Entwicklung emotionaler Kompetenz im frühpädagogischen Bereich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susan Schellknecht
- Abgabedatum: Juni 2006
- Umfang: 133 Seiten
- Dateigröße: 820,5 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Jena Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9805-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9805-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9805-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schellknecht, Susan Juni 2006: Entwicklung emotionaler Kompetenz im frühpädagogischen Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Familie, Kindertagesstätte, Sozialisation, Erziehung, frühkindliche Bildung
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Diplomarbeit von Susan Schellknecht
Einleitung:
Liebe und Hass, Freude und Wut, Stolz und Enttäuschung: Emotionen beeinflussen unser Denken und Handeln und sind ein wesentlicher Bestandteil des (menschlichen) Lebens. Sie machen es reich und vielfältig, intensiv und lebendig, aber auch anstrengend und schwer. Jüngere Kinder haben dabei ihre eigene Art, Emotionen unvermittelt und lebhaft auszudrücken. Wer jemals intensiver mit ihnen zu tun hatte, kennt die faszinierende Kraft ihres glücklichen Lachens und die Begeisterung, mit der Freude, Stolz und Zuneigung gezeigt werden. Er weiß aber auch, wie anstrengend das spontane und impulsive Ausleben ihrer negativen Emotionen sein kann.
Auch Schulkinder und Erwachsene können in außergewöhnlichen Situationen besonders starke Gefühle erleben: sie sind zuweilen hingerissen vor Freude, geraten außer sich vor Wut oder werden von panischer Angst gepackt. In der Regel werden Emotionen aber nicht mehr so häufig und intensiv wie bei jüngeren Kindern erlebt und gezeigt. Dies bedeutet nicht, dass Emotionen im Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle spielen und ausschließlich „der Verstand Regie führt“. Moderne bildgebende Verfahren der Hirnforschung belegen, dass es so etwas wie einen „reinen, emotionslosen Gedanken nicht gibt“ und dass selbst banale Ereignisse vielfältige Emotionen auslösen können. Was sich im Laufe der Entwicklung des Menschen ändert ist vielmehr die Art und Weise des Umgangs mit Emotionen. Mit zunehmendem Alter sind Menschen in der Lage, sich nicht mehr ausschließlich von Emotionen leiten zu lassen, sondern das eigene Handeln willentlich zu kontrollieren und auf die Erreichung bestimmter Ziele ausrichten zu können.
Die Fähigkeit zur Emotionsregulation ist dabei aber nur ein Aspekt im Konzept der emotionalen Kompetenz. Die in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnende „Renaissance“ der Emotionen in der Psychologie und in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen hat auch zu einer verstärkten Beschäftigung mit der Frage geführt, „welche emotionalen Fähigkeiten gebraucht werden, um mit einer sich verändernden Umwelt in einer solchen Weise umzugehen, dass Menschen widerstandfähig, effektiv und zuversichtlich aus ihr hervorgehen“.
Emotionaler Kompetenz wird als „seelischem Fundament“ eine zentrale Bedeutung für die Alltags- und Lebensbewältigung zugesprochen. Zu lernen, mit den eigenen und fremden Gefühlen umzugehen, sich ihrer bewusst zu werden und ihnen mimisch und sprachlich Ausdruck zu verleihen, wird daher auch als bedeutende Entwicklungsaufgabe der frühen Kindheit aufgefasst und als Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität und Bedingung für das Zusammenleben in der Gruppe angesehen. Ein Mangel an emotionaler Kompetenz kann dagegen im Extremfall zu massiven Kommunikationsproblemen und gewalttätigen Auseinandersetzungen führen. Im emotionalen Bereich Kompetenzen zu entwickeln ist daher auch ein wichtiger Grundstein der Gewaltprävention.
Entsprechend sind Entwicklung und Förderung emotionaler Fertigkeiten auch Thema in der Pädagogik, „die sich mit den vielfältigen Prozessen der Erziehung, der Bildung, des Lernens und mit dem Hineinwachsen in die Kultur und Gesellschaft (…) befasst“. Geleitet von der Frage, „welche Wurzeln in der Kindheit zur Bewältigung der Zukunft angelegt werden müssen“ steht auch der emotionale Bereich als wichtiges Bildungs- und Entwicklungsfeld des Kindes im Mittelpunkt frühpädagogischer Bemühungen.
Nun ist es eine Sache, in programmatisch-pädagogischen Texten vom Erwerb und der Förderung emotionaler Kompetenz zu sprechen. Eine andere Sache ist es allerdings, solche teils sehr allgemeinen und unklar formulierten, zugleich aber anspruchsvollen Zielvorstellungen in der Arbeit mit Kindern auch umzusetzen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, das Konstrukt emotionale Kompetenz inhaltlich zu konkretisieren und relevante Erkenntnisse aus der Emotions- und Entwicklungspsychologie sowie der Pädagogik zusammenzutragen. Dadurch soll ein umfassendes Bild von der Entwicklung emotionaler Kompetenz und den vielfältigen Einflussfaktoren auf diesen Bereich bei Kindern von der Geburt bis zum Schuleintritt entstehen. Die Betrachtung der frühen Kindheit in dieser Arbeit beruht dabei auf der Annahme, dass vor allem in diesem Altersbereich entscheidende (emotionale) Erfahrungen gesammelt und wichtige Weichen für den Umgang mit Emotionen gestellt werden.
Der frühpädagogische Bereich, in dem das Kind diese wichtigen Erfahrungen sammelt, umfasst dabei die gesamte der Einschulung vorausgehende Bildung und Erziehung des Kindes. Sowohl die Familie als auch Kindertagesstätten stellen somit bedeutende Sozialisationsinstanzen dar, die auch im emotionalen Bereich wichtige Bildungs- und Erziehungsaufgaben übernehmen und entsprechend Einfluss auf den Erwerb emotionaler Kompetenz des Kindes ausüben. Was aber unter Sozialisation, Erziehung und Bildung verstanden wird, unterliegt in der Literatur und im Alltagsverständnis der pädagogisch Handelnden durchaus unterschiedlichen Interpretationen. Daher sollen diese wichtigen Begriffe der Pädagogik zunächst näher erläutert und darauf aufbauend dargelegt werden, welches Verständnis dieser Termini der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt (Kapitel 2).
Kapitel 3 konkretisiert das Konzept der emotionalen Kompetenz. Zunächst werden verschiedene Sichtweisen aus der Emotionspsychologie diskutiert und deren Relevanz für das Konzept der emotionalen Kompetenz aufgezeigt. Aufbauend auf allgemeinen Überlegungen zum Begriff der Kompetenz werden anschließend wichtige emotionale Schlüsselfertigkeiten erläutert. Ebenso werden die Bedeutung und auch kritisch zu sehende Aspekte dieses Konstruktes diskutiert. Kapitel 4 beschäftigt sich mit bedeutsamen Etappen in der emotionalen Entwicklung des Kindes. Ziel dieses Kapitels ist es vor allem, die frühe Kindheit als wichtiges Zeitfenster für den Erwerb emotionaler Kompetenz darzustellen.
Die vielfältigen familiären und institutionellen Einflussfaktoren auf emotionale Fertigkeiten des Kindes werden in den anschließenden beiden Kapiteln ausführlich erläutert. Im Rahmen familiärer Einflüsse steht die emotionale Interaktionsqualität zwischen Eltern und Kind im Vordergrund, wobei sowohl förderliche als auch hemmende Einflussfaktoren aufgezeigt werden (Kapitel 5). Im Rahmen institutioneller Einflüsse durch Kindertagesstätten wird dieser Blickwinkel erweitert, indem hier auch strukturelle Rahmenbedingungen und pädagogische Orientierungen in ihrer Auswirkung auf die Interaktion zwischen pädagogischer Fachkraft und dem Kind beleuchtet werden (Kapitel 6).
Zum besseren Verständnis der vorliegenden Arbeit werden die jeweiligen Fragestellungen am Anfang jedes Kapitels aufgeführt und abschließend wesentliche Erkenntnisse des Kapitels zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Pädagogische Grundbegriffe | 4 |
| 2.1 | Sozialisation | 4 |
| 2.2 | Erziehung | 7 |
| 2.3 | Frühkindliche Bildung | 9 |
| 2.4 | Zusammenfassende Bewertung für die vorliegende Arbeit | 11 |
| 3. | Emotionale Kompetenz | 12 |
| 3.1 | Was ist eine Emotion? | 12 |
| 3.1.1 | Verschiedene Sichtweisen auf Emotionen | 13 |
| 3.1.2 | Zwischenbilanz | 17 |
| 3.2 | Was bedeutet Kompetenz? | 18 |
| 3.3 | Was ist emotionale Kompetenz? | 19 |
| 3.3.1 | Das Konzept der emotionalen Kompetenz nach Saarni | 20 |
| 3.3.2 | Abgrenzung von inhaltlich verwandten Begriffen | 22 |
| 3.4 | Kritik am Konstrukt emotionaler Kompetenz | 25 |
| 3.5 | Bedeutung emotionaler Kompetenz | 27 |
| 3.6 | Zusammenfassende Bewertung für die vorliegende Arbeit | 30 |
| 4. | Meilensteine in der emotionalen Entwicklung des Kindes | 31 |
| 4.1 | Entwicklung des Emotionsausdrucks | 32 |
| 4.2 | Entwicklung des Emotionsverständnisses | 36 |
| 4.2.1 | Erkennen des mimischen Ausdrucksverhaltens | 36 |
| 4.2.2 | Verständnis situativer Einflüsse auf das emotionale Erleben | 38 |
| 4.2.3 | Verständnis kognitiver Einflüsse auf das emotionale Erleben | 40 |
| 4.2.4 | Unterscheidung von subjektivem Erleben und Verhalten | 41 |
| 4.3 | Entwicklung der Emotionsregulation | 42 |
| 4.4 | Entwicklung von Empathie und prosozialem Verhalten | 46 |
| 4.5 | Zusammenfassende Bewertung für die vorliegende Arbeit | 47 |
| 5. | Familiäre Einflüsse auf den Erwerb emotionaler Kompetenz | 48 |
| 5.1 | Kindliches Temperament und Elternverhalten | 49 |
| 5.2 | Kindliche Bindungserfahrungen | 54 |
| 5.3 | Kommunikation über Emotionen | 59 |
| 5.4 | Familiäre emotionale Expressivität | 62 |
| 5.5 | Empathie und prosoziales Verhalten | 64 |
| 5.6 | Kindesmisshandlung | 66 |
| 5.7 | Zusammenfassende Bewertung für die vorliegende Arbeit | 73 |
| 6. | Institutionelle Einflüsse auf den Erwerb emotionalerKompetenz | 74 |
| 6.1 | Die Bedeutung von Kindertagesstätten | 74 |
| 6.1.1 | Kindertagesstätten als bedeutsame Sozialisationsinstanzen | 75 |
| 6.1.2 | Der eigenständige Bildungsauftrag von Kindertagesstätten | 76 |
| 6.1.3 | Prävention als Aufgabe von Kindertagesstätten | 80 |
| 6.2 | Förderliche Einflüsse auf den Erwerb emotionaler Kompetenz | 83 |
| 6.2.1 | Strukturqualität in Kindertagesstätten | 84 |
| 6.2.2 | Pädagogische Prozessqualität in Kindertagesstätten | 93 |
| 6.2.3 | Pädagogische Orientierungen und Aspekte der Elternarbeit | 101 |
| 6.3 | Zusammenfassende Bewertung für die vorliegende Arbeit | 108 |
| 7. | Fazit und Ausblick | 109 |
| 8. | Literatur | 112 |
| 9. | Anhang | 121 |
62 verstanden haben und welche Gefühle sie beim Kind wahrnehmen. Indem Eltern wahrnehmen, was hinter der Botschaft steht und ihrem Kind diese Gefühle spiegeln, kann es sich seiner Emotionen bewusst werden und gemeinsam mit den Eltern nach einer konstruktiven, für alle sinnvollen Lösung suchen. Unerlässlich dafür sind eine genaue Beobachtung des Kindes und Zuhören, was das Kind wirklich meint. Wichtig ist vor allem, auch hören und sehen zu wollen, welche Botschaft das Kind sendet, wofür man eigene Gedanken und Empfindungen zwar wahrnehmen, aber zunächst zurückstellen muss. Das Kind kann durch aktives Zuhören vielfach profitieren: § § § es bekommt so das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, was sich gleichsam positiv auf eine herzliche Beziehung zwischen Eltern und Kind auswirkt, es kann eigene Gefühle bewusster wahrnehmen und verstehen, es erwirbt das Emotionsvokabular seiner Sprache und bekommt so die Möglichkeit, seinen jeweiligen Gefühlszustand zu verbalisieren und in Bezug zu anderen zu artikulieren, § § es kann die Gefühle anderer hinter einer Botschaft besser wahrnehmen, verstehen und empathisch darauf reagieren und es kann eigene Bewältigungsstrategien für negative Emotionen finden, wenn es durch die Eltern angeregt wird, seine Emotionen wahrzunehmen und zu analysieren (Gordon 1995, S. 72). Aktives Zuhören ist somit eine wirksame Methode, dem Kind zu helfen, selbstbestimmter, selbstverantwortlicher und unabhängiger zu werden, auch im Umgang mit seinen Emotionen (ebd.). [...]
unmissverständliche und ehrliche Botschaften senden, die ihren wahren Empfindungen entsprechen (Gordon 1995, S. 39). Es gibt zwei Arten von Botschaften, die eine sehr unterschiedliche Wirkung auf die kindliche Reaktion haben. „DuBotschaften“ (z.B. „Du machst immer alles kaputt“, „Du bist schuld an allem“) greifen das Kind in seiner Persönlichkeit an und werten sie ab. Enthalten die Botschaften der Eltern an ihr Kind vorwiegend solche negativen Beurteilungen, wird das Kind sie in sein Selbstkonzept übernehmen und sich für schlecht, unfähig und dumm halten und dementsprechend handeln (Tschöpe-Scheffler 2003, S. 92). DuBotschaften sind sehr subjektiv in ihrer Aussage und wirken meist beschämend und destruktiv oder rufen Widerstand und Rebellion hervor. Eine konstruktive Art, dem Kind die eigene emotionale Befindlichkeit mitzuteilen sowie Wünsche und Forderungen zu formulieren, sind so genannte „Ich-Botschaften“. IchBotschaften (z.B. „Ich bin traurig darüber“, „Es ärgert mich“) verletzen das Kind nicht empfindlich, da man nicht sein Verhalten abwertet, sondern nur die Reaktion auf die eigene Befindlichkeit widerspiegelt. Ich-Botschaften helfen dem Kind, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen. Ihm wird mitgeteilt, welche Emotionen sein Verhalten bei seinen Mitmenschen auslöst, wodurch es nun selbst die Möglichkeit hat, sich konstruktiv zu zeigen (Liebich 1998, S. 31). IchBotschaften regen das Kind an, Gefühle anderer wahrzunehmen und richtig zu interpretieren. Gleichzeitig kann das Kind auch lernen, ähnlich aufrichtige Empfindungen mitzuteilen und somit zu erkennen, wie man auf konstruktive Art mit anderen Menschen emotional kommuniziert. Als dritte grundlegende Haltung der Eltern trägt auch einfühlsames Verstehen zur Kommunikationsqualität im Eltern-Kind-Dialog bei. Einfühlsames Verstehen meint zum einen, die Signale des Kindes wahrzunehmen und aus seiner Sicht richtig zu interpretieren, d.h. seine Erlebniswelt nachzuvollziehen. Darüber hinaus ist es für eine entwicklungsfördernde Kommunikation über Emotionen aber auch wichtig, dem Kind die wahrgenommenen Emotionen einfühlsam verbal zu spiegeln. Eine wirkungsvolle Methode dafür ist das so genannte „aktive Zuhören“. Durch aktives Zuhören können Eltern die falsche Interpretation der Botschaften des Kindes vermeiden und dem Kind gleichzeitig Einblick in seine Gefühlswelt geben. Dafür antworten Eltern auf die Botschaft des Kindes nicht sofort mit einer eigenen, sondern melden dem Kind zunächst zurück, was sie [...]
60 und an die häufiger Fragen gestellt wurden, konnten mehr Emotionswörter benutzen (ebd.). Allerdings wirkt sich nicht nur die Häufigkeit der Gespräche über Emotionen positiv auf das Emotionswissen des Kindes aus. Wichtiger als die Quantität der Dialoge erscheint die Kommunikationsqualität, also die Art und Weise, wie mit Kindern über Gefühle gesprochen wird. Die Qualität der Kommunikation zwischen Eltern und Kind basiert auf drei grundlegenden Haltungen, die Carl Rogers, Vertreter der humanistischen Psychologie als: 1. positive Wertschätzung und emotionale Wärme, 2. Echtheit und 3. einfühlendes Verstehen bezeichnet (u.a. Galuske 2005, S. 183). Positive Wertschätzung bedeutet, dem Kind sowohl nonverbal als auch verbal mitzuteilen, dass es als Persönlichkeit akzeptiert wird und in dem, was es denkt, tut oder fühlt, annehmbar ist. „Wenn ein Mensch imstande ist, einem anderen gegenüber echte Annahme zu empfinden und sie ihn spüren zu lassen, besitzt er die Fähigkeit, dem anderen ein mächtiger Helfer zu sein“ (Gordon 1995, S. 41). Wertschätzung und Annahme in einer Beziehung erzeugen emotionale Wärme, die dem Kind Sicherheit, Vertrauen und eigene Wertschätzung vermittelt. Mit einem solchen Rüstzeug kann es sich seiner eigenen Gefühle bewusst werden und diese auch zulassen. Positive Wertschätzung erlaubt es Kindern, ihre Gefühle mitzuteilen und somit auch Ängste und Verletzbarkeit zu verbalisieren. Oft leitet schon diese Mitteilung Veränderungen ein. Indem das Kind erzählt, wie es sich fühlt, kann es seinen subjektiven Gefühlszustand verändern oder sich mit Unterstützung der Eltern verschiedene Wege zur Bewältigung der problematischen Situation ausdenken (Saarni 2002, S. 17). Nicht-Annahme dagegen verschließt das Kind, ruft Unbehagen oder Aggressionen hervor und erzeugt Angst, über die eigenen Gefühle zu sprechen oder sich selbst zu erkennen (Gordon 1995, S. 43). Auch die Echtheit der Eltern in der Kommunikation ist wesentlich für deren Qualität. Echtheit bedeutet, ehrlich mit sich selbst und gegenüber dem Kommunikationspartner zu sein und in Übereinstimmung mit sich selbst und der Situation zu handeln (Galuske 2005, S. 184). Echtheit besagt einerseits, sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu werden und diese auch zuzulassen. „Perfektes“ Elternverhalten bedeutet nicht, keinerlei negative Emotionen gegenüber dem Kind zu [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498054
Arbeit zitieren:
Schellknecht, Susan Juni 2006: Entwicklung emotionaler Kompetenz im frühpädagogischen Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Familie, Kindertagesstätte, Sozialisation, Erziehung, frühkindliche Bildung



