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Die Entwicklung von MBO-Unternehmen

Die Entwicklung von MBO-Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Mehrer
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 673,7 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7352-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7352-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7352-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mehrer, Christian Februar 2003: Die Entwicklung von MBO-Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Venture Capital, Buy-Out, Private Equity, Going Privat, IPO

Diplomarbeit von Christian Mehrer

Zusammenfassung:

Der Markt für Management-Buy-Outs (MBOs) ist ein Wachstumsmarkt in Deutschland. Zwischen 1995 und 2000 wuchs sein Volumen exponentiell von 1,14 auf 15,1 Milliarden Euro. Spektakuläre MBOs wie z.B. beim Verkauf des Pay-TV-Senders PREMIERE im Frühjahr 2003 beweisen, dass das Thema trotz der Konjunktur- und Börsenkrisen noch immer sehr aktuell ist. Der MBO beginnt in der deutschen Wirtschaft eine ähnlich wichtige Rolle einzunehmen wie in den USA und Großbritannien. Der dortige Entwicklungsvorsprung hat zur Folge, dass die Mehrzahl der bisherigen Forschung über MBOs aus dem angelsächsischen Raum stammt.

Die meisten Untersuchungen schreiben dem MBO überdurchschnittliche Performance-Steigerungen zu. KAPLAN und andere Wissenschaftler begründen dies hauptsächlich mit der Principal-Agent–Theorie: Der MBO wird demnach als überlegenes institutionelles Arrangement angesehen, da er die Interessen von Management und Eigentümern besser vereint als andere Organisationsformen. Andere Kritiker wie LOWENSTEIN halten hingegen den MBO für ein kurzlebiges Umverteilungskonstrukt, bei dem sich die Eigentümer auf Kosten des Fiskus, der Altaktionäre und der Mitarbeiter bereichern können.

Ausgehend von dieser Diskussion stellt sich die Frage, ob durch MBOs wirklich nachhaltiges Wachstum generiert werden kann. Bei den bisherigen Veröffentlichungen handelte es sich jedoch zumeist um kurz- und mittelfristige Untersuchungen, die weitgehend auf mittlerweile veraltetem Datenmaterial aus den USA basierten.

Aufbauend auf einer Einleitung, die Grundbegriffe, Motive und Voraussetzungen von MBOs darstellt, gibt der Verfasser einen Überblick über den aktuellen Stand der MBO-Forschung. Anschließend führt er eine eigene, langfristig orientierte Analyse von MBOs in Deutschland durch. Er vergleicht die Entwicklung verschiedener Bilanzpositionen und Kennzahlen von MBOs mit den entsprechenden Branchendurchschnittswerten über einen Zeitraum von sieben Jahren. Damit lässt sich zum einen die angebliche überdurchschnittliche Entwicklung von MBO-Unternehmen anhand eines deutschen Panels nachprüfen, zum anderen wird ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Dauerhaftigkeit von MBOs geliefert.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 DIE ENTWICKLUNG DES DEUTSCHEN MANAGEMENT-BUY-OUT-MARKTES 1
1.2 ZIEL DER ARBEIT 2
1.3 GANG DER UNTERSUCHUNG 3
1.4 BEGRIFFSDEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN 5
1.3.1 Management-Buy-Out (MBO) 5
1.3.2 Management-Buy-In (MBI) 6
1.3.3 Belegschafts-Buy-Outs (BBO) 7
1.3.3 Leveraged Buy-Out (LBO) 7
1.3.4 Abgrenzung der verschiedenen Buy-Out-Begriffe 8
2. MOTIVE UND VORAUSSETZUNGEN VON MANAGEMENT-BUY-OUTS 10
2.1 MOTIVE DER BETEILIGTEN INTERESSENSGRUPPEN 10
2.1.1 Motive des Verkäufers 10
2.1.1.1 Nachfolgeregelung 10
2.1.1.2 Restrukturierung 11
2.1.1.3 Sanierung 12
2.1.1.4 Privatisierung 13
2.1.1.5 Going Private 14
2.1.2 Motive des Managements 14
2.1.3 Motive sonstiger Interessensgruppen 15
2.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN MANAGEMENT-BUY-OUT 17
2.2.1 Branchenbezogene Eignungskriterien 17
2.2.2 Unternehmens- und produktbezogene Eignungskriterien 18
2.2.3 Finanzielle Eignungskriterien 20
3. MITTELFRISTIGE ENTWICKLUNG VON MANAGEMENT-BUY-OUTS 21
3.1 BISHERIGE UNTERSUCHUNGEN ZUR MITTELFRISTIGEN ENTWICKLUNG 21
3.1.1 US-amerikanische Untersuchungen 21
3.1.2 Europäische Untersuchungen (ohne Fokus auf Deutschland) 23
3.1.3 Deutsche Untersuchungen 24
3.2 ERKLÄRUNGSMUSTER FÜR DIE UNTERNEHMENSENTWICKLUNG NACH MANAGEMENT-BUY-OUTS 26
3.2.1 Principal-Agent-Theorie/Free-Cashflow 26
3.2.2 Entrepreneurship 28
3.2.3 Steuerersparnisse und Umverteilungen 28
3.3 DER MANAGEMENT-BUY-OUT ALS DAUERHAFTE ORGANISATIONSFORM? 30
3.4 EINFLÜSSE AUF DIE DAUERHAFTIGKEIT VON MANAGEMENT-BUY-OUTS 31
3.5 EXIT-SZENARIEN 33
3.5.1 Börsengang (IPO) 33
3.5.2 Verkauf an ein anderes Unternehmen (Trade Sale) 34
3.5.3 Company Buy-Back/Secondary Buy-Out (2BO) 34
3.5.4 Liquidation 35
3.6 HÄUFIGKEIT DER VERSCHIEDENEN EXIT-SZENARIEN 36
4. LANGFRISTIGE FIRMENENTWICKLUNG VON MANAGEMENT-BUY-OUTS 37
4.1 BISHERIGE UNTERSUCHUNGEN ZUR LANGFRISTIGEN ENTWICKLUNG 37
4.2 EIGENE UNTERSUCHUNG ZUR LANGFRISTIGEN ENTWICKLUNG 39
4.2.1 Auswahl der Unternehmen und Datenbeschaffung 39
4.2.2 Methodik der Untersuchung 40
4.2.3 Merkmale der untersuchten Unternehmen 42
4.2.3.1 Jahr des Management-Buy-Outs 42
4.2.3.2 Branchenverteilung 43
4.2.3.3 Auslöser des Management-Buy-Outs 45
4.2.3.4 Transaktionsvolumen des Management-Buy-Outs 46
4.2.3.5 Höhe der Managementbeteiligung 47
4.2.3.6 Jahr des Börsengangs 48
4.2.3.7 Zeitspanne zwischen Management-Buy-Out und Börsengang 49
4.2.3.8 Größe der Unternehmen beim Management-Buy-Out und beim Börsengang 50
4.2.3.9 Heutiger Unternehmensstatus 51
4.2.4 Regressionsanalyse hinsichtlich möglicher Einflussfaktoren auf die Zeitspanne zwischen Management-Buy-Out und Börsengang 52
4.2.5 Zeitreihenuntersuchung 55
4.2.5.1 Umsatz 55
4.2.5.2 Gewinn 56
4.2.5.3 Umsatzrendite 57
4.2.5.4 Mitarbeiterzahl 58
4.2.5.5 Umsatz je Mitarbeiter 59
4.2.5.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 60
4.2.5.7 Kundenziel 61
4.2.5.8 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 62
4.2.5.9 Lieferantenziel 63
4.2.5.10 Gesamtverschuldung 64
4.2.5.11 Investitionsintensität 65
4.2.6 Vergleich der mittel- und langfristigen Performance 66
5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBEMERKUNGEN 67
ANHANG: FIRMENPROFILE 69
LITERATURVERZEICHNIS 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

MBOs vornehmlich um Nachfolge-MBOs in kleinen und mittelständischen Betrieben handelt, die gerade deshalb durchgeführt wurden, um die Firmenkontinuität zu wahren. Außerdem haben kleine Unternehmen oft keine Möglichkeit zu einem Börsengang bzw. lassen sich schwerer veräußern, wodurch die Exit-Möglichkeiten eingeschränkt werden. Restrukturierungs-und Privatisierungs-MBOs profitieren besonders von der Loslösung aus den effizienzhemmenden Verwaltungsapparaten in (internationalen) Konzernen und Staatsbetrieben und wachsen sehr stark.167 Allerdings stoßen sie durch das hohe Wachstum auch schnell an einen Punkt, an dem ein weiterer Wechsel der Organisationsstruktur angebracht ist.168 WRIGHT et al. belegen, dass die Exit-Raten bei Privatisierungs-MBOs und bei Restrukturierungs-MBOs von ausländischen Konzernen mit 39,8 % bzw. 37,3 % im Vergleich zur Exit-Rate von 21,4 % bei allen MBOs deutlich erhöht ist.169 Private-Equity-Geber und andere Finanzinvestoren haben einen Einfluss auf die Dauerhaftigkeit eines MBOs, weil sie oft nur zeitlich begrenzt investieren und schließlich gezwungen sind, ihre Anteile an dem MBO-Unternehmen zu veräußern. Dieses Verhalten lässt sich anhand des Venture-Capital-Kreislaufs170 (siehe Abb. 7) erklären: Dabei sammeln Venture-Capital-Fonds in der Fundraising-Phase zunächst Kapital von verschiedenen Anlegern, in der Investing-Phase wird dieses Geld nach sorgfältiger Auswahl in verschiedene Unternehmen investiert und in der Exit-Phase werden die Unternehmensbeteiligungen wieder veräußert. Die so gewonnenen liquiden Mittel können entweder wieder an die Anleger ausgeschüttet oder in neue Projekte investiert werden, womit sich der Kreis schließt.171 Da die Fondsgesellschaft normalerweise keine Zinsen oder Tilgungsraten für das investierte Kapital erhält, ist allein die Exit-Phase ausschlaggebend für die Rückzahlung und die Gewinnrealisierung. Außerdem produziert ein erfolgreicher Exit positive Rückkopplungseffekte, die das zukünftige Fundraising und die Investitionstätigkeit erleichtern172. Die Laufzeit eines [...]

Laut WRIGHT et al. sind letztlich drei Aspekte für die Dauerhaftigkeit eines MBOs ausschlaggebend: (1) das Management, (2) die Firmen- und Branchenstruktur sowie (3) Private-Equity-Investoren und andere Finanziers.162 Der Einfluss des Managements ist besonders dann wichtig, wenn Führungskräfte, die unternehmerisch frei tätig sein wollen, kein Interesse daran haben, später wieder in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln, oder über hochspezifisches Wissen verfügen, das für das Unternehmen wichtig ist.163 Die wichtigsten firmen- und branchenspezifischen Einflüsse auf die Dauerhaftigkeit eines MBOs sind sich schnell verändernde Märkte, die hohe Anpassungsinvestitionen erfordern, ein starkes Firmenwachstum, das nicht mehr durch Innenfinanzierung getragen werden kann, eine Marktkonzentration auf wenige Unternehmen, die es nötig macht, eine kritische Masse zu erreichen um zu bestehen, sowie eine starke M & AAktivität, durch die hohe Übernahmepreise für das MBO-Unternehmen geboten werden.164 WRIGHT et al. weisen ferner anhand einer Stichprobe von 433 britischen MBOs aus der Zeit von 1981 bis 1990 nach, dass kleine MBOs mit einer Exit-Rate von 13,5 % deutlich seltener als große Firmen (Exit-Rate: 29,4 %) ihre Organisationsstruktur nach dem MBO wieder ändern.165 Dieser Zusammenhang wird in weiteren Studien bestätigt.166 Erklären lässt sich dieser Zusammenhang dadurch, dass es sich bei kleinen [...]

RAPPAPORT widerspricht JENSEN in Bezug auf die Dauerhaftigkeit und Überlegenheit von MBOs als Organisationsform.156 Er bemängelt an MBOs die geringe strategische Flexibilität aufgrund des hohen Schuldendienstes, das Fehlen des täglichen Aktienkurses als Bewertung der Managementleistung sowie die meist auf fünf bis zehn Jahre beschränkte Investitionsdauer vieler institutioneller Investoren. Aus diesen Gründen hält er MBOs lediglich für eine vorübergehende Organisationsform.157 Nach Ansicht von KAPLAN sieht RAPPAPORT den MBO als eine „Schocktherapie“ an, bei der das Management motiviert wird, einmalige Restrukturierungsmaßnahmen durchzuführen. Sind diese Effizienzsteigerungspotentiale ausgeschöpft, überwiegen die Nachteile des MBO, was zu einem neuerlichen Wechsel der Organisationsform führt.158 KAPLAN untersuchte 183 große MBOs, die in der Zeit von 1979 bis 1986 stattfanden. Dabei entdeckte er, dass mit zunehmender Zeitspanne ab dem MBO die Anzahl der an die Börse gehenden Unternehmen steigt. MBO-Unternehmen gehen im Mittel nach 6,82 Jahren an die Börse. Er bestätigt damit RAPPAPORTs Aussage von MBOs als vorübergehender Organisationsform. Andererseits kann bei fast sieben Jahren durchschnittlicher Existenzdauer aber auch nicht von Kurzlebigkeit gesprochen werden.159 WRIGHT et al. (1994), WRIGHT et al. (1995) und WRIGHT/WILSON/ROBBIE (1998) wenden gegen JENSENs Aussage ein, dass sich seine Argumentation auf einen idealisierten Grundtypus von MBO-Unternehmen bezieht. Da viele MBOs jedoch in einem anderen Branchenumfeld stattfinden, andere Kontrollmechanismen besitzen und mittels einer unterschiedlichen Finanzierung realisiert wurden, ist die Existenzdauer von MBOs heterogen und muss daher differenzierter analysiert werden.160 Während sich die US-amerikanischen Studien vor allem auf stark mit Fremdkapital finanzierte [...]

Arbeit zitieren:
Mehrer, Christian Februar 2003: Die Entwicklung von MBO-Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Venture Capital, Buy-Out, Private Equity, Going Privat, IPO

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