Entwicklung von Distributions- und Marketingstrategien für Demontageprodukte
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Sonntag
- Abgabedatum: Dezember 1999
- Umfang: 106 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6090-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6090-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6090-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sonntag, Matthias Dezember 1999: Entwicklung von Distributions- und Marketingstrategien für Demontageprodukte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kreislaufwirtschaft, Logistik, Distributionssystem, Nutzwertanalyse, Haushaltsgeräte
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Diplomarbeit von Matthias Sonntag
Einleitung:
Die Elektroindustrie in der EU muß ausgediente Elektrogeräte (Computer, Weiße Ware, Braune Ware etc.) von 2005 an kostenfrei von den Haushalten zurücknehmen und umweltschonend entsorgen. Darauf haben sich das Europäische Parlament und die EU-Regierungen im Oktober 2002 verständigt. Bis Mitte 2004 muß diese Entscheidung in nationales Recht überführt werden.
Am Lehrstuhl für Logistik an der TU Berlin gibt es seit 1995 den Sonderforschungsbreich (Sfb) 281 „Demontagefabriken zur Rückgewinnung von Ressourcen in Produkt- und Materialkreisläufen”, der sich mittlerweile in der 3. Periode befindet. Der Sfb unterteilt sich in 4 Bereiche. Der Projektbereich B1 „Prozesskettenbezogene Auslegung logistischer Systeme „ wird vom Lehrstuhl für Logistik betreut und beschäftigt sich mit der überbetrieblichen Vernetzung und Logistik von Demontagefabriken einerseits und mit der innerbetrieblichen Logistik und Materialwirtschaft in Demontagefabriken andererseits. Dabei wird unter anderem untersucht, ob eine zentrale oder dezentrale Struktur mehr Vorteile bringt und wie die bauliche und die funktionale Integration in die städtische Logistik organisiert werden kann. Dazu werden innerbetrieblichen Abläufe simuliert und Marktuntersuchungen gemacht.
Die Diplomarbeit wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Sfb 281 geschrieben und beschäftigt sich mit dem Marketing und der Distribution von Demontageprodukten am Beispiel der Weißen Ware (Haushaltsgroßgeräte).
Gang der Untersuchung:
Nach der thematischen Einordnung der Arbeit folgt der Einleitungsteil, der sich mit Demontageprodukten und ihrer Rolle in der Kreislaufwirtschaft beschäftigt.
Es folgt eine Einführung in die Distributionslogistik und ihre Einordnung innerhalb der Logistik. Dabei wird auf Distributionsstrategien, Distributionssysteme, Distributionspolitik und Prozessketten in der Distribution genauer eingegangen. Desweiteren wird in diesem theoretischen Teil der Marketingmix erläutert.
Der Kern der Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung von bestehenden Distributionssystemen hinsichtlich der Übertragbarkeit auf Demontageprodukte. Einerseits werden Distributionssysteme für Neuprodukte untersucht, andererseits werden auch bereits bestehende Distributionssysteme für Demontageprodukte unter die Lupe genommen. Mittels der Nutzwertanalyse werden dann verschiedene Distributionssysteme bewertet und Schlüsse daraus für die Distribution von Demontageprodukten gezogen.
Ergebnis der Arbeit ist, daß die bestehenden Distributionssysteme nur sehr bedingt übertragbar sind. Es ist sinnvoll, neue Strukturen zu entwickeln, die besonders aus Kostengesichtspunkten rentabel sind und die spezifischen Besonderheiten von Demontageprodukten berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Demontageprodukte als Bestandteil der Kreislaufwirtschaft | 4 |
| 2.1 | Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft | 4 |
| 2.1.1 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 5 |
| 2.1.2 | Marktbezogene Rahmenbedingungen | 8 |
| 2.1.3 | Käuferverhaltenbezogene Rahmenbedingungen | 9 |
| 2.2 | Entstehung und Vermarktung von Demontageprodukten | 12 |
| 2.2.1 | Rückführung und Demontage von komplexen Altgeräten | 12 |
| 2.2.2 | Darstellung des Absatzmarktes für Demontageprodukte | 16 |
| 2.2.2.1 | Abnehmerstruktur | 16 |
| 2.2.2.2 | Erlösstruktur bei Demontageprodukten | 19 |
| 2.2.3 | Vermarktung und Produkteigenschaften von Demontageprodukten | 22 |
| 2.2.3.1 | Risiken bei der Vermarktung von Demontageprodukten | 22 |
| 2.2.3.2 | Chancen bei der Vermarktung von Demontageprodukten | 24 |
| 2.2.4 | Überblick über entwickelte Märkte für Demontageprodukte | 25 |
| 3. | Distributionslogistik und marketingorientierte Distribution | 27 |
| 3.1 | Distributionslogistik | 28 |
| 3.1.1 | Definition des Begriffs Distribution | 28 |
| 3.1.2 | Distributionslogistik als Teilbereich der Logistik | 30 |
| 3.2 | Distributionsstrategien | 32 |
| 3.3 | Prozeßkette Distribution | 35 |
| 3.3.1 | Transport | 35 |
| 3.3.2 | Lagerung | 37 |
| 3.3.3 | Umschlag | 39 |
| 3.3.4 | Kommissionierung, Verpackung und Warenübergabe | 40 |
| 3.4 | Aufbau und Planung eines Distributionssystems | 41 |
| 3.4.1 | Planungsparameter für Distributionssysteme | 42 |
| 3.4.2 | Vertikale und horizontale Aufbaustruktur des Lagersystems | 44 |
| 3.5 | Logistikleistung und deren Bewertung | 46 |
| 3.5.1 | Logistikkosten | 47 |
| 3.5.2 | Logistikservice | 48 |
| 3.5.3 | Logistikleistung | 50 |
| 3.6 | Distributionspolitik | 52 |
| 3.7 | Gestaltung des Marketing-Mix | 54 |
| 3.7.1 | Preispolitik | 55 |
| 3.7.2 | Kommunikationspolitik | 57 |
| 4. | Analyse und Bewertung von bestehenden Distributionssystemen | 58 |
| 4.1 | Bewertung mit der Nutzwertanalyse | 58 |
| 4.1.1 | Vorgehen bei der Bewertung mit der Nutzwertanalyse | 58 |
| 4.1.2 | Bestimmung der Bewertungskriterien aus der Ausgangssituation | 60 |
| 4.2 | Auswahl geeigneter Vergleichssysteme | 62 |
| 4.3 | Darstellung und Bewertung von Konzepten im Bereich Neugeräte | 63 |
| 4.3.1 | Versandhandelslogistik | 63 |
| 4.3.2 | Logistiksysteme der KEP-Dienstleister | 64 |
| 4.3.3 | Lebensmitteldistribution | 66 |
| 4.3.4 | Stückgutdistribution im Konsumgüterbereich | 68 |
| 4.3.5 | Ersatzteillogistik/Teilelogistik | 71 |
| 4.3.6 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 73 |
| 4.4 | Darstellung und Bewertung von Konzepten im Bereich Demontageprodukte | 74 |
| 4.4.1 | Herstellereigene Systeme | 75 |
| 4.4.1.1 | Wiederverwendung von Kopiererbauteilen bei der Rank Xerox GmbH | 75 |
| 4.4.1.2 | Wiederverwendung von elektronischen Komponenten bei Siemens Computer Systems | 77 |
| 4.4.1.3 | Wiederverwendung von Kamerateilen bei der AGFA-Gevaert AG | 79 |
| 4.4.1.4 | Wiederverwendung von Motoren bei Daimler Chrysler | 80 |
| 4.4.1.5 | Wiederverwendung von Pumpen bei der Wilo GmbH | 81 |
| 4.4.2 | Herstellerübergreifende Systeme | 81 |
| 4.4.2.1 | Wiederverwendung elektr(on)ischer Komponenten bei der Stadtreinigung Dresden GmbH | 81 |
| 4.4.2.2 | Wiederverwendung elektronischer Bauteile bei der CoverTronic GmbH | 82 |
| 4.4.2.3 | Wiederverwendung bei Elektronikschrottrecyclingunternehmen | 83 |
| 4.4.3 | Ergebnisse hinsichtlich der Übertragbarkeit der Systeme | 83 |
| 5. | Herleitung von Distributions- und Marketingstrategien für Demontageprodukte | 85 |
| 5.1 | Zusammenfassung der Ergebnisse aus der vorangegangenen Untersuchung | 85 |
| 5.2 | Distributionsstrategien für Demontageprodukte | 86 |
| 5.3 | Distributionssysteme für Demontageprodukte | 88 |
| 5.4 | Marketingstrategien für Demontageprodukte | 94 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 99 |
da eine 24-Stunden-Belieferung mit Lkw von einem Zentrallager kostengünstiger ist. In 2und 3-stufigen Systemen werden erhöhte Kosten zugunsten der Lieferflexibilität in Kauf genommen. Diese bieten sich in Fällen an, bei denen mehrmals wöchentlich geliefert werden muß, wie beispielsweise bei der Lebensmitteldistribution156. Auf die Kostenstruktur bezogen kann allgemein davon ausgegangen werden, daß jede Lagerstufe höhere Kosten verursacht157. Der horizontale Aufbau bezeichnet die Anzahl der Läger in jeder Stufe. Entscheidend für die Planung ist die Verteilung der Produktionsstandorte und der Abnehmer. Grundsätzlich kann gesagt werden, daß die Anzahl der Werksläger in der Regel der Anzahl der Produktionsorte entspricht. Die Regionalläger können als Zentralläger innerhalb der Region betrachtet werden. In europäischen Distributionssystemen können diese Regionen auch ganze Staaten sein, so daß ein europäisches Regionallager gleichzeitig ein nationales Zentrallager ist. Ihre Anzahl entspricht also der Anzahl der festgelegten Regionen. Schließlich richtet sich die Anzahl der Auslieferungsläger nach der geforderten Lieferzeit158. Auslieferungsläger sind bestimmten Kunden oder Kundengruppen zugeordnet. [...]
3.4.2 Vertikale und horizontale Aufbaustruktur des Lagersystems In welcher Art die Läger miteinander verbunden sind, spiegelt sich in der Aufbaustruktur wider. Grundsätzlich ist in eine vertikale und eine horizontale Aufbaustruktur zu unterscheiden153. Dabei ist die Anzahl und Größe der Lager- und Umschlagpunkte von Interesse. Bei der vertikalen Aufbaustruktur sind folgende Stufen zu unterscheiden: Werksläger (WL) Zentralläger (ZL) Regionalläger (RL) Auslieferungsläger (AL) Umschlagpunkte (UP) Während die Werksläger direkt den Produktionsstandorten zugeordnet sind, handelt es sich bei den Zentrallägern um wenige Läger, in den meisten Fällen nur ein Lager, welche das gesamte Sortiment beinhalten und für das gesamte Bundesgebiet oder für Europa die Belieferung sicherstellen. Regionalläger sind bestimmten Regionen zugeordnet und berücksichtigen deren Besonderheiten. Bestimmten Kunden oder Kundengruppen direkt zugeordnet sind die Auslieferungsläger, deren Sortiment sich an den zugeordneten Kunden orientiert. Umschlagpunkte können an jeder Stelle das System ergänzen und dienen der Bündelung oder Vereinzelung von Warenströmen zur Optimierung der Transporte. Hier existieren keine Bestände, so daß eine genaue Koordination der An- und Ablieferungen erforderlich ist154. Der vertikale Aufbau wird in Form der Stufigkeit festgelegt. Wird der Kunde vom Produktionsstandort aus beliefert, ohne daß auf dem Weg zwischen Werk und Kunde ein weiterer Umschlag- oder Lagerprozeß erfolgt, handelt es sich um eine Direktbelieferung. Eine Stufe besteht jeweils aus einer gleichen Lagerart. Die Stufigkeit ist ein entscheidendes Kriterium bei der Planung von Distributionssystemen. [...]
Anzahlproblem (Anzahl der Lager und Umschlagspunkte) Stufenproblem (Stufigkeit des Systems) Standorte der Läger und Umschlagspunkte Zuordnung der Transportmittel und Kunden zu den Standorten Weiterhin sind die Transporte Sortimentszuordnung und Lieferrhythmen zu bestimmen. Ausgehend von einer Situationsanalyse werden distributionsorientierte Ziele und Strategien bestimmt148. Strategische Planungsparameter für ein Distributionssystem, die sich aus der Situationsanalyse ergeben, sind149: Kundenstruktur (Anzahl, Verhältnis von Großkunden zu kleineren Abnehmern, Endverbraucher – Wiederverkäufer) Auftragsstruktur (Anzahl der Aufträge pro Periode, Positionen pro Auftrag, Auftragsverteilung in Abhängigkeit vom Artikelspektrum) Sortimentsstruktur (modische Artikel – Saisonartikel – Standardartikel, ABC-Struktur, Volumen, Gewicht, besondere Eigenschaften, Produktgestalt, Produktart) Marktstruktur (Marktstellung, Verkäufer- bzw. Käufermarkt) Weiterhin sollte bei der Sortimentsstruktur die Vorhersagegenauigkeit berücksichtigt werden sowie allgemein die herrschenden Handelspraktiken und die Service-Politik150. Bei der taktischen Planung wird die Struktur des Distributionssystems phasenweise festgelegt. Nach der Planung der Anzahl und Standorte der Läger und Umschlagspunkte werden deren Kapazitäten und Funktionen unter Berücksichtigung der Kosten bestimmt151. Mit Hilfe der Optimierung erfolgt die Planung der vertikalen und horizontalen Lagerstruktur, indem eine Zuordnung zu hierarchisch über- und untergeordneten Knotenpunkten vorgenommen wird. Weiterhin werden Bevorratungsstrategien und Belieferungsstrategien bestimmt sowie die Auswahl der Transportmittel vorgenommen152. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832460907
Arbeit zitieren:
Sonntag, Matthias Dezember 1999: Entwicklung von Distributions- und Marketingstrategien für Demontageprodukte, Hamburg: Diplomica Verlag
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Kreislaufwirtschaft, Logistik, Distributionssystem, Nutzwertanalyse, Haushaltsgeräte



