Entwicklung eines Modells zur praxisorientierten Vermittlung nonverbaler Kommunikation
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Lars Oermann
- Abgabedatum: Oktober 1999
- Umfang: 150 Seiten
- Dateigröße: 6,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2130-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2130-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2130-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Oermann, Lars Oktober 1999: Entwicklung eines Modells zur praxisorientierten Vermittlung nonverbaler Kommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte:
In den Warenkorb
38,00 €
Diplomarbeit von Lars Oermann
Einleitung:
Nonverbale Kommunikation ist wichtig und die Aneignung ihrer Kenntnis über Schulungsmaßnahmen teuer. So zumindest, wenn man einem Artikel der Tageszeitung 'Die fielt' Glauben schenkt. Diese empfahl kürzlich in ihrer Rubrik ,Management und Karriere` für leitende Angestellte ein Wochenendseminar in aktiver und passiver Beherrschung nonverbaler Kommunikation für 1795,- DM pro Tag. Nimmt man das obige Eitat von Max Reinhardt, dem wahrscheinlich bedeutendsten deutschsprachigen Theaterregisseur und Schauspiellehrer, einem berufsmäßigen Kenner der Körpersprache in all ihren Facetten, sind solche Kurse ein gutes Geschäft. Denn für die Vermittlung von "ein oder zwei Dutzend billiger Phrasen für alle Gelegenheiten" sind I 795,- DM pro Tag ein wahrhaft stolzer Preis.
Dieses polemisierende Beispiel eines Nürnberger Trichters dir nonverbale Kommunikation ist bewußt an den Anfang dieser Arbeit gesteilt worden, da es als symptomatisch fier den derzeitigen Umgang mit Körpersprache in der Öffentlichkeit gelten kann. Eine Unzahl solcher Seminarangebote und populärwissenschaftlicher Literatur überschwemmt derzeit den Markt.
Von solchen Ansätzen grenzt sich die vorliegende Arbeit scharf ab. Im Vordergrund stehen keine Patentrezepte, sondern vielmehr die Auseinandersetzung mit der wissenschaftlich erforschten Breite des Themenkreises ,Nonverbale Kommunikation' und Möglichkeiten seiner Anwendung in Vortragssitug.tionen (diese reichen vom Politiker über den Manager Gis zum Lehrer).
Hierbei ist der Spagat zwischen Theorie und praktischer Umsetzung in diesem Fall besonders schwierig. Der Höhepunkt psychologischer Forschung zu diesem Themengebiet liegt zu Beginn der Siebziger Jahre. In artverwandten pädagogischen Standardwerken fristet die nonverbale Kommunikation ein Schattendasein oder ist nicht existent'. lies ist verwunderlich. Denn nonverbale Kommunikation insbesondere in Form von Gestik, Mimik und Raumverhalten als Fithrungs- und Handlungsinstrument, als illustrierendes und motivierendes Moment ist neben der Sprache das zweite entscheidende Werkzeug des Vortragenden.
Hier will diese Arbeit Abhilfe schaffen und ganz bewußt Körpersprache in den Mittelpunkt kommunikatorischen Handelns rücken. Zum ersten Mal wird versucht psychologische Untersuchungen zum Thema zu ordnen und ein Ordnungsschema oder Modell aufzustellen, das als Grundlage für die Vermittlung von nonverbaler Kommunikation in Seminaren zur Lehreraus- und -fortbildung, aber auch in der Schulung von Rednern und Verkäufern, d.h. letztlich in jedweder Vortragssituation eingesetzt werden kann. Konkret ergeben sich hieraus drei Unterziele.
Die wichtigsten Strömungen zur nonverbalen Kommunikation in der psychologischen Forschung werden dargestellt, bewertet und eingeordnet.
Ein Ordnungsschema oder Modell wird entwickelt, das die Erkenntnisse der Psychologie für praktische Fragestellungen adaptiert. Dieses Modell kann als Basisinstrument in der Lehreraus und Fortbildung, für die Ausbildung anderer Vortragsberufe und -situationen aber auch in zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen zur nonverbalen Kommunikation eingesetzt werden. Es zeichnet sieh durch einen übersichtlichen Aufbau und eine geringe Einarbeitungszeit aus.
Das Modell wird in einer empririschen Untersuchung auf seinen Anwendungsgehalt überprüft.
Zur Umsetzung dieser drei operativen Ziele wurde folgender methodischer Aufbau gewählt.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Kapitel werden ganzheitliche und partielle psychologische Ansätze zur nonverbalen Kommunikation beschrieben, bewertet und eingeordnet.
Das zweite Kapitel filtert diese Ansätze für den pädagogischen Gebrauch unter der Prämisse einer möglichst hohen Efftzienz. Hierunter wird in Anlehnung an den von von Buer geprägten Begriff der Effizienz im wirtschaftspädagogischen Sinne ein Konzept verstanden, das eine höchstmögliche operative Einfachheit aufweist, dabei aber immer auch psychologische Genauigkeit und Komplexität im Auge hat. Durch eine solche Vorgehensweise soll die geforderte geringe Komplexität und geringe Einarbeitungszeit in ein Analyse- und Vermittlungsinstrument der nonverbalen Kommunikation erreicht werden.
Im dritten Kapitel ward das im vorhergehenden Kapitel entwickelte Modell empirisch geprüft. Zusätzlich wird untersucht, welche nonverbalen Faktoren verantwortlich für ein positives bzw. negatives Gesamtbild des Vortragenden (hier am Beispiel des Lehrers sind. Erste Antworten auf diese Fragen sind entscheidend %r den Aufbau von Seminaren und den Einsatz des Modells. Aussagen zum Studiendesign, als Hinweis ßir spätere Studien und konkrete Hinweise für die Seminarentwicklung (hier fokussierend im pädagogischen Bereich) schließen das Kapitel ab.
Die nachfolgende Conclusio umreißt noch einmal die wesentlichen Aussagen der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 11 | |
| EINLEITUNG | 1 | |
| 1. | THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER NONVERBALEN KOMMUNIKATION | 4 |
| 1.1 | ALLGEMEINE THEORIEN | 6 |
| 1.1.1 | Affiliative Conftict Theory oder Äquilibriumstheorie nach ArgylelDean | 6 |
| 1.1.2 | Reflexion des ArgylelDean Modells in der Literatur nach 1965 | 10 |
| 1.1.3 | Der kinesische Ansatz in der Tradition nach Birdwhistell: Beschreibung und Reflexion | 13 |
| 1.1.4 | Der klassifizierende Ansatz von EkmanlFriesen: Beschreibung und Bewertung | 15 |
| 1.2 | TEII,ASPEKTENONVERBALER KOMMUNIKATION | 21 |
| 1.2.1 | Formen der nonverhalen Kommunikation | 21 |
| 1.2.1.1 | Mimik und Blickverhalten | 21 |
| 1.2.1.1.1 | Mimik | 23 |
| 1.2.1.1.2 | Blick | 25 |
| 1.2.1.2 | Gestik und Körperhaltung | 30 |
| 1.2.1.2.1 | Der Ansatz von Schetlen | 31 |
| 1.2.1.2.2 | Gestik | 33 |
| 1.2.1.2.3 | Körperhaltung | 34 |
| 1.2.2 | Räumliches Verhalten | 39 |
| 1.2.3 | Äußeres Erscheinungsbild | 41 |
| 1:2.4 | Die Bedeutung des Geschlechts | 42 |
| 1.3 | DAS MODELL VON TUTI'FJMCNEILL ZUM ZUSAMMENHANG VON VERBALER UND NONVERBALER KOMMUNIKATION | 44 |
| 2. | ÜBERFÜHRUNG DER GENANNTEN ANSÄTZE IN EIN SYNTHESEMODELL | 48 |
| 2.1 | PRÄMISSE AN EIN MODELL. | 49 |
| 2.2 | HERLEITUNG EINES MODELLS ZUR ANALYSE NONVERBALER KOMMUNIKATION UNTER EFFIGIENZGESICHTSPUNKTEN: DIE ANALYSEMATRIX | 53 |
| 2.3 | DIE EINBEZIEHUNG PÄDAGOGISCHER BESONDERHEITEN UND ADAPTION DER ANALYSEMATRDC | 60 |
| 2.3.1 | Besonderheiten der Lernumgebung. | 61 |
| 2.3.2 | Besonderheiten nonverbaler Kommunikation in einer Unterrichtssituation | 64 |
| 2.3.3 | Adaption der Analysematrix für pädagogische Untersuchungssituationen | 68 |
| 3. | EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG | 72 |
| 3.1 | FRAGESTELLUNG DER UNTERSUCHUNG | 72 |
| 3.2 | VORGEHEN BEI DER ERHEBUNG EINSCHLIEßLICH PROBLEME DES VIDEOMATERIALS | 73 |
| 3.2.1 | Vorgeben bei der Erhebung | 73 |
| 3.2.2 | Probleme des Videomaterials | 79 |
| 3.3 | ANALYSE DER VIDEOSEQUENZEN ANHAND DER ADAPTIERTEN ANALYSEMATRIX | 80 |
| 3.3.1 | Videosequenz 1 | 81 |
| 3.3.2 | Videosequenz 2 | 83 |
| 3.3.3 | Videosequenz 3 | 84 |
| 3.4 | AUSWERTUNG | 86 |
| 3.4.1. | Aussagen zur Bewertung und Prognosefähigkeit der adaptierten Analysematrix | 88 |
| 3.4.2 | Aussagen, zur Gesanzteinschätzreng der Unterrichtsperson | 95 |
| 3.4.3 | Aussagen Zum Studiendesign | 99 |
| 3.4.4 | Untersuchung der Dekodierungsfähigkeit | 102 |
| 3.5 | MÖGLICHE IMPLIKATIONEN DIESER ARBEIT FÜR DIE LEHRERAUS- UND -FORTBILDUNG | 105 |
| 4. | CONCLUSIO | 110 |
| ANHANG | 113 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 132 |
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832421304
Arbeit zitieren:
Oermann, Lars Oktober 1999: Entwicklung eines Modells zur praxisorientierten Vermittlung nonverbaler Kommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:



