Entwicklung einer Social Marketing-Konzeption für Tagespflegeeinrichtungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus Dietl
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 514,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4591-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4591-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4591-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietl, Markus Juni 2001: Entwicklung einer Social Marketing-Konzeption für Tagespflegeeinrichtungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Pflegemanagement, Altenhilfe
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Diplomarbeit von Markus Dietl
Einleitung:
Burn-Out, strukturelle Gewalt, Pflegenotstand und demographischer Wandel sind Kernbegriffe, mit denen Medien die momentane Situation in der Altenpflege beschreiben. Wer die Probleme in der Altenhilfe kennt, weiß auch, dass ein großer Handlungsbedarf besteht.
Pflegestudiengänge und wissenschaftliche Zeitschriften gelten als Hinweise, die auf Lösungen für Probleme in der Pflege hoffen lassen. Dennoch überfordert sich die Pflege als akademische Disziplin selbst, wenn sie sich von anderen wissenschaftlichen Disziplinen abgrenzt. Zumal Pflegende zunehmend administrative Aufgaben bewältigen müssen. Insbesondere für leitende Pflegekräfte gewinnt die Betriebswirtschaft an Bedeutung. Es ist notwendig das vorhandene Wissen aufzugreifen, um aus den vorhandenen Erfahrungen zu profitieren. Qualitätsmanagement wird bereits vom Gesetzgeber vorgeschrieben und auch den Begriff Marktorientierung findet man immer häufiger in den Pflegezeitschriften. Diese ökonomischen Überlegungen sind auf die Einführung der Pflegeversicherung zurückzuführen, die den Pflegemarkt für Anbieter attraktiver macht. Der daraus resultierende Wettbewerbsdruck und der demographische Wandel in Deutschland sind Bedingungen, die Marketing in der Altenhilfe erforderlich machen. Obwohl die Tagespflegen Pflegebedürftige sinnvoll fördern und die Angehörigen entlasten, sind ein Viertel der Tagespflegeplätze unbesetzt. Studien zeigen, dass bei nachlassender Intensität des Marketings die Nachfrage nach der teilstationären Betreuung sinkt. Nach Christa müssen diffus positionierte Einrichtungen sich mit einer Nutzerstruktur vertraut machen, die eine gerontologisch anspruchsvolle Arbeit nicht mehr ermöglicht. Demnach besteht die Gefahr, dass es bei den Mitarbeitern und Kunden zu Motivationsverlusten kommt. Die Einrichtungen verlieren folglich stark an Ansehen in der Öffentlichkeit.
Ein Umzug ins Heim ist für alte Menschen mit vielen Verlusten verbunden. Sie verlieren neben ihrer vertrauten Umgebung häufig auch ihre Intimsphäre. Dies lässt sich besonders oft bei einer Unterbringung in Mehrbettzimmer feststellen. Birk bestätigt 1992 in ihrer Studie, daß sich durch die Inanspruchnahme einer gerontopsychiatrischen Tagespflege eine vollstationäre Versorgung vermeiden lässt. Die Tagespflege bietet viele Chancen für hochbetagte Senioren. Sie bietet Schutz und eine sichere Versorgung. Die Gäste können Kontakte pflegen und Freundschaften schließen, ohne aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen zu werden. Vielen Tagespflegen fehlen sinnvolle Konzepte, wodurch sie eine strategisch sinnvolle Planung der nach außen gerichteten Aktivitäten verpassen. Ansätze wie Kunden-, Ergebnis- oder Prozessorientierung lassen sich leicht auf Pflegeeinrichtungen übertragen. Daher kann jede Einrichtung ihre eigene Situation systematisch verbessern.
Die vorliegende Arbeit wendet Marketing auf den teilstationären Bereich der Altenhilfe an. Dieses Wissen kann Tagespflegen helfen, ihre Position auf dem Pflegemarkt zu verbessern. Die vorliegende Untersuchung liefert relevante Kriterien, die zur Entwicklung einer Marketingkonzeption notwendig sind. Sie dient als Handlungsanleitung für die Pflegepraxis. Die vorliegende Studie untersucht den aktuellen Stand der Tagespflege, den Einfluss verschiedener Marketingkonzepte, lohnende Ziele für die Tagespflege und potentielle Möglichkeiten, diese Ziele umzusetzen und zu kontrollieren.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 4 | |
| TABELLENVERZEICHNIS | 5 | |
| EINLEITUNG | 6 | |
| 1. | BEGRIFFSBESTIMMUNG | 8 |
| 1.1 | Marketing | 8 |
| 1.1.1 | Social Marketing | 9 |
| 1.1.2 | Dienstleistungsmarketing | 10 |
| 1.2 | Tagespflege | 12 |
| 2. | SITUATIONSANALYSE | 14 |
| 2.1 | Analyse der externen Situation | 14 |
| 2.1.1 | Umfeld | 14 |
| 2.1.1.1 | Ökonomische Faktoren | 15 |
| 2.1.1.2 | Soziodemographische Faktoren | 16 |
| 2.1.1.3 | Soziokulturelle Faktoren | 18 |
| 2.1.1.4 | Technologische Faktoren | 19 |
| 2.1.1.5 | Politisch-rechtliche Faktoren | 19 |
| 2.1.2 | Zielgruppenanalyse | 21 |
| 2.1.3 | Absatzmittler/-helfer | 23 |
| 2.1.4 | Mitbewerber | 25 |
| 2.1.5 | Pflegemarkt | 26 |
| 2.2 | Analyse der internen Situation | 28 |
| 2.2.1 | Finanzielle Situation | 29 |
| 2.2.2 | Organisationsmerkmale | 31 |
| 2.2.2.1 | Trägerschaft | 31 |
| 2.2.2.2 | Anbindung | 32 |
| 2.2.2.3 | Platzzahl | 32 |
| 2.2.2.4 | Öffnungszeiten | 33 |
| 2.2.2.5 | Leistungen | 33 |
| 2.2.3 | Qualitätssicherung in Tagespflegen | 34 |
| 2.2.3.1 | Strukturqualität | 35 |
| 2.2.3.2 | Prozessqualität | 36 |
| 2.2.3.3 | Ergebnisqualität | 36 |
| 3. | MARKETINGKONZEPTION EINER TAGESPFLEGE | 37 |
| 3.1 | Festlegung der Marketingziele | 39 |
| 3.1.1 | Übergeordnete Ziele | 40 |
| 3.1.2 | Handlungsziele | 42 |
| 3.2 | Strategische Marketing-Planung | 45 |
| 3.2.1 | Kundenorientierte Strategien | 45 |
| 3.2.1.1 | Marktfeldstrategie | 45 |
| 3.2.1.2 | Marktstimulierungsstrategie | 47 |
| 3.2.1.3 | Marktparzellierungsstrategie | 47 |
| 3.2.1.4 | Marktarealstrategie | 49 |
| 3.2.2 | Konkurrentenorientierte Strategien | 50 |
| 3.2.3 | Kooperationsorientiertestrategie | 51 |
| 3.3 | Taktische Marketing-Planung | 53 |
| 3.3.1 | Produktpolitik | 53 |
| 3.3.1.1 | Produktinnovation | 55 |
| 3.3.1.2 | Produktvariation | 55 |
| 3.3.1.3 | Produktelimination | 56 |
| 3.3.1.4 | Produktmarkierung | 56 |
| 3.3.1.5 | Servicepolitik | 57 |
| 3.3.2 | Kommunikationspolitik | 58 |
| 3.3.2.1 | Werbung | 59 |
| 3.3.2.2 | Öffentlichkeitsarbeit (Public Relation) | 60 |
| 3.3.2.3 | Verkaufsförderung | 61 |
| 3.3.2.4 | Persönlicher Verkauf | 62 |
| 3.3.3 | Entgeltpolitik | 65 |
| 3.3.3.1 | Ansätze zur Preisfindung | 65 |
| 3.3.3.2 | Konditionenpolitik | 69 |
| 3.3.4 | Distributionspolitik | 71 |
| 3.3.4.1 | Planung der Absatzkanäle | 71 |
| 3.3.4.2 | Planung der Marketing-Logistik | 71 |
| 4. | KONTROLLE DER MARKETINGAKTIVITÄTEN | 74 |
| FAZIT | 75 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 81 |
Unter Unternehmensidentität (Corperate Identity) ist die symbolische Verdichtung von Eigenschaften und Eigenarten einer Organisation zu verstehen.70 Mit Hilfe der Corporate Identity konkretisiert der Social-Marketer den Unternehmenszweck. Die Corporate Identity hilft eine positive Außenwirkung zu erzielen. Dies kann durch eine Vereinheitlichung der Leistungen und durch anderer Elemente der Identität geschehen. Mit einem einheitlichen Erscheinungsbild (Corperate Disgn) und mit einheitlichen Verhaltensweisen (Corporate Behaviour) soll dies geschehen. Denn wenn es eine Organisation nicht schafft, ein Image für die Außenwelt zu prägen, dann tun dies meistens andere zu Ungunsten der Organisation.71 Mit Maßnahmen wie die Verwendung gleicher Briefköpfe oder einprägsamer Firmenlogos läßt sich eine einheitliche Unternehmensidentität offerieren. Die folgende Abbildung zeigt das Firmenloge der Arbeiterwohlfahrt: [...]
Biographiebogen hilft wichtige Informationen über den Gast zu dokumentieren. Auskünfte über Vorlieben, Abneigungen bzw. Gewohnheiten sind wichtige Voraussetzungen für eine individuelle Betreuung. Bei dieser Anamnese sind Angehörige oder andere, die an der Pflege beteiligt sind, miteinzubeziehen. Die Pflegenden erfassen in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten der aktivierenden Pflege und die Ressourcen der Tagesgäste. Die Pflegekräfte ermitteln zudem die Angebote, die für den Nutzer geeignet erscheinen. Die Verantwortlichen integrieren den Gast anschließend in die Gruppe. Mit Hilfe der Pflegeplanung können die Pflegenden den Pflegeprozeß zielgerichtet gestalten. Die Erkenntnisse aus der Anamnese dienen als Ausgangsbasis für die Pflegeplanung. Die Mitarbeiter einer Tagespflege grenzen die Angebote individuell nach den Bedürfnissen der Gäste ab. 2.2.3.3 Ergebnisqualität Die Ergebnisqualität läßt sich anhand der vorab definierten Ziele von den Verantwortlichen kontrollieren. Die Ziele sind nicht statisch. Man muß sie ständig neu entwickeln und definieren. Das Ergebnis leitet sich vom Zielerreichungsgrad ab. Die Pflegeplanung läßt sich je nach Entwicklung des Pflegeprozesses aktualisieren. Die Pflegekassen schreiben diesen Prozeß vor. Die Tagespflegen haben aus diesem Grunde zu den Selbstversorgungsfähigkeiten, den Kommunikationsfähigkeiten und zur Orientiertheit der Tagesgäste Stellung zu beziehen.65 [...]
2.2.3.1 Strukturqualität Die Strukturqualität beinhaltet vor allem die Ausstattung der Einrichtung in Bezug auf das Personal und die Räumlichkeiten. Der mit der Pflegekasse abgeschlossene Versorgungsvertrag, verpflichtet die Tagespflegen, bestimmte Voraussetzungen zu beachten. So dürfen nur qualifizierte Krankenschwestern/-pfleger, Kinderkrankenschwestern/pfleger oder Altenpflegerinnen/Altenpfleger in Tagespflegeeinrichtungen als verantwortliche Pflegefachkräfte agieren. Die Pflegekräfte müssen zudem innerhalb der letzten fünf Jahre ihren Beruf zwei Jahre hauptberuflich ausgeübt haben.61 Der Stellenschlüssel sollte sich nach dem Pflegeaufwand richten. Es wird empfohlen bei gerontopsychiatrischen Gästen einen Schlüssel von 1:4 anzuwenden. Demnach betreut eine Pflegekraft durchschnittlich vier Nutzer. Die leicht pflegebedürftigen Gäste benötigen hingegen weniger Personal. Außerdem brauchen die Kunden hauswirtschaftliche Unterstützung. Hierzu eigenen sich Zivildienstleistende, Praktikanten, Auszubildende und geschultes Hauswirtschaftspersonal. Es gibt noch keine gesetzlichen Vorschriften für die Gestaltung der Räumlichkeiten von Tagespflegen. Grundsätzlich sollten die Betreiber vor der Inbetriebnahme einer Einrichtung auf bestimmte Gegebenheiten achten. Als Mindestausstattung gilt ein Speiseraum, ein Aufenthaltsraum, ein Ruheraum, ein Büro, ein Personal WC, behindertengerechte Toiletten, ein Pflegebad, eine Küche und eine Garderobe.62 Die Pflegekassen fordern überdies eine alten- und behindertengerechte Ausstattung63. 2.2.3.2 Prozeßqualität Die Qualität des Pflegeprozesses bezieht sich auf den Versorgungsablauf. Die Prozeßqualität stellt die gesamten pflegerischen, sozialen und integrativen Aktivitäten dar, die zwischen dem Personal und dem Kunden ablaufen.64 Vor der Aufnahme eines Tagespflegegastes holt das Pflegepersonal wichtige Informationen über den Gast ein. Ein [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832445911
Arbeit zitieren:
Dietl, Markus Juni 2001: Entwicklung einer Social Marketing-Konzeption für Tagespflegeeinrichtungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Pflegemanagement, Altenhilfe



