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Die Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten im gymnasialen Englischunterricht

Die Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten im gymnasialen Englischunterricht
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Klaus Kögel
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 126 Seiten
  • Dateigröße: 4,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5941-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5941-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5941-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kögel, Klaus Oktober 2000: Die Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten im gymnasialen Englischunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lehrwerksanalyse, Trainingsprogramm, Unterrichtsmethoden, Moderner Fremdsprachenunterricht, Textanalyse

Staatsexamensarbeit von Klaus Kögel

Problemstellung:

Die Arbeit greift ein Problem auf, das für den schulischen Fremdsprachenunterricht von zentraler Bedeutung ist, aber wegen seiner hohen Komplexität nur selten bzw. nur partiell aufgegriffen worden ist: das Problem eines systematisch konzipierten Trainingsprogramms für die Fertigkeit, Texte auf unterschiedlichen Ebenen zu analysieren. Das Werk versteht sich in seiner Gesamtausrichtung als empirisches Projekt zur Analyse und Evaluation eines Lehrbuchsystems (Green Line/Skyline) unter dem Gesichtspunkt des durch dieses Lehrwerksystem gelenkten Aufbaus der textanalytischen Kompetenz. Forschungsmethodisch handelt es sich um eine qualitative und in Ansätzen quantitative Inhaltsanalyse.

Typisch für die gewählte Forschungsmethode ist der zyklische Aufbau: Zentraler Teil der theoretischen Grundlegung (Kapitel 1) ist die Darlegung der sieben Merkmale der Textualität nach Beaugrande/Dressler. Auf diese baut weitgehend die Darstellung eines idealtypischen Modells der Komponenten eines effektiven Trainingsprogramms zur textanalytischen Kompetenz auf (Kapitel 2). Dieses Modell wird wiederum als Kriteriumskomplex verwendet, um im empirischen Forschungsteil (Kapitel 3) das Lehrwerk Green Line mit dem Folgeband Skyline zu analysieren und zu evaluieren.

Die Arbeit zieht neben den Hauptquellen Beaugrand/Dressler und Nuttall eine breite Palette einschlägiger Publikationen heran und illustriert damit viele Einzelaussagen. Insgesamt aber handelt es sich um ein Forschungsprojekt, das einen durchaus neuen Weg der Analyse von Lehrmaterialien beschreitet und das darüber hinaus eine interessante Gesamtschau eines Trainingsprogramms zur Entwicklung der textanalytischen Kompetenz entwickelt hat.

Inhaltsverzeichnis:

A. Einleitung
1. Eingrenzung des Themas 5
2. Thesenstellung und Vorgehensweise 6
B. Zur Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten im Englischunterricht an bayerischen Gymnasien
I. Theoretische Grundlegungen 9
1. Was ist Lesen? Warum lesen? - Kurze einleitende Betrachtung des Leseprozesses
1.1 Besonderheiten des Lesevorgangs 10
1.2 Vom „passiven“ zum „aktiven“ Leser - und einen Schritt weiter: Das Interaktionsmodell 11
1.2.1 Beispiel eines Kommunikationsmodells 11
1.2.2 Lesen als passive Tätigkeit? 12
1.2.3 Der ‚aktive Leser' 13
1.2.4 Lesen als „interaktiver Prozeß“ 14
1.2.4.1 Das kooperative Prinzip 14
1.2.4.2 Konkrete Ausformungen von „interaktivem“ Lesen 15
2. Was ist ein Text? - Wesentliche Merkmale von Texten im allgemeinen und von Texten im Schulgebrauch im speziellen
2.1 Die Problematik einer umfassenden Definition 17
2.2 Vom allgemeinen Textverständnis zum Versuch einer wissenschaftlichen Definition - Sieben Merkmale der Textualität nach Beaugrande/Dressler 18
2.2.1 Kohäsion 19
2.2.2 Kohärenz 19
2.2.3 Intentionalität 20
2.2.4 Akzeptabilität 20
2.2.5 Informativität 21
2.2.6 Situationalität 21
2.2.7 Intertextualität 22
2.3 Besonderheiten von Lehrbuchtexten 23
3. Rolle und Bedeutung von Textarbeit und Textanalyse im Englischunterricht des Gymnasiums 25
3.1 Wissenschaftliche Legitimationsansätze 25
3.2 Die Vorgaben des bayerischen Lehrplanes 27
3.3 Möglichkeiten und Grenzen der Textarbeit im fremdsprachlichen Unterricht 31
3.4 Exkurs: Sinn und Unsinn von Textaufgaben 32
3.5 Vorläufiges Fazit 35
II. Wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten
1. Themastellung und Vorgehensweise unter Berücksichtigung des Grundsatzes des „natürlichen Umgangs“ mit Texten 36
2. Der derzeitige Forschungsstand im Bereich Leseverstehen - aktuelle wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse 39
2.1 Grundlegende Fähigkeiten im Bereich Leseverstehen 39
2.1.1 Lautes oder Stilles Lesen? 40
2.1.2 Angemessene Lesegeschwindigkeit 42
2.2 Lesetechniken 43
2.2.1 Techniken der Wortentschlüsselung (Word Attack Skills) 44
2.2.1.1 Unbekanntes Ignorieren („Forget it“) 44
2.2.1.2 Unbekannte Wörter erschließen (isoliert) 45
2.2.1.3 Unbekannte Wörter erschließen (kontextbezogen) 46
2.2.1.4 Wörterbuch (Dictionary) 48
2.2.2 Nutzbarmachung formaler Zusatzinformationen 50
2.2.2.1 Überschriften 50
2.2.2.2 Graphische Darstellungen 51
2.2.2.3 Weitere Informationsquellen 52
2.2.3 Lesetechniken im engeren Sinne 53
2.2.3.1 Scanning 53
2.2.3.2 Skimming 54
2.2.3.3 Reading for detailed information 56
2.3 Lesestrategien 57
2.3.1 Sätze vereinfachen 58
2.3.2 Kohäsion erkennen und interpretieren 60
2.3.3 Discourse Markers interpretieren 63
2.3.4 Die Funktion von Sätzen erkennen 64
2.3.5 Verstehen der Textorganisation 67
2.3.6 Präsuppositionen erkennen und Inferenzziehung 69
2.3.7 Antizipation und Hypothesenbildung 71
III. Die praktische Umsetzung anhand eines umfassenden Beispiels - Die Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten in der Lehrbuchreihe Green Line/Skyline 74
1. Allgemeine Vorbemerkungen und Vorgehensweise 74
2. Die praktische Umsetzung im Lehrwerk Green Line/Skyline 75
2.1 Grundlegende Fähigkeiten im Bereich Leseverstehen 75
2.1.1 Lautes oder Stilles Lesen? 75
2.1.2 Angemessene Lesegeschwindigkeit 76
2.2 Lesetechniken 78
2.2.1 Techniken der Wortentschlüsselung (Word Attack Skills) 78
2.2.1.1 Unbekanntes Ignorieren („Forget it“) 81
2.2.1.2 Unbekannte Wörter erschließen (isoliert) 81
2.2.1.3 Unbekannte Wörter erschließen (kontextbezogen) 83
2.2.1.4 Wörterbuch (Dictionary) 83
2.2.2 Nutzbarmachung formaler Zusatzinformationen 87
2.2.2.1 Überschriften 87
2.2.2.2 Graphische Darstellungen 89
2.2.2.3 Weitere Informationsquellen 90
2.2.3 Lesetechniken im engeren Sinne 93
2.2.3.1 Scanning 94
2.2.3.2 Skimming 95
2.2.3.3 Reading for detailed information 97
2.3 Lesestrategien 100
2.3.1 Sätze vereinfachen 100
2.3.2 Kohäsion erkennen und interpretieren 101
2.3.3 Discourse Markers interpretieren 103
2.3.4 Die Funktion von Sätzen erkennen 105
2.3.5 Verstehen der Textorganisation 108
2.3.6 Präsuppositionen erkennen und Inferenzziehung 110
2.3.7 Antizipation und Hypothesenbildung 115
IV. Schlussbetrachtung - Die Vermittlung textanalytischer Fähigkeiten im Rahmen des Lehrwerkes Green Line/Skyline 118
C. Rückblick und Ausblick 121
Quellen- und Literaturverzeichnis 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vor allem in einem fortgeschrittenem Stadium der Auseinandersetzung mit fremdsprachlichen Texten können und müssen zusätzliche Informationsquellen erschlossen werden.135 Befaßt man sich mit Originaltexten, so können oft bereits aufgrund von graphischen Konventionen (Aufmachung, Zeichensetzung, Schriftbild, Gebrauch von Abkürzungen, etc.) Schlüsse über den Text gezogen werden. Desweiteren ist bei der Lektüre von Büchern der Klappentext (blurb) von wichtiger Bedeutung; auch biographische Informationen über den Autor sind von nicht zu unterschätzender Relevanz für die Erschließung eines Textes. Längere Sachtexte besitzen häufig eine durchgehende Gliederung; auch diese Tatsache muß im Rahmen effektiver Lesetechniken ausgenutzt werden. Deshalb ist es wichtig, Elemente wie Zusammenfassungen, Unterüberschriften, fortlaufende Überschriften, Inhaltsverzeichnisse oder Tabellen zu verwerten. Schließlich ist bei längeren, zusammenhängenden Texten von großer Wichtigkeit, was dem Text vorausgeht und was sich dem Text anschließt. Im Sinne der bereits öfter erwähnten angestrebten Aktivierung mentaler Schemata sind hier einerseits vor allem Strukturelemente wie Vorwort oder Einleitung von besonderem Interesse. Hat man andererseits bereits konkrete Vorstellungen und Erwartungen von einem Text, so können nachgeordnete Abschnitte, wie das (Personen- und/oder Sach-) Register und das Literaturverzeichnis äußerst aufschlußreich sein. Fazit: Fast jeder Text enthält eine Reihe an zusätzlichen Informationen, die die Textentschlüsselung erheblich erleichtern können; die produktivsten sind hierbei Überschriften und graphische Darstellungen. Diese Textelemente geben ihren Informationsgehalt jedoch nicht von sich aus frei, sondern müssen durch Anwendung bestimmter Lesetechniken erst nutzbar gemacht werden. Die Vermittlung solcher Fertigkeiten muß Aufgabe des fremdsprachlichen Unterrichts sein. [...]

Graphische Darstellungen – also Bilder im weitesten Sinne – haben meist die Aufgabe, einen Text aufzulockern oder zu ergänzen. In der Muttersprache sind sie oft von untergeordneter und ausschmückender Bedeutung, da wichtige Informationen gewöhnlich problemlos dem fortlaufenden Text entnommen werden können. Anders stellt sich die Situation jedoch im fremdsprachlichen Unterricht dar. Graphische Darstellungen können das Verständnis eines Textes erheblich erleichtern. Die meisten Lehrbuchtexte enthalten aus diesem Grunde viele Bilder und Zeichnungen. Natürlich dienen sie u.a. einer attraktiveren Gestaltung der Lektion und sollen den Schülern die Beschäftigung mit dem Lehrbuch bzw. das Lesen angenehmer machen; daneben eignen sich solche graphischen Darstellungen aber auch und gerade zur Schulung von Lesetechniken. Durch Bilder können – analog zur Funktionsweise von Überschriften – bereits vor dem Lesen bestimmte mentale Schemata aktiviert werden, in früheren Jahrgangsstufen vielleicht noch effektiver als durch „sachliche“ Überschriften. Es ist notwendig, vor allem jüngere Schüler auf einen neuen Text richtig „einzustimmen“; das kann sehr gut durch Zeichnungen, Photos, Grafiken, etc. geschehen, die meist ohnehin schon Teil des Textes sind. Während des Lesens oder danach können Bilder als wichtige Orientierungs- und Strukturierungshilfe dienen.133 Aus diesen Gründen muß die Berücksichtigung graphischer Zusatzinformation zu einem festen Teil der von den Schülern geforderten Lesetechniken werden: „Wie beim Umgang mit ‚headlines‘ sollten Schüler auch hier lernen, daß ein etwas längeres Verweilen, ein genaueres Hinsehen das Lesen fremdsprachlicher Texte erheblich positiv beeinflussen kann.“134 [...]

So gut wie jeder Text, auch der Schulbuchtext im fremdsprachlichen Unterricht, besitzt einen Titel oder eine Überschrift. Häufig werden diese jedoch kaum beachtet, da man sofort beginnt, den eigentlichen Text zu lesen oder zu hören; erst danach macht man sich – wenn überhaupt – Gedanken über die Bedeutung des Titels. Dabei wird offensichtlich übersehen, daß Überschriften in zweifacher Hinsicht von großer Relevanz für das Textverständnis sind. Zum einen – und das ist ihre unmittelbare Aufgabe – sollen sie Interesse an einem Text wecken. Das kann auf mehrere Weisen geschehen, deshalb werden nur zwei Möglichkeiten kurz angedeutet. Es ist denkbar, das Thema explizit zu nennen (um so eine Auseinandersetzung anzuregen) oder im Gegensatz dazu, das Thema zu verschleiern und zu verfremden (um dadurch Spannung zu erzeugen). In der Realität des Unterrichts können die Schüler aber kaum Texte als uninteressant zurückweisen. Eine natürliche Beschäftigung wäre in dieser Hinsicht nur möglich, wenn die Schüler Texte ablehnen bzw. zwischen mehreren Alternativen wählen könnten; diese Wahlfreiheit würde zwar die Organisation der Unterrichtsstunden erschweren, sollte aber vor allem in höheren Klassen von Zeit zu Zeit ermöglicht werden. Zum zweiten haben Überschriften und Titel eine ungemein wichtige Orientierungsfunktion, denn „mit der Überschrift wird eine radikale thematische Eingrenzung gegeben.“130 Wendet man diese Funktion im Rahmen einer Lesetechnik richtig an, so kann man gewisse begründete Prognosen über den noch unbekannten Textinhalt abgeben. Diese wirken sich positiv auf das Textverständnis aus, wenn sie sich später bewahrheiten. Solche Vorhersagen haben aber auch eine nützliche Wirkung, wenn es sich um Fehleinschätzungen handelt, da durch die kontrastive Sichtweise der Blick des Lesers für das wirkliche Thema geschärft wird. [...]

Arbeit zitieren:
Kögel, Klaus Oktober 2000: Die Entwicklung textanalytischer Fähigkeiten im gymnasialen Englischunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lehrwerksanalyse, Trainingsprogramm, Unterrichtsmethoden, Moderner Fremdsprachenunterricht, Textanalyse

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