Entwicklung von Video-Content für den mobilen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Vahid Zamani
- Abgabedatum: November 2007
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 4,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Europa Hochschule Fresenius - Hochschule für Wirtschaft und Medien GmbH Deutschland
- Bibliografie: ca. 114
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1137-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zamani, Vahid November 2007: Entwicklung von Video-Content für den mobilen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Handy-TV, DVB-H, Video-Content, Fernsehen, mobiler Markt
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Diplomarbeit von Vahid Zamani
Einleitung:
Handy-TV ist in Deutschland, aber auch weltweit, noch ein sehr junges Medium. Personen die sich noch nicht damit befasst haben, könnten denken, dass darauf das normale Fernsehprogramm aus dem klassischen Fernsehen läuft. Doch Handy-TV ist viel mehr als nur eine Erweiterung des Fernsehens. Es ist ein neues Medium, mit eigenen Anforderungen, Stärken und Schwächen. Auf dem Markt wirken alle großen Unternehmen aus Mobilfunk, Fernsehen, Internet und sogar Radio und Print mit. Die alte Rollenaufteilung der Medien wurde zum Teil schon im Internet aufgehoben, dieser Trend setzt sich beim Mobiltelefon fort. Handy-TV steht kurz vor der Marktreife, rechtliche und technische Hürden sind größtenteils überwunden und es wird für Medienunternehmen Zeit, sich intensiv mit dem neuen Markt zu beschäftigen, um sich rechtzeitig zu positionieren.
Ziel dieser Diplomarbeit ist die Ermittlung der Anforderungen für die Entwicklung von Video-Content für den mobilen Markt. Hierfür gilt es zu klären, welche Übertragungstechnologien für Handy-TV genutzt werden. Des Weiteren stellt sich die Frage, mit welcher Marktsituation Content-Entwickler und Produzenten in Deutschland konfrontiert sind und welche Erkenntnisse sich aus dem Auslandsmarkt gewinnen lassen. Dazu gehört es herauszufinden, welcher Zielgruppe welche Inhalte in welcher Form zugänglich gemacht werden sollten. Die Frage, welches Potenzial der Markt hat, soll beantwortet werden, um Prognosen über die Gewinnaussichten der Branche machen zu können.
Auch soll ermittelt werden, welche Eigenheiten das mobile Fernsehen mit sich bringt und wie diese sich auf die Produktion auswirken. Weitere Schwerpunkte sind die Finanzierungsstrategie und Besonderheiten bei der Entwicklung von Content für Handy-TV. Insbesondere die Entwicklung von Kurzfilmen und Serien bzw. Soaps wird dabei untersucht.
Diese Untersuchung geht von der Hypothese aus, dass Handy-TV in den nächsten fünf bis sechs Jahren zum Massenmedium avancieren könnte. Das Handy als Massenmedium hätte das Potenzial zu einem der wichtigsten Verbreitungskanäle für Medieninhalte zu werden, da es eine sehr hohe Reichweite haben wird und einzigartige Vorteile bietet. Damit ginge auch eine steigende Bedeutung in der Werbewirtschaft einher. Exakte, ortsbasierte Zielgruppenansprache mit hoher Aufmerksamkeit würde Werbung so effizient wie nie zuvor machen.
Videoinhalte für das Handy stellen neue Anforderungen an Autoren, Produzenten und Distributoren. Formate aus dem Fernsehen können nicht 1:1 adaptiert werden, sondern es entsteht eine neue Filmart, durch die Kurzfilme wirtschaftlich interessanter werden.
Handy-TV wird in dieser Arbeit als die kabellose Übertragung von Videoinhalten auf mobile Endgeräte wie Handys oder PDAs (Personal Digital Assistants), unabhängig von der Übertragungstechnologie definiert. Verschiedene Quellen übernehmen Namensvariationen aus dem Englischen, wie z.B. Mobil-TV und Mobile TV oder differenzieren zwischen Fernsehen für mobile Geräte und Fernsehen für Handys. Da die Marktentwickelung jedoch darauf hindeutet, dass langfristig die meisten mobilen Geräte zu einer Funktion im Handy werden, erscheint Handy-TV als deutscher Begriff beständiger.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Tabellenverzeichnis | 7 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 8 | |
| 1. | Einleitung | 9 |
| 2. | Übertragungstechnologien | 10 |
| 2.1 | Uni- und Multicasting | 11 |
| 2.1.1 | Download oder Streaming? | 13 |
| 2.2 | Broadcasting | 14 |
| 2.2.1 | DMB | 15 |
| 2.2.2 | DVB-H | 16 |
| 2.2.3 | MediaFLO | 18 |
| 3. | Marktanalyse | 19 |
| 3.1 | Marktentwicklung | 19 |
| 3.2 | Zielgruppe | 22 |
| 3.3 | Nutzungssituation | 24 |
| 3.4 | Ausstattung mit Endgeräten | 26 |
| 3.5 | Kundenbedürfnisse | 29 |
| 3.6 | Programmportfolio UMTS | 32 |
| 3.6.1 | Vodafone | 32 |
| 3.6.2 | T-Mobile | 33 |
| 3.6.3 | E-Plus | 35 |
| 3.6.4 | O2 | 36 |
| 3.6.5 | Fazit | 36 |
| 3.7 | Programmportfolio Broadcasting | 36 |
| 3.7.1 | DMB | 36 |
| 3.7.2 | DVB-H | 37 |
| 3.8 | Deutsche Handy-TV Produktionen | 37 |
| 3.8.1 | Mittendrin-TV | 37 |
| 3.8.2 | Kill your Darling | 39 |
| 3.8.3 | MicroMovie | 39 |
| 3.8.4 | Video-Communities | 39 |
| 3.9 | Kommunikation | 40 |
| 3.9.1 | T-Mobile | 41 |
| 3.9.2 | Vodafone | 41 |
| 3.9.3 | O2 | 41 |
| 3.9.4 | Unabhängige | 42 |
| 3.9.5 | Fazit | 42 |
| 3.10 | R echtliche Situation | 42 |
| 3.11 | Auslandsmarkt | 43 |
| 3.11.1 | Süd-Korea | 44 |
| 3.11.2 | USA | 45 |
| 3.12 | Verbreitungsprognose für Handy-TV | 46 |
| 3.12.1 | DVB-H | 46 |
| 3.12.1 | UMTS | 48 |
| 3.13 | Umsatzprognose | 49 |
| 3.14 | SWOT Analyse | 50 |
| 3.14.1 | Stärken | 50 |
| 3.14.2 | Schwächen | 51 |
| 3.14.3 | Chancen | 52 |
| 3.14.4 | Risiken | 53 |
| 4. | Finanzierungsstrategie | 55 |
| 4.1 | Werbefinanzierung | 56 |
| 4.2 | Pay-per-View | 60 |
| 4.3 | Abonnements | 60 |
| 4.4 | Abrechnung | 61 |
| 4.5 | Budgetierung | 62 |
| 5. | Formate für den Handy-TV Markt | 63 |
| 5.1 | Entwicklungsstrategien für Handy-TV Content | 64 |
| 5.1.1 | Live-Streaming vom TV | 64 |
| 5.1.2 | Anpassung | 64 |
| 5.1.3 | Neu produzierte Formate für mobile Engeräte | 65 |
| 5.2 | Formatbeschreibungen | 65 |
| 5.2.1 | Nachrichten und Wetter | 65 |
| 5.2.2 | Sport | 65 |
| 5.2.3 | Musik | 66 |
| 5.2.4 | Animationen & Cartoons | 66 |
| 5.2.5 | Lifestyle | 67 |
| 5.2.6 | Kino-Trailer | 67 |
| 5.2.7 | Comedy | 67 |
| 5.2.8 | Erotik | 67 |
| 5.2.9 | Interaktives | 68 |
| 5.3 | Der Kurzfilm | 69 |
| 5.3.1 | Dramaturgie des Kurzfilms | 70 |
| 5.3.2 | Produktionsaufwand - Kalkulation | 72 |
| 5.4 | Die Soap/Serie | 72 |
| 5.4.1 | Struktur der Soap/Serie | 72 |
| 5.4.2 | Produktionsaufwand | 74 |
| 6. | Videoproduktion für Handy-TV | 75 |
| 6.1 | Produktionstechnische Auswirkungen | 75 |
| 6.1.1 | Kameratechnik | 75 |
| 6.1.2 | Dateiformate und -größe | 76 |
| 6.1.3 | Bildformate | 77 |
| 6.1.4 | Tonqualität | 78 |
| 6.2 | Gestaltung | 78 |
| 6.2.1 | Ungeeignete Bilder | 79 |
| 6.2.2 | Geeignete Bilder | 80 |
| 6.2.3 | Schrift & Texte | 82 |
| 6.2.4 | Ton | 83 |
| 6.2.5 | Darsteller | 83 |
| 7. | Kommunikationspolitik | 83 |
| 8. | Distributionsstrategien | 84 |
| 9. | Schlussbetrachtung | 85 |
| 9.1 | Fazit | 85 |
| 9.2 | Ausblick | 87 |
| Literaturverzeichnis | 88 | |
| Anhang | 99 |
Textprobe:
Kapitel 6, Videoproduktion für Handy-TV:
Für Handy-TV produzierter Content ist in vielerlei Hinsicht begrenzt, sowohl technisch wie auch gestalterisch. Das ist zumeist auf die geringe Displaygröße, aber auch auf die Übertragungskapazität, Prozessorleistung und Nutzungssituation des Mobilgeräts zurückzuführen. Im Folgenden werden die produktionstechnischen Auswirkungen dieser Eingrenzungen erläutert.
Produktionstechnische Auswirkungen: Entsprechend der verfügbaren Kapazitäten des Mobilgerätes müssen auch die technischen Eigenschaften des Videos angepasst werden. Dabei darf die Nutzbarkeit nicht außer Acht gelassen werden. Wenn z.B. ein Video zur Optimierung von Übertragungszeit und -kosten so stark an Qualität verliert, dass weder Auflösung noch Datenrate den Fähigkeiten eines modernen Endgerätes entsprechen, ist der User schnell enttäuscht. Das Problem ist, dass viele Unternehmen nicht mit der rasanten Entwicklung der Mobiltelefone mithalten können. Es fällt der Medienbranche ausgesprochen schwer, sich überhaupt auf ein Standardformat zu einigen. Dadurch, dass sich die Fähigkeiten der Mobiltelefone außerdem alle ein bis zwei Jahre verbessern, gibt es mittlerweile eine unübersichtliche Anzahl an Formaten. Daher sind Videoformate, die eigentlich für das ältere GPRS entwickelt wurden, auch heute im UMTS-Netz noch im Einsatz. Selbst die schnellste HSDPA-Verbindung des neuen Handys hat für den Nutzer dann keinen Vorteil. Grundsätzlich wird die Videoqualität für Handys in naher Zukunft jedoch nicht sehr hoch sein müssen, was für die Produktion wiederum ein Vorteil ist. Trotzdem wäre es falsch zu sagen, dass Handy-TV keinerlei Aufwand benötigt. Wenn an Technik stark gespart wird, z.B. beim Verzicht auf Beleuchtung, wird sich das in einer Bildqualität niederschlagen, die auch auf dem Handy auffallend niedrig ist.
Kameratechnik: Aufgrund der niedrigen Auflösung der Handy-Displays sind keine hoch auflösenden Kameras nötig. Aufnahmen können daher kostengünstig mit DV-Kameras gemacht werden. Es kann sogar noch mit Zoomausschnitten dieser Aufnahmen gearbeitet werden, ohne dass ein Qualitätsverlust entsteht. Das erweist sich vor allem bei der Archivverwertung als großer Vorteil. Dadurch können Fernsehformate an das Mobiltelefon angepasst werden.
Dateiformate und –größe: Die Video-Dateien für das Handy dürfen nur eine begrenzte Größe haben. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen steht auf den Endgeräten nur begrenzter Speicherplatz zur Verfügung. Die Speicherkapazität der Geräte wächst zwar, doch häufig ist der interne Speicher trotzdem größtenteils mit Bildern oder Musikdateien belegt. „Kein Nutzer möchte aufgrund von drei bis vier Video-Downloads mit einem vollen Speicher auf seinem Endgerät konfrontiert werden.“ Zum anderen haben die Prozessoren älterer videofähiger Handys teilweise Probleme, eine große Datenmenge zu verarbeiten. Es kann zu Einfrier-Effekten kommen.
Viel bedeutender sind jedoch die Faktoren Übertragungskosten und -zeit. Abhängig vom Tarif des Users wird nach Datendurchsatz oder per Zeittaktung abgerechnet. Hohe Kosten aufgrund großer Dateien können die wohl größte Hürde für Mobile-Video-on-Demand darstellen. Da die Tarife sich immer noch sehr unterscheiden, ist eine kleine Videogröße für den Massenmarkt am besten geeignet. Mittlerweile gibt es auch schon UMTS-Flatrates, jedoch ist gerade auf dem Handy, aufgrund der kurzen Nutzungsdauer, eine lange Wartezeit bis zum Videostart sehr störend.
„Ausnahmen für eine größere Datenmenge sind auf Handys vorinstallierte Clips oder per Smart Card ausgelieferte Videos“.
Das derzeitige Standardformat für Mobile-Videos ist 3GP, eine Entwicklung des 3rd Generation Partnership Project (3GPP), mit der Endung *.3gp. Dieses ist ein Containerformat, welches extra für Handys entwickelt wurde und eine Video- und zwei Audiospuren beinhaltet, es ist dem MP4 Format sehr ähnlich. Zur Komprimierung von Audio- und Videodateien werden so genannte Codecs benutzt. Diese enthalten die Informationen zum auslesen der Kompression, also zum decodieren. 3GP unterscheidet sich hauptsächlich darin, dass die Bildgröße und der Audiocodec angepasst wurden. Zudem hat es den Vorteil, dass es per MMS verschickt werden kann. Als Videocodec wird MPEG-4 eingesetzt, eine Entwicklung der „Moving Picture Experts Group“, als Audiocodec wird AAC (Advanced Audio Codec) für Musik oder AMR-NB (Adaptive Multi-Rate Narrow Band) für Sprache eingesetzt. Durch die starke Datenreduzierung haben Video und Audio allerdings eine niedrige Qualität. Videos die heute im 3GP-Format übertragen werden, haben in der Regel die Standardauflösung QCIF mit 176 x 144 Pixel, eine Datenrate zwischen 20 und 65 kb/s, durchschnittlich 15 Frames (Bilder) pro Sekunde und nur einen Monokanal mit 8000 kHz. Theoretisch wäre die neueste Version von 3GP in der Lage höhere Auflösungen und Datenraten zu liefern, doch die meisten Endgeräte haben entweder nicht genug Prozessorleistung oder keine Lizenz für die Codecs. Ein weiterer Faktor ist die Übertragungsgeschwindigkeit, weswegen die Dateien möglichst klein sein müssen. Bei schnellen HSDPA-Handys kann die neue Version 3GP2 eingesetzt werden.
Die Formatumwandlung für den Massenmarkt überlässt der Content-Produzent am besten einem Distributionsunternehmen, welches das Mastervideo bei Abruf an den jeweiligen Handytyp anpasst.
Bildformate: Ein Problem bei der Produktion von Videos für Handys sind die stark variierenden Displaygrößen und Auflösungen. Die durchschnittliche Größe von Handy-Displays variiert zwischen 1,5 und 3,5 Zoll. Die Standardauflösung ist QCIF mit 176 x 144 Pixel, was einem Format von 11:9 entspricht. QCIF ist der momentane Standard für UMTS-Videos. Bei neuen Handys etabliert sich derzeit die Standardauflösung QVGA mit 320 x 240 Pixel, was einem Format von 4:3 entspricht. Einige Geräte haben auch schon eine höhere Auflösung.
Die Auflösung von 320x240 Pixel entspricht auch der Auflösung von DVB-H und DMB. Zum Vergleich: Das europäische PAL-Fernsehen hat eine Auflösung von 720x576 Pixel und das Format 4:3.
Tonqualität: Derzeit haben viele Endgeräte noch eine blecherne Tonqualität, da der unterstützte Audio-Standard ursprünglich nur für Sprachübertragung gedacht war. Mit einem Headset sieht das aber mittlerweile anders aus. Aufgrund der Verbreitung von MP3 Playern in Handys, hat sich auch die Tonqualität stark verbessert. Es ist davon auszugehen, dass Handy-TV meist mit Kopfhörern gehört wird, da die wenigsten Nutzer unterwegs zu stark auffallen bzw. andere belästigen wollen. Doch auch bei der Wiedergabe ohne Headset verbessert sich die Tonqualität, weil das Handy sich auch zur mobilen Stereoanlage entwickelt. Deshalb sollte aufgrund des Vorführeffektes beachtet werden, dass die Verständlichkeit auch ohne Headset gewährleistet ist. Wie in Kapitel 6.1.2. erwähnt, muss jedoch auf Grund der Dateigröße oft auf eine gute Soundqualität verzichtet werden. Diese niedrige Qualität kann zu einem echten Problem werden, denn die beliebten Musikclips machen nur mit gutem Ton wirklich Spaß. Klare Verständlichkeit ist, aufgrund der äußeren Einflüsse bei der Nutzung unterwegs, sehr wichtig. Die Kompression ist dabei nur ein Faktor, denn guter Ton fängt bei der Aufnahme an.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836611374
Arbeit zitieren:
Zamani, Vahid November 2007: Entwicklung von Video-Content für den mobilen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Handy-TV, DVB-H, Video-Content, Fernsehen, mobiler Markt



