Entwicklung, Strategien und Konzepte von TQM
Zur Übertragbarkeit eines japanischen Führungskonzeptes auf westliche Industriegesellschaften
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kerstin Adam
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 104 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8228-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8228-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8228-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Adam, Kerstin März 2004: Entwicklung, Strategien und Konzepte von TQM, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Total Quality Management, Qualitätsmanagement, Kaizen, Japan, Personalwesen
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Diplomarbeit von Kerstin Adam
Zusammenfassung:
Qualität hat sich in den letzten Jahren zu einem entscheidenden Faktor für den Erfolg eines Unternehmens im Konkurrenzkampf entwickelt. Die Markt- sowie Umfeldbedingungen haben sich dahingehend verändert, dass heute ein intensivierter Zeit- und Qualitätswettbewerb herrscht. International verkürzen sich die Produktentwicklungszeiten sowie die Produktlebenszyklen, die Marktsättigung nimmt zu, die Kundenanforderungen steigen an und eine Differenzierung der Nachfrage ist zu beobachten. Die früher vorherrschenden Verkäufermärkte entwickeln sich zu Käufermärkten. Von zentraler Bedeutung sind deshalb: Qualität, Kundenorientierung, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit sowie Kosten- und Zeiteinsparungen. Es erweitern sich für die Marktteilnehmer zunehmend die Möglichkeiten, international und mobil Kapital und Güter einzusetzen sowie die Produktion und Arbeit zu verlagern. Kostenveränderungen haben innerhalb kürzerer Zeit gravierendere Folgen für ein Unternehmen.
Schwellenländer entwickeln sich aufgrund neuer Produkte sowie einer neuen Produktionsqualität zunehmend zu ernsthaften Konkurrenten auf dem internationalen Markt. Auf den Absatz- und Arbeitsmärkten sorgen jedoch nicht nur die Schwellenländer, die besonders in Südostasien liegen, für einen stärkeren Wettbewerb; der Zusammenbruch der staatssozialistischen Gesellschaftssysteme hat ebenfalls sehr zur Entstehung der jetzigen angespannten Wettbewerbssituation beigetragen. Unternehmen sind nun häufig gezwungen, Differenzierungs- oder Preisführerschaftsstrategien anzuwenden, um sich durchzusetzen.
Der international angestiegene Wettbewerb, der mit einem hohen Innovations- und Technologiedruck einhergeht, zwingt die Unternehmen, in kürzeren Zeiträumen qualitativ hochwertigere Produkte zu erzeugen, um mit der Konkurrenz Schritt halten und auf den gesättigten Märkten bestehen zu können. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung werden die Produktivitätszuwächse der Unternehmen immer größer und die Produktionskosten niedriger. Die Notwendigkeit, die Qualität der Produkte zu steigern und außerdem Zeit- und Kosteneinsparungen zu erreichen, ergibt sich ebenfalls aus den ständig steigenden und spezifischer werdenden Kundenanforderungen.
Der Begriff „Qualität“ ist viel umfassender geworden. Mittlerweile wird nicht mehr nur die Produktqualität betrachtet, sondern Qualität zu ganzheitlichen Konzepten weiterentwickelt. Das Qualitätsverständnis soll sich über alle Unternehmensaktivitäten und -prozesse erstrecken. Die Schaffung eines Qualitätsbewusstseins im gesamten Unternehmen ist notwendig geworden, damit das Unternehmen auf die neuen, stärkeren Wettbewerbsanforderungen, die sich aus dem neuen Qualitätsverständnis ergeben haben, in angemessener Art und Weise reagieren kann.
Es ist davon auszugehen, dass ein langfristiger Unternehmenserfolg erstens von der Produktqualität und zweitens von der Qualität der Prozesse, die Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz ermöglichen, abhängt.
Relativ stabile Verkäufermärkte, lange Produktlebenszyklen sowie Kunden, die lediglich an der technischen Leistung von Produkten interessiert sind, gehören der Vergangenheit an. Somit sind die alten Methoden und Strategien zum Auffinden und zügigen Betreten neuer Märkte nicht mehr geeignet. Die Unternehmen müssen die Fähigkeit entwickeln, schnell auf die sich ständig ändernden Kundenanforderungen reagieren zu können. Dies ist nur möglich, wenn das Management einsieht, dass alle Mitarbeiter in das Unternehmensziel einzubinden sind, d.h., dass allen Mitarbeitern bewusst gemacht werden muss, dass sie sich um die Erfüllung der Kundenwünsche bemühen müssen. Der Unternehmenserfolg hängt nun davon ab, ob das Unternehmen auf den Markt ausgerichtete Organisationsstrukturen aufbaut. Diese Strukturen müssen aus flexiblen, sehr eigenverantwortlichen, dezentralen und untereinander vernetzten Einheiten aufgebaut sein. Für die angewandten Systeme und Prozesse sind jetzt Flexibilität und Innovationen notwendig, um schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. Kosteneinsparungen sowie eine erhöhte Produktivität hängen wesentlich von der Prozessqualität ab. Langfristig können diese Notwendigkeiten nur durch eine kontinuierliche Verbesserung der Prozessqualität erreicht werden.
Die Defizite eines Unternehmens können nicht länger durch Technik ausgeglichen werden; es müssen grundlegende Strukturveränderungen, inklusive Denkstrukturen, vorgenommen werden. Generell müssen sich Unternehmen durch anspruchsvollere Managementkonzepte auf ein stetig komplexer und instabiler werdendes Unternehmensumfeld einstellen.
Möglicher Lösungsansatz hierfür ist die Einführung von Total Quality Management (TQM, Umfassendes Qualitätsmanagement). Qualität soll hier nicht nur im technischen Sinne gesehen, sondern ebenfalls von einer entsprechenden Geisteshaltung begleitet werden.
Die Qualität steht beim Total Quality Management im Mittelpunkt des unternehmerischen Denkens und Handelns. TQM stellt den Versuch an, in allen Unternehmensbereichen ein umfassendes Qualitätsverständnis zu schaffen. Es bietet ein enormes Verbesserungspotential im Hinblick auf den Wettbewerbsfaktor Qualität. Letztlich soll der Begriff „Qualität“ im TQM-Konzept so umfassend gemeint sein, dass er die gesamte Unternehmensqualität steigert. Aufgabe von TQM, das ein langfristiges Qualitätskonzept darstellt, ist somit die Sicherung des langfristigen Bestandes des Unternehmens.
In Japan hat man schnell verstanden, welche Anforderungen sich aus dem intensiveren Wettbewerb heraus für das Unternehmen ergeben. Es wurden Methoden entwickelt, um der neuen Situation zu begegnen. TQM ist entstanden. Die westlichen Industrieländer, u.a. Deutschland und die USA, haben erst viel später die veränderten Rahmenbedingungen erkannt und aufgrund des Erfolges der Japaner, erst Ende der 1980er Jahre Interesse an TQM bekommen.
Die Annahme des neuen Qualitätsverständnisses, das Grundlage von TQM ist, wird existentiell wichtig für die westlichen Industrienationen, um der weiteren Wettbewerbsentwicklung gewachsen zu sein.
Ein Transfer des TQM-Konzeptes ist jedoch nur erfolgversprechend, wenn neben der Kenntnis des Konzeptes eine umfangreiche Kulturanalyse vorliegt. Für das TQM-Konzept relevante kulturelle Eigenheiten müssen erkannt und bei der Implementierung im Ausland berücksichtigt werden.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit wird das TQM-Konzept dargestellt und neben TQM in Japan, wo das Konzept entwickelt wurde, auf die Implementierung von TQM in den westlichen Industriegesellschaften eingegangen. Eine durchgängig allgemein gehaltene Darstellung der Implementierungsproblematik ist aufgrund der teilweise einzigartigen Gegebenheiten in den verschiedenen westlichen Industriegesellschaften nicht möglich.
Im 2. Kapitel werden zunächst der Begriff „Qualität“ sowie die Entwicklungen, die wichtige Qualitätsexperten hervorbrachten, behandelt, im 3. Kapitel das Qualitätsmanagement als Ausgangspunkt für TQM und die Entwicklung zu TQM betrachtet. Die Kapitel 4 bis 6 beschäftigen sich mit den Grundlagen, Methoden, Instrumenten und Techniken von TQM. Im Rahmen der Betrachtung der Kaizen-Philosophie wird auf die Unterschiede zwischen der westlichen und japanischen bzw. östlichen Denkweise eingegangen.
Das 7. Kapitel befasst sich mit den Grundelementen des japanischen Personalwesens, die für TQM von Bedeutung sind. Das 8. Kapitel beinhaltet einen Kulturvergleich. Es wird auf die Auswirkungen kultureller Grundlagen im Unternehmen eingegangen und auf diese Weise dargestellt, ob sie förderlich oder ungünstig für TQM sind. Als Repräsentanten für die westlichen Industriegesellschaften wurden in Kapitel 8.2 Deutschland und die USA ausgewählt. Im 9. Kapitel wird der TQM-Implementierungsprozess beschrieben und auf kulturelle sowie im Personalwesen liegende Unterschiede zwischen Japan und den westlichen Industriegesellschaften eingegangen, die Ursachen für das Fehlschlagen bzw. den Abbruch von TQM-Implementierungen sein können. Kapitel 9.2 stellt die unterschiedlichen Einstellungen der USA und Europas dar.
In Kapitel 10 wird auf die zu erwartenden und in Zukunft notwendigen Veränderungen in den Unternehmen sowie auf die Frage, ob TQM nur eine Modeerscheinung ist, eingegangen.
Das 11. Kapitel beinhaltet meine persönlichen TQM-relevanten Erfahrungen, die ich in einem japanischen Unternehmen gesammelt habe.
Es wird in dieser Arbeit die Kultur und das Personalwesen bzw. Bildungswesen in Verbindung mit TQM-Erfordernissen gesetzt, weil diese Aspekte für die TQM-Implementierung von fundamentaler Bedeutung sind. Aus den Unterschieden zwischen Japan und den westlichen Industrieländern heraus werden die Hindernisse bzw. Herausforderungen oder wahrscheinlichen Problembereiche für westliche Unternehmen, die das TQM-Konzept implementieren möchten, herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Hintergrund. | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | QUALITÄT | 4 |
| 2.1 | Allgemeine Definition und Erklärung des Begriffs „Qualität“ | 4 |
| 2.2 | Überlegungen und Entwicklungen bedeutender Qualitätsexperten | 5 |
| 2.2.1 | W. Edwards Deming | 5 |
| 2.2.2 | Joseph M. Juran | 9 |
| 2.2.3 | Armand V. Feigenbaum | 10 |
| 2.2.4 | Kaoru Ishikawa | 11 |
| 2.2.5 | Genichi Taguchi | 13 |
| 2.2.6 | Philip B. Crosby | 14 |
| 3. | ENTWICKLUNG DES QUALITÄTSMANAGEMENTS – VON DER QUALITÄTKONTROLLE ZU TQM | 17 |
| 3.1 | Allgemeine Definition und Erklärung des Begriffs „Qualitätsmanagement“ | 17 |
| 3.2 | Die Entwicklungsstufen von der Qualitätskontrolle zu TQM | 17 |
| 3.3 | Definition, Ziele und Merkmale von TQM | 19 |
| 3.4 | Die Entwicklung japanischer Unternehmen zu TQM | 23 |
| 4. | GRUNDLAGEN VON TQM | 26 |
| 4.1 | Kundenorientierung | 26 |
| 4.2 | Mitarbeiterorientierung | 27 |
| 4.3 | Prozessorientierung | 29 |
| 4.4 | Gesellschaftsorientierung | 30 |
| 5. | KAIZEN – DIE PHILOSOPHIE | 31 |
| 5.1 | Definition und Ziele | 31 |
| 5.2 | Kaizen auf verschiedenen Ebenen | 32 |
| 5.3 | Der japanische Kontinuierliche Verbesserungsprozess und westliche Innovationen | 34 |
| 6. | METHODEN, INSTRUMENTE UND TECHNIKEN VON TQM | 38 |
| 6.1 | Die „Sieben Elementaren Qualitätswerkzeuge“ | 38 |
| 6.2 | ISO 9000 ff.-Zertifizierung | 39 |
| 6.3 | Qualitätspreise | 40 |
| 6.4 | Self-Assessment | 41 |
| 6.5 | Benchmarking | 42 |
| 6.6 | Audits | 42 |
| 6.7 | Quality Function Deployment | 43 |
| 6.8 | Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse | 46 |
| 6.9 | Statistische Prozessregelung | 47 |
| 6.10 | Statistische Versuchsplanung | 48 |
| 6.11 | Simultaneous Engineering | 49 |
| 6.12 | Total Productive Maintenance | 49 |
| 6.13 | Policy Deployment | 50 |
| 6.14 | Qualitätszirkel | 51 |
| 6.15 | Null-Fehler-Programme | 52 |
| 7. | DAS JAPANISCHE PERSONALWESEN – GRUNDELEMENTE | 53 |
| 7.1 | Bedeutung des Personalwesens für TQM | 53 |
| 7.2 | Mitarbeiterschichten | 54 |
| 7.3 | Teamwork | 54 |
| 7.4 | Motivationsmethoden und -systeme | 56 |
| 7.5 | Karrieremuster | 59 |
| 8. | KULTURELLE UNTERSCHIEDE – JAPAN / WESTLICHE INDUSTRIEGESELLSCHAFTEN | 62 |
| 8.1 | Die mentale Programmierung des Individuums | 62 |
| 8.2 | Kulturvergleich nach Hofstede und die fünfte Dimension | 63 |
| 8.3 | Buddhismus und Konfuzianismus | 67 |
| 8.4 | Unternehmenskulturen | 68 |
| 9. | DIE IMPLEMTIERUNG VON TQM | 71 |
| 9.1 | Der Implementierungsprozess | 71 |
| 9.2 | Die Bedeutung Hofstedes Dimensionen sowie der fünften Dimension für die Implementierung von TQM | 72 |
| 9.3 | Widerstände gegen TQM | 73 |
| 9.4 | Allgemeine Gründe warum TQM-Implementierungen fehlschlagen oder abgebrochen werden | 74 |
| 10. | AUSBLICK | 80 |
| 10.1 | Wird sich TQM in den westlichen Industriegesellschaften durchsetzen ? | 80 |
| 10.2 | Ist TQM nur eine Modeerscheinung ? | 82 |
| 10.3 | Wie erklären sich die vielen japanischen Firmenpleiten ? | 82 |
| 11 | PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN | 84 |
| 12 | ZUSAMMENFASSUNG | 86 |
| Literaturverzeichnis | 88 |
Das „House of Quality“ (HoQ) (s. Abb. 13, S. 45) dient zur Übersetzung der Kundenwünsche. Es ermöglicht die Visualisierung von Zusammenhang und Systematik der Vorgehensweise im Produktentstehungsprozess. Die Planungsschritte, in denen die Kundenanforderungen systematisch in technische Spezifikationen umgesetzt werden, können in vier Entwicklungsphasen eingeteilt werden, welche jeweils innerhalb eines eigenen HoQs dargestellt werden. Die kritischen Merkmale jedes Qualitätsplans sind die Eingangsgrößen des HoQs der nächsten Phase. Die QFD-Entwicklungsphasen (s. Abb. 12) sind: Phase 1: Qualitätsplan Produkt: Die Kundenwünsche werden in messbare Qualitätsmerkmale (die Sprache des Ingenieurs) umgesetzt. Phase 2: Qualitätsplan Konstruktion: Die identifizierten kritischen Merkmale fließen in die Entwicklung der Teile sowie Baugruppen ein. Phase 3: Qualitätsplan Prozess: Es werden Prozessmerkmale sowie Prozess- und Prüfablaufpläne für die kritischen Teile ermittelt. [...]
Qualitätsaudits können auf verschiedenen Unternehmensebenen durchgeführt werden; z.B. von Bereichsmanagern über die Leistungen in ihrem Bereich. Ein externes Qualitätsaudit kann ein ISO-Zertifikat sein, das die Übereinstimmung des Unternehmens mit den ISO 9000Anforderungen bestätigt.146 6.7 Quality Function Deployment Quality Function Deployment (QFD) ist eine aufwendige, präventive Methode von TQM und wurde 1966 von Yoji Akao vorgestellt. Die Phasen der Produktionsplanung und -entwicklung stellen die hauptsächlichen Einsatzbereiche für QFD dar. Im Mittelpunkt steht eine Matrix, die auf der vertikalen Achse die Kundenwünsche und auf der horizontalen Achse die Methoden, die für ihre Erfüllung notwendig sind, enthält. QFD bietet den Unternehmen eine umfassende Methode zur kundenorientierten Qualitätsplanung. Es übersetzt die vom Markt gestellten Anforderungen und Qualitätsziele in einem mehrstufigen Produktentwicklungsprozess in eine für das Unternehmen verständliche Sprache, d.h. in messbare Prozess- und Produktparameter.147 Umfassende Untersuchungen des Marktes sowie die Kooperation mit den Kunden sind unbedingt notwendig. QFD verhindert Missverständnisse im Unternehmen in Bezug auf die erforschten aktuellen Kundenanforderungen.148 Die Eigeninitiative und Kreativität der Entwicklungsingenieure soll jedoch nicht durch eine ausschließliche Konzentration auf die Kundenwünsche erlöschen, weil sie den Schlüssel zur Gewinnung neuer Kunden liefern, indem sie Produkte hervorbringen, die auch unbewusste Bedürfnisse dieser Kunden befriedigen. [...]
gelenkt und ständige Verbesserungen gefördert werden. Audits können als Führungsinstrument genutzt werden, indem sie Ziele vorgeben und das Management über das Erreichen von Zielen informieren. Audits können von eigenen Mitarbeitern (interne Audits) oder außerhalb des Unternehmens von Kunden oder neutralen Stellen (externe Audits) durchgeführt werden. Audits werden in drei Arten unterteilt: Produkt-, System- und Verfahrensaudits. • Produktaudits untersuchen bei einer geringen Anzahl fertiger Produkte, ob sie von den Spezifikationen abweichen. Hierbei handelt es sich um eine nachträgliche Prüfung aus Sicht des Kunden, Anwenders oder Auftraggebers. Das Systemaudit wird eingesetzt, um die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des gesamten Qualitätsmanagementsystems zu bestätigen. Die Basis stellt der an der Normenreihe DIN EN ISO 9000-9004 orientierte Audit-Fragenkatalog dar. Externe Systemaudits führen sowohl Kunden als auch neutrale Zertifizierungsstellen durch. Neben der Normenreihe DIN EN ISO 9000-9004 bieten die Anforderungen für den MBNQA, den Deming Prize, den EQA und den Ludwig-Erhard-Preis Kriterien für ein Qualitätsmanagementsystem. Verfahrensaudits (Prozessaudits) untersuchen die Wirksamkeit einzelner Prozesse, Teilprozesse oder Verfahren. Eine spezielle Form der Verfahrensaudits ist das Führungsaudit, welches sich mit der Messung der Qualität des Führungsverhaltens beschäftigt, um dieses dauerhaft zu verbessern.145 [...]
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Arbeit zitieren:
Adam, Kerstin März 2004: Entwicklung, Strategien und Konzepte von TQM, Hamburg: Diplomica Verlag
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Total Quality Management, Qualitätsmanagement, Kaizen, Japan, Personalwesen



