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Entwicklung einer wertorientierten Controlling-Konzeption zur Steuerung von Buy-Out

Entwicklung einer wertorientierten Controlling-Konzeption zur Steuerung von Buy-Out
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian-Dominik Jais
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8087-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8087-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8087-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jais, Sebastian-Dominik August 2003: Entwicklung einer wertorientierten Controlling-Konzeption zur Steuerung von Buy-Out, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Private Equity, Balanced Scorecard, Wertorientierung, Private-Equity

Diplomarbeit von Sebastian-Dominik Jais

Problemstellung:

Nach dem Einbruch der New Economy im Jahr 2000 befindet sich der deutsche Private Equity-Markt in einer Konsolidierungsphase. Die Krise äußert sich in einer sinkenden Anzahl aktiver Private Equity-Gesellschaften (PEG) sowie einem Rückgang des eingeworbenen Kapitals. Gleichzeitig ist eine Verschiebung der Investitionsschwerpunkte vom Early-Stage-Bereich in den Later-Stage-Bereich festzustellen.

Dabei lässt sich insbesondere eine Zunahme von Buyout-Finanzierungen beobachten, weshalb die EVCA das Jahr 2002 zum Jahr der Buyout ernannte. Allein im Jahr 2002 stieg der Anteil von Buyout-Finanzierungen an den Bruttoinvestitionen von 37,3% auf 45,7%. Während der Neunziger Jahre lag der Anteil von Buyout-Finanzierungen stabil, aber deutlich niedriger bei ca. 20%. Eine Fortsetzung dieses Trends wird auch zukünftig erwartet. Eine wichtige Ursache dafür ist die immer noch schwache Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen im internationalen Vergleich. Die geringe Eigenkapitalquote könnte bei restriktiver Kreditvergabe von Banken aufgrund des Basel II-Akkords sowie der aktuellen Bankenkrise zu Finanzierungsschwierigkeiten führen und damit Beteiligungsfinanzierungen auch für mittelständische Unternehmer interessant machen. Ein weiterer Grund für die steigende Bedeutung von Buyout ist die Problematik fehlender familieninterner Nachfolger bei Generationswechseln von Familienunternehmen, die durch Buyout gelöst werden kann. Schließlich bietet die immer noch nicht abgeschlossene Restrukturierung deutscher Konzerne Potenzial für die Durchführung von Buyout. Denn Buyout stellen häufig eine adäquate Methode zur Ausgliederung von Geschäftsbereichen dar.

Aufgrund der hohen und weiter steigenden Bedeutung von Buyout für die Private Equity-Branche stellt sich die Frage, inwieweit die betriebswirtschaftliche Forschung diesem Umstand Rechnung trägt. Zwar gibt es mittlerweile umfassende Literatur zu den Grundlagen sowie gesellschafts- und steuerrechtlichen Aspekten von Buyout-Transaktionen. Allerdings wird das Thema Controlling von Buyout weder in der deutschen noch in der englischsprachigen Literatur bearbeitet. Auf die von der PEG während der Beteiligungsphase durchgeführten Tätigkeiten wird kaum eingegangen. Meist werden in diesem Zusammenhang lediglich die Wahrnehmung von Kontroll- und Beratungstätigkeiten durch die PEG genannt. Welche Instrumente PEG nutzen, um den Buyout zu steuern, bleibt unerwähnt. Selbst das Centre for Management Buyout Research (CMBOR), das sich seit Jahrzehnten der Forschung von Buyout widmet und zahlreiche empirische Studien veröffentlicht hat, lieferte bisher keine Beiträge zum Thema Buyout-Controlling. Der Mangel an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit ist neben der wachsenden Bedeutung von Buyout für PEG auch insofern überraschend, da der steigende Wettbewerb um Kapital den Druck auf PEG erhöht, die Renditeerwartungen ihrer Investoren zu erfüllen. Ein funktionierendes Controlling wird dafür als Voraussetzung betrachtet.

Die vorliegende Arbeit greift das Thema „Buyout-Controlling“ erstmals auf und versucht, damit eine Grundlage für weitere Betrachtungen dieses Themengebietes zu liefern. Die konkreten Fragestellungen, die in dieser Arbeit bearbeitet werden, lauten u.a. wie folgt:

- Wie ist der Begriff „Buyout-Controlling“ zu definieren?

- Aus welchen Gründen erscheint das Buyout-Controlling als notwendig?

- Welche Ziele verfolgt das Buyout-Controlling?

- Welche internen und externen Kontextfaktoren beeinflussen eine Controllingkonzeption für Buyout und welche Anforderungen lassen sich daraus ableiten?

- Welche Funktionen hat das Buyout-Controlling und wie kann es aus organisatorischer Sicht ausgestaltet werden?

- Wie ist das Buyout-Controlling von instrumenteller Seite zu unterstützen?

Die vorliegende Arbeit versucht, diese grundlegenden Fragen zu beantworten und im Ergebnis ein geeignetes Instrument zum Controlling von Buyout vorzustellen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 1
Tabellenverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 4
1. Einleitung 6
1.1 Problemstellung 6
1.2 Gang der Untersuchung 8
2. Grundlagen des Buyout-Konzeptes 10
2.1 Abgrenzung und Definition des Buyout-Begriffs 10
2.1.1 Abgrenzung der Begriffe Buyout und Private Equity 10
2.1.2 Konstituierende Merkmale eines Buyout 10
2.1.3 Typologisierung des Buyout-Begriffs nach Käufern 12
2.1.4 Typologisierung des Buyout-Begriffs nach der Finanzierungsstruktur 14
2.1.5 Entwicklung einer Arbeitsdefinition für den Buyout-Begriff 15
2.2 Motive für die Durchführung von Buyout 15
2.2.1 Motive des Verkäufers für die Durchführung von Buyout 15
2.2.2 Motive des Managements für die Durchführung von Buyout 16
2.2.3 Motive der PEG für die Durchführung von Buyout 17
2.2.4 Motive weiterer Kapitalgeber für die Finanzierung von Buyout 18
2.3 Typischer Ablauf einer Buyout-Transaktion 18
2.3.1 Anbahnung der Transaktion 19
2.3.2 Bewertung der Durchführbarkeit der Transaktion 19
2.3.3 Strukturierung und Abschluss der Transaktion 21
2.3.4 Beteiligungsphase 23
2.3.5 Beendigung der Beteiligung 24
2.4 Eignungskriterien des Zielunternehmens zur Durchführung von Buyout 24
2.5 Erfolgsfaktoren und Problemfelder bei der Durchführung von Buyout 27
2.5.1 Erfolgsfaktoren bei der Durchführung von Buyout 27
2.5.2 Problemfelder bei der Durchführung von Buyout 30
3. Grundlagen eines Controllingkonzeptes für Buyout 31
3.1 Begriff des Buyout-Controlling und konzeptionelle Grundlagen 31
3.2 Notwendigkeit eines Controllingkonzeptes für Buyout 33
3.3 Ziele eines Controllingkonzeptes für Buyout 34
3.4 Anforderungen an ein Controllingkonzept für Buyout 35
3.4.1 Externe Kontextfaktoren und Anforderungen an das Controllingkonzept 36
3.4.2 Interne Kontextfaktoren und Anforderungen an das Controllingkonzept 38
3.5 Funktionen eines Controllingkonzeptes für Buyout 40
3.5.1 Informationsfunktion 41
3.5.2 Planungs- und Kontrollfunktion 43
3.5.2.1. Planungsfunktion 44
3.5.2.2. Kontrollfunktion 46
3.5.3 Koordinationsfunktion 49
3.5.3.1. Auswahl von Instrumenten und Methoden 50
3.5.3.2. Standardisierung von Instrumenten und Methoden 51
3.5.3.3. Koordination der Informationsversorgung 52
3.5.3.4. Koordination von Planung und Kontrolle 53
3.6 Organisatorische Aspekte des Buyout-Controlling 53
3.6.1 Organisation des Buyout-Controlling 53
3.6.2 Aufgaben des Buyout-Controllers 54
3.6.3 Aufbauorganisatorische Fragestellungen 55
3.6.4 Ablauforganisatorische Fragestellungen 56
4. Entwicklung einer BSC zum wertorientierten Buyout-Controlling 59
4.1 Grundkonzeption der BSC 59
4.2 Eignung der BSC als Steuerungsinstrument zum Buyout-Controlling 60
4.3 Konzeption der BSC zum wertorientierten Buyout-Controlling 63
4.4 Die Perspektiven der BSC zum wertorientierten Buyout-Controlling 66
4.4.1 Finanzperspektive 66
4.4.2 Personalperspektive 73
4.4.3 Prozessperspektive 77
4.4.4 Potenzialperspektive 80
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick 84
Anhang 86
Literaturverzeichnis 93
Webseitenverzeichnis 106

Automatisiert erstellter Textauszug:

sich bei der Planung des Buyout die Anwendung des Gegenstromverfahrens.280 Auf diese Weise können die Detailkenntnisse des Managements des PU mit den Zielvorstellungen der PEG verknüpft werden.281 Dazu werden die auf Basis des Finanzierungsmodells von der PEG (top-down) festgelegten Budgets mit den aus Vergangenheitswerten abgeleiteten Budgetvorschlägen des PU (bottom-up) abgeglichen.282 Die auf einen mittelfristigen Planungshorizont ausgelegte taktische Planung wird anschließend in operative Pläne überführt.283 Dabei nimmt die Fristigkeit der Pläne ab, während der Detaillierungsgrad zunimmt.284 Da der Beteiligungsmanager nur in Ausnahmefällen direkt in die Steuerungsprozesse involviert ist,285 ist davon auszugehen, dass ein nicht allzu hoher Detaillierungsgrad erforderlich ist. Vielmehr dürfte es sowohl effizient wie auch effektiv sein, Vorgabewerte für wesentliche Kennzahlen zu planen. Diese Annahme wird durch die gängige Praxis gestützt, weitere Finanzierungsrunden von der Erreichung einzelner Meilensteine abhängig zu machen.286 [...]

Rolle spielt, eignen sich zur Planung der Transaktion dynamische Investitionsrechenverfahren.276 Unter Berücksichtigung verschiedener Umsatz- und Ertragsszenarien werden alternative Finanzierungsmodelle entwickelt und auf ihre Auswirkung auf das Oberziel der Wertsteigerung untersucht. Somit unterstützen Investitionsrechenverfahren den Beteiligungsmanager bei der Generierung, Prognose und Bewertung von Alternativen.277 Darauf aufbauend wird diejenige Alternative mit dem höchsten Zielerreichungsgrad ausgewählt (Entscheidungsphase).278 Die Entscheidung für eine Alternative führt dann zur Zielbildung. Bei der Auswahl einer Finanzierungsalternative sollten die mit der Finanzierung einhergehenden Chancen und Risiken betrachtet werden. Der renditesteigernde Fremdkapitalanteil sollte deshalb nicht so hoch sein, dass künftige Chancen nicht mehr wahrgenommen werden oder kurzzeitige Schwankungen des Cashflow den Fortbestand des PU gefährden können.279 Wie bei der Konzernplanung empfiehlt [...]

WÖHE264 bezeichnet die Planung als „gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns“. Diesem Verständnis entsprechend umfasst die Planung die Entscheidungsvorbereitung sowie den Entscheidungsakt. Die Planung lässt sich entsprechend in einen Prozess aus Zielbildung, Problemfeststellung und Problemanalyse, Suche nach Alternativen, Prognose, Bewertung und Entscheidung einteilen.265 Die einzelnen Schritte werden nun entsprechend des Ablaufschemas einer Buyout-Transaktion erläutert:266 Bewertungsphase: Gemäß dem darlegten Planungsverständnis unterstützt das Buyout-Controlling den Beteiligungsmanager bereits im Akquisitionsprozess.267 Das BuyoutControlling erfüllt in dieser Phase Aufgaben, die üblicherweise der strategischen und taktischen Planung zuzurechnen sind. Als strategisch ist zunächst die grundlegende Frage zu beurteilen, ob das Buyout-Projekt zur Strategie der PEG passt.268 Der strategische Fit kann mit Hilfe von Kriterienkatalogen, die z.B. Reife, Größe oder Branche des Zielunternehmens umfassen, erfolgen.269 Die anschließende Unterstützung des Due Diligence-Prozesses sowie der Unternehmensbewertung durch das Buyout-Controlling entspricht aufgrund des höheren Detaillierungsgrades eher der taktischen Planung.270 Aus diesem Bereich stammen auch die zur Anwendung gelangenden Methoden und Instrumente. Um die Plausibilität des Planbudgets aus dem Business Plan des Ziel262 263 [...]

Arbeit zitieren:
Jais, Sebastian-Dominik August 2003: Entwicklung einer wertorientierten Controlling-Konzeption zur Steuerung von Buy-Out, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Private Equity, Balanced Scorecard, Wertorientierung, Private-Equity

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