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Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Systems für die Erlebens-Stichproben-Methode

Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Systems für die Erlebens-Stichproben-Methode
Über dieses Buch
  • Art: Lizentiatsarbeit
  • Autor: Andrea van der Geest
  • Abgabedatum: Januar 2000
  • Umfang: 147 Seiten
  • Dateigröße: 8,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Zürich Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7313-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7313-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7313-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: van der Geest, Andrea Januar 2000: Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Systems für die Erlebens-Stichproben-Methode, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Datenerhebung, Palm, Erlebensforschung, Benutzerfreundlichkeit, Forschung

Lizentiatsarbeit von Andrea van der Geest

Einleitung:

Anlass der Arbeit war das Aufkommen elektronischer Taschenagenden, die sich als Erhebungsmedium in Untersuchungen mit der Erlebens-Stichproben-Methode in besonderem Masse eignen könnten. Sie unterscheiden sich von anderen in computergestützten Untersuchungen benutzten elektronischen Erhebungsmedien bezüglich Ausmass und Eingabemöglichkeit. Die vorliegende Arbeit verfolgte zwei Ziele: Die Entwicklung eines computergestützten Systems zur Anwendung der Erlebens-StichprobenMethode (ESM) mit der elektronischen Taschenagenda Palm III als Erhebungsmedium sowie das Sammeln von praktischen Erfahrungen mit diesem realisierten System, kurz Flexi-ESF (Flexibles System für die Erhebung von Erlebens-Stichproben-Fragebogen) genannt.

Das Konzept von Flexi-ESF beruht auf den Ebenen „Untersuchungsdatenbank“, „Verbindungs-Ebene“ und „Organizer-Ebene“ und wurde auf dem PC entwickelt. Bei der signalgesteuerten ESM wird ein Erlebens-Stichproben-Fragebogen (ESF) mehrmals täglich zu zufällig ausgewählten Zeitpunkten von der Untersuchungsperson selbständig ausgefüllt. Vorlage des Erlebens-Stichproben-Fragebogen auf dem Palm, kurz Palm-ESF, bildete der papierbasierte ESF von Schallberger, Pfister und Venetz (1998). Die Darbietungsformen von papierbasiertem ESF und Palm-ESF wurden in formaler und inhaltlicher Gestaltung so weit wie möglich parallelisiert, da in der Untersuchung mit Flexi-ESF die Fragestellung des Vergleiches der beiden Erhebungsmedien Papier und Palm von Bedeutung war. Erste Erfahrungen mit Flexi-ESF wurden in einer Untersuchung mit 26 Personen gesammelt. Hauptfragestellungen der ESM-Untersuchung waren die Überprüfung der Äquivalenz von papierbasiertem ESF und Palm-ESF sowie die Beurteilung der Benutzerfreundlichkeit von Palmgerät und Palm-ESF durch die Untersuchungsteilnehmer. Zur Überprüfung der Äquivalenz zwischen Papierund Palm-ESF wurde die Methode des ausbalancierten Test-Retest-Designs gewählt. Aus der Untersuchung ging allgemein hervor, dass Flexi-ESF einsatzfähig und künftig anwendbar ist. Die Ergebnisse zum Vergleich der beiden ESF-Versionen zeigten eine teilweise gute Übereinstimmungen zwischen den beiden Erhebungsmedien Papier und Palm. Ausnahme bildeten jene Items, die sich in ihrer Darbietung nach Erhebungsmedium stark unterschieden. Die Benutzerfreundlichkeit des Palm-ESF beurteilten vier Fünftel der Untersuchungspersonen positiv. Insgesamt bewertete die Hälfte der Untersuchungspersonen den jetzigen Palm-ESF als zufriedenstellend und ein Drittel sogar als zukünftig einsetzbar. Drei Viertel der Untersuchungspersonen würden es begrüssen, wenn der Palm als Erhebungsgerät für zukünftige ESM-Untersuchungen verwendet wird. Flexi-ESF wurde damit nicht nur erfolgreich entwickelt: Anhand der Untersuchung konnte seine Einsatzfähigkeit bewiesen und dabei wichtige Erfahrungen gesammelt werden.

Eines der spannendsten Forschungsgebiete der Angewandten Psychologie liegt unspektakulär in uns selbst. Fortwährend haben wir Gefühle. Wir leben, wir erleben uns und unsere Umgebung. In manchen Situationen sind wir uns unseres Befindens im Alltag nicht klar bewusst. In anderen Momenten ändert sich plötzlich unser Befinden, kristallklar sind unsere Gefühle dann präsent. Unser Erleben gleicht dem Tanz der Flammen eines offenen Lagerfeuers bei Nacht: das Holz, der Boden, der Wind und vieles mehr vermag diesen Tanz zu beeinflussen. Schauen wir etwas genauer hin und stellen Fragen:

Wie fühlen wir uns während eines alltäglichen Ausschnitts unseres Lebens? Welche Bedingungen beeinflussen unser Befinden im Alltag? Diese Fragen erscheinen banal - ihre Beantwortung ist es ganz und gar nicht. Ein neuartiges psychologisches Forschungsfeld eröffnet sich hier. Das Erleben im Alltag ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Wir werden uns mit Methodik und Technik vertraut machen, Altbekanntes bestätigt sehen und Neues entdecken!

Im Folgenden werden Anlass und praktische Relevanz der vorliegenden Untersuchung beschrieben. Zunächst wird auf das Erleben im Alltag eingegangen und grundlegende Begriffe geklärt. Weiter wird die Erlebens-Stichproben-Methode (abgekürzt: ESM) dargestellt, mit welcher das momentane Erleben einer Person in ihrem Alltag untersucht werden soll. Ausserdem werden verfahrenstechnische Schwierigkeiten der Methode erläutert und eine Auswahl computergestützter ESM-Untersuchungen präsentiert. Zum Abschluss folgt eine grobe Beschreibung der beiden Hauptaufgaben dieser Arbeit und Erläuterungen zum praktischen Nutzen.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzzusammenfassung 1
1. Einleitung 2
1.1 Das Erleben im Alltag 2
1.2 Erlebens-Stichproben-Methode 3
1.3 Verfahrenstechnische Schwierigkeiten der ESM 4
1.4 Eine Auswahl computergestützter ESM-Untersuchungen 5
1.5 Projektziel und Relevanz 9
1.6 Zusammenfassung 10
2. Anforderungen und Vorgabe zum System 12
2.1 Allgemeine Wünsche an das System 12
2.2 Anforderungen an die Datenbank 13
2.3 Anforderungen an die Verbindungsebene 14
2.4 Anforderungen an den Organizer 14
2.5 Vorgaben an den elektronischen ESF 15
2.6 Systemvorgaben 17
2.7 Technische Beschreibung des Palm III 17
2.7 Zusammenfassung 19
3. Theoretischer Hintergrund und Fragestellungen der empirischen Untersuchung 20
3.1 Theoretischer Hintergrund zur Äquivalenzprüfung 20
3.2 Theoretischer Hintergrund der Benutzerfreundlichkeit 25
3.3 Fragestellungen 27
3.3.1 Äquivalenzprüfung 27
3.3.2 Benutzerfreundlichkeit 31
3.4 Zusammenfassung 32
4 Methoden der Empirischen Untersuchung 34
4.1 Überprüfung der Äquivalenz 34
4.2 Operationalisierung der Benutzerfreundlichkeit 35
4.3 Allgemeines zum Beurteilungsfragebogen 36
4.4 Zusammenfassung 37
5 Realisation von Flexi-ESF 39
5.1 Entwicklungsumgebung Palm und Synchronistation 39
5.2 Entwicklungsumgebung Datenbank 40
5.3 Ausgewählte Antwortmöglichkeiten des Palm-ESF 40
5.4 Implementierung 42
5.5 Zusammenfassung 46
6 Durchführung der Untersuchung mit Flexi-ESF 48
6.1 Flexi-ESF im Test 48
6.2 Untersuchungspersonen 48
6.3 Untersuchungsablauf 49
6.4 Optimierung von Flexi-ESF im Untersuchungsverlauf 58
6.5 Zusammenfassung 59
7 Ergebnisse der Untersuchung 61
7.1 Stichprobenbeschreibung 61
7.2 Erster Teil der Äquivalenzprüfung: Äquivalenz in der Sorgfalt der Bearbeitung 64
7.3 Zweiter Teil der Äquivalenzprüfung: Psychometrische Äquivalenz 69
7.4 Zusammenfassung Äquivalenz 80
7.5 Benutzerfreundlichkeit 82
7.6 Benutzerfreundlichkeit und Tauglichkeit des Palmgerätes 85
7.7 Weitere Beurteilungen von den Untersuchungspersonen 87
8 Diskussion und Ausblick 89
8.1 Diskussion wichtiger Befunde 89
8.2 Ausblick 93
9 Zusammenfassung der vorliegenden Arbeit 95
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen 100
Literaturverzeichnis 102
Anhang 106

Arbeit zitieren:
van der Geest, Andrea Januar 2000: Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Systems für die Erlebens-Stichproben-Methode, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Datenerhebung, Palm, Erlebensforschung, Benutzerfreundlichkeit, Forschung

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