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Entwicklung einer Methodik für ein Lean-Benchmarking

Entwicklung einer Methodik für ein Lean-Benchmarking
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maik Schlickel
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 144 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9282-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9282-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9282-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schlickel, Maik Oktober 2005: Entwicklung einer Methodik für ein Lean-Benchmarking, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prozessoptimierung, Toyota Produktionssystem, Lean Production, Lean Manufacturing, Produktion

Diplomarbeit von Maik Schlickel

Einleitung:

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) werden nach den Regeln des klassischen Verkäufermarktes gesteuert. Dazu zählen beispielsweise eine zentrale Produktionsplanung und -steuerung, hohe Lagerbestände oder große Losgrößen. Zu den entscheidenden Verkaufsargumenten zählt auf dem Verkäufermarkt im Besonderen der Preis und die Verfügbarkeit des Gutes. In den heute herrschenden Käufermärkten muss unter Berücksichtigung differenzierterer Annahmen produziert werden. Wichtige Verkaufsargumente sind neben dem Preis und der Qualität vor allem die Lieferzeit, die Lieferfähigkeit und die Liefertreue.

Die Produktion eines Unternehmens muss in der Lage sein, die unterschiedlichsten Kundenanforderungen umgehend zu bedienen. Mit den Mitteln der klassischen Massenproduktion sind starke Nachfrageschwankungen und variierende Kundenbedürfnisse nur unbefriedigend zu erfüllen. Möglich wird dies jedoch durch den Einsatz von Lean Production. Lean Production ist eine japanische Produktionsphilosophie, welche von Toyota nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt wurde. Das Ziel von Lean Production ist es in einem kontinuierlichem Fluss und ohne Verschwendung zu produzieren. Zum Erreichen dieser Ziele entwickelte Toyota eine Vielzahl von Methoden und Werkzeugen, um systematisch die Kernelemente einer verschwendungsfreien Produktion im Fluss zu strukturieren.

Um mit Lean Production langfristig Erfolge zu erzielen sind andauernde und kontinuierliche Maßnahmen erforderlich. Obwohl Toyota seit mehr als 60 Jahren Lean Production im Rahmen des Toyota Produktionssystems (TPS) umsetzt, gibt es dort gemäß Imai keinen Prozess, der nicht weiter verbessert werden kann. Eine strukturierte Methode zum Messen des Umsetzungsfortschritts von Lean Production ist noch nicht entwickelt. Die Möglichkeiten Erfolge zu quantifizieren sind dabei auf die Auswertung von Kennzahlen beschränkt. Kennzahlen haben den Nachteil, dass sie vergangenheitsbezogen sind und keine Aussage über eine Ursache-Wirkung-Korrelation geben.

Um zu beurteilen wie weit ein Unternehmen in der Umsetzung von Lean Production fortgeschritten ist, bedarf es eines Instruments, das Lean Production in seine Kerngebiete aufteilt und jedes dieser Gebiete auf den Grad der strukturierten Umsetzung untersucht. Der Vorteil dieser Methode ist, dass es den Zusammenhang zwischen Ursache und Auswirkung zeigt.

Das Ergebnis dieser Diplomarbeit ist die Methode Lean Benchmarking. Mit dieser Methode werden Unternehmen beurteilt, wie weit sie mit der Einführung von Lean Production fortgeschritten sind. Diese Methode dient dem Unternehmen als Orientierung und zeigt das Potenzial auf, wie Lean Production effizienter und effektiver umgesetzt wird. Jedes zu untersuchende Gebiet von Lean Production wird dafür einheitlich strukturiert, damit die Methode eine quantitative und qualitative Einstufung der Unternehmen liefert. Die Methode gibt den untersuchten Unternehmen eine Rückmeldung über die erreichten Erfolge in der Umsetzung von Lean Production.

Darüber hinaus wird den Unternehmen das Verbesserungspotenzial aufgezeigt, um Lean Production effizienter und effektiver umzusetzen. Die Methode Lean Benchmarking teilt Lean Production in vier Bereiche mit insgesamt 21 Gebieten auf. Jedes Gebiet ist in sechs strukturierte Stufen eingeteilt. Für jede Stufe sind Anforderungen beschrieben, die erfüllt sein müssen, damit ein Unternehmen auf die jeweilige Stufe aufsteigt. In jedem Gebiet wird das Unternehmen mit einer „best-practice“ Methode verglichen. Zur praktischen Anwendung der Methode in Unternehmen ist ein Fragebogen entwickelt worden. Mit dem Fragebogen wird das Unternehmen untersucht und in den einzelnen Gebieten einer Stufe zugeordnet. Diese Zuordnung eines Unternehmens auf eine Stufe jedes einzelnen Gebiets von Lean Production ist das Ergebnis von Lean Benchmarking.

Zur Vorgehensweise wird Im Kapitel 2 die Produktionsphilosophie Lean Production beschrieben und daraus die Anforderungen an das Lean Benchmarking abgeleitet. Im Stand der Technik werden Methoden vorgestellt, mit denen die Problematik heute zu lösen versucht wird. Die einzelnen Methoden werden beschrieben und ihre Vor- und Nachteile werden miteinander verglichen. Im Kapitel 4 wird die Methodik Lean Benchmarking erläutert. Dafür wird die Produktionsphilosophie Lean Production in ihre einzelnen Gebiete aufgeteilt. Jedes Gebiet wird beschrieben sowie in sechs definierte Stufen strukturiert. Außerdem werden die „best-practice“ Methoden zur Umsetzung jedes Gebiets beschrieben.

Im Kapitel 5 wird diese Diplomarbeit zusammengefasst und ein Ausblick beschrieben, wie weitere wissenschaftliche Arbeiten an diesem Thema anknüpfen oder aufbauen können. Um die Methodik Lean Benchmarking in der Praxis anzuwenden, ist im Anhang A1 ein Fragenkatalog ausgearbeitet, mit dessen Hilfe die Unternehmen untersucht und eingestuft werden.

Abstract:

The markets from today are buyer's markets with sales arguments such as product variety, delivery time or delivery reliability. Lean Production represents a production strategy, which fullfills these requirements. The introduction of Lean Production is difficult because the progress is hard to measure.

The result of this thesis is the method Lean Benchmarking. It rates companies how developed they are in implementing Lean Production. This method serves the enterprise as an orientation and points out the potential, how Lean Production is introduced more efficiently and more effectively.

The method Lean Benchmarking divides Lean Production into four ranges with 21 areas. Each area is divided in six structured stages. A company must fullfill the requirements for each stage to ascent into the stage. In each area the enter-prise is compared with the best practice method.

For the practical application of the method in an enterprise a questionnaire is developed. With the questionnaire the enterprise is analyzed and assigned on a stage in each area of Lean Production. This classification into a stage in each area of Lean Production is the result of the Lean Benchmarking.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problematik 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Vorgehen 2
2. Problemanalyse 3
2.1 Lean Production 3
2.2 Anforderungen an das Lean Benchmarking 5
3. Stand der Technik 7
3.1 Benchmarking 7
3.2 Capability Maturity Model Integration (CMMI) 9
3.3 Die 20 Keys Methode von Kobayashi 11
4. Modifikation der 20 Keys Methode 15
4.1 Die Methodik 15
4.2 Der Basisbereich 17
4.2.1 Gestaltung verschwendungsfreier Arbeitsplätze 17
4.2.2 Zielvereinbarungen 20
4.2.3 Betriebliches Vorschlagswesen 24
4.2.4 Produktionstechnologie 27
4.3 Bereich der Qualitätssteigerung 29
4.3.1 Produktentwicklung 30
4.3.2 Überwachungsfreie Produktion 32
4.3.3 Total Quality Management (TQM) 35
4.3.4 Total Productive Maintenance (TPM) 39
4.3.5 Lieferantenbeziehungen 43
4.3.6 Umsetzung von Verbesserungen (Kaizen) 47
4.4 Bereich der Durchlaufzeitverkürzung 51
4.4.1 Prozessgestaltung 51
4.4.2 Rüstzeitreduktion 55
4.4.3 Bestandsreduktion 58
4.4.4 Mitarbeiterqualifikation 62
4.4.5 Nutzung von Informationstechnologie 64
4.4.6 Just-In-Time Produktion (JIT) 67
4.4.7 Produktionsausgleich (Heijunka) 70
4.5 Bereich der Produktionskostensenkung 74
4.5.1 Value Analysis (VA) 74
4.5.2 Einhaltung von Arbeitszeiten 77
4.5.3 Visuelle Kontrolle 79
4.5.4 Einsparung von Energie und Material 81
5. Zusammenfassung und Ausblick 85
6. Abkürzungsverzeichnis 87
7. Literaturverzeichnis 89
Anhang 94
A1 Fragenkatalog 96
A2 Prozessgebiete des CMMI 123
A3 Overall Equipment Effectiveness (O.E.E.) 127
A4 Taktzeit 131
A5 Kaizen 133
A6 Wertstromdesign 135

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Umsetzung von TQM verlangt nach Groth/Kammel, dass jede nachfolgende Stufe im Wertschöpfungsprozess als interner Kunde verstanden wird, dem ausschließlich qualitativ gute Produkte weitergegeben werden [Sch82, S. 47ff.]. Kern der TQM-Maßnahmen bildet die Qualitätssicherung einschließlich der Qualitätskontrolle. Die klassische Qualitätskontrolle beruht auf statistischen Methoden und umfasst i.d.R. alle Phasen des Produktionsprozesses, wogegen bei TQM eine 100% Kontrolle das Ziel ist. Laut Shingo kann nur so garantiert werden, dass alle gelieferten Teile in Ordnung sind [Shi92, S. 90]. Dafür sind die Kontrollen so einfach zu gestalten, dass sie während der Fertigung durchgeführt werden können [Sch82, S. 61f.]. Mit der Verzweigung von TQM und Lean Production finden präventive und proaktive Werkzeuge große Aufmerksamkeit. Groth/Kammel beschreiben als häufig benutzte Instrumente zur Umsetzung von TQM: PDCA-Zyklus, PokaYoke, QFD, FMEA oder Qualitätszirkel [GK94, S. 138]. Ein sich wiederholender Kreislauf, der sowohl im TQM als auch im kontinuierlichen Verbesserungsprozess (Kap. 4.3.6) breite Anwendung findet, ist der PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) [UOK95, S. 24; FBW94, S. 246; Wil97, S. 89]. Ins Deutsche übesetzt lautet dies: Planen – Ausführen – Überprüfen – Handeln. Dieser Zyklus ist auch unter der Bezeichnung Regelkreis der [...]

Wildemann beschreibt TQM als eine Qualitätsstrategie, die alle Bereiche eines Unternehmens vom Kunden über die eigenen Mitarbeiter bis zum Zulieferer umfasst [Wil98, S. 416]. Dabei steht die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt aller Tätigkeiten des Unternehmens. Ihr Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung des Unternehmens für die Kunden, die Anteilseigner und die Mitarbeiter. [Fre94, S. 24] TQM vereinigt eine drastische Senkung des Fehlleistungsaufwandes mit verbesserten Leistungen für die Kunden. Weiterhin rationalisiert es deutlich die internen Abläufe, erhöht die Flexibilität des Unternehmens, vermindert die Entstehungszeiten neuer Produkte, erlaubt eine wesentlich verbesserte Terminsicherheit und führt so zur Stärkung der Position im weltweiten Wettbewerb [Ish87, S. 94ff.]. Umfassende Qualität im Sinne der Lean Production enthält laut Runge Aspekte wie den Erfülltheitsgrad der Anforderungen, Kundenzufriedenheit in allen Bereichen, Qualität der Produktionsprozesse, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter, Markenimage und vieles mehr [Run94, S. 28]. Ein Vergleich zwischen TQM und der klassischen Qualitätskontrolle ist in Tabelle 4-4 aufgeführt. [...]

TPS ist die Trennung zwischen der Bearbeitungszeit einer Maschine und der Arbeitszeit des Bedieners [Cus85, S. 273]. Diese Trennung ermöglicht es, dass ein Mitarbeiter mehrere Maschinen bedienen kann. Dafür muss gewährleistet werden, dass die Maschinen ihren Arbeitszyklus störungsfrei ausführen. Es wird dabei keine Automation oder Verkettung von Maschinen angestrebt, sondern fehlerfreie „Ein-Zyklus-Prozesse“ bzw. „EinZyklus-Maschinen“. Der Mitarbeiter soll nach dem Start der Maschine andere Aufgaben ausführen, ohne dass die gestartete Maschine ausfällt. Ausfallsichere Maschinen werden dabei mit Methoden des TPM (Kap. 4.3.3) realisiert. Fehlerfrei arbeitende Maschinen und Prozesse sind gemäß Takeda die Grundlage für eine Fließfertigung im Takt [Tak95, S. 68ff.]. Die in Abbildung 4-3 aufgeführte U-Zellen-Fertigung [Sch82, S. 141f.] unterstützt den Mitarbeiter bei der Bedienung mehrere Maschinen. Änderungen der Nachfrage wird mit variierender Mitarbeiterzahl in der U-Zelle entgegengewirkt [Lik04, S. 97; Tak95, S. 70; Shi92, S. 55]. [...]

Arbeit zitieren:
Schlickel, Maik Oktober 2005: Entwicklung einer Methodik für ein Lean-Benchmarking, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prozessoptimierung, Toyota Produktionssystem, Lean Production, Lean Manufacturing, Produktion

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