Neue Entwicklung im Pharma-Marketing
Marktforschungsstudie mit emprischer Untersuchung und Fragebogen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Guido Pape
- Abgabedatum: Oktober 2000
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 474,7 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3169-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3169-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3169-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pape, Guido Oktober 2000: Neue Entwicklung im Pharma-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Arzneimittelmarkt, e-Health, pharmazeutische Industrie, Gesundheitsmarkt
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Diplomarbeit von Guido Pape
Zusammenfassung:
Die pharmazeutischen Märkte befinden sich in einem Wandlungsprozess. Eine steigende Dynamik und Komplexität ist zu beobachten. Diese Veränderungen resultieren einerseits aus Entwicklungen im rechtlichen Umfeld des Pharmamarktes und andererseits aus veränderten Wettbewerbsbedingungen. Aber auch die Verhältnisse innerhalb des Gesundheitsmarktes sowie die Rolle der einzelnen Marktpartner haben sich geändert. Im Rahmen des Einflussbereichs Gesundheitsverhalten zeichnet sich ein Trend ab in Richtung zu mehr Eigeninitiative und Mitspracherecht. Die unaufhaltsame Zunahme der Selbstmedikation und die Auseinandersetzung mit Zuzahlungen haben eine neue Generation von Patienten geschaffen. Der Patient rückt als Konsument der Produkte immer mehr in den Mittelpunkt der Marketinganstrengungen der Pharmaunternehmen. Dies erfordert geradezu einen Paradigmawechsel in der Denkweise vieler Pharmaunternehmen. Hinzu kommt noch ein verändertes technologisches Umfeld (Gentechnik, Bioinformatik, Internet), was die Unternehmen vor weitere Herausforderungen stellt. Um diese neuen Herausforderungen zu bewältigen und die zukünftige Ertragslage des Unternehmens zu sichern, ist ein Gestaltungsprozess gefragt, der sich konsequent an den Erfordernissen des Marktes orientiert.
Bei der Betrachtung der Auswirkungen der Umweltentwicklung und der veränderten Wettbewerbseinflüsse auf die pharmazeutische Industrie stehen in erster Linie solche Unternehmen im Mittelpunkt der Untersuchung, die ihr Kerngeschäft im rezeptpflichtigen Markt haben. Der Generikamarkt und der Selbstmedikationsmarkt ist für ein forschendes Pharmaunternehmen erst dann interessant, wenn es sich anbietet, die Produkt-Pipeline in Richtung Generika bzw. Selbstmedikation zu diversifizieren. Kerngeschäft soll dabei immer der Markt für verschreibungspflichtige Arzneimittel bleiben. Ein Verzicht auf zukünftige F&E im Bereich der Arzneimittel wird als Desinvestitionsstrategie betrachtet, die sich klassischerweise nach einer Portfolio-Analyse ergibt.
Die dargestellten Entwicklungen in der Pharmaumwelt und die dargestellten Marketingstrategien beziehen sich überwiegend auf den deutschen Markt. Die einzelnen Märkte innerhalb der EU haben sich zwar seit Einführung des gemeinsamen Binnenmarktes angenähert (z.B. einheitliche Arzneimittelzulassung), trotzdem weisen Gesundheits- und Gesellschaftssysteme immer noch beträchtliche Unterschiede auf (z.B. eine unterschiedliche Festlegung der Erstattung, unterschiedliche Mehrwertsteuersätze für Arzneimittel oder unterschiedliche Festbetragsregelungen). Dargestellte Handlungsmöglichkeiten und Marketingoptionen, die hingegen die zukünftige Wettbewerbsposition eines forschenden Pharmakonzerns betreffen, gelten global, was wiederum eine logische Konsequenz des Trends zur Internationalisierung darstellt.
Bei der Analyse der strategischen und operativen Antworten forschender Unternehmen auf die komplexere Umwelt werden ausgesuchte Unternehmensstrategien und spezielle Marketing-Modelle vorgestellt. Klassische Ansätze beziehen sich dabei auf das Produktlebenszykluskonzept und auf die Arbeiten von Porter (vgl. Porter 1995) und Ansoff (vgl. Ansoff 1966).
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | ||
| Tabellenverzeichnis | ||
| Abkürzungsverzeichnis | ||
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Motivation und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Abgrenzung | 1 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Der deutsche Pharmamarkt | 3 |
| 2.1 | Das deutsche Gesundheitssystem | 3 |
| 2.1.1 | Die Gesundheitsversorgung als Markt | 3 |
| 2.1.2 | Das Arzneimittel als Produkt | 4 |
| 2.2 | Die Struktur der pharmazeutischen Industrie in Deutschland | 6 |
| 2.3 | Relevante Marktteilnehmer im Pharmamarkt | 7 |
| 2.3.1 | Öffentliche Institutionen | 7 |
| 2.3.2 | Ärzteschaft | 7 |
| 2.3.3 | Pharmazeutischer Großhandel | 8 |
| 2.3.4 | Apotheke | 8 |
| 2.3.5 | Verwender | 8 |
| 2.4 | Überblick Teilmärkte im Pharmamarkt | 9 |
| 2.4.1 | Ethischer Arzneimittelmarkt | 9 |
| 2.4.2 | Markt für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel (OTC-Markt) | 10 |
| 2.4.2.1 | Semi-ethischer Arzneimittelmarkt | 10 |
| 2.4.2.2 | Selbstmedikationsmarkt | 11 |
| 2.4.3 | Generika-Markt | 11 |
| 2.5 | Die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems | 12 |
| 3. | Aktuelle Trends im deutschen Pharmamarkt | 13 |
| 3.1 | Internationalisierung | 13 |
| 3.1.1 | Längere Entwicklungszeiten und steigende F&E-Kosten | 13 |
| 3.1.2 | Zunehmende Wettbewerbsintensität | 15 |
| 3.1.3 | Transnationale Fusionen und Übernahmen der jüngsten Zeit | 15 |
| 3.2 | E-Health | 16 |
| 3.2.1 | Zunahme der Gesundheitsportale im WWW | 16 |
| 3.2.2 | Vernetzte Strukturen im Gesundheitswesen | 17 |
| 3.2.3 | E-Commerce von Arzneimitteln | 18 |
| 3.3 | Konsumerisierung der Patienten (Health Consumerism) | 18 |
| 3.3.1 | Emanzipation der Patienten | 18 |
| 3.3.2 | Selbsthilfegruppen und Patientengemeinschaften | 19 |
| 3.4 | Staatliche Gesundheitsökonomie (Health Ökonomie) | 20 |
| 3.4.1 | Die Reform- und Strukturgesetze der jüngsten Zeit | 20 |
| 3.4.2 | Regulierung und Rationierung | 21 |
| 3.4.3 | Wettbewerbs- und Marktelemente | 23 |
| 3.4.4 | Managed Care | 23 |
| 3.4.5 | Die Förderung der Selbstmedikation und der Generika | 26 |
| 4. | Strategien der Marktbearbeitung | 27 |
| 4.1 | Strategische Unternehmensführung in einer komplexeren Pharma-Umwelt | 27 |
| 4.1.1 | Strategische Gestaltungsparameter | 27 |
| 4.1.1.1 | Strategische Geschäftsfelder | 27 |
| 4.1.1.2 | Leistungsorientierung | 29 |
| 4.1.1.3 | Geographische Ausdehnung | 31 |
| 4.1.1.4 | Strategische Realisierungsform | 33 |
| 4.1.2 | Interne Gestaltungsparameter | 35 |
| 4.1.2.1 | Unternehmenskultur | 35 |
| 4.1.2.2 | Mitarbeiter | 35 |
| 4.1.2.3 | Organisation | 36 |
| 4.1.3 | Die Ausgestaltung einzelner Unternehmensstrategien | 37 |
| 4.1.3.1 | Vom „Pillen-Dreher“ zur Health-Care-Company | 37 |
| 4.1.3.2 | Vom Chemieunternehmen zum Gentechnologieunternehmen | 40 |
| 4.2 | Spezielle Marketing-Strategien zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen | 45 |
| 4.2.1 | Das Internet als pharmazeutisches Marketinginstrument | 45 |
| 4.2.1.1 | Direkte Patientenansprache | 45 |
| 4.2.1.2 | Innovative Arztkommunikation | 49 |
| 4.2.2 | Life-Cycle-Management von ethischen Arzneimitteln | 51 |
| 4.2.2.1 | Verkürzung der F&E-Zeiten (Faster-time-to-market-strategien) | 52 |
| 4.2.2.2 | Premarketing und Markteinführungestrategien | 54 |
| 4.2.2.3 | Marketing-Strategien nach Patentablauf | 56 |
| 4.2.3 | Marken-Strategie im Arzneimittelmarkt | 59 |
| 4.2.4 | Anspruchsgruppen-Marketing | 61 |
| 4.3 | Vertriebsstrukturen im Pharmamarkt | 65 |
| 4.3.1 | Vertrieb über klassische Absatzmittler | 65 |
| 4.3.2 | Direktvertrieb und persönlicher Verkauf | 66 |
| 4.3.3 | Neue Vertriebsstrukturen | 70 |
| 4.4 | Service-Leistungen im Pharmamarkt | 71 |
| 4.4.1 | Überblick Mehrwertleistungen im Pharmamarkt | 71 |
| 4.4.2 | Anspruchsgruppenspezifische Serviceangebote | 73 |
| 5. | Empirische Untersuchung | 77 |
| 5.1 | Zielsetzung und Vorgehensweise der Untersuchung | 77 |
| 5.2 | Bewertung der Entwicklungstrends in der Pharmabranche | 80 |
| 5.3 | Strategisches und Operatives Vorgehen von Pharmaunternehmen | 83 |
| 6. | Zusammenfassung | 88 |
| Anhang: Fragebogen | 90 | |
| Literaturverzeichnis | 96 |
These 3: Nicht nur Produktionsinnovationen, sondern auch Prozessinnovationen, z.B. zur verbesserten Wirkstoffsuche und -findung, sind schnell nach ihren Potentialen zu analysieren und gegebenenfalls umgehend in den Forschungs- und Entwicklungsprozess zu integrieren. So bietet die Gentechnologie auch in diesem Bereich große Chancen. Charakteristisch für den klassischen Forschungsansatz ist ein zeitaufwendiges Screening einer großen Anzahl chemischer Substanzen für in der Regel nicht genau definierte Wirkorte.37 Dabei galt die Faustregel „ein Chemiker, eine Woche, ein Molekül“. Mit Hilfe der Gentechnik wird es nun Möglich sein, in einer Woche hundert und im Jahr einige Tausend potentieller Wirkstoffe herzustellen.38 Neben kausalen Therapieansätzen, gentechnisch hergestellten Biotherapeutika und neuen Diagnosemöglichkeiten bietet sich der forschenden Pharmaindustrie hier ein weiteres innovationsträchtiges Einsatzfeld der Gentechnik. „Die Gentechnik wird damit zu der Schlüsseltechnologie für Innovationen in der Pharmaforschung“ (VFA 1998, S. 8). [...]
51 Dieses kann schon mit der Präsentation von Phase II-Studienergebnissen beginnen. In den USA ist hierbei sogar die Tendenz feststellbar, begleitend zu den Studienergebnissen die Studienprotokolle anzubieten. In den Printmedien wäre dieses nur mit einem extremen Aufwand (Supplementhefte) möglich, bzw. scheitert regelmäßig an den begrenzten Seitenzahlen. Daneben können Links zu Bibliotheken, Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtungen, eine themenorientierte Literatursammlungen sowie ein Kongresskalender angeboten werden. Ein besonderer Service wäre das Angebot von downloadfähigen Patienteninformationen – z.B. in verschiedenen Word-Formaten – die der Arzt auf seinen Rechner kopieren und dort nach Belieben editieren und ausdrucken kann. So besitzen z.B. in der Medizin Fallbeschreibungen einen hohen Stellenwert. In den Fachzeitschriften ist der Raum für solche Darstellungen naturgemäß begrenzt, erklärende Bilder oder Grafiken sind nur selten möglich. Für das Internet gelten solche Begrenzungen nicht. Hier zeichnet sich die Interaktivität des Internets aus: Hyperlinks auf erklärende Texte, Bilder oder gar kurze Videos sind eben nur im Internet zu realisieren - und das alles sozusagen „on-demand“. Printmedien können da nicht mehr mithalten. Der Internetauftritt sollte als verkaufsförderndes Instrument für den Außendienst verstanden werden. Bei einem erfolgreichen Auftritt werden bestehende Arztkontakte verbessert, bzw. neue Verordner gewonnen. [...]
Eine Bewerbung von ethischen Arzneimitteln darf in Deutschland nur innerhalb der jeweiligen Fachkreise erfolgen, man spricht deshalb auch von wissenschaftlicher Information. Dazu wird nicht nur die Printwerbung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften eingesetzt, sondern auch wissenschaftliche Filme, Broschüren, Lehrbücher, audiovisuelle Medien, Kolloquien und in Einzelfällen auch die direkte individuelle Beratung durch die einzelnen Unternehmen. Nach § 4 HWG unterliegt die Information und Werbung an Fachkreise bestimmten Auflagen. So müssen neben der Bezeichnung des Arzneimittels sowie des Wirkstoffes, der Zusammensetzung des Arzneimittels und der Anwendungsgebiete auch die Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und bestimmte Warnhinweise enthalten sein. Diese Basisinformationen können entfallen, wenn ausschließlich mit dem Präparatenamen oder der Firma geworben wird (sog. Erinnerungswerbung). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832431693
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