Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Qualifizierung von Vertriebssoftware für den hybriden Betrieb von On-Premise Software und SaaS in KMU
- Art: Masterarbeit
- Autor: Markus Böttger
- Abgabedatum: September 2011
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 2,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
- Bibliografie: ca. 86
- ISBN (eBook): 978-3-8428-2343-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Böttger, Markus September 2011: Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Qualifizierung von Vertriebssoftware für den hybriden Betrieb von On-Premise Software und SaaS in KMU, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Vertriebssoftware, On-Premise Software, SaaS, hybrid, Cloud Computing
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Masterarbeit von Markus Böttger
Einleitung:
Das Thema Cloud Computing hält seit seinem Aufkommen vor einigen Jahren immer größeren Einzug in Wissenschaft und Praxis. An manchen Stellen wird schon davon gesprochen, dass das Wort ‘Hype’ für Cloud Computing aufgrund seiner zunehmenden Verbreitung und technologischen Reife nicht mehr angebracht sei. Trotzdem wird nun mit einem Blick auf Gartner’s aktuellen ‘Hype Cycle for Emerging Technologies’ aufgezeigt, wie hoch Erwartungen an Cloud Computing und dessen Sichtbarkeit heute sind. Ein genauerer Blick auf den Hype Cycle lässt vermuten, dass die bereits angesprochene technologische Reife noch nicht erreicht ist. Dies mag daran liegen, dass der hier dargestellte Hype Cycle das Phänomen Cloud Computing als Ganzes und nicht seine jeweiligen Ausprägungen differenziert betrachtet, von denen es immer mehr gibt. Bei allem Enthusiasmus und öffentlichem Interesse für das Thema darf jedoch, wie bei jeder technologischen Neuerung, nicht vergessen werden, dass vor dem Einsatz einer neuen Technologie eine genaue Prüfung bezüglich deren Nutzen zu erfolgen hat. Auch wird insbesondere bei den Themen Cloud Computing und SaaS die Frage gestellt, worin die eigentliche Neuerung liegt bzw. ob diese überhaupt vorhanden ist. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass noch vor wenigen Jahren kaum ein Unterschied zwischen SaaS und ASP gesehen wurde, während man sich heute mehr und mehr der neuen Möglichkeiten durch SaaS bewusst wird. Pelzl und Herzwurm kritisieren ebenfalls, dass die wenigsten Anbieter bisher dazu in der Lage sind, ihre Cloud-Services komplett online anzubieten. Trotz einiger Kontroversen steht fest, dass Cloud Computing ein hochaktuelles Thema ist, welches für viele Unternehmen zunehmend interessanter wird. Doch auch aus persönlichem Interesse habe ich mich für eine Abschlussarbeit im Bereich Cloud Computing entschieden. Geweckt wurde mein Interesse für die Thematik durch meine Seminararbeit zur wirtschaftlichen Betrachtung von Cloud Computing. Da wirtschaftliche Aspekte in der vorliegenden Arbeit auch eine Rolle spielen, werden die Ergebnisse der Seminararbeit teilweise in diese Arbeit einfließen. Die finale Idee zur Entwicklung eines neuen Modells entstand in einem Meeting mit Markus Eilers, dem CEO des Praxispartners für diese Arbeit, der runtime software GmbH in Waiblingen, und dem Betreuer dieser Arbeit, Norman Pelzl. Die runtime software GmbH ist ein mittelständisches Technologieberatungs-Unternehmen mit starkem Fokus auf Cloud Computing und stellt daher einen passenden Partner dar, dessen Know How in die Ergebnisse dieser Arbeit einfließen wird.
Diese Arbeit richtet sich vornehmlich an Leser mit gewissen Vorkenntnissen im Bereich Cloud Computing und IT im Allgemeinen, was bedeutet, dass manche Begrifflichkeiten als bekannt vorausgesetzt und nicht näher erläutert werden.
| Inhaltsverzeichnis | ||
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 4 |
| 1.2 | Ziele der Arbeit und Forschungsfragen | 5 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 6 |
| 1.4 | Methodik | 7 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 10 |
| 2.1 | Modelle und Methoden in der Wirtschaftsinformatik | 10 |
| 2.1.1 | Modellbegriff und Modellarten | 10 |
| 2.1.2 | Methoden zur Entscheidungsunterstützung | 12 |
| 2.2 | Outsourcing | 15 |
| 2.2.1 | IT-Sourcing | 15 |
| 2.2.2 | IT-Outsourcing | 16 |
| 2.2.3 | Modelle und Theorien im IT-Outsourcing | 18 |
| 2.3 | Arten des Softwarebetriebs | 19 |
| 2.3.1 | On-Premise Software | 19 |
| 2.3.2 | Cloud Computing | 19 |
| 2.3.3 | Software as a Service und hybrider Betrieb | 22 |
| 2.3.4 | Nutzenbetrachtung von SaaS und hybridem Betrieb | 24 |
| 2.4 | Vertriebssoftware und-prozesse | 25 |
| 2.4.1 | Vertriebssoftware | 25 |
| 2.4.2 | Vertriebsprozesse | 26 |
| 2.5 | Besonderheiten von KMU | 27 |
| 2.5.1 | Definition KMU | 27 |
| 2.5.2 | Eingesetzte Software und deren Auswahl | 27 |
| 2.5.3 | Vertriebsprozesse | 28 |
| 2.5.4 | IT-Outsourcing, Cloud Computing und SaaS | 28 |
| 3. | Vergleich von IT-Outsourcing und SaaS | 29 |
| 3.1 | Neuerungen durch SaaS im IT-Outsourcing | 29 |
| 3.1.1 | Gemeinsamkeiten | 30 |
| 3.1.2 | Unterschiede | 31 |
| 3.1.3 | Neue Aspekte durch SaaS und hybriden Betrieb | 33 |
| 3.2 | Folgen der Unterschiede von IT-Outsourcing und SaaS | 36 |
| 3.2.1 | Anwendbarkeit bisheriger Vorgehensweisen | 37 |
| 3.2.2 | Modell für SaaS und hybriden Betrieb | 38 |
| 4. | Grundlagen zur Herleitung des Modells | 40 |
| 4.1 | Anforderungen an das Modell | 40 |
| 4.1.1 | Basisanforderungen | 40 |
| 4.1.2 | Spezifische Anforderungen | 41 |
| 4.2 | Auswahl und Einsatzmöglichkeiten geeigneter Methoden | 42 |
| 4.2.1 | Total Cost of Ownership | 42 |
| 4.2.2 | Total Cost of Utilization | 42 |
| 4.2.3 | Nutzwertanalyse | 43 |
| 4.2.4 | Methodeneinsatz im Modell | 43 |
| 4.3 | Auswahl geeigneter Basismodelle und Theorien | 43 |
| 4.3.1 | Basismodelle | 44 |
| 4.3.2 | Theorien | 48 |
| 4.4 | Erstellung eines Entscheidungskriterienkatalogs | 52 |
| 4.4.1 | Entscheidungskriterien aus bisherigen Ergebnissen und Literatur | 52 |
| 4.4.2 | Entscheidungskriterien aus der Praxis | 54 |
| 4.4.3 | Zusammenfassung der Kriterien | 55 |
| 5. | Formulierung des Modells | 56 |
| 5.1 | Vorgehensweise | 56 |
| 5.2 | Erarbeitung der Phasen und Teilschritte | 57 |
| 5.2.1 | Generische Phasen | 57 |
| 5.2.2 | Teilschritte | 57 |
| 5.2.3 | Anpassung und Erweiterung gemäß der Problemstellung | 60 |
| 5.3 | Ausformulierung des Modells | 60 |
| 5.4 | Darlegung der Anforderungserfüllung | 64 |
| 6. | Anwendung des Modells | 66 |
| 6.1 | Beispielszenario | 66 |
| 6.1.1 | Ausgangssituation | 66 |
| 6.1.2 | Modelleinsatz | 67 |
| 6.2 | Projekt des Praxispartners | 71 |
| 6.2.1 | Ausgangssituation | 71 |
| 6.2.2 | Modelleinsatz | 71 |
| 6.3 | Diskussion und Auswertung der Anwendung | 75 |
| 7. | Resumée & Ausblick | 76 |
| Anhang | VII | |
| Literaturverzeichnis | IX |
Textprobe:
Kapitel 2., Theoretische Grundlagen:
Nachdem einleitend die Problemstellung und die Ziele der Arbeit verdeutlicht wurden, werden im nun folgenden Kapitel die theoretischen Grundlagen erörtert, die zum Verständnis dieser Arbeit notwendig sind.
2.1, Modelle und Methoden in der Wirtschaftsinformatik:
Da das Hauptziel dieser Arbeit in der Entwicklung eines Vorgehensmodells besteht, wird nun anhand von Quellen aus der Literatur festgelegt, was unter dem Begriff ‘Modell’ zu verstehen ist und welche Arten von Modellen es gibt. Da innerhalb des zu erarbeitenden Modells auch Methoden zur Entscheidungsfindung und -unterstützung bzw. zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit zum Einsatz kommen werden, wird diese Thematik ebenfalls erläutert.
2.1.1, Modellbegriff und Modellarten:
Es gibt eine Vielzahl an Modellbegriffen und Möglichkeiten zu deren Abgrenzung. Auch in der Wirtschaftsinformatik findet der Begriff ‘Modell’ an vielen Stellen und in verschiedenstem Kontext Verwendung. Aufgrund der hohen Anzahl an Definitionen und möglichen Einordnungen beschränkt sich dieser Abschnitt auf die Definition der wichtigsten Begrifflichkeiten, ohne einen umfassenden Einblick in die Modelltheorie zu geben. Dies würde den Rahmen der Arbeit sprengen und wäre für das Erreichen der Ziele dieser Arbeit nicht zweckdienlich. Ein früher Modellbegriff mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund geht zurück auf Erich Kosiol, dem zufolge man dann von einem Modell sprechen kann, ‘wenn es sich um zusammengesetzte Gedankengebilde handelt, die aus der Totalinterdependenz der Wirklichkeit abgegrenzte und übersehbare Teilzusammenhänge ausgliedern.’ Dies bedingt als ein wichtiges Kriterium für ein Modell, dass dieses abstrahierend sein und die Realität vereinfacht darstellen muss. Herbert Stachowiak, Verfasser des Standardwerks ‘Allgemeine Modelltheorie’, betont in seinem Modellbegriff die Zweckorientierung und definiert drei Hauptmerkmale für Modelle:
Abbildungsmerkmal: Ein Modell ist immer ein Abbild einer Sache, welche auch selbst ein Modell sein kann.
Verkürzungsmerkmal: Ein Modell umfasst nicht alle Eigenschaften des Originals, sondern nur jene, die der Modellierer als relevant erachtet. Dieses Merkmal bestätigt Kosiols Auffassung, dass ein Modell abstrahierend sein muss.
Pragmatisches Merkmal: Modelle haben eine Ersetzungsfunktion bezüglich ihrer Originale, wobei diese Ersetzung zu einem bestimmten Zweck, in einem bestimmten Zeitraum und für ein bestimmtes Subjekt erfolgt. In diesem Merkmal spiegelt sich die Zweckorientierung Stachowiaks Modellbegriffs wider.
Die genannten Kriterien finden auch in modernen Modelldefinitionen im Bereich der Wirtschaftsinformatik Verwendung.
Bei der Modellart, die in dieser Arbeit entwickelt werden soll, handelt es sich um ein Vorgehensmodell. Diese Art von Modellen wird zu den Referenzmodellen gezählt. Referenzmodelle wiederum ‘stellen Modellmuster dar, die als idealtypisch für die Klasse der zu modellierenden Sachverhalte betrachtet werden.’ Dies bedeutet, dass Referenzmodelle zum Ableiten neuer, spezifischerer Modelle genutzt werden können (was die Bezeichnung Referenzmodell bereits vermuten lässt). Referenzmodelle werden auch zum Evaluieren von Alternativen herangezogen, wobei das Ergebnis als Reifegrad angegeben wird.
Dies unterstreicht die Eignung von Vorgehensmodellen für die in dieser Arbeit gegebene Problemstellung.
Unter dem Begriff Vorgehensmodell wiederum versteht man ‘jede modellhafte, abstrahierende Beschreibung von Vorgehensweisen, Richtlinien, Empfehlungen oder Prozessen, die für einen abgegrenzten Problembereich gelten und in einer möglichst großen Anzahl von Einzelfällen anwendbar sind.’ Diese Definition spiegelt genau jene Anforderungen an Spezifität und Übertragbarkeit des zu entwickelnden Vorgehensmodells wider, die einleitend gestellt wurden. Auch zeichnen sich Vorgehensmodelle durch eine Einteilung in Phasen aus, in denen beschrieben wird, wie und womit (z.B. mit welcher Methode) Dinge auszuführen sind. Zusammenfassend lassen sich für ein Vorgehensmodell folgende Kriterien festhalten, welche somit auch das zu entwickelnde Modell als Basiskriterien erfüllen sollte:
Abstraktion, Vereinfachung, Zweckorientierung, Spezifität, Übertragbarkeit, Phasenorientierung.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842823433
Arbeit zitieren:
Böttger, Markus September 2011: Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Qualifizierung von Vertriebssoftware für den hybriden Betrieb von On-Premise Software und SaaS in KMU, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Vertriebssoftware, On-Premise Software, SaaS, hybrid, Cloud Computing




