Entwicklung eines strategischen CRM - Konzeptes für eine mittelständische Verpackungsgesellschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Bombeck
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 89 Seiten
- Dateigröße: 4,6 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5791-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5791-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5791-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bombeck, Jens Juni 2002: Entwicklung eines strategischen CRM - Konzeptes für eine mittelständische Verpackungsgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strategie, Kundenorientierung, Kundenzufriedenehit, Data Warehouse, Kundenprozesse
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Diplomarbeit von Jens Bombeck
Einleitung:
In den neunziger Jahren sowie auch zu Beginn des neuen Jahrtausends lassen sich in vielen Branchen tiefgreifende Veränderungen im Absatzbereich beobachten. Diese Veränderungen spiegeln die starken Marktsättigungstendenzen in vielen Bereichen der Wirtschaft wieder, mit der ein verschärfter Verdrängungswettbewerb einhergeht. Durch anhaltende Internationalisierungs- und Globalisierungstendenzen, die Austauschbarkeit von Waren und Dienstleistungen, dem veränderten Käuferverhalten und der technologischen Entwicklung werden diese Veränderungen verstärkt.
Im Zuge dessen ist Customer Relationship Management (CRM) in den letzten Jahren eines der wohl bekanntesten Schlagworte geworden, um eine Strategie moderner Unternehmen zu beschreiben, die sich erfolgreich an die neuen Rahmenbedingungen anpassen möchten oder bereits angepaßt haben. Was aber ist CRM genau und wie lassen sich die Vorteile für ein Unternehmen nutzen?
In diesem Zusammenhang soll CRM als Managementansatz verstanden werden, der im Gegensatz zu bisherigen Kundenmanagementansätzen den Aspekt der Wirtschaftlichkeit stärker in den Vordergrund stellt. Es sollen profitable Kunden identifiziert und anschließend langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Dazu wird von Unternehmensseite aus versucht, in einen permanenten Dialog mit den profitablen Kunden zu treten, um Informationen zu generieren, die in der Folge eine individuellere Betreuung jedes einzelnen Kunden ermöglichen sollen. Ein Ziel ist das Erkennen und Umsetzen von produktnahen Zusatzleistungen, um dem Kunden einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten und ihn so an das Unternehmen zu binden. Die angestrebte Interaktion zwischen dem Kunden und dem Anbieterunternehmen findet dabei über alle möglichen Kundenkontaktstellen statt und wird mit Hilfe moderner IT unterstützt. Entscheidend für eine erfolgreiche Einführung eines CRM-Systems ist allerdings nicht das System selbst, d. h. die Technik, sondern vielmehr das Zusammenspiel von Mensch, Organisation und Technik.
Im Vordergrund steht der Mensch mit einer grundlegend kundenorientierten Einstellung und einem Gefühl dafür, welche Bedürfnisse der Kunde hat. Darauf aufbauend zeigt sich die konsequente Kundenorientierung an den Kundenschnittstellen in Form einer Reorganisation der internen Prozesse weg von der transaktionsorientierten Gestaltung hin zu einer kundenorientierten Gestaltung. Erst wenn die eigenen Prozesse im Unternehmen konsequent an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet sind, werden sie in einem letzten Schritt von hilfreichen Anwendungen unterstützt, die CRM-Systeme bereitstellen.
Dabei bringt der letzte Schritt, die Auswahl eines Softwaresystems, erfahrungsgemäß einige Herausforderungen mit sich. Der Softwaremarkt ist mit über 100 Anbietern von CRM-Systemen sehr groß und unübersichtlich. Dabei ist das Leistungsspektrum an Funktionalitäten und Anwendungen kaum noch zu überblicken und zu vergleichen. Eine weitere Herausforderung stellt die große Begriffsvielfalt rund um das CRM-Umfeld dar.
Diese Diplomarbeit setzt sich die Ausarbeitung eines CRM-Architekturansatzes zum Ziel. Orientierung findet dieser Ansatz an einer CRM-Vision und einem definierten strategischen Unternehmensziel. Aufgrund der Breite des hier bearbeiteten Themengebietes haben die Ausführungen einen konzeptionellen Charakter. Sie stellen somit den ersten Entwurf eines Lösungsansatzes zur Einführung eines CRM-Systems im Hause Marwede dar und bilden die Grundlage für weitere tiefergehende Untersuchungen. Dabei soll die vorliegende Arbeit sowohl die Begriffsvielfalt des CRM-Umfeldes ein wenig aufhellen als auch als Gesprächsgrundlage bei der Umgestaltung der internen Prozesse Marwedes dienen. Im Anschluß ist sie als Hilfe und Dialoggrundlage für die Auswahl eines CRM-Softwaresystems gedacht.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Diplomarbeit stellt in Kapitel 2 zunächst das Unternehmen Marwede in seinem Geschäftsumfeld dar. Um dem Leser das Verständnis zu erleichtern, werden in dem folgenden Kapitel 3 die Potentiale und Möglichkeiten des CRM aufgezeigt, um anschließend im Kapitel 4 die theoretischen Fundamente des CRM zu legen.
Das 5. Kapitel bildet mit der Entwicklung eines strategischen CRM-Konzeptes den Hauptteil der Arbeit. Ausgehend von einer CRM-Vision wird ein abgeleitetes strategisches Ziel dargestellt, aus dem sich wiederum taktische Unterziele ergeben. Nach Darlegung der zielabhängigen Anforderungen an ein CRM-System werden die sensiblen CRM-Bereiche im Hause Marwede analysiert, um darauf aufbauend ein Lösungskonzept zu entwickeln.
Das abschließende Kapitel 6 beschreibt ein mögliches, bewährtes Vorgehensmodell zur Einführung eines CRM-Systems.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Abgrenzung und Zielsetzung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Marwede Logistik- und Verpackungsgesellschaft mbH | 3 |
| 2.1 | Firmenportrait | 3 |
| 2.2 | Besonderheiten der Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) | 5 |
| 2.3 | Besonderheiten des B2B Handels | 6 |
| 2.4 | CRM als Unternehmensphilosophie im Mittelstand | 8 |
| 3. | Geschäftliche Potentiale des CRM | 10 |
| 3.1 | Profit einer Kundenbeziehung | 10 |
| 3.2 | Erhöhung der Kundenzufriedenheit durch Kundenorientierung mittels BalancedScorecard | 12 |
| 3.3 | Verstärkung der Kundenbindung | 15 |
| 3.4 | Verbesserung der Kundengewinnung | 16 |
| 3.5 | Kostensenkung | 17 |
| 3.6 | Umsatzerhöhung | 18 |
| 3.7 | Imagegewinn | 20 |
| 4. | Customer Relationship Management | 21 |
| 4.1 | Definition | 21 |
| 4.2 | Grundlagen und Funktionalitäten | 21 |
| 4.2.1 | Analytisches CRM | 22 |
| 4.2.1.1 | Stellung im CRM Prozeß | 23 |
| 4.2.1.2 | Zielsetzung und Eigenschaften des Data Warehouse | 23 |
| 4.2.1.3 | Anforderungen an das Data Warehouse | 27 |
| 4.2.1.4 | Die Werkzeuge OLAP und Data Mining | 28 |
| 4.2.2 | Operatives CRM | 32 |
| 4.2.2.1 | Marketing Automation | 32 |
| 4.2.2.2 | Sales Automation | 33 |
| 4.2.2.3 | Service Automation | 34 |
| 4.2.3 | Kommunikatives CRM | 34 |
| 4.2.3.1 | Customer Interaction Center | 34 |
| 4.2.3.2 | Internet | 35 |
| 5. | Entwicklung eines strategischen CRM-Konzeptes | 37 |
| 5.1 | Definitionen einer Vision bei Marwede mbH | 38 |
| 5.1.1 | Bestimmung des strategischen CRM-Zieles | 40 |
| 5.1.2 | Übersicht möglicher Unterziele | 44 |
| 5.2 | Auswahl relevanter Ziele mittels Workshop | 46 |
| 5.2.1 | Aufbau einer zentralen Kundendatenbank | 47 |
| 5.2.2 | Kundensegmentierung | 49 |
| 5.2.3 | Messung und Erhöhung der Kundenzufriedenheit | 51 |
| 5.2.4 | Aufbau neuer und Koordination aller Kundenschnittstellen | 54 |
| 5.2.5 | Verbesserung des KAM | 57 |
| 5.3 | Zielabhängige Anforderungen an ein CRM-System | 59 |
| 5.3.1 | Anforderungen an das analytische CRM | 59 |
| 5.3.2 | Anforderungen an das operative CRM | 60 |
| 5.3.3 | Anforderungen an das kommunikative CRM | 60 |
| 5.3.4 | Anforderungen kundennaher Prozesse | 60 |
| 5.3.5 | Technische Voraussetzungen | 62 |
| 5.3.6 | Organisatorische Voraussetzungen | 63 |
| 5.4 | CRM-Architekturkonzept | 63 |
| 5.4.1 | Analyse des Ist-Zustandes momentaner CRM-Funktionen | 63 |
| 5.4.2 | Analyse kundennaher Prozesse | 64 |
| 5.4.3 | Analyse der IT-Infrastruktur und Software | 65 |
| 5.4.4 | Analyse der Organisation | 66 |
| 5.4.5 | Übersicht des Lösungskonzeptes | 67 |
| 5.4.6 | Erläuterungen des Lösungskonzeptes | 68 |
| 5.4.7 | Merkmale des Lösungskonzeptes | 71 |
| 5.4.8 | Herausforderungen des Lösungskonzeptes | |
| 6. | Einführung | 73 |
| Anhang | ||
| Literaturverzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis mit Quellenangabe |
Abbildung 5.3: Fundamentale Strategieoptionen eines Anbieters Die Abbildung 5.3 verdeutlicht die Abgrenzung beider Strategieoptionen. Während sich das Ziel der Neukundengewinnung auf eine Markterweiterung und/oder auf eine Erhöhung des relativen Marktanteils bezieht, versucht das Kundenbindungsmanagement, Wechselbarrieren zu errichten und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Beide Ziele sind sehr weit gefaßt und können nur durch das Setzen von Unterzielen schrittweise erreicht werden. Dazu ist ein laufender Soll/Ist–Vergleich durch Messung der Zielerreichung unerläßlich. Für Marwede sind beide Ziele äußerst erstrebenswert, da man in reifen Märkten mit einem immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck und sinkenden Preisen besonders im Bereich der Verpackungen konfrontiert ist. Das Geschäftsfeld der Handelswaren ist zusätzlich durch homogene Produkte gekennzeichnet. Hier kann man sich nur durch den Preis oder andere Alleinstellungsmerkmale wie zusätzliche individuelle Dienstleistungen am Markt behaupten. Weitere Alleinstellungsmerkmale Marwedes sind z. B. Produktbündelungen über alle drei [...]
Auch bei Marwede wurde mit der Geschäftsleitung vereinbart, dem Projekt eine Vision voranzustellen. Momentan hat die Marwede Logistik- und Verpackungsgesellschaft mbH das Motto bzw. den Slogan: "Ihr Partner für Verpackungen - Wir verpacken alles überall!". Für eine Vision im Sinne der CRM–Philosophie reicht dieser Slogan nicht aus, da die zentrale Bedeutung des Kundennutzens nicht klar erkennbar ist. Dieser muß aber mit der Vision nach außen hin kommuniziert werden. Ein Brain Storming aller von dem CRM–Projekt betroffenen Personen einschließlich der Geschäftsleitung, der Verwaltung und den Vertriebsmitarbeitern Marwedes ergab folgende zwei Vorschläge, aus welchen der zweite durch den Geschäftsführer, Herrn Dipl.-Wirt.Ing. T. Rudolph, gewählt wurde: 1. "Wir wollen Ihre Ware auch in Zukunft gut und sicher verpacken!" 2. "Wir wollen Ihre Ware aus Tradition schneller und billiger verpacken!" Die Vision soll dem Kunden die konsequente Kundenorientierung signalisieren und außerdem die langjährige Kernkompetenz Marwedes herausstellen, jede Ware im Sinne des Kundennutzens individueller, schneller, kostengünstiger und besser als die Wettbewerber zu verpacken. Die dazu notwendige Kundenorientierung setzt die oben genannten Bedingungen sowie eine lebendige Unternehmenskultur voraus, welche in erster Linie von der Unternehmensführung aber auch den eigenen Mitarbeitern im Unternehmen aktiv gelebt werden muß. Ausgehend von der Vision wird im folgenden Kapitel 5.2 ein strategisches Ziel im Sinne der CRM–Philosophie festgelegt. Unter Berücksichtigung der speziellen Unternehmensgegebenheiten leiten sich daraus wiederum mögliche Unterziele ab. Aus diesem Pool möglicher Unterziele werden relevante Ziele mittels eines Workshops ausgewählt und näher erläutert. Die möglichen Ziele wurden aus der begleitenden Literatur und eigenen Ideen zusammengetragen und von mir der Geschäftsleitung und den Vertriebsmitarbeitern vorgetragen. Daraufhin fanden Anregungen der Kunden, die über einen Monat systematisch am POS gesammelt wurden, Eingang in die Liste der möglichen Ziele. Des Weiteren flossen Intentionen der Geschäftsleitung sowie Ideen der Vertriebsmitarbeiter ein. 39 [...]
Abbildung 4.7: Die totale Kommunikation 4.2.3.2 Internet Das Internet ist als das Kommunikationsmittel mit den größten zukünftigen Potentialen unbedingt an das CIC anzubinden. Laut einer Studie der Yankee Group liegt im internetbasierten Vertrieb und Service ein weitaus höheres Potential als in den traditionellen Geschäftsprozessen. Die Kunden akzeptieren im Internetzeitalter keine Öffnungszeiten mehr, sie wollen sich zu jeder Zeit informieren und Leistungen in Anspruch nehmen können. Die Internetpräsenz eines Unternehmens muß daher einerseits als klassischer Informationskanal für Produkt-, Service- und Preisinformationen und andererseits als Absatzkanal genutzt werden. Dabei ist die Chance, daß das Angebot die individuellen Bedürfnisse des Kunden trifft desto höher, je stärker der Kunde in die Erstellung seines Angebotes eingebunden wird. Bei der Interaktion über das Internet erwartet der Kunde eine schnelle Lösung seiner Anliegen. Dieser Sachverhalt muß sich in der Organisation der Arbeitsabläufe im Unternehmen wiederspiegeln. Auch in der After–Sales–Phase 35 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457914
Arbeit zitieren:
Bombeck, Jens Juni 2002: Entwicklung eines strategischen CRM - Konzeptes für eine mittelständische Verpackungsgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Strategie, Kundenorientierung, Kundenzufriedenehit, Data Warehouse, Kundenprozesse



