Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Die Entwicklungshilfe der Europäischen Union für die Balkanländer

Ziele und Umsetzungsprobleme

Die Entwicklungshilfe der Europäischen Union für die Balkanländer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jasmina Vuckovic
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6468-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6468-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6468-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vuckovic, Jasmina Oktober 2002: Die Entwicklungshilfe der Europäischen Union für die Balkanländer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wiederaufbauhilfe, Südosteuropa, Serbien, CARDS, Jugoslawien

Diplomarbeit von Jasmina Vuckovic

Gang der Untersuchung:

Entwicklungshilfe für die Balkanländer nimmt einen hohen Rang auf der aktuellen politischen Agenda der Europäischen Union ein. Hohe Relevanz und Aktualität können folglich dem Thema nicht abgesprochen werden. Mit der hohen Aktualität verbindet sich jedoch das Problem, dass sich bisher nur wenige Autoren der unbestreitbar komplexen Materie angenommen haben. Mit dieser Arbeit möchte ich eine eingängige Struktur in die teilweise noch ungeordneten Forschungsergebnisse bringen, die dem Leser relevante Informationen gebündelt und kritisch durchdacht nahe bringt. Ziel dieser Diplomarbeit ist dabei eine umfassende Erörterung von Zielen und Umsetzungsproblemen der Entwicklungshilfe der EU für die Balkanländer.

Als erste Herausforderung bei der Bearbeitung dieses Themas erweist sich eine genaue Abgrenzung des Begriffes „Balkan“, der bisher in der Literatur noch nicht eindeutig definiert wurde. Dieser Frage widmet sich das Kapitel 1.2.

Eine zweite Herausforderung stellt eine kompakte Darstellung der Situation auf dem Balkan dar. Um die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in den Balkanländern zu beleuchten (Kapitel 2.2), bedarf es zunächst einer genauen Analyse der historischen Entwicklung der Region. Aus diesem Grund wird in Kapitel 2.1 zunächst die Genese der aktuellen Situation seit dem 19. Jahrhundert (Kapitel 2.1.1) über die Zeiten des Kommunismus (Kapitel 2.1.2), den Zerfall von Jugoslawien (Kapitel 2.1.3), die Balkankriege den Kosovo-Krieg und Wirtschaftssanktionen (Kapitel 2.1.4) verfolgt.

Auf die Analyse der aktuellen Lage auf dem Balkan stützt sich die Untersuchung der Ziele und der Umsetzung der Entwicklungshilfe der EU für die Balkanländer. Die große Anzahl an existierenden Initiativen und Programmen, die darüber hinaus auf die Bedürfnisse und die Lage jedes einzelnen Landes der Region zugeschnitten sind, offenbarte dabei die Notwendigkeit einer Systematisierung, die entlang der verschiedenen Programme in Kapitel 3 vorgenommen wurde. Kapitel 3.2.1 analysiert folglich die Umsetzung der Entwicklungshilfe im Rahmen des Stabilitätspaktes (SP). In Kapitel 3.2.2 wird eine Beschreibung der Umsetzung der Entwicklungshilfe im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses (SAp), einer neuen Strategie der EU für die Heranführung der potenziellen Betrittskandidaten an die europäischen Strukturen und Normen, vorgenommen.

Um dem Leser einen tieferen Einblick in die Komplexität der in der Arbeit behandelten Frage zu geben, wird die Umsetzung der EU-Entwicklungshilfe am Beispiel der BR Jugoslawien in Kapitel 4 erörtert. Dabei wird als erstes im Abschnitt 4.1 auf die Ursprünge der EU-Hilfe für die BR Jugoslawien eingegangen. Anschließend wird im Abschnitt 4.2 das EU-Hilfsprogramm CARDS mit seinen Bestandteilen ins Detail gehend dargestellt.

Auf die zahlreichen Probleme, die mit der Umsetzung der EU-Entwicklungshilfe für die Balkanländer verbunden sind, macht das Kapitel 5 aufmerksam. Zwei Problemschwerpunkte konnten dabei identifiziert werden, die die Absorptionsfähigkeit der Balkanländer für die EU- Entwicklungshilfe wesentlich beeinträchtigen: die politische Instabilität der jungen demokratischen Systeme (Kapitel 5.1) und fehlende Bereitschaft zum Ausbau der regionalen Zusammenarbeit (Kapitel 5.2). In Kapitel 5.3 wird ein Versuch unternommen, die bisherige EU-Entwicklungshilfe kritisch zu beleuchten, um eine Bilanz für die bisherigen Bemühungen zu ziehen.

Die Arbeit schließt mit einem Ausblick in Kapitel 6, in dem die künftigen Ziele der Entwicklungshilfe angezeigt werden. An diesem Punkt wird über das weitere Engagement der EU auf dem Balkan nachzudenken sein.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 1
1.2 Begriffserklärung 3
1.2.1 Entwicklungshilfe 3
1.2.2 Balkan 4
2. Der Balkan: ein komplexes Puzzle 6
2.1 Das „Pulverfass Europas“- ein historischer Rückblick 6
2.1.1 Der Einfluss der Geschichte 6
2.1.2 Zeiten des Kommunismus 7
2.1.3 Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens und Krieg 9
2.1.4 BR Jugoslawien unter Milosevic, Wirtschaftssanktionen und NATO 10
2.1.5 Europa in dem Balkankrieg: 1991 - 1999 11
2.2 Die aktuelle Lage auf dem Balkan 13
2.2.1 Die politische Lage der Balkanstaaten 13
2.2.2 Die wirtschaftliche Lage der Balkanstaaten 16
3. Ziele und Umsetzung der Entwicklungshilfe der EU für die Balkanländer 19
3.1 Ziele 19
3.2 Umsetzung 21
3.2.1 Umsetzung der Entwicklungshilfe im Rahmen des Stabilitätspaktes 21
3.2.2 Umsetzung der Entwicklungshilfe im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses 23
3.3 Zusammenfassung und Verdeutlichung 27
4. Umsetzung der EU-Entwicklungshilfe am Beispiel BR Jugoslawien/ Serbien 29
4.1 Ursprünge der EU-Hilfe für Serbien 29
4.2 EU-Hilfsprogramm CARDS 31
4.2.1 Strategie des CARDS-Programms 31
4.2.2 CARDS: Kanäle der Umsetzung 32
4.2.2.1 Europäische Agentur für Wiederaufbau (EAR) 32
4.2.2.2 Die wichtigsten Projekte der EAR im Rahmen des CARDS- Programms 34
4.2.2.2.1 Energie 34
4.2.2.2.2 Unternehmensentwicklung 35
4.2.2.2.3 Landwirtschaft 36
4.2.2.2.4 Gesundheitswesen 37
4.2.2.2.5 Wiederaufbau der „Sloboda“ Brücke 37
4.2.2.2.6 Andere Projekte im Überblick 38
4.2.2.3 Europäische Investitionsbank (EIB) 39
4.2.2.4 Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) 40
4.2.2.4.1 Überblick der EBRD-Investitionen 41
4.2.2.4.2 Rolle der Mikrofinanzbank (MFB) 42
4.2.2.5 Die Weltbank-Gruppe 43
5. Allgemeine Umsetzungsprobleme bei der EU-Entwicklungshilfe 45
5.1 Problem: Aufbau funktionierender demokratischer Staaten 45
5.2 Problem: Bereitschaft dazu, „Grenzen zu überwinden“ 49
5.3 Versuch einer Bilanz 51
6. Ausblick 55
Anhangsverzeichnis IX
Anhang X
Literaturverzeichnis XXX

Automatisiert erstellter Textauszug:

Serbien hat mit Ihrer moderner Elektrizitätsanlagen in den 80er und Anfang der 90er Jahre sogar deutliche Überschusse an Stromkapazitäten erzielt, die sie in das europäische Ausland exportierte. In den letzten Jahrzehnten hat die politisch motivierte Preispolitik kaum in die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten investiert, so dass sich der Zustand bestehender Anlagen drastisch verschlechtert hat. Außerdem waren viele Anlagen des Energiesektors das Ziel der NATO-Luftangriffe, so dass viele von ihnen teilweise funktionsunfähig sind.91 Der größte Teil der CARDS-Mittel konzentriert sich auf diesen Sektor. Die Aktivitäten in der Stromversorgung, dem Leistungsnetz und den Kohlebergwerken sollen Serbien helfen eine langfristige Stabilisierung und Sicherstellung der inländischen Stromversorgung zu erzielen. Das Ziel des Programms ist nicht mehr primär die Behebung akuter Notstände, sondern die nachhaltige Entwicklung Serbiens.92 In dem Bereich der Stromversorgung werden wichtigste Kraftwerke in Serbien in der Effizienzsteigerung technisch unterstützt. Die Agentur hat etwa 260 Verträge vergeben, um die Versorgung mit Ersatzteilen, Werkzeugen und Ausrüstung sicherzustellen und notwendige Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten durchführen zu können.93 Das Programm für die Unterstützung von Kohlenbergwerken sieht vor die kohlebetriebene Kraftwerke in Serbien zu versorgen. Es wird die erforderliche Ausrüstung angekauft, die für die Entfernung von Abraum und zur Kohleerzeugung nötig ist.94 Dank diesem Projekt wurde die Kohleproduktion in 2002 im Vergleich zu vorigen Jahr um 16 Prozent und die Beseitigung des nicht nutzbaren Erzes um 70 Prozent erhöht.95 [...]

gen in Serbien, Montenegro und Kosovo werden über die jeweiligen Büros (Belgrad/Serbien, Pristina/Kosovo und Podgorica/Montenegro) der EAR abgewickelt.85 Am Anfang ihrer Tätigkeit, im Januar 2000 konzentrierte sich die EU-Wiederaufbau- Agentur im Kosovo und ersetzte die bisherige „TAFKO“ (Task Force Kosovo), die vor allem eine humanitäre Rolle hatte und für die Soforthilfe-Maßnahmen zuständig war wie Entminung, Wiederherstellung von Wohnraum, Unterstützung der Stromversorgung, Reparaturen von Straßen und Brücken, etc.86 In ihrem ersten Jahr verfügte die Agentur über ein Budget von 360 Mio. Euro und entwickelte ihre bisherige humanitäre Tätigkeit immer mehr in die Richtung wirtschaftlichen und infrastrukturellen Aufbau. Als die Grundlagen für die Zusammenarbeit in Serbien und Montenegro geschaffen worden waren, hat sie ihre Aktivitäten auf die gesamte BR Jugoslawien ausgedehnt. Die Entscheidung der EU ein neues dezentrales Modell87 zu schaffen hatte eindeutig folgendes Ziel: soviel Flexibilität wie möglich und so wenig Bürokratie wie nötig zu erreichen. Aufgrund von Erfahrungen, die sie im Kosovo gesammelt hatte, optimierte und verdoppelte sie den Personaleinsatz und profitierte von den bereits aufgebauten Verwaltungs- und Organisationsstrukturen.88 Die Schaffung der EAR hat sich als ein guter Zug erwiesen, so dass ihr bis zum Ende 2001 rund 1,2 Mrd. Euro für die Projektarbeiten anvertraut wurden.89 Insgesamt sind im Rahmen der CARDS-Gemeinschaftshilfe für den Zeitraum von 2000-2006 Mittel in Höhe von 4,65 Mrd. Euro vorgesehen, davon mehr als 2 Mrd. für Serbien.90 [...]

Die EAR (European Agency for Reconstruction) wurde im Februar 2000 mit Sitz in Thessaloniki, Griechenland, eingerichtet. Hauptmerkmal dieser Institution ist, dass sie unabhängig von der EU ist, d.h. sie kann die Vergabe ihrer Aufträge unabhängig vorbereiten, einleiten, vertraglich festigen, verwalten und evaluieren81, „die ihr insbesondere im Rahmen der Zusammenarbeit der Kommission mit der Weltbank, den internationalen Finanzeinrichtungen und der Europäischen Investitionsbank (EIB) von den Mitgliedstaaten und anderen Gebern übertragen werden“82. Sie ist die Schaltzentrale vor Ort aber mit Rechenschaftspflicht gegenüber dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament.83 Seit 2001 verwaltet und unterstützt sie die Umsetzung des Kernstücks der EU-Hilfsprogramme in der BR Jugoslawien, die die EU über eine Vielzahl an Kanälen anbietet.84 Alle Projektausschreibungen und Auftragsvergaben, Wiederaufbauprogramme, Programme zur Wiederherstellung der Bürgergesellschaft und der Rechtsstaatlichkeit sowie Programme zur Rückkehr von Flüchtlin- [...]

Arbeit zitieren:
Vuckovic, Jasmina Oktober 2002: Die Entwicklungshilfe der Europäischen Union für die Balkanländer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wiederaufbauhilfe, Südosteuropa, Serbien, CARDS, Jugoslawien

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren