Entwicklung eines Praktikerleitfadens zur Einführung und Anwendung der Balanced Scorecard in einem Industriebetrieb
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rolf Widmann
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 148 Seiten
- Dateigröße: 3,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Offenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5050-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5050-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5050-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Widmann, Rolf Januar 2002: Entwicklung eines Praktikerleitfadens zur Einführung und Anwendung der Balanced Scorecard in einem Industriebetrieb, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Balanced Scorecard (BSC), Managementsystem, Shareholdervalue, EFQM (TQM)
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Diplomarbeit von Rolf Widmann
Einleitung:
Das aus den USA stammende Balanced Scorecard Konzept (BSC) von den beiden Harvard Professoren Robert S. Kaplan und David P. Norton sorgt seit geraumer Zeit für Furore und findet im deutschsprachigen Raum immer mehr Anerkennung unter dem Management. Die Konzeption der BSC basiert auf einer Anfang der neunziger Jahre im Rahmen des „Performance Measurement“ durchgeführten Studie der beiden US-Wirtschaftswissenschaftler. Die Studie untersuchte die Leistungsfähigkeit von Informations- und Steuerungsinstrumenten bei zwölf US-amerikanischen Unternehmen. Ausgangspunkt der Studie war die Kritik an den klassischen finanziellen Kennzahlensystemen. Die Ergebnisse der Untersuchung bildeten den Anstoß zur Entwicklung des Steuerungs- und Managementkonzeptes der BSC. Als Performance Measurement System und als Kern eines Managementsystems zur Strategieimplementierung unterstützt die BSC das strategische Management. Gerade die Phase der Strategieumsetzung bereitete der Unternehmenspraxis im Rahmen des Strategieprozesses bis dato am meisten Probleme. Bedenkt man, dass bis zu 90% der Strategien in der Implementierungsphase scheitern, ist Kaplan und Norton anscheinend der große Wurf mit der Entwicklung der BSC gelungen, denn schon lange suchte die Betriebswirtschaftslehre nach einem geeigneten Instrument um die Strategie des Unternehmens ins Tagesgeschäft zu transferieren. Das bislang von Wissenschaft und Praxis kaum thematisierte Übersetzungsproblem vom strategischen in den operativen Kontext erhält somit durch die BSC neue methodische Impulse. Eine Studie von 1998 die von Ernst & Young durchgeführt wurde, an der 275 Vermögensverwalter beteiligt waren, kam zu dem Ergebnis, dass die Fähigkeit, eine Strategie umzusetzen, wichtiger ist, als die Qualität der Strategie an sich.
Zahlreiche Veröffentlichungen durch Wissenschaft, Beratungshäuser und Industrie dokumentieren das rasant steigende Interesse an dem Konzept der BSC. In der Unternehmenspraxis findet das Konzept hohen Anklang und weite Verbreitung. Nach Schätzungen arbeiteten 1998, 60% der Fortune-1000-Unternehmen mit einer BSC. Befragungen im deutschen Sprachraum belegen, dass ca. 30% der Top-500 Unternehmen und 40% der DAX 100-Unternehmen eine Balanced Scorecard einführen oder bereits im Einsatz haben. Dies ist keinesfalls zufällig, denn das Konzept verbindet in einfacher Weise viele betriebswirtschaftliche Entwicklungen der letzten Jahre. Das Konzept der BSC ist bestechend schlüssig, logisch und einfach, die Kunst liegt aber in einer gelungenen Einführung.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines Praktikerleitfadens dem Leser eine Hilfestellung bei der Einführung und Anwendung der BSC zu gewähren. Konkrete Beispiele aus der Industrie unterstreichen den Charakter des Praktikerleitfadens.
Gang der Untersuchung::
Kapitel A: Grundlagen der BSC.
Das Kapitel A soll die Grundlagen des BSC Konzeptes vermitteln. Im ersten Unterpunkt A 1 erhält der Leser einen schnellen ersten Einblick über das BSC Konzept in Form von häufig gestellten Fragen (FAQ) deren Beantwortung in aller Kürze folgt. Unterpunkt A 2 veranschaulicht die Entstehung sowie das Konzept der BSC. Der Unterpunkt A 3 widmet sich dem Kernelement der BSC, den Perspektiven. Wobei einerseits die von Kaplan und Norton entwickelten Grundperspektiven skizziert werden und andererseits Modifikationen aus der Praxis verdeutlicht werden. Der Unterpunkt A 4 zeigt, dass die BSC kein neues oder zusätzliches Kennzahlensystem darstellt sondern ein ganzheitliches Managementsystem ist.
Kapitel B: Praktikerleitfaden zur Entwicklung und Einführung der BSC.
Das Kapitel B zeigt anhand eines Leitfadens den Entwicklungs- und Einführungsprozess sowie den kontinuierlichen Einsatz der BSC innerhalb von 5 Phasen. Der Unterpunkt B 1 stellt die Voraussetzungen heraus, die für eine Implementierung der BSC gegeben sein müssen. Die Unterpunkte B 2 bis B 5 skizzieren die einzelnen Phasen, die ein BSC Projekt im Zuge einer vollständigen Entwicklung und Einführung durchlaufen muss. In den einzelnen Phasen sind zahlreiche Beispiele aus der konkreten Praxis enthalten. Der Abschluss jeder Phase markiert eine Checkliste, in der die wichtigsten Punkte der jeweiligen Phase chronologisch fixiert sind. Der Unterpunkt B 6 beschreibt wie man den kontinuierlichen Einsatz der BSC sichert, indem man diese in die vorhandenen Managementsysteme integriert. Der abschließende Unterpunkt B 7 verdeutlicht die aus der Praxis gewonnen Erfolgsfaktoren einer BSC Entwicklung und Einführung.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Einleitung | 1 | |
| Zielsetzung der Arbeit | 3 | |
| Aufbau des Leitfadens | 3 | |
| A. | Grundlagen der BSC für den Praktiker | 4 |
| 1. | ZUM EINSTIEG: BSC IN KÜRZE | 4 |
| 1.1 | Was ist eine BSC? | 4 |
| 1.2 | Was keine BSC ist? | 5 |
| 1.3 | Was ist neu an der BSC? | 5 |
| 1.4 | Was kann man mit der BSC erreichen? | 6 |
| 1.5 | Wann sollte eine BSC eingeführt werden? | 6 |
| 1.6 | Wann sollte eine BSC nicht eingeführt werden? | 7 |
| 1.7 | Warum eine BSC einführen? | 7 |
| 2. | DAS KONZEPT DER BSC | 8 |
| 2.1 | Die Grundidee der BSC | 8 |
| 2.2 | Von der Mission und Vision zur Strategie | 10 |
| 2.3 | Die Operationalisierung der Strategie | 12 |
| 2.4 | Die Verknüpfung der Strategischen Ziele zu einem Strategy Map | 13 |
| 2.5 | Strategische Ziele mit Messgrößen, operat. Zielen und Aktionen ergänzen | 16 |
| 2.5.1 | Messgrößen auswählen | 16 |
| 2.5.2 | Operative Ziele bestimmen | 18 |
| 2.5.3 | Aktionen festlegen | 19 |
| 3. | DIE PERSPEKTIVEN DER BSC | 19 |
| 3.1 | Die finanzwirtschaftliche Perspektive | 20 |
| 3.1.1 | Wachstumsphase | 21 |
| 3.1.2 | Die Reifephase | 21 |
| 3.1.3 | Die Erntephase | 22 |
| 3.2 | Die Kundenperspektive | 22 |
| 3.3 | Interne Prozessperspektive | 24 |
| 3.4 | Die Lern- und Entwicklungsperspektive | 26 |
| 3.5 | Modifikation der Perspektiven | 29 |
| 4. | AUSBAU DER BSC ZUM MANAGEMENTSYSTEM | 32 |
| 4.1 | Die Mangementbausteine | 32 |
| 4.2 | Integration in andere Managementsysteme | 33 |
| B. | Praktikerleitfaden zur Entwicklung und Einführung einer BSC | 36 |
| 1. | EINFÜHRUNG | 36 |
| 2. | PHASE 1: DEN ORGANISATORISCHEN RAHMEN FÜR DIE IMPLEMENTIERUNG SCHAFFEN | 38 |
| 2.1 | Den Projektaufbau bestimmen | 38 |
| 2.2 | Die Projektorganisation bestimmen | 41 |
| 2.2.1 | Der Projektleiter | 42 |
| 2.2.2 | Das Projektteam | 44 |
| 2.2.3 | Projektunterstützung (Externe) | 44 |
| 2.3 | Die Projektkommunikation sicherstellen | 44 |
| 2.4 | Den Einführungsprozess planen | 46 |
| 2.4.1 | Variante 1: Der Einführungsprozess für große Industrieunternehmen | 46 |
| 2.4.2 | Variante 2: Einführungsprozess der BSC bei kleineren bis mittlere Industrieunternehmen | 50 |
| 2.4.3 | Einführungsprozess der BSC anhand eines konkreten Beispiels aus der Praxis | 52 |
| 2.5 | Den Projektablauf fixieren | 55 |
| 2.6 | Die Organisationscheckliste für den Praktiker | 57 |
| 3. | PHASE 2: DIE STRATEGISCHE BASIS FÜR DIE BSC FESTLEGEN | 58 |
| 3.1 | Klärung der strategischen Grundlagen | 58 |
| 3.2 | Bestimmung der strategischen Stoßrichtung | 61 |
| 3.3 | Anforderungen an den Prozess der Strategieentwicklung | 65 |
| 3.4 | Die Strategiecheckliste für den Praktiker | 70 |
| 4. | PHASE 3: ABLAUF DER BSC ENTWICKLUNG | 71 |
| 4.1 | Definition der strategischen Ziele | 72 |
| 4.2 | Die Zielcheckliste für den Praktiker | 78 |
| 4.3 | Verknüpfung der strategischen Ziele durch Ursache-Wirkungsketten | 79 |
| 4.4 | Festlegung der Messgrößen und der operativen Zielwerte | 84 |
| 4.5 | Bestimmung der strategischen Aktionen | 89 |
| 4.6 | Die Perspektiven Checkliste für den Praktiker | 95 |
| 5. | PHASE 4: DIE BREITE UMSETZUNG (ROLL-OUT) | 96 |
| 5.1 | Einführung der BSC unternehmensweit | 96 |
| 5.2 | BSC auf nachgelagerte Ebenen herunterbrechen und intern abstimmen | 98 |
| 5.3 | Die Roll-out Checkliste für den Praktiker | 104 |
| 6. | PHASE 5: DEN KONTINUIERLICHEN PROZESS SICHERN | 105 |
| 6.1 | Integration in das Management- und Steuerungssystem | 106 |
| 6.1.1 | Integration der BSC in das strategische und operative Planungssystem | 107 |
| 6.1.2 | Integration Mitarbeiterführung | 111 |
| 6.1.3 | Integration in das Berichtswesen | 113 |
| 6.2 | Schnittstelle zu anderen Konzepten (Shareholder Value, EFQM) | 116 |
| 6.2.1 | Schnittstelle zum Shareholder Value | 117 |
| 6.2.2 | Schnittstelle zum TQM/EFQM Modell | 120 |
| 7. | ERFOLGSFAKTOREN DES BSC PROJEKTES | 125 |
| C. | Schlusswort und Ausblick | 127 |
| Literaturverzeichnis | V | |
| Eidesstattliche Versicherung | XI |
Praxis konkret: Im Folgenden soll der Prozess zur Ausgangssituation der BSC anhand eines Beispielunternehmens skizziert werden. Es handelt sich bei dem Unternehmen um einen Produzenten von elektronischen Bauteilen. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma eines in der USA ansässigen Konzerns. Um die Ausgangsfragen beantworten zu können, wurde festgelegt eine SWOT-Analyse zu erstellen. In einem Pflichtenheft werden die herausgearbeiteten Stärken und Schwächen sowie Chancen und Gefahren des Unternehmens strukturiert gegenübergestellt. Das Pflichtenheft besteht aus einer externen und internen Diagnose: 1) Externe Diagnose (Umfeldfaktoren):196 Die externe Diagnose wird in die vier Unterpunkte Absatzmarkt, Wettbewerb, technologische Entwicklung, Beschaffungsmarkt untergliedert, wobei andere Unterpunkte möglich sind. Im folgenden Beispiel soll der Aufbau des Pflichtenheftes anhand der Unterpunkte Absatzmarkt und Wettbewerb skizziert werden. a) Absatzmarkt (Branchen, Produkte, Marktregion) These: China Chance: Wachstumspotentiale Hauptbranchen. nach Standorten und Volumina in den ist ein Wachstumsmarkt, Europa dagegen, ein quantitativ stagnierender Markt. [...]
Zu diesem Zweck sind die im Risiko-Chancen-Katalog zusammengefassten Daten mit dem Stärken/Schwächen Profil der Unternehmensanalyse zu vergleichen. Die dabei möglichen Konstellationen von Stärken/Schwächen und Chancen/Gefahren und die daraus resultierenden Strategien werden in der SWOT-Analyse zusammen-gefasst.188 Folgende Extremkonstellationen können auftreten:189 Fall 1: Eine Chance des Umfeldes (z.B. zunehmende Nachfrage nach kostengünstigen Produkten) trifft auf eine Stärke des Unternehmens (z.B. niedrigste Stückkosten im Vergleich zu den Wettbewerbern). Daraus können sich positive Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen ergeben (z.B. Absatzausweitung und damit Wachstum des Unternehmens). Fall 2: Trifft dagegen ein Risiko des Umfeldes (z.B. fordern die Abnehmer bei gleichen Preisen eine höhere Qualität) auf eine Schwäche des Unternehmens (z.B. Qualitätsprobleme in der Fertigung), ergibt sich eine Gefahr für die zukünftige Unternehmensentwicklung (z.B. Absatz- und Gewinneinbußen). In beiden Fällen sind entsprechende Strategien zu formulieren, die im ersten Fall die positiven Entwicklungsmöglichkeiten ausnutzen (z.B. Ausbau der Kostenführerschaft) und im zweiten Fall die Gefahren minimieren (z.B. qualitätsverbessernde und kostensenkende 12. Investitionen im Fertigungsbereich).190 Ein Beispiel für den Aufbau einer SWOT-Analyse zeigt Abbildung [...]
Wie oben schon erwähnt, besteht in vielen Unternehmen ein Defizit darüber was Mission, Vision und die Strategie anbelangt. Deshalb muss bei vielen Unternehmen zunächst ein langwieriger Abstimmungsprozess zur Verabschiedung von gemeinsamen Visionen und Strategien einsetzen, bevor die eigentliche BSC Methotik zum Einsatz kommen kann. Zur Identifikation und Erarbeitung der Strategien entsprechend den Anforderungen des Marktes, der Umfeldbedingungen und der spezifischen Stärken und Schwächen des Unternehmens verfügt das strategische Management über ein weitreichendes Instrumentarium.186 Einige in der Praxis verwendeten Instrumente bzw. Werkzeuge sollen hier aufgelistet werden: ABC-Analysen GAP-Analyse Konkurrenzanalysen Portofolio Betrachtungen SWOT-Analyse (strength, weakness, opportunities, threats) Im folgenden soll auf die SWOT-Analyse näher eingegangen werden, da diese in der Literatur als geeignetes Instrument erachtet wird, um die Vorraussetzungen für den Einsatz der BSC- Methodik zu schaffen.187 Durch die SWOTAnalyse lässt sich die strategische Stoßrichtung für das Unternehmen bestimmen. Ausgangspunkt für die SWOT-Analyse bilden die vorhandene Strategie, die auf den offiziellen Unterlagen basiert sowie das individuelle Strategieverständnis, das durch Analyse dar. Als Voraussetzung für die Durchführung der SWOT-Analyse wurden somit auch Umfeld- und Unternehmens Analysen durchgeführt und dokumentiert. Bei der SWOT-Analyse wird der Deckungsgrad zwischen den aus der Umfeldanalyse ermittelten Chancen und Risiken (extern) mit den in der Unternehmensanalyse erkannten Stärken und Schwächen (intern) festgestellt. den Strategiecheck über Fragebögen, Interviews und Workshops ermittelt wurde. Sie stellen den Input der SWOT- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832450502
Arbeit zitieren:
Widmann, Rolf Januar 2002: Entwicklung eines Praktikerleitfadens zur Einführung und Anwendung der Balanced Scorecard in einem Industriebetrieb, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Balanced Scorecard (BSC), Managementsystem, Shareholdervalue, EFQM (TQM)



