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Entwurf von Maßnahmen zur Sicherstellung des erforderlichen Gefälles der Basisdrainage im Falle einer nachträglichen Erhöhung einer Deponie

Entwurf von Maßnahmen zur Sicherstellung des erforderlichen Gefälles der Basisdrainage im Falle einer nachträglichen Erhöhung einer Deponie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alfredo Scherngell
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 34,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Graz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6483-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6483-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6483-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scherngell, Alfredo Juni 2001: Entwurf von Maßnahmen zur Sicherstellung des erforderlichen Gefälles der Basisdrainage im Falle einer nachträglichen Erhöhung einer Deponie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geotechnik, Deponiebau, Numerische Berechnung, Dynamische Intesivverdichtung, Kostenanalyse

Diplomarbeit von Alfredo Scherngell

Zusammenfassung:

Ziel dieser Arbeit ist es zunächst zu untersuchen, wie sich eine Änderung der Rand-bedingungen auf die Stabilität einer Haldendeponie auswirkt.

Konkret wurde von den Deponiebetreibern eine Erhöhung des Müllvolumens (Hausmüll) und damit auch der Schütthöhe um beinahe das Doppelte erwünscht.

Es galt nun zu untersuchen wie weit sich diese erhöhte Auflast auf die Verformung der Basisbarriere der Deponie auswirkt.

Es konnte aufgrund von numerischen Berechnungen und empirischen Ansätzen gezeigt werden, dass sich die Setzung infolge der zusätzlichen Müllschüttung von 0,97 m auf 1,94 m verdoppelt.

Aus weiteren Berechnungen geht hervor, dass die mineralische Abdichtung, als die eine Komponente der Basisbarriere, diese grossen Verformungen rissfrei mitmachen kann. Jedoch wird die Basisdrainage, als darüberliegende Entwässerungsschicht, durch eine Reduktion der Neigung auf unter 2 %, in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Ausserdem schreibt auch die Deponieverordnung ein Mindestgefälle der Basisbarriere einer Mülldeponie von 2 % vor.

In weiterer Folge wurden geotechnische Massnahmen gesucht, um die Erhöhung des Müllvolumens trotz dieser grossen Setzungen durchführen zu können.

Da die unter dem, für die Basisbarriere aufgeschütteten, Planum eingelagerte Altlast als Hauptursache für die grossen und auch ungleichmässigen Setzungen ausgemacht wurde, war der erste Ansatzpunkt eine Verbesserung der Steifigkeit dieser Altlast.

Allerdings ist aufgrund der unzureichenden Untergrunderkundung eine genaue Vorhersage der erzielbaren Verbesserungswirkung von Verfahren wie der Dynamischen Intensivverdichtung nur schwer möglich. Andererseits sind Verfahren wie das Düsenstrahlverfahren für diese grosse Fläche der Deponie aus wirtschaftlichen Gründen nicht anwendbar.

Der zweite Ansatzpunkt war die Deponieentwässerung, auch bei einer Neigung der Basisbarriere von weniger als 2 %, durch zusätzlich vorgetriebene Horizontalfilterrohre sicherzustellen. Da allerdings an die Genauigkeit der Richtbohrung in diesem Fall besonders hohe Ansprüche gestellt werden, ist auch hier der Erfolg der Ausführung nur schwer abschätzbar.

Dritter und bester Ansatzpunkt unter all den untersuchten Lösungsvorschlägen ist schliesslich das Planum der Basisbarriere soweit aufzuschütten, dass auch nach erfolgter Setzung eine Restneigung von mehr als 2 % bestehen bleibt. Durch eine weitere numerische Berechnung wurde gezeigt, dass dies ab einer Ausgangsneigung des Planums von 3,26 % der Fall ist. Damit kann hier zumindest der theoretische Erfolg sichergestellt werden. Auch die Kosten und Baudauer dieser Methode liegen im Bereich der übrigen Alternativen.

Somit wurde zumindest ein wirtschaftlich und technisch ausführbarer Vorschlag gebracht um die Erhöhung der Mülldeponie auf die doppelte Schütthöhe realisieren zu können.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass es neben den in dieser Arbeit dargestellten Lösungen der Problemstellung noch eine Reihe anderer mit den unterschiedlichsten Ansatzpunkten gibt. Diese sind aber meist auch wieder von Randbedingungen abhängig, die es für eine weitere Untersuchung der Methoden noch näher zu spezifizieren gilt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Aufgabenstellung 1
2. Bodenaufbau 1
3. Deponieaufbau 2
4. Ermittlung der Kennwerte der vorhandenen Materialien 2
4.1 Wechselfolge aus Mittel-/Feinsanden und schmalen Kieshorizonten 3
4.2 Feinsandiger, schwach toniger Schluff 3
4.3 Sandiger Kies 4
4.4 Altlast aus schluffigem Sand, sandigem Kies und Bauschutt 4
4.5 Planum aus geschreddertem Bauschutt 4
4.6 Mineralische Dichtschicht 5
4.7 Basisdrainageschicht 5
4.8 Massenabfall 5
4.9 Zusammenstellung der für die Berechnungen erforderlichen Kennwerte 6
5. Konventionelle Setzungs- und Standsicherheitsberechnung 6
5.1 Setzungsberechnung nach Jelinek und Steinbrenner 7
5.2 Sicherheit gegen hangparalleles Gleiten 9
5.3 Sicherheit gegen Böschungsbruch 10
6. Setzungsberechnung mit dem numerischen Berechnungsprogramm BEFE 12
6.1 Wahl des Berechnungsausschnitts 12
6.2 Netzgenerierung 12
6.3 Erstellen der Materialdatenbank 14
6.4 Auflagerbedingungen 14
6.5 Berechnung des Primärspannungszustands 15
6.6 Berechnung 17
6.7 Ergebnisse 18
6.8 Berechnung mit stufenweise zunehmendem Elastizitätsmodul 21
7. Setzungsberechnung mit dem numerischen Berechnungsprogramm PLAXIS 33
7.1 Wahl des Berechnungsausschnitts 33
7.2 Netzgenerierung 33
7.3 Erstellen der Materialdatenbank 35
7.3.1 Wechselfolge aus Mittel-/ Feinsanden und schmalen Kieshorizonten 36
7.3.2 Feinsandiger, schwach toniger Schluff 36
7.3.3 Sandiger Kies 36
7.3.4 Altlast aus schluffigem Sand, sandigem Kies und Bauschutt 36
7.3.5 Planum aus geschreddertem Bauschutt 36
7.3.6 Massenabfall 36
7.4 Auflagerbedingungen 37
7.5 Berechnung des Primärspannungszustandes 37
7.6 Berechnung 38
7.7 Ergebnisse 38
7.8 Berechnung mit linear zunehmendem Elastizitätsmodul 40
8. Maßnahmen zur Verringerung der Setzungen im Bereich des Deponieplanums 48
8.1 Verbesserung der Steifigkeit der eingelagerten Altlast 48
8.1.1 Dynamische Intensivverdichtung 49
8.1.2 Rüttelstopfverdichtung 54
8.1.3 Düsenstrahlverfahren 55
8.2 Erhöhung des Planums 56
8.3 Zusätzliche Entwässerungsmaßnahmen 59
9. Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der möglichen Verbesserungsmaßnahmen 61
9.1 Dynamische Intensivverdichtung 61
9.1.1 Gerätekosten 61
9.1.2 Personalkosten 64
9.1.3 Materialkosten 65
9.4.4 Einzelkosten der Teilleistung 65
9.2 Rüttelstopfverdichtung 67
9.3 Düsenstrahlverfahren 69
9.4 Erhöhung des Planums 70
9.4.1 Gerätekosten 70
9.4.2 Personalkosten 74
9.4.3 Materialkosten 75
9.4.4 Einzelkosten der Teilleistung 75
9.5 Zusätzliche Entwässerungsmaßnahmen 77
9.5.1 Gerätekosten 78
9.5.2 Personalkosten 78
9.5.3 Materialkosten 78
9.4.4 Einzelkosten der Teilleistung 78
10. Resümee 79
Anhang A: Literaturverzeichnis 81
Anhang B: Abbildungsverzeichnis 83
Anhang C: Tabellenverzeichnis 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aus weiteren Überlegungen haben sich dabei vor allem drei geeignete Angriffspunkte für die Entwicklung einer Baumaßnahme herauskristallisiert: 1. eine Verbesserung der Steifigkeit der Altlast um die Setzungen zu reduzieren 2. eine Erhöhung des Planums und damit auch der Ausgangsneigung der Deponiebasis um im Endzustand eine Neigung i>2 % zu erhalten 3. Akzeptieren der berechneten Setzungen und der sich daraus ergebenden Neigung des Planums von i<2 % unter der Voraussetzung, dass mit zusätzlichen Entwässerungsmaßnahmen die volle Funktionsfähigkeit der Deponiedrainagierung ermöglicht wird Auch der Austausch der eingelagerten Altlast gegen ein tragfähigeres Material wie z.B. Kies wurde überlegt. Diese Lösung scheint allerdings auch ohne rechnerischen Nachweis, bei einem Austauschvolumen von ca. 1.780.000 m³, wenig wirtschaftlich zu sein. Auch in der Literatur [16] wird dieses Verfahren bei einem Aushub im Trockenen nur für oberflächennahe Schichten bis zu einer Tiefe von 4 m unter GOF empfohlen. Überschlagsmässig wurde für dieses Verfahren ein Preis ermittelt, der ca. zwei Zehnerpotenzen über dem der Dynamischen Intensivverdichtung liegt. [...]

Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen nun, dass durch die Erhöhung des Deponievolumens um das 2. Schüttniveau, die Setzungen des Planums und damit der Basisbarriere so groß werden, dass eine volle Funktionsfähigkeit dieses Deponieelements nicht mehr gewährleistet werden kann. Es wurde bereits gezeigt, dass die mineralische Abdichtung die Beanspruchung zwar schadlos mitmachen würde, aber es stellt sich die Frage, ob auch die volle Funktionsfähigkeit des Drainagesystems noch gegeben ist. Außerdem fällt, wie gezeigt wurde, das Gefälle der Basisbarriere unter 2 %, wodurch auch den Bestimmungen der Deponieverordnung nicht mehr entsprochen werden kann. Daher sind nun geeignete bautechnische Maßnahmen zur Verbesserung der sich ergebenden Situation zu finden, um eine Erhöhung der Deponie überhaupt erst zu ermöglichen. Die Kriterien für eine Beurteilung der zusätzlichen Bauleistung sind dabei vor allem: • • • die Eignung der Maßnahme zur Reduktion der Verformungen des Planums die Beeinträchtigung der bestehenden Basisbarriere sowie des bereits aufgeschütteten Müllvolumens die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme [...]

Setzungsberechnung mit dem numerischen Berechnungsprogramm PLAXIS Damit ergibt sich also eine Abweichung der Ergebnisse zur Berechnung mit BEFE, die im Zentimeterbereich liegt. Für den LF1 erhält man die größte Abweichung im Bereich der Rotationsachse mit 5 cm Differenz. Bezogen auf die Größe der Verschiebung von s=0,84 m in diesem Punkt ergibt sich also eine Veränderung um ca. 6 %. Dies ist wahrscheinlich vor allem auf die ungenügende Modellierung des Primärspannungszustandes mit BEFE im Bereich der eingelagerten Altlast, nahe der Rotationsachse, zurückzuführen. Für den LF2 beträgt die Abweichung, mit durchgehend 7 cm Differenz der Setzungen, sogar nur noch 4 %, bezogen auf die größte Verformung der PLAXIS – Berechnung von s=1,94 m. Da die Ergebnisse von Setzungsberechnungen ohnehin nie als Absolutwerte betrachtet werden dürfen und sich die Verformungskurven aus den Berechnungen der beiden Programme sehr gleichen, kann man also sagen, dass für die Setzungsbetrachtung im Bereich des Planums, mit BEFE und PLAXIS, die gleichen Ergebnisse erzielt wurden. Es sei allerdings nocheinmal darauf hingewiesen, dass sich für die Gesamtverformung des Deponiekörpers sehrwohl ein beträchtlicher Unterschied in den beiden Auswertungen von 2,37 m ergibt. Bezogen auf die größere Setzung die sich laut Berechnung mit PLAXIS ergibt, ist das immerhin eine Abweichung um 20 %. Wie aus einer erneuten Berechnung nachgewiesen werden kann, ist das vor allem auf die Verwendung einer assoziierten Fliessregel bei der BEFE – Berechnung zurückzuführen. Für die neue PLAXIS - Berechnung wurde der Dilatanzwinkel für den Massenabfall gleich dem Reibungswinkel gesetzt, wodurch nun mit ϕ=ψ=25 ° eine assoziierte Fliessregel vorliegt. Da die Schicht des Massenabfalls der Bereich ist, in dem die elastische Verformbarkeit überschritten wird und eine plastische Verformung stattfindet (s. Abb. 7.11), wirkt sich diese unterschiedliche Berechnung hier natürlich besonders aus. Das Ergebnis dieser Berechnung ergibt eine weitere Annäherung an die Werte der BEFE – Berechnung. So beträgt die maximale Setzung der Deponie nur noch s=9,34 m. Das bedeutet, dass der Unterschied nur noch bei 20 cm oder 2 % liegt (s. Abb. 7.10). [...]

Arbeit zitieren:
Scherngell, Alfredo Juni 2001: Entwurf von Maßnahmen zur Sicherstellung des erforderlichen Gefälles der Basisdrainage im Falle einer nachträglichen Erhöhung einer Deponie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geotechnik, Deponiebau, Numerische Berechnung, Dynamische Intesivverdichtung, Kostenanalyse

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