Die Entwicklung neuer Arbeitsformen unter besonderer Betrachtung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und deren mögliche Anwendbarkeit für die Hotelleriebranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heike Wesener
- Abgabedatum: September 2000
- Umfang: 153 Seiten
- Dateigröße: 730,0 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Heilbronn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2952-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2952-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2952-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wesener, Heike September 2000: Die Entwicklung neuer Arbeitsformen unter besonderer Betrachtung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und deren mögliche Anwendbarkeit für die Hotelleriebranche, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Flexible Arbeitsformen, Personalwirtschaft
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Diplomarbeit von Heike Wesener
Einleitung:
Zentrale wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Entwicklungen erfordern einen erheblichen personalwirtschaftlichen Handlungsbedarf aufgrund einer immer komplexer und dynamischer werdenden Unternehmensumwelt. Eine zukunftsorientierte Personalpolitik kommt ohne die Lebens- und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter nicht mehr aus. Nur zufriedene Mitarbeiter bedeuten dauerhaft eine höhere Produktivität und größere Wettbewerbsfähigkeit.
In diesem Zusammenhang hat das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Angebot von Maßnahmen zur Entschärfung des Spannungsfeldes reicht von konkreten Arbeitszeitvarianten bis hin zu personalstrategischen und unternehmenskulturellen Überlegungen. Unternehmen, die diesbezüglich handeln und ihren Mitarbeitern Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit schaffen, fällt es merklich leichter, Mitarbeiter zu halten und neue zu rekrutieren.
Auch für Mitarbeiter des Hotel- und Gaststättengewerbes mit ihrer traditionellen Rund-um-die-Uhr-Arbeit wird der Wert von freizeit- und sozialverträglicher Arbeitsgestaltung immer wichtiger. Die sich stark wandelnden Vorstellungen der Menschen über den Wert von Arbeit und Freizeit sind im Hotel in zweifacher Hinsicht spürbar: zum einen in den veränderten Bedürfnissen des Gastes, dessen Anspruchsdenken auf einen individuellen Aufenthalt wächst, zum anderen in den Mitarbeitern, die sich nicht mehr mit Arbeitszeiten abfinden möchten, die ihren Anspruch an freie Zeit stark einschränken. In einem besonderen Ausmaß sind diejenigen Mitarbeiter betroffen, die ihren Hotelberuf mit Familie und Kind vereinbaren wollen. Die besonderen Arbeitszeiten verteilt über alle sieben Tage in der Woche bieten oft wenig Platz, beides in Einklang zu bringen.
Die Konsequenzen daraus sind hohe Fluktuationsraten in der Branche, daneben ein immer stärkerer Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und ein Abwandern der Hotelfachkräfte in andere Branchen, bei denen Dienstleistung vermehrter im Vordergrund steht, die gleichzeitig bessere Verdienstmöglichkeiten und humanere Arbeitszeiten bieten.
So muss auch die Personalpolitik in der Hotellerie umdenken, nach neuen Wegen suchen, um motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden und zu halten. Sie muss auf den Zug aufspringen, der mit zunehmender Geschwindigkeit durch die Wirtschaft fährt, den Mitarbeitern Möglichkeiten zu bieten, ein Miteinander von Beruf und Familie zu finden. Wichtig dabei ist die Neugestaltung des Arbeitsplatzes bezüglich der Arbeitszeit, aber auch der Arbeitsorganisation.
Gang der Untersuchung:
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden im ersten Teil (Kapitel 1 und 2) die ökonomischen und vor allem die gesellschaftlichen Veränderungen dargestellt, die zu dieser Neuorientierung der Personalpolitik geführt haben. Bewusst wird dabei der ökonomische Wandel kurz gehalten, da hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf der gesellschaftliche Wandel von sehr viel größerer Bedeutung ist.
Der mittlere Teil (Kapitel 3) beschäftigt sich branchenübergreifend mit den unterschiedlichen Möglichkeiten flexibler Arbeitsformen und bewertet sie hinsichtlich ihrer Tauglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei wird auch der rechtliche Rahmen aufgezeigt.
Im vierten Kapitel wird die gesamte Problematik aus Sicht der Hotellerie beleuchtet und Vorschläge zur Realisierung flexiblerer Arbeitsformen insbesondere im Hinblick auf die bessere Vereinbarkeit ausgearbeitet.
Diese Arbeit soll verdeutlichen, dass familienorientierte Arbeitsformen und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, insbesondere Hotels, sich nicht widersprechen müssen. Sie soll Vorschläge und Anregungen vermitteln für eine menschengerechtere Gestaltung der Arbeitsplätze und -bedingungen, wobei der Mitarbeiter im Mittelpunkt des Unternehmens zu stehen hat.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 1 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Tabellenverzeichnis | 6 | |
| Einleitung und Zielsetzung der Arbeit | 7 | |
| 1. | Ökonomischer Wandel | 9 |
| 1.1 | Wandel der Wirtschaftssektoren | 9 |
| 1.2 | Globalisierung der Märkte | 10 |
| 1.3 | Bevölkerungs- und Arbeitsmarktentwicklung | 11 |
| 1.4 | Entwicklung von Arbeitskosten, Arbeitszeiten und Betriebszeiten | 12 |
| 1.5 | Neue technologische Bedingungen | 14 |
| 1.6 | Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt | 15 |
| 1.7 | Neue Formen der Arbeitsorganisation | 15 |
| 1.7.1 | Lean Management | 16 |
| 1.7.2 | Gruppenarbeit | 17 |
| 2. | Gesellschaftlicher Wertewandel | 19 |
| 2.1 | Faktor Zeit | 20 |
| 2.1.1 | Wandel der Zeitstrukturen | 22 |
| 2.1.2 | Bedeutung der Freizeit | 24 |
| 2.1.3 | Wunsch nach mehr Zeitsouveränität | 26 |
| 2.2 | Gleichberechtigung - das Miteinander von Frau und Mann im Privat- und Berufsleben | 27 |
| 2.2.1 | Berufstätige Frau | 29 |
| 2.2.2 | Rollenverständnis von Männern im Wandel | 31 |
| 2.2.3 | Lebensform Alleinerziehend | 33 |
| 2.2.4 | Geschlechterverhältnis in Zahlen | 35 |
| 3. | Familiengerechte Arbeitsformen | 41 |
| 3.1 | Normalarbeitsverhältnis als Grundlage der Arbeitsbeziehung | 41 |
| 3.2 | Betriebliche Personalpolitik im Spannungsfeld der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienleben | 43 |
| 3.3 | Flexible Arbeitszeitmodelle | 44 |
| 3.3.1 | Begriff der Arbeitszeitflexibilisierung | 45 |
| 3.3.2 | Rechtliche Grundlagen betrieblicher Arbeitszeitgestaltung | 45 |
| 3.3.2.1 | Gesetzlicher Arbeitsschutz | 46 |
| 3.3.2.2 | Tarifrechtliche Regelungen | 48 |
| 3.3.2.3 | Betriebliche Mitbestimmung | 49 |
| 3.3.2.4 | Einzelvertragliche Gestaltung | 49 |
| 3.3.3 | Grundsätze flexibler und familienfreundlicher Arbeitszeitgestaltung | 50 |
| 3.3.4 | Schichtarbeit | 52 |
| 3.3.4.1 | Definition und Beschreibung | 52 |
| 3.3.4.2 | Bewertung | 55 |
| 3.3.5 | Teilzeitarbeit | 56 |
| 3.3.5.1 | Definition und Beschreibung | 56 |
| 3.3.5.2 | Formen der Teilzeitarbeit | 57 |
| 3.3.5.3 | Bewertung | 58 |
| 3.3.6 | Job-Sharing - Arbeitsplatzteilung | 60 |
| 3.3.6.1 | Definition und Beschreibung | 60 |
| 3.3.6.2 | Formen des Job-Sharing | 60 |
| 3.3.6.3 | Bewertung | 62 |
| 3.3.7 | Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit - Arbeit auf Abruf | 62 |
| 3.3.7.1 | Definition und Beschreibung | 63 |
| 3.3.7.2 | Bewertung | 64 |
| 3.3.8 | Gleitzeit | 65 |
| 3.3.8.1 | Definition und Beschreibung | 65 |
| 3.3.8.2 | Formen der Gleitzeit | 66 |
| 3.3.8.3 | Zeitautonome Arbeitsgruppen als Voraussetzung der variablen Arbeitszeit | 67 |
| 3.3.8.4 | Bewertung | 68 |
| 3.3.9 | Arbeitszeitkonten | 69 |
| 3.3.9.1 | Definition und Beschreibung | 69 |
| 3.3.9.2 | Zeitkontenmodelle | 70 |
| 3.3.9.3 | Bewertung | 72 |
| 3.3.10 | Amorphe Arbeitszeit | 74 |
| 3.3.10.1 | Definition und Beschreibung | 74 |
| 3.3.10.2 | Jahresarbeitszeit | 74 |
| 3.3.10.3 | Lebensarbeitszeit | 75 |
| 3.3.10.4 | Bewertung | 76 |
| 3.3.11 | Arbeitszeitunterbrechung - Freistellung | 76 |
| 3.3.11.1 | Elternurlaub | 77 |
| 3.3.11.2 | Langzeiturlaub | 78 |
| 3.3.12 | Lebensphasenorientierte Arbeitszeit | 78 |
| 3.3.12.1 | Beschreibung | 79 |
| 3.3.12.2 | Bewertung | 81 |
| 3.4 | Dezentralisierung des Arbeitsortes | 82 |
| 3.4.1 | Selbstbestimmte Arbeitszeit bei Trennung von Betriebs- und Arbeitsstätte | 82 |
| 3.4.2 | Rechtsverhältnisse | 82 |
| 3.4.3 | Telearbeit | 84 |
| 3.4.3.1 | Definition und Beschreibung | 84 |
| 3.4.3.2 | Formen der Telearbeit | 85 |
| 3.4.3.3 | Bewertung | 87 |
| 3.5 | Weitere mögliche Maßnahmen des Arbeitgebers zur Berücksichtigung familiärer Belange der Arbeitnehmer | 89 |
| 3.5.1 | Leistungen mit Familienbezug | 89 |
| 3.5.2 | Berücksichtigung im Rahmen der Personalentwicklung und -führung | 91 |
| 3.5.3 | Schaffung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur | 93 |
| 3.6 | Abschlussbetrachtung: Flexible Arbeitsformen und Zeitsouveränität | 94 |
| 4. | Anwendbarkeit der familiengerechten Arbeitsformen für die Hotelleriebranche | 99 |
| 4.1 | Merkmale der Arbeitssituation in der Hotellerie | 99 |
| 4.1.1 | Umfang und Struktur der Hotelindustrie | 99 |
| 4.1.1.1 | Definition | 99 |
| 4.1.1.2 | Hotelbetriebsformen | 99 |
| 4.1.2 | Dienstleistungscharakter der gastgewerblichen Leistungen | 101 |
| 4.1.3 | Funktionsbereiche eines Hotels | 102 |
| 4.1.3.1 | Beherbergungsbereich | 103 |
| 4.1.3.2 | Food & Beverage | 105 |
| 4.1.3.3 | Administration/Verwaltungsbereich | 106 |
| 4.1.4 | Gestaltung des Dienstplanes in der Hotellerie | 106 |
| 4.1.5 | Branchenbedingte Besonderheiten der Hotellerie als Grundlage einer familiengerechten Personalpolitik | 110 |
| 4.1.5.1 | Stellenwert der Personalpolitik | 110 |
| 4.1.5.2 | Betriebswirtschaftliche Besonderheiten | 111 |
| 4.1.5.3 | Personalprobleme der Hotellerie | 112 |
| 4.2 | Möglichkeiten und Grenzen familiengerechter Arbeitsformen in der Hotellerie | 114 |
| 4.2.1 | Veränderungen in der Arbeitsablauforganisation als Grundlage einerflexibleren Arbeitsgestaltung im Hotel | 116 |
| 4.2.2 | Verbesserungsmöglichkeiten der Schichtarbeit | 117 |
| 4.2.3 | Teilzeit | 121 |
| 4.2.4 | Job-Sharing | 124 |
| 4.2.5 | Auslaufmodell KAPOVAZ | 125 |
| 4.2.6 | Gleitzeit, variable Arbeitszeit und (teil-) zeitautonome Arbeitsgruppen | 126 |
| 4.2.7 | Arbeitszeitkonten und amorphe Arbeitszeit | 132 |
| 4.2.8 | Freistellung und lebensphasenorientierte Arbeitszeit | 133 |
| 4.2.9 | Heim- und Telearbeit | 134 |
| 4.2.10 | Weitere mögliche Maßnahmen des Hoteliers zur Berücksichtigung familiärer Belange der Arbeitnehmer | 136 |
| 4.3 | Schlussbetrachtung | 137 |
| Literaturverzeichnis | 139 |
Dabei ist es nicht erforderlich, daß alle großen Hotels über alle genannten Abteilungen verfügen. Im Zeichen neuer Organisationsstrukturen und flacher Hierarchien entfallen auch in größeren Hotels immer öfter vor allem die Abteilung Portiersloge, aber auch von Fall zu Fall die Abteilungen Hotelkasse und Telefonzentrale, so daß die Mitarbeiter stark erweiterte Aufgabengebiete erhalten. Hinzu kommt in vielen Hotels die Notwendigkeit einer Präsenz bei Nacht in Form des Night Audits oder des Nachtportiers. Während letzterer vor allem für die Sicherheit im Hotel und das Aushändigen von Zimmerschlüsseln zuständig ist, kümmert sich der Night Audit um die Abwicklung sämtlicher Empfangstätigkeiten während der Nacht, insbesondere den Tagesabschluß in Form der Datensicherung des vorangegangenen und der Vorbereitung des folgenden Tages. Abbildung 16: Organigramm Hausdamenabteilung [...]
um den mittelständischen Charakter und die gewachsene Tradition vieler solcher Hotels zu unterstreichen. Hotels schließen sich in Kooperationen zusammen, um Synergieeffekte im Einkauf, der Produktion und v.a. im Marketing und im Vertrieb zu nutzen. Die wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit geht dabei nicht verloren. Die Konzernhotellerie (auch Kettenhotellerie genannt) umfaßt Hotels, die in einem Hotelkonzern zusammengefaßt sind und deren wirtschaftliche Selbständigkeit gemäß den Zielen der Hotelgesellschaft ganz oder teilweise eingeschränkt sind. Kettenhotels werden entweder im Filialsystem (die einzelnen Hotels sind wirtschaftlich und rechtlich unselbständig), per Managementvertrag (die Managementgesellschaft handelt im Auftrag und auf Rechnung des Eigentümers, betreibt aber das Hotel im eigenen Namen), per Pachtvertrag (der Pächter führt das Hotel in eigenem Namen und auf eigene Rechnung und trägt somit das unternehmerische Risiko) oder im Franchisesystem (Franchisegeber überläßt gegen Gebühr ein Franchise-Paket an den Franchisenehmer, der rechtlich selbständig ist und somit auch das Risiko trägt) geführt. Es wird deutlich, daß diese große Betriebstypenvielfalt zweifellos unterschiedliche Anforderungen an die Mitarbeiter und unterschiedliche Ausprägungen der Personalpolitik bedingt . 4.1.2 Dienstleistungscharakter der gastgewerblichen Leistungen Zu den Hauptleistungen des Hotels gehören laut Definition die Beherbergung und Verpflegung von Gästen gegen Entgelt. Über dieses Hauptangebot hinaus werden dem Gast zusätzliche Leistungen angeboten, die zwar nicht wesensbestimmend für das Hotel sind, die aber zur Abrundung des Angebots beitragen. Die Beherbergungsleistung besteht in der Bereithaltung von Unterkunftsmöglichkeiten mit Hotelzimmern und Hotelbetten. Ferner gehören dazu auch die Dienstleistungen des Rezeptions-, Etagen- und Hallenpersonals, der Auskunftsdienst der Concièrgeloge, die Möglichkeit des Gastes, Besorgungen durch Hotelangestellte durchführen zu lassen, die zahlreichen kleinen Handreichungen des Hotelpersonals für die Gäste, das Bereithalten von Gesellschaftsräumen sowie das Hallenbad, die [...]
allem die Lage, aber auch in gewissen Grenzen die Dauer der Arbeitszeit beeinflussen. Beschränkt wird die persönliche Autonomie durch die Gleitspannen und die begrenzten Möglichkeiten der Kompensation von Überstunden und Übertragbarkeit von Zeitguthaben. Die variable Arbeitszeit verfügt über einen noch größeren Autonomiegrad, da hier die Funktionszeiten nicht mehr personen- sondern gruppenabhängig sind, oft dabei auch vorrangig das Ergebnis der Arbeit zählt. Allerdings spielen in diesem Rahmen auch wieder die Kollegen eine übergeordnete Rolle, von denen letztendlich der Autonomiegrad auch abhängt. Am ausgeprägtesten ist der Autonomiegrad bei der Teleheimarbeitsarbeit und der alternierenden Telearbeit. Für die arbeitspolitische Praxis, die die Zeitinteressen der Beschäftigten berücksichtigt, sind allerdings nicht nur die entsprechenden Bestimmungsrechte wichtig. Eine weitere Rolle spielen auch die arbeitsorganisatorischen und qualifikatorischen Rahmenbedingungen. Seifert zufolge können sie die Voraussetzungen verbessern, so daß sich „konkurrierende zeitliche Anforderungen von Beschäftigten und Betrieb mit möglichst geringen Abstrichen zur Deckung bringen lassen“ (1998b, S. 227). So sollten die Beschäftigten frühzeitig über Auftragsentwicklung, Liefertermine sowie die zeitlichen Abläufe der Produktion informiert sein. Seifert weist auch der Komplexität des Aufgabenzuschnitts und der Form der Arbeitsorganisation eine wichtige Bedeutsamkeit zu. „Je ganzheitlicher der Aufgabenzuschnitt organisiert ist, desto mehr Spielraum besteht, den Arbeitsprozeß und damit auch die Verteilung der Arbeitszeit zu variieren“ (Seifert 1998b, S. 227). So kann die Gruppenarbeit ein Arbeitszeitmanagement so begünstigen, daß sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch die Zeitwünschen der Beschäftigten Rechnung getragen werden kann, besteht hier doch die Möglichkeit, die insgesamt zu leistende Arbeit unterschiedlich je nach aktuellen zeitlichen Spielräumen und Zwängen unter den einzelnen Gruppenmitgliedern zu verteilen. Mit der Breite der Qualifikationen wachsen die Schnittmengen für gegenseitige Arbeitsvertretungen, so daß Beschäftigte untereinander die Dauer der zu leistenden Arbeitszeiten abstimmen und variieren können. Es wird deutlich, daß hier die zeitautonome Arbeitsgruppe hinsichtlich der Zeitsouveränität des einzelnen Arbeitnehmers favorisiert wird. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832429522
Arbeit zitieren:
Wesener, Heike September 2000: Die Entwicklung neuer Arbeitsformen unter besonderer Betrachtung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und deren mögliche Anwendbarkeit für die Hotelleriebranche, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Flexible Arbeitsformen, Personalwirtschaft



