4.3 Die Ein- und Ausgabe der vom KH-KAS benötigten Daten 59
4.3.1 Die Eingabe von Daten 59
4.3.2 Die Ausgabe von Daten 60
4.4 Die Komponenten des Systems im Gesamtzusammenhang (Graphische Darstellung) 61
4.5 Verfeinerte Aufteilung der Funktionen des KH-KAS 62
4.5.1 Die Funktionen für die Verwaltung 62
4.5.1.1 Die Patientenaufnahme 62
4.5.1.1.1 Die Erfassung der Patientendaten 64
4.5.1.1.2 Die Speicherung der Patientendaten 64
4.5.1.2 Die Mitteilungsverzeichnis-Ausgabe 65
4.5.1.3 Das Ändern der Leistungskataloge 65
4.5.1.3.1 Das Eintragen von Sätzen in die Kata1oge 66
4.5.1.3.1.1 Eintragen neuer Sätze in die Kataloge 66
4.5.1.3.1.1.1 Erfassen der Kostendaten 66
4.5.1.3.1.1.2 Speichern der Kostendaten in den Katalogen 67
4.5.1.3.1.2 Eintragen nachzutragender Sätze in die Kataloge 67
4.5.1.3.2 Das Ändern von Katalogsätzen 68
4.5.1.3.2.1 Erfassung der zu ändernden Kostendaten 69
4.5.1.3.2.2 Speicherung der geänderten Kostendaten 69
4.5.1.3.3 Das Entfernen von Katalogsätzen 70
4.5.1.3.3.1 Abfrage des zu entfernendenKatalogsatzes 70
4.5.1.3.3.2 Entfernen des Katalogsatzes 70
4.5.1.4 Die Kostenabrechnung 70
4.5.1.4.1 Abfrage des Patienten 71
4.5.1.4.2 Berechnung der Kosten für die verschiedenen erbrachten Leistungsarten 72
4.5.1.4.3 Ausgabe der Kostenabrechnung 73
4.5.1.5 Die Patientendaten-Aufbewahrung 73
4.5.1.5.1 Das separate Aufbewahren aller relevanter Daten 74
4.5.1.5.2 Entfernen aller patienten- und behandlungsbezogener Daten aus den Verzeichnissen 75
4.5.1.6 Graphische Darstellung der verfeinerten Komponenten für die Verwaltung 75
4.5.2 Die Funktionen für das Behandlungspersonal 78
4.5.2.1 Die Erfassung von behandlungsbezogenen Leistungsarten 78
4.5.2.1.1 Erfassung und / oder Prüfung leistungsbezogener Daten 78
4.5.2.1.1.1 Die Vordiagnose 79
4.5.2.1.1.2 Die Pflegeeinheit und die Beköstigung 79
4.5.2.1.1.3 Die Visite und die Befundung 79
4.5.2.1.1.4 Die Entlassung 80
4.5.2.1.2 Erfassung der erbrachten Leistungsarten 80
4.5.2.1.3 Speicherung der erfassten Daten 81
4.5.2.1.4 Überprüfung der Leistungskataloge 82
4.5.2.1.5 Die Mitteilungsverzeichnis-Eintragung 83
4.5.2.2 Die Leistungsdaten-Ausgabe 84
4.5.2.2.1 Ausgabe des Fallverzeichnis-Inhalts 84
4.5.2.2.2 Ausgabe des Pflege-/ Beköstigungseinheiten-Verzeichnis-Inhalts 85
4.5.2.3 Graphische Darstellung der verfeinerten Komponenten für das Behandlungspersonal 85
5. Die Realisierung des leistungsbezogenen KH-KAS 87
5.1 Die Organisationsform der Daten: Wahl und Begründung 87
5.1.1 Allgemeine Kriterien für die Wahl der Datenorganisationsform 87
5.1.2 Auszuführende Operationen in den Datenbeständen und deren gewählte Organisationsform 89
5.1.2.1 Das Patientenverzeichnis 89
5.1.2.1.1 Auszuführende Operationen 90
5.1.2.1.2 Die Wahl der Datenorganisationsform . 90
5.1.2.1.3 Das Wiederauffinden von Daten im Patientenverzeichnis 92
5.1.2.1.4 Die Organisationsform des Patientenverzeichnisses und seine Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 93
5.1.2.2 Das Fallverzeichnis 96
5.1.2.2.1 Auszuführende Operationen 96
5.1.2.2.2 Die Wahl der Datenorganisationsform 97
5.1.2.2.3 Das Wiederauffinden von Daten im Fallverzeichnis 97
5.1.2.2.4 Die Organisationsform des Fallverzeichnisses und seine Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 98
5.1.2.3 Das Pflege-/ Beköstigungseinheiten-Verzeichnis 100
5.1.2.3.1 Auszuführende Operationen 100
5.1.2.3.2 Die Wahl der Datenorganisationsform 101
5.1.2.3.3 Das Wiederauffinden von Daten im Pflege-/ Beköstigungseinheiten-Verzeichnis 101
5.1.2.3.4 Die Organisationsform des Pflege-/ Beköstigungseinheiten-Verzeichnisses und seine Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 101
5.1.2.4 Das Mitteilungsverzeichnis 102
5.1.2.4.1 Auszuführende Operationen 103
5.1.2.4.2 Die Wahl der Datenorganisationsform 103
5.1.2.4.3 Das Wiederauffinden von Daten im Mitteilungsverzeichnis 104
5.1.2.4.4 Die Organisationsform des Mitteilungsverzeichnisses und seine Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 104
5.1.2.5 Die Leistungskataloge 105
5.1.2.5.1 Auszuführende Operationen 105
5.1.2.5.2 Die Wahl der Datenorganisationsform 106
5.1.2.5.3 Das Wiederauffinden von Daten in den Leistungskatalogen 107
5.1.2.5.4 Die Organisationsform der Leistungskataloge und ihre Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 107
5.1.2.6 Die Aufbewahrungsdateien 109
5.1.2.6.1 Auszuführende Operationen 110
5.1.2.6.2 Die Wahl der Datenorganisationsform 110
5.1.2.6.3 Das Wiederauffinden von Daten in den Aufbewahrungsdateien 111
5.1.2.6.4 Die Organisationsform der Aufbewahrungsdateien und ihre Verwaltung auf dem Sekundärspeicher 113
5.2 Die Erfassung und Zuordnung der einzelnen Leistungsarten im KH-KAS 114
5.2.1 Die Erfassung und Zuordnung der Leistungsarten durch das Behandlungspersonal 114
5.2.2 Die Erfassung der Leistungsarten durch das Verwaltungspersonal 117
5.3 Die Kosten der für die Patienten erbrachten Leistungsarten 118
5.3.1 Die Erfassung und Zurechnung der Kosten 118
5.3.2 Die Bewertung der Kosten 120
5.4 Die Fehlerbehandlung im KH-KAS 122
5.5 Die Sicherung der gespeicherten Daten 123
5.6 Das Zusammenhängen und Einbinden der einzelnen Programm-Moduln zu einer System-Einheit 125
6. Ausblick 130
7. Literatur 133

Textprobe:

Kapitel 5.1.2.1, Das Patientenverzeichnis:

Im KH-KAS soll ein Patientenverzeichnis existieren, in dem alle zur Zeit in Behandlung befindlichen Patienten (stationär als auch ambulant) aufgenommen sind. Dieses Verzeichnis trägt auf dem benutzten Sekundärspeicher die Dateibezeichnung „PATVERZ.DAT“.

Auszuführende Operationen: Aufgrund der in Kapitel 4. beschriebenen Funktionen, die sich auf das Patientenverzeichnis beziehen, sind im Wesentlichen folgende auszuführende Operationen zu nennen:

Einfügen: Bei der Patientenaufnahme wird ein neuer Patientensatz in das Verzeichnis eingetragen.

Suchen: Zwecks Durchführung bestimmter Funktionen wird mit Hilfe der Abfrage des Patienten ein bestimmter Patientensatz gesucht.

Ändern: Während der Durchführung verschiedener Funktionen werden weitere Informationen in den existierenden Patientensatz eingetragen bzw. geändert.

Löschen: Nach der Aufbewahrung der relevanten Patientendaten wird der entsprechende Patientensatz aus dem Verzeichnis entfernt.

Die Wahl der Datenorganisationsform: Im KH-KAS sollen sowohl stationäre als auch ambulante Patienten berücksichtigt werden. Wäre das System nur auf den stationären Fall begrenzt, ließe sich die Größe der Patientendatei nach oben hin in etwa angeben (z. B. maximale Auslastung des Krankenhauses (Bettenzahl plus sog. „Notbetten“) plus einer gewissen Toleranz (z. B. 10%)). Durch die Einbeziehung von ambulanten Patienten in das System, deren Zahl sich nur schwer ermitteln lässt, ist eine gute a priori Abschätzung der Zahl der Sätze in der Patientendatei nicht möglich. Hinzu kommt, dass das System mit der Vorabfestlegung der Dateigröße auf einen bestimmten Krankenhaustyp (d. h. auf eine Maximal-Bettenzahl) fixiert wäre. Aus diesen Gründen soll das Hashing für die Patientendatei als nicht geeignet bezeichnet werden.

Neben dem Einfügen und Löschen von Patientensätzen ist vor allem das Suchen die am häufigsten anzuwendende Operation bezüglich des Patientenverzeichnisses. Dies resultiert vor allem aus der Tatsache, dass zu Beginn einer jeden Erfassung von Leistungsarten die Abfrage des Patienten durchgeführt und der jeweilige Patient im Verzeichnis gesucht wird. Da bei einer linearen Liste, bei der die einzelnen Elemente sequentiell miteinander verkettet sind, im Mittel die halbe und im schlechtesten Fall die ganze Liste durchlaufen werden muss, um ein bestimmtes Element zu finden, erscheint die Organisationsform der linearen Liste wegen seines Zeitaufwandes ebenfalls als nicht geeignet.

Gerade beim Patientenverzeichnis ist es möglich, mit Hilfe der Angabe einiger patientenbezogener Namen (bzw. Daten) den gemeinten Patienten eindeutig zu identifizieren, d. h. mittels dieser Schlüssel kann maximal nur genau ein Patientensatz gefunden werden.

Aufgrund dieser Überlegungen bietet sich die Organisationsform der Baumstruktur an, bei dem ausgehend von dem Wurzelelement, gemäß einer kleiner-größer-Relation (Schlüsselvergleich), gleich zum entsprechenden Nachfolger dieses Elementes gegangen werden kann. Damit kann nach einem Vergleich des Wurzelelementes mit dem Suchelement entschieden werden, welcher Suchpfad eingeschlagen werden soll, um zum Ziel (z. B. Finden eines bestimmten Satzes, etc.) zu gelangen. Gerade bei den Operationen Suchen, Einfügen und Löschen und unter Verwendung von Schlüsseln zeichnet sich die Baumstruktur gegenüber der Listenstruktur durch seinen geringeren SuchZeitaufwand aus.

Aus diesen genannten Gründen wird für die Patientendatei die Organisationsform des Baumes implementiert. Dabei ist zu überlegen, welche Baumstruktur gewählt werden soll, da hiervon verschiedene existieren (z. B. binärer Suchbaum, B-Baum, etc.). Gemäß der verschiedenen Vor- und Nachteile einer bestimmten Baumstruktur wird im KH-KAS für die Patientendatei die Strukturart des B-Baumes (benannt nach R. Bayer) realisiert. Seine Vorteile gegenüber anderen Baumstrukturen sollen kurz genannt werden:

- Der B-Baum stellt einen Vielweg-Baum dar, dessen Knoten zu Seiten zusammengefasst werden, d. h. jede Seite enthält dabei mehrere Schlüssel, gemäß der angegebenen Ordnung n.

- Der B-Baum hat bei größerer Ordnung weniger Stufen, d. h. der Suchpfad verkürzt sich.

- Der B-Baum ist stets ausgeglichen, d. h. alle Blätter haben von der Wurzel die gleiche Entfernung.

- Im schlimmsten Fall sind für das Auffinden eines bestimmten Schlüssels logn(N) Seitenzugriffe nötig, bei N Elementen und einer maximalen Seitengröße von 2n Knoten. Das bedeutet für den Suchzeitaufwand: 0(log n).

(O-Notation: charakteristische Größe für Suchaufwand).

Die B-Baum-Organisation stellt sich im internen Speicher (Arbeitsspeicher) anders dar als im externen Speicher des PC's (Festplatte). Da alle neu erfassten Patientendaten im KH-KAS sofort auf dem Sekundärspeicher abgelegt werden sollen, womit diese Daten gegen den Verlust (z. B. bei einem Stromausfall) geschützt sind, soll die Organisationsform auf diesem Speichermedium im übernächsten Abschnitt erklärt werden.

Das Wiederauffinden von Daten im Patientenverzeichnis: Wie im vorangegangenen Abschnitt gesagt, soll ein bestimmter Patientensatz mit Hilfe von Schlüsseln eindeutig identifiziert werden. Hierbei stellt sich die Frage, ob eine Patientenkennung als Schlüssel im KH-KAS benutzt werden sollte oder nicht.

Bei der Verwendung einer Patientenkennung im System müsste diese erst z. B. aus den bekannten Patientendaten nach irgendeiner Methode bestimmt werden, und zwar so, dass diese Kennung nur genau einmal existiert. Für die Leistungserfassung für einen Patienten durch das Behandlungspersonal würde dies bedeuten, dass diese Kennung jedes Mal vom Benutzer zu Beginn eingegeben werden muss, was (möglicherweise aufgrund seiner geringeren Aussagekraft über den Patienten) sehr schnell zu fehlerhaften Eingaben führen kann (z. B. bei irgendeiner Buchstaben- und / oder Zahlenkombination).

Aus diesem Grund soll auf eine berechnete Patientenkennung im KH-KAS verzichtet werden und ein bestimmter Teil der Patientendaten als Schlüssel dienen. Diese Daten sind: Nachname, Vorname, Geburtsjahr, -monat, -tag sowie die Straßenangabe.

Aufgrund der Verwendung dieser sechs Daten eines Patienten, kann davon ausgegangen werden, dass keine zwei Patienten mit den gleichen Daten im System existieren.

Die Organisationsform des Patientenverzeichnisses und seine Verwaltung auf dem Sekundärspeicher: Das Patientenverzeichnis wird auf der Festplatte durch eine Datei („File“) namens „PATVERZ.DAT“ repräsentiert. Eine Datei stellt dabei eine „Sammlung von Daten“ dar, „die unter einem gemeinsamen Namen gespeichert werden“.

Eine solche Datei besteht aus einer Folge von Komponenten (Datensätzen) gleichen Typs, die zudem alle die gleiche Länge aufweisen müssen, womit die Position der jeweiligen Komponente in der Datei berechnet werden kann. Der Zugriff auf einen speziellen Datensatz geschieht dabei mittels eines Dateizeigers („Filepointer“), mit dem der wahlfreie Zugriff auf jedes beliebige Dateielement ermöglicht wird („Random Access“). Allerdings kann eine Festplatten-Datei nur durch das Hinzufügen von weiteren Datensätzen an das Dateiende erweitert werden.

Um die Patientendaten B-Baum-artig zu organisieren und zu verwalten, werden im KH-KAS insgesamt zwei Dateien angelegt: eine Patienten-Datendatei („PATVERZ.DAT“), deren einzelne Sätze alle patientenbezogenen Daten enthalten, und eine Patienten-Indexdatei („PATVERZ.IDX“), die die Schlüssel aller Patienten enthält.

Die Patienten-Indexdatei enthält für jeden Patienten genau einen Schlüssel. Dieser Schlüssel ist eine Zeichenkette, die sich als Konkatenation der Zeichenketten der o. g. Patienten-Schlüsseldaten darstellt. Ein Indexdatei-Eintrag enthält außer diesem Schlüssel einen Verweis auf die Satznummer der Datendatei, wo der entsprechende Patientensatz zu finden ist, sowie einen Verweis auf die Satznummer des nächsten Indexdatei-Satzes (Nachfolger). Die Sätze (Seiten) der Indexdatei enthalten r Einträge (Schlüssel), wobei jeder Satz r+1 Nachfolger besitzt (außer den Blatt-Seiten, die keine Nachfolger haben). Bild 5.1. zeigt die Struktur eines Eintrags in der Indexdatei und Bild 5.2. stellt die Struktur einer Indexdatei-Seite dar (siehe Bild 5.1.: Struktur eines Patienten-Indexdatei-Eintrags).

Arbeit zitieren:
Hoffmann, Dieter Mai 1987: Entwurf eines leistungsbezogenen Kostenabrechnungssystems für Krankenhäuser und seine Implementierung auf einem Personal Computer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Software Engineering, Kosten- und Leistungsrechnung, Phasenmodell, Datenstrukturen, Top-Down

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren