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Entwicklung eines Systems zur Messung der internationalen Unternehmensbesteuerung am Beispiel von Deutschland, Österreich und der Schweiz

Entwicklung eines Systems zur Messung der internationalen Unternehmensbesteuerung am Beispiel von Deutschland, Österreich und der Schweiz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Patrick W. W. Koestner
  • Abgabedatum: August 2008
  • Umfang: 72 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Institution / Hochschule: AKAD-Fachhochschule Stuttgart Deutschland
  • Bibliografie: ca. 32
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3161-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Koestner, Patrick W. W. August 2008: Entwicklung eines Systems zur Messung der internationalen Unternehmensbesteuerung am Beispiel von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensbesteuerung, Taxation, PATK, Österreich, Schweiz

Diplomarbeit von Patrick W. W. Koestner

Einleitung:

Bedeutung der Themenauswahl:

Internationale Unternehmensteuerbelastungsvergleiche sind trotz einer Harmonisierung der Steuertarife, auch bei Einbeziehung der Berechnungs-vorschriften zur Ermittlung der Bemessungsgrundlagen, ein geeignetes Instrumentarium zur Unterstützung der Bewertung von unternehmerischen Handlungsalternativen. Zur Quantifizierung der Steuerbelastung eines Unternehmens können verschiedene Methoden angewendet werden, inwiefern die unterschiedlichen Methoden für das Unternehmen relevante Resultate aufzeigen, ist in der Literatur nicht ausreichend untersucht. Das System und die Vorgehensweise der Steuervergleiche kann bei Unternehmen verschiedener Branchen und mit unterschiedlicher Bilanzstruktur zu differenzierten Resultaten führen. Die Länderauswahl in dieser Untersuchung erfolgte nach territorialen Gesichtspunkten. Die Aktualität der Unternehmensbesteuerung lässt sich anhand der Veränderungen und Veränderungsvorschläge die das Steuersystem betreffen, aufzeigen. So wurde in Österreich im Jahre 2005 die größte Steuerreform, seit bestehen der Republik gesetzlich verabschiedet. In Deutschland werden Steuersysteme entwickelt, die zu einer Entlastung der Unternehmenssteuer führen sollen, z. B. ‘Die einfach Steuer’ von Prof. em. Dr. Manfred Rose an der Universität Heidelberg oder die Entwicklung der ‘Zinsbereinigten Gewinnsteuer’ des RWI Essen und des Heidelberger Steuerkreises. Der Wettbewerb der einzelnen Länder um Unternehmens-ansiedlungen bzw. Standortvorteile kann mit quantitativen Mitteln wie Steuer-vergünstigungen oder Steuersenkungen geführt werden. Qualitative Wettbewerbsvorteile wie die Infrastruktur, die Nähe zu den Absatzmärkten oder zu den Rohstoffressourcen werden von Unternehmen bei der Entscheidungsfindung ebenfalls berücksichtigt. Der Wettbewerb um Standortvorteile unter Nachbarländer wie Deutschland, Österreich und der Schweiz ist durch die EU-Osterweiterung in eine neue Phase getreten. Die Senkung der Körperschaftsteuer auf 25 % und die Einführung der Gruppenbesteuerung auf Seiten Österreichs kann als Impuls verstanden werden, den Wettbewerb um Standortvorteile für sich zu entscheiden.

Zielsetzung der Arbeit:

Zielsetzung dieser Arbeit ist die Entwicklung eines eigenen Systems zur Messung der internationalen Unternehmensteuerbelastung mit liquiditätsbezogenen Ansatz im Vergleich zu bekannten Steuermessmodellen. Das entwickelte System analysiert die Mindestbesteuerung, die ohne die Anwendung von detaillierten nationalen Rechnungslegungsvorschriften entstünde. Etwaige Steuervergünstigungen durch Rechnungslegungsvorschriften, Investitionsfreibeträgen oder andere ländertypische Subventionen bleiben bei diesem Modell unberücksichtigt.

Vorgehensweise:

Zu Beginn der Untersuchung werden die verschiedenen Modelle zur Messung der internationalen Unternehmensbesteuerung deskriptiv kurz dargestellt. Nach dem Vergleich der einzelnen Systeme erfolgt die Darstellung eines Modellunternehmens und seiner Rechtsform, dieses Modellunternehmen wird in das Steuersystem der verschiedenen Länder übertragen. Als Ausgangswährung der Untersuchung dient der Euro, der Umrechnungskurs zum Schweizer Franken (SFR) ist 1,5. Als Basis der länderspezifischen Unternehmensbesteuerung dient die Anfangsbilanz des Modellunternehmens. Die Steuern der verschiedenen Länder werden in Ertrags- und Substanzsteuern eingeteilt. Die Messung der Steuerbelastung erfolgt nach Ertrags-, Substanz und Gesamtsteuerbelastung. Die Aktivitäten des Modellunternehmens während eines Geschäftsjahres werden in Form von Geschäftsvorfällen dargestellt. Aus diesen Geschäftsvorfällen wird die Schlussbilanz abgeleitet. Die Ermittlung der Steuerbelastung des Modellunternehmens erfolgt in den einzelnen Ländern nach länderspezifischen Steuergesetzen. Die Ergebnisse der Messung der Steuerbelastung werden in einem Ländervergleich dargestellt. Der Zeitraum der Betrachtung beträgt in den Szenarien ein Geschäftsjahr. Die Geschäftsvorfälle bleiben in den Szenarien unverändert. Die weiteren Attribute der Szenarien, lassen sich der Szenarienübersicht entnehmen. Der Zeitraum der Untersuchung müsste allerdings bei Berücksichtigung der Abschreibung, der Abschreibungsdauer entsprechen. Der Kapitalmarktzins beträgt bei Alternativinvestitionen geschätzte 5 %. Nach Auswertung der einzelnen Szenarien, werden diese miteinander verglichen. Als Referenzmodell dient eine vollständige Unternehmenssimulation der einzelnen Szenarien mit einer quantifizierbaren Steuerbelastung. Dieser Vergleich deckt die Schwachstellen der einzelnen Methoden bei veränderbaren Ausgangsbasen auf.

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Formelverzeichnis VI
Kürzelverzeichnis VII
Literaturverzeichnis VIII
Tabellenanhang IX

1. Einleitung 1
1.1 Bedeutung der Themenstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Vorgehensweise 2
1.4 Aufbau der Arbeit 3
2. Theorieteil 4
2.1 Steuerbelastungsvergleich 4
2.1.1 Definition Steuerbelastungsvergleich 4
2.1.2 Inhalt von Steuerbelastungsvergleichen 5
2.1.3 Verschiedene Methoden von Steuerbelastungsvergleichen 5
2.1.3.1 Steuervergleich 5
2.1.3.2 Volkswirtschaftlicher Tarifvergleich 6
2.1.3.3 Effektive Grenz - und Durchschnittsteuersätze 7
2.1.3.4 ETA 9
2.1.3.5 Zinsbereinigte Gewinnsteuer 9
2.2 Besteuerung einer Kapitalgesellschaft am Beispiel einer GmbH 12
2.2.1 Besteuerung in Deutschland 12
2.2.2 Besteuerung in Österreich 13
2.2.3 Besteuerung in der Schweiz 13
3. Hauptteil 15
3.1 Darstellung der IST Situation 15
3.1.1 Stärken Schwächen Profil 15
3.1.2 Ableiten der Probleme bisher bekannter Steuerbelastungsvergleiche 16
3.1.3 Sollkonzept 17
3.2 Durchführung eines quantitativen Steuerbelastungsvergleiches mit eigenem Konzept 19
3.2.1 Methodik der Steuerbelastungsvergleiche 19
3.2.2 Berechnung des Zahlungsüberschusses 20
3.2.3 Einbezogene Steuern 21
3.2.4 Bemessungsgrundlage und Berechnung der einzelnen Steuern 22
3.2.5 EATR 24
3.2.6 ETA orientierte Unternehmenssimulation 25
3.2.7 Unternehmen 26
3.2.8 Geschäftsvorfälle 30
3.2.9 Bilanz am Jahresende 34
3.2.10 Besteuerungszeitraum 35
3.2.11 Beschreibung der bereits erwähnten Szenarien 35
3.3 Darstellung der Ergebnisse 36
3.3.1 Szenario 1 38
3.3.2 Szenario 2 40
3.3.3 Szenario 3 41
3.3.4 Szenario 4 42
3.3.5 Bilanzstrukturabhängigkeit Ländervergleich 43
3.3.5.1 Deutschland - Anlageintensität 43
3.3.5.2 Deutschland – Eigenkapitalquote 45
3.3.5.3 10 Jahresteuervergleich 46
3.4 Alternativen 48
4. Resümee 49
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 49
4.2 Kritische Würdigung 50
4.3 Diskussion latenter Probleme 51
4.4 Ausblick 51

Textprobe:

Kapitel 2.1.2, Inhalt von Steuerbelastungsvergleichen:

Steuerbelastungsvergleiche können aus volkswirtschaftlicher Sicht im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgen. Bei diesen Vergleichen wird meist auf Zahlenmaterial der Statistik zurückgegriffen. Ein betriebswirtschaftlicher Steuerbelastungsvergleich erfolgt auf Basis der Unternehmenszahlen bzw. nimmt ein konkretes Beispielunternehmen zum Objekt seiner Untersuchung. Unter Sollmethode kann die Untersuchung eines bestimmten Unternehmenstyps oder Unternehmens verstanden werden. Die Belastungsrechnungen einzelner Produkte oder Branchen entsprechen der Istmethode.

2.1.3, Verschiedene Methoden der Steuerbelastungsvergleiche:

2.1.3.1, Steuertarifvergleiche:

Der gesetzliche Steuertarif kann auf seine Form und auf die prozentuale Höhe zur Bemessungsgrundlage verglichen werden. Der Steuertarifvergleich der judikativen Steuertarife führt in Zeiten der EU weiten Steuerharmonisierung zu keinem aussagefähigen Ergebnis. Ein Tarifvergleich der Besteuerung des Gewinnes von Kapitalgesellschaften kann ein Vergleich der gesetzlichen Körperschaftsteuer sein. Von der Körperschaftsteuer abhängige Steuerarten wie z. B. der Solidaritätszuschlag, kann je nach Definition mit in den Vergleich einbezogen werden. Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Modells zur Messung der Steuerbelastung. Bei betriebswirtschaftlichen Steuerbelastungsvergleichen ist primär das Untersuchungsobjekt zu definieren, welches die Richtung der Untersuchung vorgibt. Die Wirkung der einzelnen Steuern auf das Steuersubjekt und ihre Einbeziehung in die Untersuchung ist als zweiter Schritt anzusehen. Steuerbelastungsvergleiche können rein deskriptiv sein, oder auf der quantitativen Messung der Steuerbelastung beruhen. Eine andere Möglichkeit der Steuerbelastungsvergleiche ist der Steuertarifvergleich.

Die quantitative Messung der Steuerlast kann nur anhand von Prämissen durchgeführt werden. Der Umfang und die Ausführlichkeit dieser Form des Steuerbelastungsvergleiches kann sehr detailliert sein. Steuerbelastungsvergleiche können vergangenheitsbezogen (‘looking back’) oder zukunftsorientiert (‘looking forward’) bezogen sein, vergangenheitsbezogene Steuerbelastungsvergleiche dienen Kontrollzwecken, während vorwärtsgerichtete Messungen sich auf zukünftige Investitionen beziehen. Ausgangspunkt für den internationalen Vergleich ist die gleiche quantitative Bemessungsgrundlage in den verschiedenen Ländern. Der Tarifvergleich gesetzlicher Steuertarife schafft einen überblick über die Besteuerungssituation im internationalen Vergleich.

2.1.3.2, volkswirtschaftlicher Tarifvergleich:

Steuerbelastungsvergleiche auf Basis der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung können ein Durchschnittsunternehmen abbilden und damit die durchschnittliche Belastung eines Unternehmens wiederspiegeln. Für betriebswirtschaftlichen Vergleich sind jedoch die individuellen Unternehmensdaten und die Geschäftsabläufe von größerer Bedeutung.

Arbeit zitieren:
Koestner, Patrick W. W. August 2008: Entwicklung eines Systems zur Messung der internationalen Unternehmensbesteuerung am Beispiel von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensbesteuerung, Taxation, PATK, Österreich, Schweiz

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