Entwicklung von Ladengestaltungskonzepten unter Berücksichtigung der Zielgruppe 50plus am Beispiel Rewe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kristin Wolter
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 635,1 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9172-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9172-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9172-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wolter, Kristin September 2005: Entwicklung von Ladengestaltungskonzepten unter Berücksichtigung der Zielgruppe 50plus am Beispiel Rewe, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Senioren, Ladengestaltung, Marketing Mix, Handel, Erhebung
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Diplomarbeit von Kristin Wolter
Problemstellung:
Aufgrund der allgemein angespannten Wirtschaftslage in Deutschland wird es für ein Unternehmen immer bedeutsamer, Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten zu sichern. Es gilt, sich in neuen Märkten zu etablieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Aufgrund demografischer Verschiebungen hat sich aus einer interessanten Randgruppe eine beeindruckende Konsumentenschicht entwickelt. Schon heute sind mehr als 30 Millionen Deutsche über 50 Jahre alt, und nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist im Jahr 2050 jeder zweite Bundesbürger älter als 60.
Diese Zielgruppe ist nicht mehr durch Defizite geprägt. Sie fühlt sich mehrheitlich jung, fit und unternehmenslustig. Der Lebensstil der Älteren hat sich deutlich verjüngt. Hinzu kommt, dass in diesem Marktsegment sehr viel Potenzial steckt. Große innovative Unternehmen haben dieses Problem schon frühzeitig erkannt und entwickeln ihre Produkte dementsprechend bzw. richten die Werbung speziell an diese Zielgruppe. Bei einer näheren Betrachtung des Handels in Deutschland, besonders bei der Gestaltung des PoS, finden sich in der Praxis nur unzureichende Ansätze für eine optimale Gestaltung bezogen auf die Zielgruppe der Senioren. Seit vielen Jahren wird über Wege zur optimalen Gestaltung der Verkaufsflächen für diese Zielgruppe nachgedacht und diskutiert, ohne jedoch spürbare Veränderungen herbeizuführen.
Noch immer finden Ältere als Konsumenten in der Marketingplanung wenig Aufmerksamkeit. Es wird davon ausgegangen, dass diese Zielgruppe die Nahversorgungsmärkte den Warenhäusern vorzieht. Man konzentriert sich bei den Großflächen deshalb vor allem auf die Familie. Wirkungsvolle Konzepte, welche die reife Zielgruppe bewusst ins Marketing - also in den Handelsalltag und die Ladengestaltung - einbeziehen, sind noch nicht vorhanden. Bezogen auf den Handel wurde Marketing im engeren Sinne bisher in Deutschland nicht betrieben. Demgegenüber hat ein Pilotprojekt der Adeg Supermarktkette in Österreich durch ein Zielgruppenkonzept „Senioren“ bewiesen, dass eine Verbesserung der Marktposition und auf dieser Grundlage die Erwirtschaftung höherer Gewinne möglich sind.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob durch eine zielgruppenspezifische Umgestaltung des PoS die Marktposition verbessert und somit ein Umsatzplus generiert werden kann. Am Beispiel eines Verbrauchermarktes der Rewe- Handelsgruppe, erarbeitete die Verfasserin zukunftsweisende Handlungsempfehlungen für die Umgestaltung der Ladenflächen und den Handelsalltag.
Zur besseren Verständlichkeit, werden im zweiten Kapitel grundlegende Begriffe definiert und näher erläutert. Im Folgenden wird auf den Begriff „Senioren“ eingegangen und die Verwendung eines anderen Begriffs kurz kommentiert. Auf die grundlegenden Begriffe der Marketingplanung im Handel wird anschließend näher eingegangen. Um die steigende Relevanz dieser Zielgruppe für Unternehmen, besonders jedoch für den Handel herauszustellen, werden die mengenmäßige Bedeutung und das Kaufkraftpotential beschrieben. Danach wird untersucht, wie sich der Wertewandel auf die Einstellungen der Senioren auswirkt und in welche Segmente sich der Markt dieser Zielgruppe einteilen lässt. Besonderheiten dieser Zielgruppe, die für Maßnahmen bei der Ladenumgestaltung und den Handelsalltag Berücksichtigung finden sollten, werden im Kapitel 3 ausführlich dargestellt. Diese sind für die Maßnahmen bei der Ladenumgestaltung und den Handelsalltag unerlässlich.
Die Verfasserin stellt im 4. Kapitel den praktischen Bezug her. Anhand von geeigneten, auf die Senioren bezogenen Marketingmaßnahmen wird sie deutlich machen, dass letztlich der Umsatz eines Unternehmens gesteigert werden kann. Durch das Fallbeispiel einer Ladenumgestaltung für diese Zielgruppe, wird sie eine Gewinnsteigerung nachweisen können.
Aus den Erkenntnissen und Vermutungen der Ausführungen der vorangestellten Kapitel, werden auf die Ladenumgestaltung und den Standort bezogene Hypothesen formuliert und im Kapitel 5 anhand einer empirischen Untersuchung in einem Rewe- Verbrauchermarkt analysiert. Basierend auf Erkenntnissen aus der Theorie und der empirischen Erhebung, wird im anschließenden Kapitel anhand ausgewählter Kriterien des Marketing- Mix bezogen auf den Handel ein Ladengestaltungskonzept für den Rewe-Verbrauchermarkt entwickelt.
Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick für die Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| Widmung | 2 | |
| Inhaltsverzeichnis | 3 | |
| Abbildungsverzeichnis | 6 | |
| Tabellenverzeichnis | 7 | |
| Vorwort | 8 | |
| 1. | Einleitung | 9 |
| 1.1 | Problemstellung | 9 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 10 |
| 2. | Begriffserläuterungen und Charakteristika der Zielgruppe 50plus | 11 |
| 2.1 | Begriff Senioren | 11 |
| 2.2 | Grundlagen einer spezifischen Marketingplanung im Handel | 12 |
| 2.3 | Gründe für die steigende Bedeutung der Zielgruppe 50plus für Unternehmen | 15 |
| 2.3.1 | Demografische Entwicklung | 15 |
| 2.3.2 | Wertewandel | 17 |
| 2.3.3 | Kaufkraft | 18 |
| 2.4 | Segmentierung des 50plus Marktes | 19 |
| 3. | Besonderheiten der Zielgruppe 50plus | 21 |
| 3.1 | Psychologische Besonderheiten der Zielgruppe 50plus | 22 |
| 3.1.1 | Emotionen | 22 |
| 3.1.2 | Motivation | 23 |
| 3.1.3 | Einstellungen | 23 |
| 3.2 | Physiologische Besonderheiten der Zielgruppe 50plus | 24 |
| 3.2.1 | Das Sehvermögen | 24 |
| 3.2.2 | Beweglichkeit und Kraft | 25 |
| 3.3 | Soziologische Besonderheiten der Zielgruppe 50plus | 26 |
| 3.3.1 | Selbstbild und Fremdbild | 26 |
| 3.3.2 | Soziale Integration | 27 |
| 3.3.3 | Mobilität | 27 |
| 3.3.4 | Freizeitverhalten | 29 |
| 3.4 | Besonderheiten im Konsumverhalten | 29 |
| 3.4.1 | Bedeutung des Konsums | 30 |
| 3.4.2 | Einkaufsstätten | 31 |
| 3.4.3 | Qualitäts- und Preisbewusstsein | 31 |
| 3.4.4 | Informationsquellen | 32 |
| 3.5 | Besonderheiten in der werblichen Ansprache der Zielgruppe 50plus | 33 |
| 3.5.1 | Die richtige Kommunikation | 34 |
| 3.5.2 | Die Einstellung gegenüber Werbung | 35 |
| 3.5.3 | Medienauswahl | 36 |
| 4. | Chancen für den Handel durch die Orientierung an der Zielgruppe 50plus | 37 |
| 4.1 | Geeignete Marketingmaßnahmen des Marketing- Mix | 37 |
| 4.1.1 | Kommunikationspolitik | 38 |
| 4.1.2 | Sortiments- und Servicepolitik | 38 |
| 4.1.3 | Preis- und Konditionenpolitik | 39 |
| 4.1.4 | Standortpolitik | 40 |
| 4.1.5 | Ladengestaltung/ Warenpräsentation | 41 |
| 4.2 | Auswirkungen der Marketingmaßnahmen auf den Gewinn des Unternehmens | 42 |
| 4.3 | Fallbeispiel anhand der Supermarktkette Adeg | 44 |
| 4.4 | Zwischenfazit | 46 |
| 5. | Ermittlung von Umsatzsteigerungspotenzialen anhand einer empirischen Untersuchung | 46 |
| 5.1 | Zielsetzung der Untersuchung und Formulierung von Hypothesen | 47 |
| 5.2 | Methodisches Vorgehen | 48 |
| 5.2.1 | Ablauf der Untersuchung | 48 |
| 5.2.2 | Struktur des Fragebogen | 49 |
| 5.3 | Auswertung und Darstellung der Ergebnisse | 50 |
| 5.3.1 | Kaufgewohnheiten | 51 |
| 5.3.2 | Ladenumgestaltung | 54 |
| 5.3.3 | Erreichbarkeit des Standortes | 56 |
| 5.3.4 | Demografie | 59 |
| 6. | Entwicklung eines Ladenumgestaltungskonzeptes am Beispiel Rewe | 62 |
| 6.1 | Vorbemerkungen | 62 |
| 6.2 | Waren- und Angebotspräsentation | 63 |
| 6.3 | Lichtgestaltung und Darstellung der Preise | 64 |
| 6.4 | Übersichtlichkeit- und Orientierungsfreundlichkeit | 65 |
| 6.5 | Service und Beratung | 65 |
| 6.6 | Standort | 67 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 68 |
| Anhang | 70 | |
| Anhang 1 | Fragebogen | 71 |
| Anhang 2 | Auswertung der Häufigkeitstabellen | 74 |
| Anhang 3 | Auswertung der Kontingenztabellen | 85 |
| Anhang 4 | Grundriss des Rewe- Verbrauchermarktes | 93 |
| Literaturverzeichnis | 94 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 98 |
3.5.3 Medienauswahl Die Zielgruppe 50plus fühlt sich zwar aktiv und jung, doch gibt es biologische und physische Einschränkungen, die bei der Auswahl von Medien berücksichtigt werden müssen. Informationen für die Zielgruppe 50plus sollen sich auf das Wesentliche beschränken, mit Bildern unterstützt und strukturiert sein. Aufgrund einer im Alter verlangsamten Informationsverarbeitung eignen sich Printmedien hervorragend.64 Der Anteil derer, die mehrmals in der Woche Zeitungen und Zeitschriften lesen, liegt bei älteren vergleichsweise höher als bei jüngeren Jahrgängen. Dabei rangieren Tageszeitungen eindeutig nach dem Fernsehen.65 Es gibt verschiedene Gründe, warum Zeitungen und Zeitschriften für Unternehmen für diese Zielgruppe interessant sind. Ältere Menschen sind kritischer und manchmal gar misstrauischer66, deshalb ist Glaubwürdigkeit- wie sie bereits bei diesem Medium vorhanden ist- sinnvoll. Zum anderen bietet dieses Medium bezogen auf die Geschwindigkeit erhebliche Vorteile. Die Zielgruppe 50plus, kann die Geschwindigkeit, mit der sie Informationen aufnimmt, selber bestimmen. Dazu nehmen sie dieses Format mehr als einmal in die Hand und können die Botschaften wiederholt lesen. Wie bereits in Tabelle 1 aufgezeigt, spielt das Fernsehen eine große Rolle bei der Beschaffung von Informationen. Doch es auch eines der komplexesten Medien. Demzufolge führt das vielfach in der Fernsehwerbung zu findende, sehr rasche Darbieten von Informationen oftmals zu einer Überforderung der Informationsverarbeitung älterer Menschen.67 Wenn dennoch das Medium Fernsehen eingesetzt werden soll, dann ist zu bedenken, das 15-Sekunden Spots mit schnellen Szenenumschnitten, unmotivierten Kameraschwenks, Überblendungen oder schnellem Weiterrollen eingeblendeter Schriften bei der Ansprache dieser Zielgruppe zu vermeiden ist.68 Der Hörfunk kommt als Informationsquelle in Betracht, wird aber nicht dem Fernsehen, den Zeitschriften und Zeitungen und den persönlichen Informationsquellen vorgezogen. [...]
3.5 Besonderheiten in der werblichen Ansprache der Zielgruppe 50plus Ein besonderer Interessenschwerpunkt sollte für Unternehmen in der Werbung und somit in der Kommunikation für die Zielgruppe 50plus liegen. Die Einstellungen dieser Personengruppe gegenüber Werbung und der Nutzung von Medien ist im Vergleich zu der jüngeren Generation als sehr positiv zu bewerten. Um dies zu verdeutlichen, wird im weiteren Verlauf dieses Kapitels auf die richtige Kommunikation, die Einstellung gegenüber Werbung und auf das Medienverhalten dieser Zielgruppe näher eingegangen. Doch vorab soll der Begriff Kommunikation im Zusammenhang mit der Werbung definiert werden. Ganz allgemein lässt sich unter Kommunikation die Übermittlung bzw. der Austausch von Botschaften verstehen.57 Handelt es sich bei den Botschaften um Werbebotschaften, kann die Bezeichnung Werbung verwendet werden.58 Über verschiedene Medien und über Sonderformen werden Werbebotschaften an die Konsumenten getragen. Während der Kommunikationsbegriff nur das Gestaltungsspektrum kommunikativer Aktivitäten absteckt, geht es beim Begriff der Kommunikationspolitik um zielgerichtete Entscheidungen, welche die konkrete Ausrichtung der Kommunikation betreffen.59 [...]
3.4.2 Einkaufsstätten Bei der Wahl der Einkaufsstätte lässt sich für den täglichen Einkauf erkennen, dass mit Abhängigkeit des steigenden Alters eher kleine Fachgeschäfte und Warenhäuser bevorzugt werden.55 Folgende Gründe sprechen dafür: • • • der Wunsch nach sozialen Kontakt in kleinen Geschäften, biologisch bedingte Schwierigkeiten (große Geschäfte mit einem unübersichtlichen Sortiment führen zu Orientierungsschwierigkeiten), der hohe Stellenwert der Freizeit und der damit verbundene Anspruch auf den Erlebniskauf sprechen für eine Präferenz in City-Lagen, wie z.B. Warenhäuser. Großen Wert legen sie außerdem auf Fachkompetenz und Freundlichkeit des Personals. Übersichtliche und bedienungsfreundliche Einzelhandelsgeschäfte werden daher bevorzugt. Darüber hinaus hat diese Zielgruppe mit verschiedenen Geschäften Erfahrungen gesammelt, vom Angebot bis zum Service. Sie wissen, was sie wo und wie bekommen. Wenn sie zufrieden sind, neigen sie dazu, im selben Geschäft wieder einzukaufen. Demzufolge ist es für die Marketingplanung unabdinglich, die Zufriedenheit der Zielgruppe 50plus zu steigern und damit diese Verbraucher an sein Geschäft zu binden. [...]
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Arbeit zitieren:
Wolter, Kristin September 2005: Entwicklung von Ladengestaltungskonzepten unter Berücksichtigung der Zielgruppe 50plus am Beispiel Rewe, Hamburg: Diplomica Verlag
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Senioren, Ladengestaltung, Marketing Mix, Handel, Erhebung



