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Entwicklung eines Bewertungskriteriums für Innovationen in der Erwachsenenbildung

Entwicklung eines Bewertungskriteriums für Innovationen in der Erwachsenenbildung
Über dieses Buch
  • Art: Projektarbeit
  • Autor: Andreas Gruner
  • Abgabedatum: Dezember 2007
  • Umfang: 65 Seiten
  • Dateigröße: 493,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 56
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4840-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gruner, Andreas Dezember 2007: Entwicklung eines Bewertungskriteriums für Innovationen in der Erwachsenenbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: BIBB, Erwachsenenbildung, Definition, Innovationspreise, BMBF

Projektarbeit von Andreas Gruner

Einleitung:

Die Firma BMW wirbt auf ihrer Homepage und im TV mit ihrer innovativen Technik. Wilkinson Rasierer werben mit ihrer innovativen 3-Klingen-Technik für ein unvergleichlich neues Rasurgefühl. Sogar ganze Internetportale tragen das Wort im Titel, welches sich so zum Schlagwort gemausert hat.

In der Pädagogik werden wir nun auch seit etwa 25 Jahren mehr und mehr diesem Begriff ausgesetzt . Heute bezeichnet sich sogar das Bildungsministerium in Nordrhein-Westfalen als Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Dabei steht natürlich wieder der Begriff Innovation an erster Stelle. Daran lässt sich der Schlagwortcharakter und auch die Wichtigkeit des Begriffes erkennen. ‘Und dennoch ist nicht alles Innovation, und nicht jede Innovation ist – gemessen an den Werten humaner Bildungsziele – als positiv einzuschätzen.’ Dieser Satz spricht genau an was untersucht werden soll. Nämlich in wieweit die positiven Aspekte sich in einer realen Innovation wieder finden lassen. Diese Forschungsarbeit soll nun genauer untersuchen welche Bedeutung Innovation in der Pädagogik hat und wie der Begriff im Rahmen der Pädagogik einzuordnen ist. Dazu soll auch eine Untersuchung stattfinden in der Innovation mit parallelen Begriffen wie Invention, Wandel, Neuerung und Reform in Beziehung gesetzt wird. Dahinter steht die Frage, ob die Bedeutung für die Pädagogik eine andere ist als in Technik und Wirtschaft. Wenn ein Unterschied besteht, wird er im Vergleich zu Tage treten. Zum Thema gibt es inzwischen reichlich Literatur und auch zwei wichtige Preise. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Bundesinstitut für Berufsbildung schreiben jeweils einen Preis für Innovationen und innovative Projekte aus. Diese Preise sollen verglichen werden. Dabei ist interessant was die Initiatoren unter Innovation verstehen, wonach die Preise vergeben werden und welche Projekte den Preis bis jetzt bekommen haben. Ein Vergleich der beiden Preise kann vielleicht Licht in das Geheimnis der Innovationen bringen. Nachdem all diese Betrachtungen vorgenommen wurden, soll versucht werden ein Bewertungskriterium zu entwickeln. Damit wäre es dann möglich die ‘Innovationen’ nach den in der Vorbetrachtung entwickelten Kernpunkten einzuordnen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung Seite 1
2. Methoden Seite 2-3
3. Einordnung der Arbeit Seite 4-5
4. Reform und Innovation Seite 6-9
5. Neuerung und Innovation Seite 9-11
6. Invention und Innovation Seite 12-14
7. Wandel, Modernisierung und Innovation Seite 15-18
8. Innovation in Wirtschaft und Technik Seite 19-25
9. Innovation in der Bildung Seite 26-33
10. Innovationspreis des DIE Seite 34-41
10.1 Preisträger von 1997 Seite 37
10.2 Preisträger 2005 Seite 39
11. Innovationspreis des BIBB Seite 42-49
11.1 Preisträger 2000 Seite 44
11.2 Preisträger 2007 Seite 47
12. Vergleich der Bildungspreise Seite 50-52
13. Bewertungskriterium für Innovation Seite 53-55
14. Zusammenfassung Seite 56-57
15. Abkürzungsverzeichnis Seite 58
16. Literaturverzeichnis Seite 59-64

Textprobe:

Kapitel 5, Neuerung und Innovation:

Dieser Abschnitt der Arbeit soll einem Begriff gewidmet sein, der ebenfalls besonders oft in Verbindung mit Innovation Verwendung findet. Nämlich Neuerung bzw. Erneuerung.

‘Und je inflationärer der Begriff des ‘Innovativen’ gebraucht wird, desto mehr tauchen die Fragen nach dem auf, was vorher war, worin sich das Neue von dem Alten unterscheidet, ob das Innovative eigentlich wirklich neu und auch besser ist, nach welchen Maßstäben dies zu beurteilen ist’.

Hinter der Beschreibung dieser Problemstellung steckt ganz klar die Erwartung, dass Innovation nicht nur Neuerung sondern tatsächlich auch Besserung mit sich bringt. Ob dieser Anspruch auch Tatsache ist, wäre in der Folge zu prüfen. Das Neuerung und Innovation eng verbunden sind mag nicht zuletzt daran liegen, dass bereits im Wortstamm der Innovation selbst, Novation vorkommt. Es soll nun das Wesen der Neuerung erfasst werden und es werden die Unterschiede zur Innovation aufgezeigt. Der Duden gibt unter dem Begriff Innovation an: ‘Einführung von etwas neuem, Erneuerung, Neuerung’ Damit wäre die nahe Verwandtschaft noch einmal angesprochen. In der Ausarbeitung der Bildungspreise für Innovationen, fand sich auch oft eine Schnittstelle zu den Neuerungen: ‘Wiltrud Gieseke brachte die Gemeinsamkeit auf den Punkt: Es gehe offensichtlich in allen besonders preiswürdigen Projekten um die Vertiefung oder sogar Erneuerung von ‘Lernkulturen’. Es ist aber nicht nur von Bedeutung die Schnittstellen zu finden sondern auch zu schauen wo sich Innovationen von bloßen Neuerungen unterscheiden. Zur Bewerbung um den ausgeschriebenen Preis schreibt Schlutz folgenden Satz: ‘Es muss auch keine große Umwälzung darstellen, aber Sie selbst sollten schon davon überzeugt sein, dass es in Ihrem Arbeitsbereich und Ihrem Umfeld etwas Wichtiges und eine Neuerung darstellt.’ Er macht damit eine ganz tragende, bedeutungsvolle Aussage über Innovationen indem er die Neuerung mit Wichtigkeit verbindet. Eine Neuerung wäre es auch wenn man auf gelbem Papier statt auf weißem schreibt. Wichtig wäre diese Veränderung jedoch nicht. Eine Neuerung kann je nach Bezugswelt eine komplett unterschiedliche Wertigkeit erreichen. Besonders deutlich wird dies in folgender Formulierung:

‘Was als Neuerung empfunden wird, hängt im Übrigen davon ab, ob sie sich im ländlichen oder (groß-)städtischen Ambiente, im lokalen oder regionalen Kolorit vollzieht. In einem kleinen Ort kann innovativ einschlagen, was in Metropolen längst gewohnt ist und nur müdes Abwinken produziert'.

Man kann hier noch mehr Dimensionen konstatieren in denen die gleiche Neuerung unterschiedliche Bedeutung erlangt. Da wären verschiedene Zielgruppen wie Senioren oder Jugendliche und verschiedene Institutionen wie der Arbeitsplatz oder die Bildungseinrichtung denkbar. Neuerungen sind auch nicht generell positiv belegt wie das folgende Zitat beweist. ‘Einerseits kann eine Erneuerung oder Modernisierung von Bildungsorganisationen nur durch die Beteiligten erfolgen, andererseits wird dieselbe aber oft genug gerade durch jene verhindert oder erschwert.’ Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Mensch meist davor scheut, gewohnte Verhaltensweisen und Abläufe zu ändern. Neuerungen stoßen darum nicht selten auf Widerstand. Pädagogische Erneuerung funktioniert aber nur über eine Öffnung nach außen und eine grundlegende Veränderung der gewohnten Verhaltensweisen, Perspektiven und Strukturen.

Neuerungen gehen also mit Veränderungen einher, die nicht immer beliebt sein müssen. Es geht aber sogar noch extremer: ‘Wenige haben den Mut, Akzente zu setzen. Sie müssen dafür schon vorhandene Formen zerstören und ernten nicht selten Kritik.’ ‘Obwohl der Begriff Innovation positiv konnotiert wird, heißt dies nicht, dass das Neue notwendigerweise besser ist als das herkömmliche. Es ist einfach neu und anders. Insofern haftet der Innovation immer etwas Zerstörerisches an. Alte Routine wird durch eine neue ersetzt. Innovationen definieren somit einen neuen Möglichkeitsraum des Handelns'.

Eine Neuerung kann also auch bedeuten ‘Altes über den Haufen’ werfen zu müssen um das Neue zum Einsatz bringen zu können. Doch um nicht vom Thema abzuschweifen zurück zu den Unterschieden zwischen der Innovation und der Neuerung. Pinkwart greift in folgendem Zitat einen der wichtigsten Unterschiede heraus: ‘[…]wie wir uns das bei Neuerungen wünschen, die als Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung als Innovationen in die Volkswirtschaft eingehen […]’ Innovationen entstehen aus Neuerungen genau dann, wenn sie erfolgreich in die Praxis eingehen. Man könnte also das Wortspiel benutzen: ‘Novation im Einsatz wird Innovation.’ Eine weitere Gemeinsamkeit hingegen ist die Herkunft aus Forschung und Entwicklung. Mai zitiert Gieseke und kommt zu einem nächsten Punkt der Innovation und Neuerung in ihrer Bedeutung trennt. Gieseke spricht von der Umsetzung innovativer Projekte. ‘Wir leben aber derzeit in einer Kultur, in der die Mutigen, die bereit sind, Fehler zu machen, um Verbesserungen und Erneuerungen zu erzeugen, diejenigen, die experimentierfreudig und unkonventionell sind, zu wenig unterstützt werden’. Der Kernpunkt dieser Aussage ist, dass Innovationen nicht nur einen Erneuerungswert haben sondern auch Verbesserungen mit sich bringen. Erneuerung heißt Altes gegen Neues auszutauschen. Meisel fordert in seiner Beschreibung zu Innovationen: ‘Sie stellen Erneuerungen dar und lassen die Kontinuität nicht außerhalb des Blickfeldes.’ Ein paralleles Bild wäre der Ölwechsel am Auto, der eine Erneuerung des Öls erfordert. Der zweite Punkt waren die Verbesserungen. Verbesserungen müssen zwingend Teil einer Innovation sein. Dies resultiert aus der Erkenntnis (siehe weiter oben), dass Innovation aus der praktischen Umsetzung einer Neuerung folgt. Wenn aber eine Neuerung keine Verbesserung beinhalten würde, wäre eine Umsetzung in der Praxis völliger Blödsinn. Zusammenfassend lassen sich vier wichtige Unterschiede zwischen einer Innovation und einer Neuerung feststellen. Eine Innovation ist praxisrelevant und findet in der Praxis auch tatsächlich Einsatz. Sie sorgt in ihrem Einsatzgebiet für merkliche Verbesserungen und ist wichtig für Menschen, Abläufe oder Organisationen. Eine Innovation hat einen Erneuerungswert. Das heißt sie tritt an die Stelle von ‘Vorgängerkonzepten’ und verdrängt dabei alte Vorgehensweisen. ‘Die Innovation an sich, also die erstmalige Durchsetzung einer Neukombination in den jeweils relevanten Umfeld (Markt, private Haushalte, öffentlicher Sektor usw.), ist unter dem Aspekt der Zielerfüllung nur dann bedeutsam, wenn sie sich auch ausbreitet’.

Arbeit zitieren:
Gruner, Andreas Dezember 2007: Entwicklung eines Bewertungskriteriums für Innovationen in der Erwachsenenbildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
BIBB, Erwachsenenbildung, Definition, Innovationspreise, BMBF

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