Entwicklung eines Controllingsystems für Verkaufsflächenarten im Garten-Einzelhandel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kai Sparke
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8235-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8235-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8235-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sparke, Kai Februar 2004: Entwicklung eines Controllingsystems für Verkaufsflächenarten im Garten-Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Controlling, Gartencenter, Gärtnerei, Verkaufsfläche, Einzelhandel
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Diplomarbeit von Kai Sparke
Zusammenfassung:
Geschäfte wie Einzelhandelsgärtnereien und Gartencenter, die Pflanzen und andere Gartenartikel vertreiben, gliedern sich oftmals in mehrere Teilbereiche, die unterschiedlich gebaut oder ausgestattet sind. Diese verschiedenen Verkaufsflächenarten sind aufgrund der breit gefächerten klimatischen Ansprüche der Pflanzen nötig. Zimmerpflanzen brauchen warme und helle Standorte, Beet- und Balkonpflanzen benötigen Licht und Schutz vor Frost, für Gehölze sind Freilandbedingungen am besten. Daher gibt es Verkaufsflächenarten wie ein Warmhaus, ein Kalthaus oder ein Freigelände, und damit stellen Einzelhandelsgärtnereien und Gartencenter eine Besonderheit im Einzelhandel dar.
Die Kosten für den Verkaufsraum nehmen unter den gesamten Handlungskosten eines Einzelhandelsbetriebes stetig zu, weil etwa Personal durch Raum substituiert wird, oder trendbedingt die Verkaufsräume aufwendiger gestaltet werden. Die Unterteilung in Verkaufsflächenarten erhöht die Anforderungen an die Kontrolle der Raumkosten und das Raummanagement in Einzelhandelsgärtnereien und Gartencentern. Bislang sind diese Verkaufsflächenarten einzeln noch nicht ökonomisch analysier- und steuerbar. Dabei können sich zwei Verkaufsflächenarten wie das Warmhaus und das Freigelände in den von ihnen verursachten Kosten unterscheiden. Im Freigelände entstehen keine Abschreibungs- und Unterhaltskosten für Gebäude und keine Heizkosten. Genauso sind aber auch Unterschiede in den auf einer Verkaufsflächenart erwirtschafteten Leistungen möglich. Bei Regen und Kälte wird das Freigelände von Kunden weniger frequentiert als das Warmhaus, so dass dort die Umsätze geringer sind.
Ziel der Arbeit war es, ein Kennzahlensystem zu erstellen und eine entsprechende Anwendungsmethodik zu entwickeln, so dass Verkaufsflächenarten in ihren Kosten und auch Leistungen individuell überprüft und optimiert werden können. Die Entwicklung und methodische Arbeit stützte sich auf eine Literaturauswertung, die Resultate einer in sechs Betrieben durchgeführten Untersuchung und die Ergebnisse von Expertengesprächen mit den Betriebsleitern. Die Betriebsuntersuchung ergab u.a., dass die einzelnen Verkaufsflächenarten zeitlich ungleich lang genutzt werden, und dass zwischen den betrachteten Einzelhandelgärtnereien und Gartencentern Unterschiede in der Betriebsführung und Betriebsorganisation bestehen, beispielsweise in ihrer Größe, der Anwendung eines Warenwirtschaftssystems oder der bisherigen Controllingerfahrung. Auf diese Unterschiede wurde bei der Entwicklung des Controllingsystems Rücksicht genommen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorbemerkung | 3 | |
| Darstellungsverzeichnis | 4 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| Zusammenfassung | 6 | |
| 1. | Einleitung | 9 |
| 1.1 | Hinführung | 9 |
| 1.2 | Problembeschreibung | 10 |
| 1.2.1 | Verkaufsraum | 10 |
| 1.2.2 | Betriebstyp | 12 |
| 1.3 | Zielsetzung | 13 |
| 1.4 | Darlegung der Vorgehensweise | 13 |
| 1.4.1 | Literaturarbeit | 14 |
| 1.4.2 | Expertengespräche und Betriebsuntersuchungen | 14 |
| 1.4.3 | Entwicklung des Zielsystems und der Methodik | 14 |
| 1.4.4 | Bewertung | 15 |
| 1.5 | Kapitelergebnisse | 15 |
| 2. | Grundlagen | 16 |
| 2.1 | Der Gartenmarkt | 16 |
| 2.1.1 | Der Einzelhandel mit Gartenartikeln | 16 |
| 2.1.2 | Die Akteure Einzelhandelsgärtnereien und Gartencenter | 17 |
| 2.2 | Der Leistungsfaktor Raum im Einzelhandel | 19 |
| 2.3 | Verkaufsflächenarten im Einzelhandel | 22 |
| 2.3.1 | Verkaufsflächenarten im gärtnerischen Einzelhandel | 22 |
| 2.3.2 | Besondere Verkaufsflächen im übrigen Einzelhandel | 24 |
| 2.4 | Untersuchungsbetriebe | 26 |
| 2.5 | Kapitelergebnisse | 29 |
| 3. | Zielsystem | 31 |
| 3.1 | Verkaufsflächenarten als Betrachtungsobjekte | 31 |
| 3.2 | Controlling als Instrumentarium für die Betrachtung | 31 |
| 3.3 | Kennzahlensystem als detaillierte Betrachtungsebene | 32 |
| 3.3.1 | Zentrale Kennzahl Wirtschaftlichkeit | 33 |
| 3.3.2 | Outputgrößen | 34 |
| 3.3.3 | Inputgrößen | 36 |
| 3.3.4 | Kennzahlen zur Ressourcennutzung | 41 |
| 3.4 | Kapitelergebnisse | 47 |
| 4. | Einsatzbereiche | 48 |
| 4.1 | Kosten- und Erlössteuerung der Verkaufsflächenarten | 48 |
| 4.1.1 | Management einer Verkaufsflächenart als „Control Center“ | 49 |
| 4.1.2 | Einschränkungen durch Umfeld und Marketing | 51 |
| 4.2 | Zeitnutzung einer Verkaufsflächenart | 53 |
| 4.2.1 | Zeitebenen der Nutzung | 54 |
| 4.2.2 | Anwendung der Kennzahlen zur Zeitnutzung | 55 |
| 4.2.3 | Potenziale einer besseren Zeitnutzung | 56 |
| 4.3 | Betriebsvergleich | 58 |
| 4.3.1 | Betriebsvergleiche als Informationsquellen | 58 |
| 4.3.2 | Einbindung des Kennzahlensystems in bestehende Betriebsvergleiche | 60 |
| 4.3.3 | Aussagekraft des Betriebsvergleiches | 62 |
| 4.4 | Investitionsfragen | 63 |
| 4.4.1 | Verfahren der Entscheidungsfindung bei Investitionsfragen | 64 |
| 4.4.2 | Einsatz des VFA-Kennzahlensystems bei Investitionsfragen | 66 |
| 4.5 | Kapitelergebnisse | 68 |
| 5. | Methodik | 69 |
| 5.1 | Ermittlung der Strukturdaten | 69 |
| 5.2 | Ermittlung der Outputgrößen | 70 |
| 5.2.1 | Problemformulierung | 71 |
| 5.2.2 | Lösungsansatz für Gartencenter | 72 |
| 5.2.3 | Lösungsansatz für Einzelhandelsgärtnereien | 77 |
| 5.3 | Inventurdaten | 80 |
| 5.4 | Ermittlung der Inputgrößen | 81 |
| 5.4.1 | Fixe Kosten | 82 |
| 5.4.2 | Variable Kosten | 84 |
| 5.5 | Kapitelergebnisse | 88 |
| 5.6 | Modellrechnung | 89 |
| 6. | Diskussion | 91 |
| 6.1 | Exkurs: Open-Sky-Gewächshäuser | 91 |
| 6.2 | Abschätzung der Praxistauglichkeit | 93 |
| 6.2.1 | Eigene Bewertung | 93 |
| 6.2.2 | Bewertung der Betriebsleiter | 94 |
| 6.3 | Abschätzung des Realisierungspotentials | 96 |
| 6.4 | Kapitelergebnisse | 97 |
| Anhangsverzeichnis | 98 | |
| Literaturverzeichnis | 115 |
Aus der Bezeichnung heraus lässt sich die neue Größe so deuten, dass sie diejenige BHS ist, die erwirtschaftet würde, wenn die VFA an allen gesetzlich möglichen Tagen geöffnet, mit Ware ausgestattet und den Kunden zugänglich ist. Auch darf die VFA nicht von Regen oder Kälte betroffen sein, und die bisher durchschnittlich pro Tag erwirtschaftete BHS muss sich auch an den zuvor nicht genutzten Tagen erzielen lassen. Aus den bislang vorliegenden Erkenntnissen kann für einen Betrieb geschlussfolgert werden, dass die tatsächliche BHS im Warmhaus näher an der theoretisch optimalen BHS liegt als im Freigelände, da die tatsächliche Nutzungszeit im Warmhaus länger ist. Dennoch muss die theoretisch optimale BHS in beiden Fällen als nur Idealcharakter besitzende Größe angesehen werden. Mehrere Einschränkungen sorgen dafür, dass ihr Wert in der Realität kaum erreichbar ist. Im GEH gibt es deutliche saisonale Unterschiede in den erzielten Umsätzen. Das Frühjahr ist umsatzstark, während im Hochsommer und Winter wenig umgesetzt wird. Eine Durchschnittszahl für das ganze Jahr wie die Kennzahl 14 oder Kennzahl 15 gibt die wirklichen Verhältnisse daher nicht richtig wieder. Es ist auch leicht vorstellbar, dass die bei Erweiterung der Nutzungszeit erzielbaren BHS unterdurchschnittlich sind. Die bekannten Schließungszeiten der Freiflächen im Winter haben natürlich einen ökonomischen Hintergrund. Es gibt kaum geeignete Sortimente für diese VFA und Jahreszeit. Auch das Wetter muss als gegeben hingenommen werden. Weder die Anzahl der Regentage noch die Außentemperaturen sind beeinflussbar. Trotzdem liefert die Betrachtungsweise mit der theoretisch optimalen BHS einen Beleg dafür, dass die zeitliche Nutzung einer VFA verbessert werden kann. Sie eröffnet dem Management die Dimension des Potentials, das in der Verkaufsstätte steckt. Durch einen Zahlenwert, auch wenn er wie in diesem Fall kaum zu erreichen ist, kann den praxisorientierten Betriebsleitern die Problematik vielleicht eher als durch bloße theoretische Ausführungen verdeutlicht werden. Ein Zahlenwert kann motivierend wirken für das Bemühen um eine bessere Zeitnutzung. Und schließlich erbringen auch kleine Verbesserungen ihren Beitrag für die BHS. Vergleichbar mit den Erkenntnissen zu den abnehmenden Grenzerträgen im Pflanzenbau sind wohl auch hierbei die anfänglichen Verbesserungen erfolgreicher als spätere. Zwei Ansätze zur Optimierung der Zeitausnutzung und somit zur Steigerung der BHS werden nachfolgend beschrieben. [...]
Die Kennzahl 14 und die Kennzahl 15 werden für die Analyse der Zeitnutzung herangezogen. Kennzahl 14 drückt die auf einer VFA erwirtschaftete BHS auf die Zahl der theoretisch nutzbaren Tage bezogen aus. Kennzahl 15 verwendet als Divisor die Zahl der tatsächlichen Nutzungstage. Es ist ersichtlich, dass Kennzahl 15 den größeren Wert aufweist, da bei ihr der Divisor, also die Anzahl der Tage, kleiner ist. Der Wert der Kennzahl 15 stellt sich in Euro BHS pro Tag dar. Multipliziert man diese Größe mit der Anzahl der theoretischen Nutzungstage, so ergibt sich eine Geldmenge in Euro und mit Bezug auf die VFA. Diese Größe soll als optimale theoretische BHS einer VFA bezeichnet und in ihrer Aussagekraft interpretiert werden. Die Herleitung ist in der obigen Darstellung 11 übersichtlich zu finden. [...]
Zu Beginn ist das gesamte Jahr zu betrachten. Diese Größe stellt die Ausgangssituation dar. Die nächste Ebene besteht aus denjenigen Tagen, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht für den Verkauf zur Verfügung stehen. Im wesentlichen sind dies die Sonn- und Feiertage. Sogenannte verkaufsoffene Sonntage sind in ihrer Zahl begrenzt und stellen eine Ausnahme dar. Ihre Berücksichtigung soll im Ermessen des einzelnen Betriebes liegen, hier werden sie nicht weiter verfolgt. Die übrigen Tage des Jahres, also die Nicht-Sonntage und Nicht-Feiertage, werden als theoretische Nutzungszeit einer VFA bezeichnet. Diese Größe ist in der Regel für alle Betriebe und in den Betrieben für alle VFA gleich und bildet daher eine gute Ausgangsbasis für spätere Vergleiche zwischen einzelnen VFA und zwischen Betrieben. Die folgenden Größen können dagegen von Betrieb zu Betrieb und von VFA zu VFA unterschiedlich ausfallen. Gesamtbetriebliche Schließungszeiten sind bewusst in einem Handelsbetrieb vorgesehen. Dazu können Betriebsferien oder Tage mit Inventurtätigkeit gezählt werden. Sie betreffen alle VFA in gleicher Weise. Intern verursachte Nichtnutzungszeiten einer VFA meinen die Schließung einer VFA für den Kunden. Diese Schließung kann aus Umbau- oder Dekorationsmaßnahmen resultieren, oder weil eine VFA wie die Freifläche im Winter geräumt ist. Solche Schließungen erfolgen gewollt, oder sie werden zumindest in Kauf genommen. Extern verursachte Nichtnutzungszeiten einer VFA liegen dagegen zunächst einmal nicht im Einflussbereich der Betriebsleitung. Hierzu sind Tage zu zählen, an denen es regnet oder unangenehm kalt ist, so dass eine VFA nicht von den Kunden besucht wird, obwohl diese geöffnet und mit Ware gefüllt ist. Zieht man die beiden Arten von Nichtnutzungszeiten von der theoretischen Nutzungszeit ab, so ergibt sich die tatsächliche Nutzungszeit einer VFA. Sie stellt [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482350
Arbeit zitieren:
Sparke, Kai Februar 2004: Entwicklung eines Controllingsystems für Verkaufsflächenarten im Garten-Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Controlling, Gartencenter, Gärtnerei, Verkaufsfläche, Einzelhandel



