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Entwurf einer konzeptionellen Integration von Wissensmanagement und e-learning

Entwurf einer konzeptionellen Integration von Wissensmanagement und e-learning
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Faber
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7613-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7613-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7613-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Faber, Jörg Juli 2003: Entwurf einer konzeptionellen Integration von Wissensmanagement und e-learning, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftsinformatik, Knowledge Management, Neue Medien, virtuelles Lernen, Multimedia

Diplomarbeit von Jörg Faber

Problemstellung:

Wissen wird in jüngerer Zeit verstärkt im Zusammenhang mit Veränderungsprozessen in Unternehmen thematisiert. So gilt Wissen mittlerweile als vierter Produktionsfaktor und ökonomische Schlüsselressource, die Unternehmen in dynamischen Märkten zu Wettbewerbsvorteilen verhelfen kann. Unternehmen finden sich heute in einer Umwelt wieder, die von innerer und äußerer Komplexität gekennzeichnet ist, sich zudem zunehmend dynamisch wandelt. Begleitet wird dies durch die technologische Entwicklung, sowie die steigende Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien. So steht heute im Internet ein Wissensbestand zur Verfügung, der vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war und dem die rasante, weltweite Verbreitung dieses Wissens in nichts nachsteht. Gleichzeitig sind jedoch Wissensbestände durch eine immer kürzer werdende Halbwertszeit gekennzeichnet. Dies äußert sich auch in dem Innovationsdruck, dem viele Unternehmen unterworfen sind und der sich in kürzer werdenden Produktlebenszyklen bemerkbar macht.

Auf diese Umweltbedingungen müssen Unternehmen reagieren, um im Markt bestehen zu können. Als Ziele werden die Beschleunigung und Transparenz von Geschäftsprozessen, sowie Kostenreduktion über die Wertschöpfungskette identifiziert. Als erfolgsversprechende Konzepte, dies zu erreichen, gelten Business Process Reengineering (BPR) und Continuous Process Improvement (CPI). Dabei werden Geschäftsprozesse wo nötig vollständig restrukturiert, bzw. nach Möglichkeit kontinuierlich verbessert. Vorraussetzungen dazu müssen in Form einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur, aber auch einer an geänderte Geschäftsprozesse angepassten Organisationsstruktur, sowie insbesondere der Mitarbeiterqualifizierung vorliegen. Letzterer Vorraussetzung kommt eine besondere Bedeutung zu, da die Mitarbeiter Veränderungsprozesse zu tragen haben und bei ihnen ein Verständnis für Prozesswissen aufgebaut werden soll. Darüber hinaus geht die Anforderung an Mitarbeiter, das Teilen von Wissen zuzulassen und aktiv mitzugestalten. Dies ist z.B. hinsichtlich der zunehmenden Kundenorientierung eine wichtige Voraussetzung für den Unternehmenserfolg.

An dieser Stelle greifen die beiden Konzepte Wissensmanagement und eLearning ein: So ist die primäre Aufgabe von Wissensmanagement die Bewusstwerdung und Erfassung organisationalen Wissens, sowie die Bereitstellung des benötigten Wissens, um Wissensbedarfe bei Mitarbeitern abzudecken. Dagegen liegt die wichtigste Aufgabe von eLearning in der Unterstützung von Lernprozessen auf individueller Ebene mittels didaktischer Methoden und der Abstimmung der Lerninhalte auf individuelle Lernpräferenzen. Ziel des eLearning ist die Unterstützung bei der Aufbereitung von Informationen zu Wissen und letztendlich der Einsatz des erworbenen Wissens zur Wettbewerbsbefähigung des Unternehmens. Beide Konzepte beschränken sich in ihren Funktionen nicht auf die dargestellten primären Aufgaben, bieten vielmehr integrierte Funktionsbündel, die die Grenzen mehr und mehr verwischen und eine Konvergenz beider Ansätze identifizieren lassen.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit versucht, die stattfindende Annäherung von Wissensmanagement und eLearning zum jetzigen Zeitpunkt zu dokumentieren sowie weiterzuführen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Konzeption einer informationstechnisch geprägten Umgebung, die beide Ansätze vereinigt.

Ziel der Arbeit ist es, Potenziale und Synergien aufzuzeigen, die sich aus einem integrierten Konzept, das die Aufgabengebiete von Wissensmanagement und eLearning vereint und abdeckt, ergeben. Diese sollen insbesondere hinsichtlich der Integrationsmöglichkeiten in die Geschäftsprozesse untersucht werden.

Dazu erfolgt in Kapitel 2 eine Erarbeitung der Grundkonzepte des Wissensmanagement. Eine Einordnung des Wissensbegriffes in eine Hierarchie soll die Anforderungen, die an Wissensmanagement angelegt werden verdeutlichen. Daran schließt sich die Betrachtung von Wissensmanagement aus betriebswirtschaftlicher und technokratischer Sichtweise an, sowie der Werkzeuge der Informationstechnologie (IT), die computerunterstütztes Wissensmanagement ausmachen. Das Kapitel schließt eine kritische Betrachtung des Funktionsspektrums von Wissensmanagementsystemen ab, wobei die Einordnung in die Wissenstreppe überprüft wird.

Kapitel 3 wendet sich dem eLearning zu, wobei die Methodik nach Vergleichbarkeitskriterien gestaltet ist: So wird entsprechend den Wissensmanagement-Grundlagen ein Basisverständnis des Lernens entwickelt. Anschließend werden die Facetten von eLearning beleuchtet, zunächst aus ökonomischer Sicht, gefolgt von der Gestaltung mithilfe von Informations- und Kommunikations- (IuK-) Technologien. Kapitel 3 wird ebenfalls durch eine Einordnung von eLearning in die Wissenshierarchie geschlossen.

Kapitel 4 stellt den Hauptteil der Arbeit dar. Zunächst werden Wissensmanagement und eLearning auf Funktionsebene gegenübergestellt, wobei bestehende (Funktionalitäts-) „Lücken“ beider Systeme aufgedeckt werden und auch Gräben zwischen beiden Konzepten beleuchtet werden, die sich u.a. aus der divergierenden Entwicklungshistorie beider Konzepte ergeben. Daran schließt sich der Entwurf eines neuen, Wissensmanagement und eLearning vereinenden Konzeptes an. Dieses soll analog zum Konzept der Wertschöpfungskette einen schnittstellenfreien Zugang zu einem großen Teil der organisationalen Wissensbasis ohne Medienbrüche ermöglichen. Weitere Vorteile eines solchen integrierten Konzeptes herauszuarbeiten ist Aufgabe der daran anschließenden Best-Practice-Betrachtung. Diese ordnet angelehnt an die Methode des Benchmarking geclusterten Kriterien der Konzepte eine Bewertung zu und verdeutlicht so Potenziale der Bessererfüllung durch das jeweils andere Konzept.

Die Arbeit schließt mit einer kritischen Betrachtung und der Aufführung weiterhin offener Fragen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis ii
Abbildungsverzeichnis iv
Tabellenverzeichnis v
Tabellenverzeichnis v
Abkürzungsverzeichnis vi
Danksagung vii
1. Einleitung 1
1.1 Problematisierung 1
1.2 Zielsetzung und Methodik der Arbeit 2
2. Wissensmanagement 4
2.1 Der Begriff des „Wissens“ 7
2.2 Bausteine und Werkzeuge des IuK-gestützten Wissensmanagements 14
2.2.1 Prozesse des Wissensmanagement 14
2.2.2 Werkzeuge des Wissensmanagement 18
2.2.2.1 Kernprozess „Lokalisieren und Dokumentieren“ 18
2.2.2.2 Kernprozess „Transferieren und Teilen“ 20
2.2.2.3 Kernprozess „Generieren“ 23
2.2.2.4 Integration der Wissensprozesse 24
2.2.3 Kapitelresumee 26
3. eLearning 28
3.1 Das Konzept des „Lernens“ 29
3.1.1 Eine Definition von eLearning und begriffliche Abgrenzung 31
3.1.2 Ein konzeptuelles eLearning-Modell 34
3.2 Instrumente der IuK-Technologien für eLearning 36
3.3 Vergleich mit dem Wissensmanagement und Zusammenfassung 43
4. Entwurf für eine Integration der Ansätze Wissensmanagement und eLearning 46
4.1 Einflusspotenziale einer Integration 47
4.1.1 Potenziale der Einbindung von Werkzeugen des Wissensmanagement für eLearning 47
4.1.2 Potenziale der Einbindung von Werkzeugen des eLearning für Wissensmanagement 54
4.1.3 Differenzen der Ansätze 58
4.2 Entwurf eines integrierten Ansatzes 62
4.2.1 Drei treibende Kräfte 62
4.2.2 Kompetenzmanagement 63
4.2.3 Aufgaben eines integrierten Konzeptes 65
4.2.3.1 Cluster 1: Wissenszugriff und Abfrage 66
4.2.3.2 Cluster 2: Learning Management 70
4.2.3.3 Cluster 3: Persönlicher Bereich 73
4.2.3.4 Zusammenfassende Darstellung 76
4.3 Benchmarking 82
4.3.1 Über Benchmarking 83
4.3.2 Benchmarking des integrierten Ansatzes 84
4.4 Zusammenfassung 91
5. Fazit 91
Literaturverzeichnis viii
Eidesstattliche Erklärung xvi

Automatisiert erstellter Textauszug:

beiläufigen Charakter haben, fallen auch ins erklärte Aufgabengebiet des Wissensmanagements, haben aber ebenfalls einen Platz im eLearning. Dass erfolgreiches Lernen oft fern der teuren und zeitraubenden formellen Weiterbildungsveranstaltungen stattfindet, geht langsam in die kulturelle Identität von Organisationen und Unternehmen ein. Die Wissensversorgung in diesem Bereich obliegt zwar zu wesentlichen Teilen dem Bereich des Wissensmanagements, jedoch können speziell die didaktischen Methoden des eLearning bei entsprechend komplexen Themenbereichen eine Abhandlung durch eLearning-Systeme rechtfertigen und so verwundert es nicht, dass dieser Bereich auch Eingang in eLearning gefunden hat. Nachdem sich zu Beginn der Entwicklung von eLearning viele partizipierende Unternehmen davon massive Kosteneinsparungen versprachen und die erhofften Potenziale von günstigeren und kürzeren Lernprozessen umzusetzen waren, hat sich ein Wechsel in den Anforderungen ergeben: Anstatt als Low-Cost-Alternative lediglich Präsenzkurse zu substituieren werden qualitativ wertvolle Online-Kurse gefordert, die Konstruktivismus, Interaktivität und diverse Lernmöglichkeiten einbinden.92 [...]

zielle Fähigkeiten, der didaktisches Know-how einerseits und gestalterische Fähigkeiten am Computer andererseits zusammenbringt. Der Aufwand hat seinen Preis, so sind etwa für „…die Produktion bzw. Aufbereitung einer Stunde multimedialen Inhalts [..] durchschnittlich 100.000 DM zu veranschlagen.“90 Neben den hohen Erstellungskosten spielt auch die sinkende durchschnittliche Halbwertszeit von Wissen eine Rolle, da diese einen kürzer werdenden Zeitraum für Content und Kurse, die diesen vermitteln, bedingt. Bedenkt man dies, wird deutlich, dass solchermaßen aufwändige Kurse nicht für jeden Lernprozess geeignet sein können, da im extremen Fall das zu vermittelnde Wissen bei Fertigstellung des Kurses veraltet sein dürfte, ganz zu schweigen von den damit verbundenen Kosten. Dennoch können virtuelle Lerninhalte, insbesondere medial aufbereitete, ihre Daseinsberechtigung durch höheren Lernerfolg und Organisierbarkeit aufrechterhalten. Präsenzveranstaltungen verlieren mit wachsender Teilnehmerzahl stark an Effizienz: Das vermittelte Wissen pro Kopf sinkt, kleine Gruppen gelten als Voraussetzung für erfolgreiche Lehrveranstaltungen. Soll eine große Gruppe von Mitarbeitern zeitnah unterrichtet werden, erreichen Präsenzlehrveranstaltungen schnell ihre organisatorischen Grenzen. eLearning ist von solchen Restriktionen nicht betroffen, kann in Form multimedial gestalteter WBTs mit Diskursmöglichkeiten sogar höhere Vermittlungserfolge als Vorlesungen (bis zu 50% erfolgreich vermittelter Lernstoff ggü. 5% bei klassischen Vorlesungen).91 Reines eLearning kann derartige Erfolge ohne die Unterstützung von Tutoren jedoch nicht erreichen. Der Betreuungsaufwand gegenüber Präsenzkursen ist vergleichbar hoch, ohne menschliche Akzeptanz sinken sowohl Akzeptanz der virtuellen Lehre als auch der Vermittlungserfolg. Entfernt man sich vom spezifischen Gedanken des eLearnings als reiner Virtualisierung formellen Präsenztrainings und –lernens, so werden weitere Lernformen sichtbar, die informelleren Charakter haben und situativ bezogen keinen vollständig ausgearbeiteten und multimedial aufbereiteten Content für den Lernerfolg voraussetzen. Als klassisches Beispiel für nicht institutionalisierte Lernprozesse, die als solche erst erkannt werden mussten, gilt der Wissensaustausch von Reparaturpersonal für Kopierer von Xerox. Diese hatten durch stetigen Wissensaustausch während Kaffeepausen mehr hilfreiches und anwendungsbezogenes Wissen angesammelt, als durch dokumentierte Reparaturanleitungen vorlag. Solche Lernprozesse, die eher [...]

Portal sorgt dafür, dass alle Lernmedien über Intra-, bzw. Internet zentral erreich- und verfügbar sind. Über einen „Single login“, also einmalige Anmeldung sind daraufhin sämtliche Inhalte, für die (individuelle) Zugangsberechtigungen bestehen, anwählbar – bis zum Zeitpunkt der Abmeldung ohne erneute Datenabfrage. Es stellt die wichtigste Lerner-Schnittstelle dar. Abb. 11 zeigt die konzeptionellen Anforderungen in drei Teilbereiche gegliedert, die eine Lernplattform erfüllen muss: Contenterstellung, Content-Management und das Lernen anhand von Content. Damit wird deutlich, dass neben der Anwendersicht auch Möglichkeiten zur Erstellung und Bearbeitung von Content, sowie die Konfiguration zu Kursen – kurz: die gesamte Sicht von Lehrenden – zum Aufgabenbereich von Lernplattformen und damit in derartige Funktionsbündel integriert gehören. [...]

Arbeit zitieren:
Faber, Jörg Juli 2003: Entwurf einer konzeptionellen Integration von Wissensmanagement und e-learning, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftsinformatik, Knowledge Management, Neue Medien, virtuelles Lernen, Multimedia

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