Entwicklung der Kundenperspektive der Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung von Customer Relationship Marketing
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tanja Westkämper
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 201 Seiten
- Dateigröße: 6,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5270-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5270-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5270-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: Die Studie wurde mit dem Preis der Weidmüller-Stiftung der Weidmüller Interface GmbH & Co. KG im Juni 2002 ausgezeichnet.
- Arbeit zitieren: Westkämper, Tanja Januar 2002: Entwicklung der Kundenperspektive der Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung von Customer Relationship Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strategisches Management, Customer Relationship Management
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Diplomarbeit von Tanja Westkämper
Einleitung:
Die Zeiten sind lange vorbei, in denen die Kunden Schlange standen, um die Leistungen eines Unternehmen zugeteilt zu bekommen. Technischer Fortschritt einhergehend mit zunehmender Globalisierung haben dazu geführt, daß der Kunde zur Mangelware geworden und somit der Wettbewerbsdruck auf den Märkten gestiegen ist. Infolge dessen sind insbesondere die Ressourcen vieler kleinerer Unternehmen knapper geworden.
Ein Unternehmen das in den heutigen stark umkämpften Käufermärkten seinen Erfolg dennoch langfristig sichern will, muß daher dafür sorgen, daß die ihm verbleibenden Ressourcen zielorientiert eingesetzt und nicht verschwendet werden. Gleichzeitig muß es sich aber außerdem darauf besinnen, daß es letztendlich seine Kunden sind, die die langfristige Sicherung des Erfolges ermöglichen, weil sie bereit sind, einen Teil ihres Einkommens für die Leistungen des Unternehmens aufzuwenden. Es gilt also zwei Fragen zu beantworten: Wie kann es einem Unternehmen gelingen seine Ressourcen zielorientiert einzusetzen? Und vor allem: Was muß ein Unternehmen tun und beachten, damit seine Kunden langfristig bereit sind einen Teil ihres Einkommen bei ihm zu investieren? Sprich, was muß ein Unternehmen tun und beachten, um seine Kunden auf freiwilliger Basis Kunden zu binden?
Vor diesem Hintergrund haben vor allem zwei Schlagwörter den Markt erobert: „Balanced Scorecard“ und „Customer Relationship Marketing“. Während das Customer Relationship Marketing sich hauptsächlich mit der Beantwortung der letzteren Frage beschäftigt, kann mit Hilfe der Balanced Scorecard insbesondere ein zielorientierter Ressourceneinsatz erreicht werden.
An dieser Stelle sei schon mal vorweggenommen, daß es sich bei dem Customer Relationship Marketing um einen Ansatz handelt, mit dessen Hilfe eine nachhaltige Bindung der Kunden realisiert werden soll, um hierdurch den Erfolg des Unternehmen langfristig zu sichern.
Wie im Verlauf dieser Arbeit außerdem auch deutlich werden wird, handelt es sich bei der Balanced Scorecard um ein Instrument, mit dessen Hilfe u.a. Entscheidungen zielorientiert getroffen werden können, was dazu beiträgt, die Verschwendung von Ressourcen im Unternehmensalltag zu reduzieren. Mit Hilfe der Balanced Scorecard wird ein Unternehmen ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und ausgehend von der Vision werden dann verschiedene strategische Ziele für die jeweiligen Perspektiven abgeleitet. Zur Messung des Zielerreichungsgrades dieser Ziele werden daran anschließend Kennzahlen festgelegt. Des weiteren werden die verschieden strategischen Ziele weiter heruntergebrochen in operative Ziele und konkrete Maßnahmen, mit denen die operativen Ziele realisiert werden können. Eine, der im Rahmen der Balanced Scorecard verwendeten Perspektiven, ist die Kundenperspektive. Hier geht es darum sich zu fragen, welche Ziele ein Unternehmen kundenseitig fokussieren muß, um seine Vision und damit seinen langfristigen Erfolg zu sichern.
Aus der Überlegung, daß es zwischen der Kundenperspektive der Balanced Scorecard und dem Customer Relationship Marketing Ansatz Berührungspunkte geben könnte, entwickelte sich die Frage, inwieweit sich die Kundenperspektive der Balanced Scorecard möglicherweise der Erkenntnisse des Customer Relationship Marketings bedient.
Aus dieser Frage resultiert letztendlich die Aufgabenstellung dieser Diplomarbeit, die darin besteht, zu untersuchen, inwieweit man die Kundenperspektive der Balanced Scorecard und das Customer Relationship Marketing wohl miteinander in Einklang bringen kann. Das Ziel dieser Arbeit ist es schließlich, ausgehend von den Ergebnissen dieser Untersuchung, die Kundenperspektive der Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung des Customer Relationship Marketing zu entwickeln.
Im Hinblick auf die nun folgenden Ausführungen sei angemerkt, daß der Verfasser dieser Arbeit davon ausgeht, daß sich der Leser schon einmal mit Thematik der BSC befaßt hat und daß er außerdem über fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügt. Abschließend sei außerdem noch darauf hingewiesen, daß diese Arbeit aufgrund ihres begrenzten Umfangs und der zeitlichen Restriktionen kein Anspruch auf Vollständigkeit haben kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung der Diplomarbeit | 1 |
| 1.2 | Aufbau und Struktur der Diplomarbeit | 3 |
| 2. | Theoretische Fundierung der Diplomarbeit | 6 |
| 2.1 | Grundlagen und Abgrenzungen der Balanced Scorecard | 6 |
| 2.1.1 | Die Balanced Scorecard im Überblick | 6 |
| 2.1.2 | Die Balanced Scorecard als Instrument des Strategischen Managements | 10 |
| 2.1.2.1 | Strategisches Management, Ziele und Zielsysteme | 10 |
| 2.1.2.2 | Die Balanced Scorecard als Antwort auf die praxisbezogenen Schwächen des herkömmlichen strategischen Managementkonzeptes | 12 |
| 2.1.3 | Die Bedeutung der Kundenperspektive | 22 |
| 2.1.4 | Entwicklung der Kundenperspektive im Rahmen der Einführung einer Balanced Scorecard | 24 |
| 2.1.4.1 | Erfolgsfaktoren bei der Einführung einer Balanced Scorecard | 25 |
| 2.1.4.2 | Voraussetzungen für die Entwicklung der Kundenperspektive | 29 |
| 2.1.4.2.1 | Unternehmensvision und -strategie | 29 |
| 2.1.4.2.2 | Balanced Scorecard Architektur | 30 |
| 2.1.4.2.3 | Strategische Geschäftsfelder | 31 |
| 2.1.4.2.4 | Evaluation der Kunden | 32 |
| 2.1.4.3 | Systematische Entwicklung der Kundenperspektive | 33 |
| 2.1.4.3.1 | Ableitung von strategischen Zielen und Abbildung ihrer Kausalbeziehungen | 33 |
| 2.1.4.3.2 | Entwicklung spezifischer Kennzahlen für die strategischen Ziele | 36 |
| 2.1.4.3.3 | Ableitung von operativen Zielen und Maßnahmen | 38 |
| 2.1.4.4 | Komplettierung der BSC ausgehend von der Kunden perspektive | 39 |
| 2.1.4.4.1 | Ableitung von strategischen Zielen für die anderen Perspektiven und Festlegung der perspektiven übergreifenden Kausalbeziehungen | 39 |
| 2.1.4.4.2 | Strategische Kontrolle | 40 |
| 2.2 | Grundlagen und Abgrenzungen des Customer Relationship Marketing | 41 |
| 2.2.1 | Marketing als marktorientiertes ganzheitliches Führungskonzept: von der funktionsorientierten zur unternehmensbezogenen Denkhaltung | 41 |
| 2.2.2 | Relationship Marketing | 47 |
| 2.2.2 | Customer Relationship Marketing als Kerngedanke des Customer Relationship Mangements | 57 |
| 2.2.3.1 | Definitionen und Abgrenzungen | |
| 2.2.3.2 | Ziele des Customer Relationship Managements und des Customer Relationship Marketings | 60 |
| 2.2.4 | Kundenbindung als Ziel des Customer Relationship Marketings - Theoretische Fundierung | 63 |
| 2.2.4.1 | Arten und Ursachen der Kundenbindung | 63 |
| 2.2.4.2 | Theoretische Ansätze zur Erklärung des Wiederkaufverhaltens und des Zusammenhangs zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität | 66 |
| 2.2.4.3 | Abgrenzung des Konstruktes Kundenbindung vom Konstrukt der Kundenloyalität | 71 |
| 2.2.5 | Erfolgskette des Customer Relationship Marketings als Basis der Erfolgskette der Kundenbindung | 74 |
| 2.2.5.1 | Kundenbindung aus Kundenperspektive | 77 |
| 2.2.5.2 | Kundenbindung aus Unternehmensperspektive | 83 |
| 2.2.5.2.1 | Ökonomischer Erfolg durch Kundenbindung | 84 |
| 2.2.5.2.2 | Maßnahmen und Aktivitäten zur Kundenbindung | 88 |
| 3. | Konzeptionelle Entwicklung der Kundenperspektive der Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung von Customer Relationship Marketing | 99 |
| 3.1 | Strategisches Management durch Customer Relationship Management und Balanced Scorecard | 100 |
| 3.2 | Evaluation der Kunden innerhalb eines Strategischen Geschäftsfeldes als wichtigste Voraussetzung zur Entwicklung der Kundenperspektive | 119 |
| 3.3 | Systematische Entwicklung der Kundenperspektive unter besonderer Berücksichtigung von Customer Relationship Marketing | 122 |
| 3.3.1 | Festlegung von strategischen Zielen für die Kundenperspektive der Balanced Scorecard auf Basis der Customer Relationship Marketing Erfolgskette und Abbildung ihrer Kausalbeziehungen | 122 |
| 3.3.2 | Festlegung spezifischer Kennzahlen für die strategischen Ziele der Kundenperspektive | 124 |
| 3.3.3 | Festlegung von operativen Zielen und operativen Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele | 126 |
| 4. | Resümee und Ausblick | 136 |
| 5. | Anhang I | 138 |
| 6. | Anhang II | 151 |
| 7. | Quellenverzeichnis | 177 |
| 8. | Ehrenwörtliche Erklärung | 188 |
Voraussetzung für die Entwicklung einer BSC ist sowohl die Existenz einer adäquaten Unternehmensvision als auch die Existenz einer geeigneten Unternehmensstrategie. In der Regel kann man davon ausgehen, daß ein Unternehmen bereits vor der Entscheidung, die BSC einzuführen, sowohl über eine Vision als auch über eine Strategie verfügt.87 Wie im Abschnitt 2.1.2.2 im Zusammenhang mit den Erläuterungen zum herkömmlichen Konzept des strategischen Managements bereits aufgeführt wurde, stellt die Vision ein konkretes Zukunftsbild dar, das eine impulsgebende Funktion, Orientierungs- und Ordnungsfunktion, Integrationsfunktion sowie eine erfolgsfördernde Funktion hat. Aufgrund dieser hohen Bedeutung der Unternehmensvision sollte diese vor der BSC-Einführung dahingehend überprüft werden, ob sie noch aktuell ist und ob sie den Anforderungen in der Praxis genügt, sprich, ob ihre Formulierung derart gestaltet ist, daß sie die oben aufgeführten Funktionen erfüllen kann. Eine Vision sollte einfach, verständlich und bildlich formuliert werden,88 um sicherzustellen, daß jedem Mitarbeiter klar wird, worum es langfristig geht.89 Des weiteren sollte sie weitblickend bzw. weitreichend sein, eine gestalterische Kraft besitzen und vor allem erreichbar sein,90 um bei den Mitarbeitern Begeisterung zu wecken. Ein Beispiel für eine gelungene Vision ist die Vision der Firma Continental, sie lautet: „Wir wollen eine hocheffiziente und innovative Einheit bilden, die 40 Mio. Reifen jährlich produziert und die Bedürfnisse der Kunden in ganz Europa erfüllt.“91 [...]
ganzes eine sehr hohe Wissensbreite auf und kann damit durch die Entstehung von Synergieeffekten komplexe Problemstellungen besser lösen. Des weiteren bringt die Bildung von Projektteams u.a. folgende Vorteile für ein Unternehmen mit sich:84 Steigerung der Kreativität der Teammitglieder, Erleichterung der Koordination und Kommunikation von Experten, bessere Nutzung individueller Ressourcen, Förderung der Akzeptanz durch Entscheidungen im Projektteam sowie höhere Identifikation der Betroffenen mit den Ergebnissen aufgrund der Beteiligung am Problemlösungsprozeß. Die Leitung der BSC-Teams sollte stets durch einen Projektmanager erfolgen, der eine hohe Wissensbreite aufweist - der also sowohl über Fachkompetenz als auch, was noch wichtiger ist, über Methoden- und Sozialkompetenz verfügt.85 Da zur BSC-Einführung erhebliches BSC-spezifisches Know how sowie eine Menge Erfahrung benötigt wird, ist es am sinnvollsten, einen externen, auf die Thematik der BSC spezialisierten Projektmanager zu beauftragen. Ein externer Berater, Begleiter, Moderator, Unterstützer, Motivator oder wie auch immer man die Rolle des Projektmanagers übersetzt, bringt des weiteren eine gewisse Objektivität mit sich, welche beispielsweise in Konfliktsituationen sehr förderlich sein kann.86 [...]
noch mehr unter Druck setzt. Dies hat zur Konsequenz, daß der Mitarbeiter frustriert ist und gegebenenfalls innerlichen Widerstand leistet, was sich wiederum auf seine Arbeitsleistungen auswirkt. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, wie wichtig Kommunikation - insbesondere bei Veränderungen – in einem Unternehmen ist. Die Mitarbeiter eines Unternehmens, welche als wichtigste Ressource zur Umsetzung von Strategien und zur Erreichung von Zielen beitragen müssen, können und werden dies nur leisten, wenn sie auch entsprechend informiert sind.80 Daher sollte im Rahmen der BSCEinführung dem Faktor Kommunikation genügend Zeit gewidmet werden. Mit Hilfe von ausführlichen Informationen sollte versucht werden, bei jedem einzelnen Mitarbeiter Verständnis für die Strategie und die Ziele des Unternehmens zu schaffen und damit die Motivation zu steigern, zielorientiert zu handeln und zur Einführung der BSC beizutragen.81 c) Hierarchieübergreifende Projektunterstützung Ein weiterer sehr wichtiger Erfolgsfaktor ist die hierarchieübergreifende Projektunterstützung. Da die Einführung der BSC zu zahlreichen Veränderungen im Unternehmen führt, welche Widerstände bei den Betroffenen auslösen können, ist es notwendig, Betroffene zu Beteiligten zu machen, indem sie beispielsweise im Rahmen von Arbeitsgruppen, Ideenwerkstätten etc. in die Planung mit einbezogen werden.82 Es ist aber nicht nur erfolgsentscheidend, daß sich das Projektteam, welches für die Einführung der BSC verantwortlich ist, die Akzeptanz und Unterstützung der Mitarbeiter sichert, sondern das BSC-Projektteam muß ebenfalls dafür sorgen, daß es die Entscheidungsträger des Unternehmens auf seiner Seite hat. Nur durch die Unterstützung dieser Machtpromotoren83, die aufgrund ihrer disziplinarischen Weisungsbefugnis enormen Einfluß auf den Projektverlauf nehmen können, kann der Erfolg der BSC gewährleistet werden. d) Interdisziplinäre BSC-Teams und Projektmanager Auch die Zusammensetzung des BSC-Teams stellt einen entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Einführung der BSC dar. Ein Projektteam sollte sich stets aus Mitgliedern zusammensetzen, die über unterschiedliches Fachwissen mit einer hohen Wissenstiefe verfügen. Aufgrund dieser Akkumulation von Fachwissen weist das Projektteam als [...]
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Westkämper, Tanja Januar 2002: Entwicklung der Kundenperspektive der Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung von Customer Relationship Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
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Strategisches Management, Customer Relationship Management



