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Entwicklung und Einsatz der Dialyse – Ein Vergleich zwischen der BRD und Polen

Entwicklung und Einsatz der Dialyse – Ein Vergleich zwischen der BRD und Polen
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Rafal Andrzej Odon
  • Abgabedatum: November 2003
  • Umfang: 346 Seiten
  • Dateigröße: 5,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8510-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8510-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8510-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Odon, Rafal Andrzej November 2003: Entwicklung und Einsatz der Dialyse – Ein Vergleich zwischen der BRD und Polen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Hämiodialyse, Hämodialyse, Geschichte, Weltgeschichte, Intestinaldialyse

Dissertation / Doktorarbeit von Rafal Andrzej Odon

Problemstellung:

Das Ziel dieser Arbeit ist also der Vergleich der historischen Entwicklung der Dialyse in zwei benachbarten Ländern - Deutschland und Polen, in der Zeitspanne von den Anfängen der Dialyse bis zum Jahre 1980. Der Vergleich der Dialyseentwicklung fällt in die Zeit, wo beide Länder in verschiedenen gesellschaftlich-politischen Systemen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen verortet waren, was eine interessante Fragestellung ergibt. Die zeitliche Grenze im Jahre 1980 schien mir deshalb angebracht zu sein, weil die Dialyse zu diesem Zeitpunkt sich in beiden Ländern auf fortgeschrittenem Niveau befand und ganz verbreitet war.

Die Entwicklung der Dialyse in der ehemaligen DDR, wie auch in den anderen sozialistischen Ländern wurde nicht in die Untersuchung mit einbezogen, da es den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte.

Im einleitendem Teil (I.) meiner Arbeit – im 2. Kapitel – in der „Einleitung“ wird der Begriff der Dialyse erklärt und erläutert, worin die dialytische Trennung besteht und wie sie in der Medizin gebraucht wird.

Das 3. Kapitel – „Vorgeschichte der Dialyse“ greift dagegen in die weite Vergangenheit zurück und erläutert, wie, wann und von wem die Grundlagen zum Einsatz der Dialyse in der Medizin geschaffen wurden, also wie die Dialyse als Methode entdeckt wurde.

Der Hauptteil meiner Arbeit gliedert sich in zwei Teile: der erste befasst sich mit der Entwicklung und dem Einsatz der Dialyse in der BRD, der zweite behandelt die Entwicklung und Anwendung der Dialyse in Polen.

Kapitel 6 und 7 beinhalten den Vergleich der Entwicklung der Dialyse in der BRD und Polen. Kapitel 6 - „Statistischer Vergleich“ enthält eine Darstellung der Statistiken, die sich auf die Dialyse beziehen, einschließlich des Versuchs entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen.

Das 7. Kapitel „Zusammenfassung“ dient der Zusammenstellung der Erkenntnisse über die Entwicklung der Dialyse, dabei werden die Ergebnisse meiner Arbeit rekapituliert. Dieses Kapitel enthält eine Tabelle, die die wichtigsten Ergebnisse des Vergleichs in übersichtlicher Form darstellt.

In der Geschichte der Entwicklung der Dialyse gab es drei Methoden des Dialyseverfahrens: Intestinaldialyse, Peritonealdialyse und Hämodialyse, wobei sich bis heute nur die zwei letzten durchgesetzt haben.

In der Intestinaldialyse versuchte man durch die Darmwandschleimhaut zu dialysieren.

In der Peritonealdialyse wird ein Katheter in die Bauchhöhle eingeführt und das Peritoneum mit der Dialysierflüssigkeit gespült. Die Lösung verweilt dort eine gewisse Zeit, bis sie ausgetauscht wird. Die Behandlung dauert länger als Hämodialyse.

Während der Hämodialyse dagegen wird das Blut des Patienten in einen aus der semipermeablen Membran angefertigten Schlauch geleitet, der in einem Gefäß mit der Dialysierflüssigkeit eingetaucht ist. Das Blut wird aus der Arterie (z. B. Arteria radialis) abgenommen, und nach dem Dialysieren in die Vene (z. B. Vena cephalica) zurückgeführt. Heute werden zu diesem Zweck arteriovenöse Shunts oder subkutane arteriovenöse Fisteln verwendet.

Die Indikationen für die beiden Arten der Dialyse sind ähnlich. Bei den meisten Patienten sind beide Arten wirksam. Ausnahmen, bei denen die Peritonealdialyse weniger wünschenswert ist, sind Patienten mit verminderter Durchlässigkeit der Peritonealmembran, was bei der systemischen Sklerose der Fall ist, oder auch solche, bei denen die Schnelligkeit dieses langsameren Verfahrens bei akutem Krankheitszustand unzureichend ist.

Bei Blutgerinnungsstörungen ist die Peritonealdialyse zu bevorzugen, um gerinnungshemmende Mittel zu vermeiden, welche die Blutungsneigung noch vergrößern.

Die Dialyse ist notwendig, wenn beim chronischen Nierenversagen die GFR unter 5-8 ml/Min. sinkt. Viele Zentren beginnen mit der Dialyse, wenn der Patient nicht länger seinen gewohnten Aktivitäten nachgehen kann. Intoxikationen mit verschiedenen Giftsubstanzen sind auch oft eine Indikation für die Dialyse.

Eine „Akutindikation” für die Dialyse stellen auf jeden Fall die Symptome der Vergiftung des Organismus mit harnpflichtigen Stoffen dar: unbeeinflussbare Übelkeit und Erbrechen, urämische Enzephalopathie und Neuropathie, denen sich zudem noch Perikarditis und Pleuritis anschließen können.

Es braucht nicht erwähnt zu werden, wie nützlich die Erfindung der Dialyse sich für die Menschheit herausgestellt hatte. Dank ihr kann das Leben von Tausenden von Menschen gerettet werden.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einführung
1. Ziel der Arbeit und Methoden 7
2. Einleitung 10
3. Vorgeschichte der Dialyse 15
3.1 Von den Anfängen bis zur Entdeckung der dialytischen Trennung 15
3.2 Die ersten Versuche der Hämodialyse im Tierversuch 26
3.3 Untersuchungen über die Dialyse, die zur Entdeckung der Peritonealdialyse beigetragen haben 32
II. Hauptteil
4. Entwicklung und klinische Anwendung der Dialyse in der BRD 35
4.1 Intestinaldialyse und andere historische Dialyseverfahren 36
4.2 Peritonealdialyse 42
4.3 Hämodialyse 68
4.3.1 Diskussion über die Hämodialyse in den 50er Jahren in Deutschland 103
4.3.2 Weitere technische Entwicklung 121
4.3.3 Heimdialyse 138
4.3.4 Dialyse im Kinderalter 142
4.3.5 Ein grundlegendes Problem: der Gefäßzugang 146
4.3.6 Bedarf und Umfang des Therapieangebots 155
4.3.7 Komplikationen, welche die Dialyse begleitet haben 157
4.3.8 Andere gegenwärtige Urämiebehandlungsverfahren 161
4.3.9 Statistische Auswertung der Fachliteratur von 1965-1984 nach Themenschwerpunkten 163
4.3.10 Hämodialyse in Bezug auf den Patienten 167
4.3.10.1 Die ethische Dimension - das Patientenauswahlverfahren 167
4.3.10.2 Der Dialysepatient 177
4.3.11 Hämodialyse und was weiter??? 182
5. Entwicklung und klinische Anwendung der Dialyse in Polen 188
5.1 Vorbemerkung 189
5.2 Hämodialyse in Polen 191
5.2.1 Technische Ausstattung 222
5.2.2 Indikationen 224
5.2.3 Shunt 234
5.2.4 Dialyse von Kindern 237
5.2.5.1 Die Psyche 243
5.2.5.2 Fallberichte 253
5.2.6 Ausstattung der Dialysezentren 256
5.3 Andere Methoden der Dialyse in Polen 264
5.3.1 Lymphdialyse 264
5.3.2 Intestinaldialyse 265
5.3.3 Peritonealdialyse 270
III. Ergebnisse
6. Statistischer Vergleich 284
6.1 Kommentar zu den statistischen Daten 311
7. Zusammenfassung 318
IV. Literaturverzeichnis 327
V. Abkürzungenverzeichnis 342
VI. Curriculum vitae 345

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bis zum Ende des Jahres 1965 wurden in 40 europäischen Zentren 160 Patienten mit chronischem Nierenversagen behandelt212. Im Jahre 1965 entstand in Europa als Informationsvermittlungszentrum analog dem amerikanischen Vorbild (ASAIO) die European Dialysis and Transplantat Association (EDTA). Trotz der raschen Entwicklung der Hämodialysetherapie fehlte es nach 1965 immer noch an Dialyseplätzen, so dass nicht alle dialysebedürftigen Patienten dialysiert werden konnten. Dieses Problem wurde in der Bundesrepublik Deutschland immer geringer, da immer mehr Zentren entstanden. Zusätzlich kam es ungefähr im Jahre 1964 dank der Heimdialyse und Limited-care-Dialyse zu einer großen Entlastung der Dialysezentren.213 Diese Situation der schwungvollen Entwicklung spiegelt sich am besten in den Statistiken wider. Im Jahre 1965 gab es in der Welt 360 Dauerdialysepatienten; im Jahre 1974 weltweit 36000 (100 Mal so viel) und im Jahre 1979 schon 180000 (wiederum 5 Mal so viel) und im Jahre 1990 ungefähr 250000 Patienten.214 Das wichtige Datum für die Hämodialyse in der Bundesrepublik Deutschland ist das Jahr 1982. Spätestens in diesem Jahr entsprach die Gesamtkapazität an Behandlungsplätzen dem vorhandenen Bedarf.215 Zu diesem Zeitpunkt waren das 14000 Dialyse-Patienten, wovon auf Klinik- und Praxisplätze 57% entfielen, 14% Heimdialyse und 29% Limited-care-Plätze. Im Jahre 1983 befassten sich Ketzler und Losse mit der Berechnung des Hämodialyseplätzebedarfs für die nächsten Jahre. Ihre Prognose war, dass im Jahre 1989 noch 2000 zusätzliche Behandlungsplätze gebraucht würden, was sich 6 Jahre später bestätigte. Darüber hinaus haben sie auch für dieses Jahr eine Entlastung durch Nierentransplantationen vorausgesehen. Sie rechneten mit 1500 Nieren- [...]

guter Prognose des akuten Nierenversagens, z. B. nach Aborten, sind fast vollkommnen verschwunden. 2. Mehr Patienten unterzogen sich schweren Operationen z. B. kardiochirurgische Operationen und überlebten schwere Unfälle. 3. Die Zahl der Intensivstationen und die Zahl der Intensivpflegepatienten nahm beträchtlich zu. 4. In der Zeit fortgeschrittener Entwicklung in allen Bereichen der Medizin bildeten viele Patienten auf den Intensivstationen ein akutes Nierenversagen aus, die früher bereits vorher an ihrer Grundkrankheit verstorben wären.210 Dieser statistische Befund bedeutet natürlich nicht, dass die Errungenschaft der Hämodialyse im Rückschritt begriffen wäre. Diese scheinbare Rückläufigkeit war auf die oben aufgeführten Ursachen zurückzuführen und hatte einen vorläufigen Charakter. [...]

Dieses System war ein Dialysatregenerationssystem, mit dem man 5,5 l Dialysat erneuern konnte. Die Regenerationspatrone enthielt Urease, Zirkoniumderivate und aktiven Kohlenstoff. Die Wasserleitung war demnach nicht mehr erforderlich. Erst einige Jahre später wurde das Gerät zur technischen Serienreife entwickelt und ab 1972 in den Vereinigten Staaten, ab 1973 in Europa vertrieben. Im Jahre 1971 wurde von Kopp die Einnadeldialyse (Unipuncture) eingeführt. Das ermöglichte die Schonung der arteriovenösen Fisteln. Anstatt der zwei Punktionen wurde immer nur eine ausgeführt mit einer Nadel, an die ein kleiner Schlauch angeschlossen war. Dieser kleine Schlauch zweigte sich dann y-förmig in zwei weitere Schläuche ab. Mit anderen Worten wurden über ein y-Stück arterielles und venöses Ende des extrakorporalen Kreislaufs zusammengefasst. Bei der Behandlung öffnete man zunächst die arterielle Klemme, während die venöse geschlossen blieb. Die Blutpumpe förderte dann so viel Blut in das Schlauchsystem und den Dialysator, bis der vorgewählte venöse Druck erreicht war. Magnetklemmen wurden dann umgeschaltet, so dass der arterielle Schenkel geschlossen und der venöse geöffnet wurde. Das im Dialysator und im Schlauchsystem gestaute Blut konnte wieder durch die Kanüle abfließen, bis erneut ein vorgewählter Druck erreicht war, was wiederum zur Umschaltung der Magnetklemmen führte. [...]

Arbeit zitieren:
Odon, Rafal Andrzej November 2003: Entwicklung und Einsatz der Dialyse – Ein Vergleich zwischen der BRD und Polen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Hämiodialyse, Hämodialyse, Geschichte, Weltgeschichte, Intestinaldialyse

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