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Entwicklung einer Methodik zur Bewertung des Innovationsgehaltes von Projektideen im Bereich der Beruflichen Weiterbildung – dargestellt am Beispiel der ESF-Förderung in Sachsen-Anhalt

Entwicklung einer Methodik zur Bewertung des Innovationsgehaltes von Projektideen im Bereich der Beruflichen Weiterbildung – dargestellt am Beispiel der ESF-Förderung in Sachsen-Anhalt
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Andreas Gruner
  • Abgabedatum: September 2008
  • Umfang: 80 Seiten
  • Dateigröße: 553,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4839-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gruner, Andreas September 2008: Entwicklung einer Methodik zur Bewertung des Innovationsgehaltes von Projektideen im Bereich der Beruflichen Weiterbildung – dargestellt am Beispiel der ESF-Förderung in Sachsen-Anhalt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Europäischer Sozialfonds, Innovation, Erwachsenenbildung, Pädagogik, Projektideen

Magisterarbeit von Andreas Gruner

Einleitung In der Werbeindustrie, in der Technik oder im Wirtschaftssektor sind wir umgeben von Schlagwörtern wie revolutionäre Entwicklung, sensationelle Neuerung oder innovativstes Produkt. Besonders in Werbespots von Automobil- oder Rasiererherstellern finden sich derartige Sprüche über Innovationen. Doch diese Arbeit behandelt die Thematik nun im Rahmen der Pädagogik. In einer Geisteswissenschaft hat man eben kein materielles Produkt mit klaren Prüfrichtlinien und einem direkt darstellbaren Innovationswert. Genau diese Tatsache macht es spannend, eine Untersuchung der Problematik anzustreben und Überlegungen zur Bewertung pädagogischer Innovationen anzustellen.

Diese Arbeit wird zuerst einen Überblick über die Vorgehensweisen und Ergebnisse der vorangegangenen Forschungsarbeit geben. Die Zusammenfassung dazu erleichtert das Verständnis und hilft dem Leser einen besseren Einstieg in die Problematik zu bekommen. Die TGL Sachsen-Anhalt ist eine freie Trägergesellschaft, die pädagogische Projektideen begutachtet und auf der Basis der Bewertung Fördergelder aus dem europäischen Sozialfonds vergibt. Im Interesse einer optimierten Herangehensweise soll in dieser Magisterarbeit versucht werden, eine Methode zu entwickeln, die Informationen über den Innovationsgehalt der Projektideen geben kann. Zur Realisierung der Aufgabe sind Informationen sowohl über die Förderrichtlinien der EU als auch über die aktuelle Bewertungsstrategie der TGL notwendig. Auf der EU- Ebene ist die CEDEFOP verantwortlich für die Förderrichtlinien. CEDEFOP ist die europäische Agentur, um die Entwicklung der Berufsausbildung und Ausbildung in der Europäischen Union zu fördern. Die bisherigen Forschungsergebnisse müssen nun sinnvoll auf die europäische Ebene übertragen werden. Dazu dienen die Unterlagen der CEDEFOP, mit deren Hilfe auch das europäische Verständnis über Innovationen ermittelt werden soll.

Die zweite Brücke, die von der Forschungsarbeit zur Magisterarbeit geschlagen werden muss, ist ein Schwenk von einer Retrospektive zur direkten Feststellung eines Innovationsgehaltes. In der Forschung wurden bereits existierende Projekte untersucht, während die TGL lediglich schriftlich verfasste Ideen bewerten kann. Die TGL stellt Beispielprojekte zur Verfügung, die untersucht werden können. Sie sollen helfen, geeignete Methoden zu finden. Damit sollten Problematik und Aufgabenstellung für den Leser ausreichend erläutert sein. Im nächsten Abschnitt beginnt der Überblick über die Forschungsarbeit.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung Seite 3
2. Rückblick zur Forschungsarbeit
2.1 Aufgabenstellung Seite 4
2.2 Vorgehensweise in der Forschungsarbeit Seite 4
2.3 Begriffsbestimmung – pädagogische Innovation Seite 5
2.4 Die 10 Kategorien Seite 14
2.5 Ergebnisse der Forschungsarbeit Seite 25
3. Aufgabenanalyse und Literatur zur Magisterarbeit
3.1 Vorbetrachtung Seite 30
3.2 Pädagogische Innovation auf EU-Ebene Seite 32
3.3 Richtlinien des ESFund der TGL-SA Seite 35
3.4 Erwartungen der TGL-SA und Zielstellung Seite 40
4. Untersuchung der Projekte
4.1 Einführung Seite 42
4.2 Vorgehensweise zur Analyse eines Projekts Seite 43
4.3 Valenz- / Intensitätsanalyse Seite 45
4.4 Kontingenzanalyse Seite 48
4.5 Differenzanalyse Seite 52
4.6 Ergebnisse und Folgerungen Seite 56
5. Entwicklung des Bewertungskriteriums
5.1 Datenerhebung bei der TGL und beim BWSA Seite 57
5.2 Anforderungen / Probleme Seite 59
5.3 Erarbeitung einer Methodenvielfalt Seite 60
5.4 Auswahl und Präzisierung der Methoden Seite 63
5.5 Testlauf und Ergebnis Seite 69
6. Vorstellung und Begründung der Bewertungsmethode Seite 70
7. Schluss Seite 72
8. Abkürzungsverzeichnis Seite 73
9. Literaturverzeichnis Seite 74

Textprobe:

3.2 Pädagogische Innovation auf EU-Ebene:

Dieses Kapitel ist nun der Untersuchung von Literatur auf EU-Ebene gewidmet. Es soll in erster Linie geprüft werden, inwiefern Unterschiede zwischen dem innerdeutschen und dem europäischen Verständnis von Innovation bestehen. Zweite Zielüberlegung ist, ob die gefundenen Unterschiede Auswirkungen auf die angestrebte Bewertungsmethode haben könnten. Generell soll dieser Teil der Arbeit auch einen kleinen Überblick über die pädagogischen Erneuerungsbestrebungen auf EU-Ebene geben. Die Europäische Kommission hat 1995 ein so genanntes ‘Green Paper of Innovation’ herausgegeben, in dem die Bedeutung und die Sichtweisen im Hinblick auf den Begriff beschrieben werden. Diese Veröffentlichung ist über die Internetseiten der CEDEFOP frei zugänglich und in verschiedenen Sprachen erhältlich. Um nun die bereits verwendeten Begriffsinhalte auch für den Europäischen Rahmen nutzbar zu machen, ist es sinnvoll, die hier geäußerten Ansichten einzubeziehen. Die dort gefundenen Aussagen sollen dann auch eine Basis für ein länderübergreifendes Verständnis von Innovationen werden. Der erste Schritt wird nun sein, den Begriff Innovation unter die Lupe zu nehmen. Dazu finden sich folgende Anmerkungen:

‘In diesem Grünbuch bedeutet Innovation: In Wirtschaft und Gesellschaft Neuerungen hervorbringen, adoptieren [sic] und erfolgreich nutzen. Sie bietet neuartige Problemlösungen, so daß die Bedürfnisse von Bürgern und Gesellschaft befriedigt werden können’.

‘Glaubt man dem Lexikon, ist das Gegenteil von Innovation ‘Archaismus und Routine’. Deshalb trifft Innovation auch auf so viele Hindernisse und so starken Widerstand. Und deshalb stellt es für die europäischen Gesellschaften auch eine große Herausforderung dar, eine Innovationskultur zu entwickeln und zu teilen’.

Aus diesen Zitaten geht hervor, dass man die gesamte Thematik hier deutlich globaler betrachtet und direkte Bezüge zu Gesellschaft und Wirtschaft herstellt. Das findet sich auch in dem Zitat: ‘Innovation kann und muss eine Antwort auf die grundlegenden Fragen unserer Zeit geben. Sie ermöglicht bessere Lebensbedingungen.’ Man hält also - wie im deutschen Rahmen - Neuerungen, Problemlösungen und Bedarfsorientierung für wichtige Elemente im Bereich der Innovation. Gleichzeitig ist man sich auch der Schwierigkeiten bewusst, die umwälzende Neuerungen mit sich bringen können. Ein Beispiel ist das TeleScopia-Projekt. Dort wurde untersucht, ob eine größere Anzahl technischer Möglichkeiten auch zu höherem Lernerfolg führt. Damit wurde ein oft falsch verstandener ‘Technologiewahn’ im Bereich der Innovation als Problem aufgegriffen und relativiert. Man stellte fest, dass nur maßvoll und gezielt eingesetzte Technologie hilft und dass man eine hohe Flexibilität im Umgang mit diesen Möglichkeiten braucht. Eine weitere angesprochene Problematik in der EU ist die sinnvolle Nutzung von Humanressourcen.

‘Von daher sind die Humanressourcen der ausschlaggebende Faktor. Aus- und Weiterbildung spielen hier eine entscheidende Rolle: Sie vermitteln das Anfangswissen und sorgen für ständige Anpassung. Viele Studien und Analysen zeigen, daß besser ausgebildete, geschulte, sensibilisierte Mitarbeiter zu mehr Innovation führen’.

Man verliert auch auf der Ebene der EU nicht den Blick für die Menschen sondern hat den Zusammenhang zwischen guter Ausbildung und wichtigen Neuentwicklungen erkannt. Gerade im Hinblick darauf wird auch ein sehr großer Wert auf gemeinsamen Fortschritt und somit Interkulturalität gelegt.

‘Die Perspektive hat sich verbessert, und Innovationen haben beträchtliche Impulse erhalten. Ein größeres Europa kann nur auf der Grundlage von echter Partnerschaft und nicht anhand eines eingleisigen Prozesses errichtet werden’.

In den Dokumenten der CEDEFOP wird ein so genanntes ‘europäisches Paradoxon’ angesprochen. Dabei geht es um die Problematik, dass viele gute Erfindungen und Entwicklungen gemacht werden, die jedoch am Ende nur zu einem Bruchteil umgesetzt werden. Die Beziehung von Invention und Innovation wurde schon in der Forschungsarbeit untersucht. Dort zeigte sich ebenfalls, dass etwas Zukunft weisendes zu erschaffen bedeutet, Inventionen in der Praxis einzusetzen und zu nutzen. Aufgrund des Paradoxons in der EU wurden umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, die zur Behebung des Problems beitragen sollen. Zu diesen Maßnahmen gehört der vermehrte Einsatz von Forschungsgeldern, die Ermittlung und Beseitigung von Innovations-hemmnissen, die bessere Koordinierung und Planung sowie Förderung und Zusammenarbeit von KMU. Man ist sich darüber bewusst, dass Innovationsbegriff eine vielschichtige Erscheinung ist, die sich auf viele Branchen ausgeweitet hat und in ihrer Entstehung auf gute Bildung baut. In dem folgenden Zitat kommt ein weiterer wichtiger Aspekt der Thematik im Rahmen der EU zum Ausdruck:

‘Innovation ist nicht nur ein wirtschaftlicher Mechanismus oder ein technischer Prozeß. Sie ist vor allem ein soziales Phänomen, in dem die Kreativität von Einzelpersonen und Gesellschaften, ihre Bedürfnisse oder Wünsche zum Ausdruck kommen’.

Somit ist immer ein sozialer Kontext in Verbindung mit den besonderen Neuerungen zu sehen, und es besteht die Erwartung, dass dies Lösungen auf grundlegende Fragen der Gesellschaft hervorbringt. Natürlich wird dieser Aspekt auf EU- Ebene auch im Licht der internationalen Wettbewerbe gesehen, und so soll das europäische Know-how einen Vorteil bringen. Damit ist auch schon der interkulturelle Aspekt angesprochen. Im Rahmen einer europäischen Staatengemeinschaft sind Interkulturalität und Kooperation eine Grundvoraussetzung für viele innovative Vorhaben.

Zusammenfassend zum Vergleich über das Thema in Deutschland und der EU, lassen sich einige Unterschiede feststellen. Der Begriff Innovation wird in der EU globaler betrachtet und direkt von der Bildung mit technischen und wirtschaftlichen Belangen in Verbindung gebracht. Die vorher gefundene Bedeutung des Wortes lässt sich bestätigen aber sie erhält aus EU- Sicht eine andere Akzentuierung. So sind Kooperation, Interkulturalität und Lösungswert deutlich hervorstechende Komponenten in der Diskussion. Auf die Bildung bezogen erwartet man sich von diesen zukunftsweisenden Neuerungen eine höhere Flexibilität und eine größere Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen Erfordernisse. Es werden also auch Bildungsprojekte als innovativ gewertet, die eine solche Forderung berücksichtigen.

Arbeit zitieren:
Gruner, Andreas September 2008: Entwicklung einer Methodik zur Bewertung des Innovationsgehaltes von Projektideen im Bereich der Beruflichen Weiterbildung – dargestellt am Beispiel der ESF-Förderung in Sachsen-Anhalt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Europäischer Sozialfonds, Innovation, Erwachsenenbildung, Pädagogik, Projektideen

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