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Entwicklung eines Controlling-Konzeptes für einen mittelständischen Dienstleister am Beispiel der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer

Entwicklung eines Controlling-Konzeptes für einen mittelständischen Dienstleister am Beispiel der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maik Fischer
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 5,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5476-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5476-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5476-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fischer, Maik Januar 2002: Entwicklung eines Controlling-Konzeptes für einen mittelständischen Dienstleister am Beispiel der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: KMU, Controlling, Non-Profit-Organisation, Dienstleistungsbetrieb, Rechnungswesen

Diplomarbeit von Maik Fischer

Einleitung:

Um die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer zu charakterisieren und, was das Thema dieser Diplomarbeit darstellt, für diese Organisation ein Controlling-Konzept zu entwickeln, ist in vielerlei Hinsicht eine differenzierte Sichtweise erforderlich. So wird z.B. schon eingangs festgestellt, dass es sich bei der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer – im folgenden AHK Chile genannt - nicht nur um einen mittelständischen Dienstleistungsbetrieb, sondern auch um eine Non-Profit-Organisation (NPO) handelt.

Der schnelle Strukturwandel, die sich ständig verändernde Umwelt, die Komplexität des Entscheidungsprozesses und vieles mehr bringen für jede Betriebsgröße und jeden Organisationstypus Anpassungs- und Koordinationsprobleme mit sich. Dies erfordert eine erhöhte Entscheidungsbereitschaft und Entscheidungsfähigkeit – nicht nur für erwerbswirtschaftliche Großbetriebe - sondern insbesondere auch für Klein- und Mittelständische Betriebe aus dem NPO-Bereich.

Für die AHK Chile äußern sich die Umweltveränderungen konkret in einem zunehmenden Kostendruck (sinkender Anteil der Bundeszuwendung an der Finanzierung), Wettbewerbsdruck (gestiegener Wettbewerb auf den üblichen und neuen Betätigungsfeldern), Druck auf steigende wirtschaftliche Eigenverantwortung und in zunehmendem Legitimationsdruck der verschiedenen Anspruchsgruppen und Geldgeber (Mitglieder, Staat Deutschland, Nicht-Mitglieder usw.).

Die lange Zeit fehlenden Marktmechanismen auf den üblichen Betätigungsfeldern haben bisher eine zielgerichtete Planung, Steuerung und Kontrolle anhand entscheidungsorientierter Informationen nicht zwingend erforderlich gemacht. Daraus resultiert ein erhebliches Steuerungsdefizit.

Doch die ökonomischen Spielregeln ändern sich radikal und drängen die AHK Chile zunehmend zu erwerbswirtschaftlichem Handeln mit dem Nachweis der Effizienz bei der Leistungserstellung und der Effektivität bei der Zielerreichung. Das konfrontiert sie in immer stärkerem Maße mit der Notwendigkeit, ein betriebwirtschaftliches Koordinations- und Steuerungssystem zu etablieren und damit den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Im allgemeinen wird das Konzept des Controlling implizit auf industrielle Grossbetriebe und Prozesse der Privatwirtschaft bezogen. Das Controlling für Klein- und Mittelständische Dienstleistungsbetriebe aus dem NPO-Sektor ist demgegenüber konzeptionell und methodisch noch nicht so weit entwickelt. Da sich das Controlling-Konzept im erwerbswirtschaftlichen Bereich sehr erfolgreich bewährt hat, erscheint die Forderung auch nach einem Controlling für den spezifischen Problembereich begründet.

Es stellt sich die Frage, welchen Beitrag ein Controlling-Konzept zur Lösung der angeführten Probleme der AHK Chile leisten kann und ob ein solches Konzept auch grundsätzlich übertragbar ist auf Klein- und Mittelständische NPO-Dienstleistungsbetriebe.

Ausgehend von den in Kapitel 1.1 gezogenen Konsequenzen befindet sich die AHK Chile grundsätzlich in der gleichen Situation wie erwerbswirtschaftliche Unternehmen, deren Handlungsmaxime auf eine der Gesamtzielsetzung entsprechende wirtschaftliche Leistungserstellung unter Berücksichtigung der an sie gestellten Forderungen ihrer Umwelt ausgerichtet ist. Dies erfordert ein führungstheoretisches Konzept, das Instrumente zur Steuerung des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses bereitstellt.

Das Ziel dieser Arbeit ist es daher, ein ganzheitliches und praxisorientiertes Controlling-Konzept für die AHK Chile als einen Klein- und Mittelständischen NPO-Dienstleistungsbetrieb unter Berücksichtigung der gegebenen Prämissen und Besonderheiten sowie der spezifischen Zielstruktur zu entwickeln und abschließend eine Implementierungsstrategie vorzuschlagen. Die Entwicklung einer Controlling-Konzeption, welche die Rahmenbedingungen berücksichtigt, sowie die organisatorische Absicherung dieser Konzeption, ist die erste Voraussetzung für ein in der Praxis effektives Controlling-System.

Insgesamt wird der aktuelle Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse zu der Problemstellung wiedergegeben - kombiniert mit einer starken Praxisorientierung. Denn letztlich richtet sich die Bearbeitung der Problemstellung nach der Philosophie, dass die Betriebswirtschaftslehre eine Wissenschaft ist, die dem Betriebe dienen soll.

Für die vorliegende Arbeit wurde eine der Zielsetzung adäquate Vorgehensweise gewählt. Neben der unverzichtbaren Literaturanalyse ist vom Autor während seiner Zeit in der AHK Chile eine umfassende Bestandsaufnahme - mittels einer Dokumentenanalyse, zahlreicher geführter Interviews mit den Entscheidungsträgern und Mitarbeitern sowie eines schriftlichen Fragebogens (siehe Anhang) - durchgeführt worden. Das Ziel der Erhebungen war es, die spezifischen Einflussfaktoren und Ziele für die Controlling-Konzeption der AHK Chile zu ermitteln. Für die generelle Anwendbarkeit des zu entwickelnden Controlling-Konzeptes stellt dies jedoch grundsätzlich keine Einschränkung dar, da dieses Konzept auch auf andere Klein- und Mittelständische NPO-Dienstleistungsbetriebe übertragbar ist.

Gang der Untersuchung:

Zunächst werden in Kapitel 2 und 3 die allgemeinen Grundlagen für diese Arbeit gelegt. Es werden die grundlegenden Begriffe zum Controlling, die allgemeinen Controlling-Aufgaben und die für diese Arbeit angewendete Controlling-Philosophie sowie die generell zu Grunde gelegte „führungsorientierte Controlling-Konzeption“ dargestellt (Kap. 2). Anschließend wird der Betrieb der AHK Chile charakterisiert und eine Abgrenzung des Objektbereiches vorgenommen (Kap. 3).

Die Schwerpunkte dieser Arbeit liegen in den Kapiteln 4 und 6, deren Aufbau vorgehensorientiert sind. Die einzelnen Abschnitte sind angelehnt an die Ablaufschritte, nach denen man eine wirksame Controlling-Konzeption als eine Voraussetzung für die erfolgreiche Einführung des Controlling-Systems entwickelt.

Der konkreten instrumentalen, aufgabenspezifischen und organisatorischen Ausgestaltung der Soll-Konzeption (Kap. 6) geht eine umfassende Analyse der Kontextfaktoren (Kap. 4.1 bis 4.4.10) und einer Informationsbedarfsanalyse (Kap. 4.5) zur Erstellung des Soll-Anforderungsprofils an das Controlling-Konzept (Kap. 4.7) voraus. Mit der Analyse des Ist-Controlling-Profils (Kap. 4.8) und der anschließenden Gegenüberstellung mit dem Soll-Anforderungsprofil (Kap. 4.9) ergibt sich eine Ziellücke, die durch vorgeschlagene Maßnahmen in der Soll-Konzeption geschlossen wird (Kap. 6). Der Erarbeitung dieser Soll-Konzeption geht noch eine Spezifikation des Controlling-Konzeptes (Kap. 5) voraus, die zum einen die Basis für die Darstellung und Möglichkeiten einer Übertragbarkeit des Controlling auf ähnliche Betriebstypen dient (Kap. 5.1) und zum anderen einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das zu entwickelnde Controlling-Konzept der AHK Chile aufzeigt (Kap. 5.2).

Mit der Soll-Konzeption für das einzuführende Controlling-System ist das Vorhaben jedoch noch keinesfalls abgeschlossen, denn zur Realisierung des Controlling-Konzeptes für die AHK Chile muss die Frage der zu verfolgenden Implementierungsstrategie geklärt werden (Kap. 7). Im Mittelpunkt dieser Ausführungen stehen aufbauend auf der organisatorischen Absicherung der Konzeption auch Ansätze, die verhaltenswissenschaftliche Aspekte nicht vernachlässigen.

Als wissenschaftstheoretischer Bezugsrahmen für diese Arbeit dient zum einen der Systemansatz . Der Hauptgrund für die Auswahl des Systemansatzes als Basiskonzept liegt in der weiten Betrachtungsweise des Objektbereichs der Betriebswirtschaftslehre als Managementlehre. Er bezieht seine Aussagen nicht nur auf privatwirtschaftliche Unternehmen, sondern auf alle zweck- und zielgerichteten Institutionen der menschlichen Gesellschaft, was die AHK Chile mit einschließt. Das analytische und ganzheitliche Denken in offenen Systemen, die Berücksichtigung vielseitiger Interdependenzen und das Denken in kreisförmigen Prozessen dieses Ansatzes leisten eine wertvolle Hilfe für die Entwicklung des Controlling-Konzeptes. Konkret erlaubt der Ansatz, die komplexe Problemstellung ganzheitlich abhandeln zu können; es lassen sich damit gut die internen und externen Einflussfaktoren sowie das Führungssystem systematisieren und analysieren, und er eignet sich auch für die Beschreibung der Führungs- und Controllingfunktionen als Regelkreis.

Zum anderen wird der systemorientierte Ansatz für diese Arbeit ergänzt durch den angewendeten situativen Ansatz, der sich zwingend aus dem Systemansatz ergibt. Der situative Ansatz ist in dieser Arbeit von großer Bedeutung, da die Priorität für die Entwicklung des Controlling-Konzeptes auf der individuellen und maßgeschneiderten Ausgestaltung für die AHK Chile liegt. Das kommt vor allem bei der Analyse der für das Controlling-Konzept spezifisch einwirkenden Kontextfaktoren zur Geltung, sowie darüber hinaus für die verhaltenswissenschaftlichen Aspekte (Erfolgsfaktoren) bei der Einführung dieses Konzeptes.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort III
Abbildungsverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit 2
1.4 Wissenschaftstheoretische Grundlage 4
2. Grundlagen zum Controlling 5
2.1 Kurzer Abriss zum Controlling 5
2.2 Die Controlling-Philosophie 7
2.3 Begriff der Konzeption 7
2.4 Beziehung zwischen Controlling-Konzeption und Controlling-System 7
2.5 Zwischenfazit 8
3. Unternehmensprofil 9
3.1 Einführung 9
3.2 Rechtsform und Organisationsstruktur 9
3.3 Hauptaufgaben 10
3.4 Finanzierung 11
3.5 Betriebswirtschaftliche Abgrenzung des Objektbereiches 11
3.6 Zwischenfazit 13
4. Analyse und Erarbeitung des Soll-Anforderungsprofils 14
4.1 Bestimmung der externen und internen Kontextfaktoren 15
4.2 Zielsystem 16
4.3 Analyse der externen Einflussfaktoren 18
4.3.1 Globale Umfeldanalyse 19
4.3.2 Analyse des Wettbewerbumfeldes 21
4.3.3 Analyse der Abhängigkeiten zu den Anspruchsgruppen 23
4.4 Analyse der internen Einflussfaktoren 24
4.4.1 Zielsetzungen und Motive der Entscheidungsträger für die Einführung von Controlling 24
4.4.2 Unternehmensgröße 25
4.4.3 Technologie der Leistungserstellung 25
4.4.4 Leistungsprogramm 25
4.4.5 Organisationsstruktur 27
4.4.6 Führungsstil 27
4.4.7 Akzeptanz der Mitarbeiter gegenüber Controlling 28
4.4.8 Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit 28
4.4.9 Managementfähigkeiten 29
4.4.10 Entwicklungsphase 29
4.5 Analyse des Informationsbedarfs 29
4.6 Zwischenfazit 30
4.7 Bestimmung des Soll-Anforderungsprofils an das Controlling-Konzept 31
4.8 Analyse des Ist-Controllingprofils 32
4.8.1 Analyse des Rechnungswesens 32
4.8.2 Analyse der Unternehmensplanung 34
4.8.3 Zwischenfazit 34
4.9 Gegenüberstellung von Anforderungsprofil und Ist-Profil 35
5. Spezifikation des Controlling-Konzeptes 36
5.1 Controlling als führungstheoretisches Konzept 36
5.2 Bezugsrahmen des Controlling-Konzeptes für die AHK Chile 39
6. Soll-Konzeption für das Controlling-System 41
6.1 Modul 1: Aufbau eines Management Accounting als operatives Zentrum des Informationsversorgungssystems und Controlling 45
6.1.1 Aufbau einer integrierten Finanz-, Bestands- und Erfolgsrechnung 47
6.1.1.1 Reformierung des kameralen Buchführungssystems 47
6.1.1.2 Aufbau einer Finanzbuchhaltung 49
6.1.1.3 Aufbau einer Finanzrechnung 50
6.1.1.4 Aufbau einer pagatorischen Erfolgsrechnung („GuV-Rechnung“) 51
6.1.1.5 Aufbau einer erfolgswirtschaftlichen Bestandsrechnung (Bilanz) 53
6.1.1.6 Zusammenführung der Rechnungen 54
6.1.2 Aufbau controllinggerechter Kosten- und Leistungsrechnungsverfahren 55
6.1.2.1 Aufbau einer sachzielorientierten Indikatorenrechnung 56
6.1.2.2 Aufbau einer formalzielorientierten Kosten- und Leistungsrechnungsrechnung 58
6.1.2.2.1 Deckungsbeitragsrechnung als geeignetes Verfahren 59
6.1.2.2.2 Aufbau der Deckungsbeitragsrechnung 60
6.1.2.2.3 Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau 61
6.2 Modul 2: Aufbau eines strategischen Controlling (als Frühwarnsystem) 62
6.2.1 Potenzialanalyse 64
6.2.2 Umfeldanalyse 65
6.2.3 SOFT-Analyse 65
6.2.4 Szenario-Methode 65
6.2.5 Portfolio-Methoden 65
6.2.6 Strategische Bilanz 66
6.2.7 Weitere Entwicklungsmöglichkeit 66
6.3 Modul 3: Aufbau von führungsorientierten Kennzahlen 67
6.4 Modul 4: Aufbau eines Berichtswesens (Reporting) 68
6.5 Modul 5: Vom Management Accounting zur integrierten operativen Jahresplanung und Jahresbudgetierung 69
6.6 IT-Unterstützung für das Controlling-Konzept 71
6.7 Zwischenfazit 72
6.8 Organisatorische Absicherung der Controlling-Konzeption 72
7. Implementierung des Controlling-Konzeptes 76
7.1 Installierung des Controlling-Gedankens 77
7.2 Prozess der Einführung 78
8. Fazit und Ausblick 81
Anhang IX
Literaturverzeichnis XIX
Erklärung zur Diplomarbeit gemäß § 26 Abs. 6 DiplPrüfO XXVI

Automatisiert erstellter Textauszug:

sourcenersparnis (Substanzmehrung) messbar.121 Dazu wäre eine zeitraumbezogene Finanzrechnung (Zahlungsrechnung) unverzichtbar, in der die Einzahlungen und Auszahlungen und damit die Änderungen des Zahlungsmittelbestandes erfasst werden. Die beiden zeitraumbezogenen Rechnungen, die Finanz- und pagatorische Ergebnisrechnung, werden abschließend mit der stichtagsbezogenen Vermögensrechnung zu einer Einheit verknüpft, die den Bestand des Bruttovermögens, der Schulden und deren Saldo (Reinvermögen) nachweist. Als vierte Teilrechnung kann dann darauf aufbauend integrativ eine entscheidungsorientierte Kosten- und Leistungsrechnung entwickelt werden für die schritt- und fallweise interne Steuerung. Begleitend muss ein Indikatorensystem zur Schaffung von Ergebnistransparenz vor allem in den Wirkungen der Sachziele (Effektivität) entwickelt werden.122 Alle Teilrechensysteme sind verbunden mit einem geeigneten Buchführungssystem sukzessiv auf integrativem Wege zu realisieren. Weiterhin sollen sie nicht nur gegenwarts- bzw. vergangenheitsorientiert als dokumentierende Rechnungen sondern auch zukunftsgerichtet als Planungsrechnungen entwickelt werden, um die für den Managementprozess notwendigen Soll-IstVergleiche zu ermöglichen. Darauf kann das operative und strategische Controlling dann weiterführend in der Zukunft aufbauen. Bei der Entwicklung des Management Accounting hat die Effizienz oberste Priorität, d.h. es sollen keine „Zahlenfriedhöfe“ für das Berichtswesen entstehen. Daran soll abschließend angemerkt werden, dass der Einsatz des neuen Rechnungssystems der alten Regel folgen sollte, mit 20 % Aufwand 80 % Genauigkeit zu erreichen.123 [...]

Als Vorraussetzung für das Erfüllen der genannten Forderungen muss deshalb im bestehenden Rechnungswesen von der bloßen Geldverbrauchserfassung Abschied genommen und ein Wandel zum Ressourcenverbrauchskonzept eingeleitet werden.120 Diese grundlegende Veränderungsnotwendigkeit ergibt sich auch vor dem Hintergrund der gravierenden strukturellen Veränderungen im Umfeld. So vollzieht sich für die AHK Chile mit der Einführung des Anteilsfinanzierungsverfahrens und der Kürzung der Zuwendungen ein Sprung vom strikt bedarfswirtschaftlichen zum partiell erwerbswirtschaftlich-orientierten Unternehmen. Diese Entwicklungen fungieren als Katalysatoren zur Einführung eines modernen und zukunftsorientierten betriebswirtschaftlichen Rechnungswesensystems, basierend auf dem Ressourcenverbrauchskonzept. Daraus abgeleitet soll das Rechnungswesen eine Mittlerfunktion zwischen dem Zielsystem und dem Leistungssystem der AHK Chile übernehmen und in gleicher Weise als Lenkungs- und Abbildungsinstrument dienen (Abb. 15). [...]

Die zeitliche Planung zur Einführung eines integrierten Controlling-Systems muss einhergehen mit dem Aufbau geeigneter Basisbausteine des Rechnungswesens, weil es das Informationszentrum des Controlling darstellt.115 Ein modernes Rechnungswesen ist ein ganzheitliches Rechnungswesensystem, mit dem verschiedene Teilzusammenhänge der Betriebsprozesse in der AHK Chile in verschiedenen Rechnungen erfasst werden sollen. Aufgrund der Vielfalt der Informationsbeziehungen reicht ein Instrument zur Erfassung, Steuerung und Kontrolle der Leistungsströme nicht mehr aus.116 Planerisch muss das Rechnungswesen daher zunächst problemlösend zu einem neuen führungsorientierten Rechnungswesen bzw. Management Accounting117 entwickelt werden, welches zukunftsorientiert der Entscheidungsunterstützung dienen soll. In einer späteren Phase kann es dann zu einem ganzheitlichen Controlling-System ausgebaut werden.118 Die Ziele für den Aufbau des controllingorientierten Rechnungswesens sind eine fundierte Entscheidungsunterstützung auf den Führungsebenen, die Förderung des Ergebnis- und Kostenbewusstseins in den Bereichen und der Verwaltung, die Transparenz des Betriebsgeschehens, die Flexibilität des Rechnungswesens und die organisatorische Abstimmung mit der Verantwortungsstruktur. Diese Ziele kann das bestehende kameralistische Rechnungswesen nicht zufriedenstellend erreichen (siehe Kapitel 4.9.1). Die Auswahl der einzelnen Rechnungssysteme hat ein besonderes Gewicht. Zwei entscheidende Dinge sind zu beachten: Erstens muss die Philosophie deutlich werden, d.h. die Führungsebene soll das neue Rechnungswesen als Hilfe zur Führung akzeptieren.119 Zweitens müssen sie in ihrer Grundaussage verständlich werden, d.h. es muss deutlich werden, welche Informationen sie liefern. [...]

Arbeit zitieren:
Fischer, Maik Januar 2002: Entwicklung eines Controlling-Konzeptes für einen mittelständischen Dienstleister am Beispiel der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
KMU, Controlling, Non-Profit-Organisation, Dienstleistungsbetrieb, Rechnungswesen

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