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Entwärmungskonzepte für neue Bauelemente auf Schaltungsträgern

Entwärmungskonzepte für neue Bauelemente auf Schaltungsträgern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Harald Hügel
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,4
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Karlsruhe Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5208-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5208-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5208-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hügel, Harald September 2000: Entwärmungskonzepte für neue Bauelemente auf Schaltungsträgern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wärmemanagement, Bauelemente, Wärmeübertragung

Diplomarbeit von Harald Hügel

Einleitung:

Für die Fertigung der elektronischen Produkte ist die Verwendung von modernen Bauelementen notwendig. Die moderne Elektronikproduktion ist gekennzeichnet durch eine stetige Miniaturisierung bei gleichzeitig ansteigender Funktionalität der Bauelemente. Die Verlustleistung der Bauelemente nimmt zu, wobei die Temperatur der Bauelemente, die kritische Sperrschichttemperatur relativ schnell erreicht. Es kommt dann zu thermischen Ausfällen oder sogar zu einer thermischen Zerstörung der Bauelemente.

Die Bauelemente werden auf Schaltungsträgern montiert und bilden zusammen mit vielen anderen Bauelementen die elektronische Einheit. Die Bauelemente geben ihre Verlustleistung zunächst an den Schaltungsträger und an die umgebende Luft im jeweiligen Geräte-Gehäuse ab. Es entsteht auf diese Art ein Wärmestau, da die Wärme nicht ideal nach aussen abgeleitet wird. Das Gehäuse erreicht nach einiger Zeit eine bestimmte Arbeitstemperatur und es stellt sich ein Gleichgewicht von zugeführter Leistung (Wärme) zur abgeführten Leistung ein. Wenn die Wärmeübertragung vom Bauelement zur Umgebung behindert wird, bleibt das Metall-Gehäuse kühl, obwohl im Inneren der elektronischen Einheit die Bauelemente an ihre thermische Maximaltemperatur geraten. Verantwortlich hierfür ist eine unzureichende Wärmeübertragung. Die für die Fertigung eingesetzten Materialien beeinflussen die Qualität der Wärmeübertragung erheblich, angefangen vom Bauelement, den Materialien für die Befestigung der Bauelemente auf den Schaltungsträgern, den Schaltungsträgern selbst, dem Gehäuse bis zum Einbau- bzw. Einsatzort eines speziellen Gerätes.

Das Design von Geräte-Gehäusen ist meist verbindlich festgelegt. Die relativ einfache Entwärmung mit Hilfe eines Ventilators und offenem Gehäuse ist oft nicht möglich. Das bestehende elektrische und mechanische Design darf, aufgrund der Kosmetik, nicht verändert werden. Die Geräte werden zukünftig eine zunehmende Integrationsdichte aufweisen.

Für die meisten modernen elektrischen Geräte wird ein innovatives Wärmemanagement gefordert. Das Ziel hierbei ist eine ausreichende Wärmeübertragung von den wärmeabgebenden Bauelementen an die Umgebung. Eine lokale Überhitzung der einzelnen Bauelemente kann dadurch verhindert und damit die gesamte Produktqualität verbessert werden. Durch eine Erhöhung der Wärmeübertragung kann eine Reduzierung der Maximaltemperaturen die Zuverlässigkeit der einzelnen Bauelemente erhöhen. Das elektrische als auch das mechanische Design der Schaltungsträger bleibt dadurch unverändert.

Anhand einer Literaturrecherche ist ein detaillierter Überblick über den derzeitigen Stand der Technik bei Entwärmungskonzepten erarbeitet worden. Die neuen Bauelemente sowie die Schaltungsträger wurden hierbei aus Sicht des Wärmemanagements analysiert. Als Bauelemente kommen auch solche ohne Gehäuse in betracht. Hierbei wurden die Bauelemente ausgehend vom Halbleiterchip, schichtweise analysiert und die vorhandenen Entwärmungskonzepte erfasst.

Die systematische Betrachtung basiert auf dem bereits vorhandenen Ebenenmodell. Nach diesem Modell bilden der Halbleiterchip, die Materialien zur Chip-Befestigung und das Substrat die Nullte-Ebene. In dieser Ebene ergeben sich, aus Wärmetechnischer Sicht, mögliche Erhöhungen der Wärmeübertragung bei der Chip-Befestigung und den Substraten. In der nächsthöheren Betrachtungsebene, der Ersten-Ebene, kann durch eine geeignete Wahl der Gehäusefüllermaterialien, der Gehäusevergussmassen und der Gehäuse-Anschlussbeine ebenfalls zur Erhöhung der Wärmeübetragung beigetragen werden.

Die Konzepte dieser beiden Ebenen tragen erheblich zur Verbesserung der Wärmeübetragung bei und können die unerwünschten lokalen Überhitzungen vermeiden.

Der Schaltungsträger kann ebenfalls zur effektiven Wärmeübetragung beitragen, in dem zum Beispiel der Kupfergehalt erhöht wird. Relativ preiswerte Konzepte wie die sogenannten Wärmeableitbohrungen oder Heatsink-Leiterplatten machen sich dieses zum Vorteil. Die nächsthöhere Ebene, bestehend aus den Verbindungen zwischen den einzelnen Schaltungsträgern, sowie die Verbindung zum Gehäuse, gehört nicht mehr in den Rahmen dieser Ausarbeitung, da das Design des Gehäuses nicht modifiziert werden darf.

Die gefundenen Konzepte werden jeweils detailliert beschrieben und mit geeigneten Bewertungskriterien bewertet. Dadurch werden die besten Konzepte zur Wärmeübertragung zusammengefasst und können für die optimierte Entwärmung von Geräten Verwendung finden.

Eine Zeitabschätzung, wie dies zum Beispiel bei konkreten Projekten der Konstruktion üblich ist, kann bei dieser Ausarbeitung nicht erfolgen.

Ein Prototypengerät kann nur in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Team mit den geeigneten Entwärmungskonzepten versehen werden. Die Adaption dieser Konzepte in das Produkt erfolgt deshalb nur mit Absprache des Teams. Eine Dauer von etwa 4 Monaten dürfte hierfür jedoch ausreichen. Um die Zeit effektiv zu nutzen, kann parallel hierzu das bereits serienreife Gerät modifiziert werden. Hierbei ist bereits bei der Auswahl des Schaltungsträgers bis hin zur geeigneten Vergussmasse die richtige Wahl zu treffen. Die entsprechenden Komponenten sind bei den entsprechenden Herstellern zu kaufen. Bis auf den Schaltungsträger handelt es sich bei den geeigneten Entwärmungskonzepten um Standardprodukte. Deshalb sind keine grossen Wartezeiten zu erwarten. Dieses Produkt ist mit den Geräten der Serienfertigung innerhalb von 12 Wochen zu fertigen. Diese 12 Wochen können je nach Bedarf innerhalb der 4 Monate eingeteilt werden.

Zur Realisierung eines optimalen Entwärmungskonzeptes stehen sehr viele Komponenten mit einer jeweils sehr breiten Produktpalette zur Auswahl. Selbst innerhalb einer Produktserie sind Preisschwankungen von bis zu 30 % möglich. Viele Hersteller machen erst einen konkreten Kostenvoranschlag, wenn ein Auftrag erteilt wurde. Hierzu werden jedoch konkrete Produktanforderungen benötigt. Diese können aus jetztiger Sicht noch nicht gemacht werden.

Da es sich bei den zu kaufenden Komponenten um Prototypen und Einzelkaufteile handelt, wird ein entsprechend hoher Einkaufspreis zu bezahlen sein. Um ein Gerät optimal zu entwärmen werden etwa 500 DM bis 1000 DM an Materialkosten anfallen. Können Standard-Komponenten gekauft werden, so dürften 500 DM bei weitem ausreichen. Sind einige Komponenten wie zum Beispiel der Schaltungsträger oder die Substrate als Prototypen zu fertigen, wird sich der Preis verdoppeln. Zu diesen Kosten kommt noch der Lohn eines Diplomanden für die Dauer von vier Monaten hinzu.

Inhaltsverzeichnis:

Themenblatt 2
Erklärung 3
Vorwort 4
0. Management-Info 5
0.1 Problem 5
0.2 Ziel 5
0.3 Lösung 6
0.4 Zeitabschätzung 6
0.5 Kostenabschätzung 7
1. Vorstellung des Unternehmens 10
2. Einleitung 12
2.1 Problemstellung und Systemgrenze 16
2.2 Aufgabenstellung 17
2.3 Anforderungsliste Diplomarbeit 18
3. Grundlagen 19
3.1 Wärmeleitung durch eine ebene Schicht 19
3.2 Wärmeleitung durch mehrere ebene Schichten 20
3.3 Wärmeleitung durch mehrere ebene Schichten mit Luftschicht 23
3.4 Berechnung der effektiven Wärmeleitfähigkeit von Leiterplatten 24
3.5 Stationäre Wärmeleitung in einer ebenen Wand mit gleichmässig darin verteilten Wärmequellen 25
3.6 Berechnung der Sperrschichttemperatur eines Plastik Halbleiter Bauelementes 26
3.7 Berechnung des thermischen Widerstandes von Kühlkörpern bei Wärmespreizung 27
3.8 Wärmeleitung in einer ebenen Rippenfläche 28
3.9 Wärmeübertragung durch Konvektion 34
3.10 Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion 35
3.10.1 Laminare Strömung über einer ebnenen Platte 40
3.10.2 Turbulente Strömung über einer ebnenen Platte 40
3.11 Wärmeübertragung durch freie Konvektion 41
3.12 Wärmeübertragung durch gemischte Konvektion 44
3.13 Wärmeübertragung durch Strahlung 44
3.14 Wärmeleitrohre (Heat Pipes) 46
4. Entwärmungskonzepte 48
4.1 Entwärmungskonzepte in Abhängigkeit der Chip-Temperatur und der Verlustleistungsdichte 49
4.2 Das Ebenenmodell 51
4.3 Entwärmungskonzepte bei einigen ausgewählten Bauelementen 52
4.4 Die Nullte-Ebene 54
4.4.1 Die Halbleitermaterialien 54
4.4.2 Befestigungsmaterialien 54
4.4.3 Substratmaterialien 58
4.5 Die Erste Ebene: Zwischenverbindungen 63
4.5.1 Lotkugelkontaktierung (Ball Grid Arrays) 63
4.5.2 Vergussmassen, Encapsulants und Underfiller 65
4.5.3 Anschlussbeine (Leadframes) 67
4.5.4 Gehäusedeckel 68
4.6 Zweite Ebene: Schaltungsträger, Leiterplatten 69
4.6.1 Normale FR4 Leiterplatten (Multilayer) 69
4.6.2 Leiterplatte mit integriertem Kühlkanal 70
4.6.3 Heatsink Leiterplatten 72
4.6.4 Laminierte Schichtplatten, metallverstärkte Leiterplatten 75
4.6.5 Wärmeleitbohrungen, Thermal Vias 75
4.6.6 Schutzlackierungen und Vergussmassen 76
4.7 Zweite Ebene: Kühlkörper 76
4.7.1 Kühlkörper für BGAs und FlipChip-Packages 77
4.7.2 Kühlkörper mit Lüfteraufsatz 78
4.7.3 Spezialkühlkörper 78
4.7.3.1 Spezialkühlkörper für SMD-Bauelemente 78
4.7.3.2 Spezialkühlkörper für DIL-Bauelemente 79
4.7.3.3 Flüssigkeitskühler 80
4.7.3.4 Mikrowärmeübertrager 81
4.7.3.5 Heat Pipes 81
4.7.3.6 Thermoelektrische Kühlsysteme, Peltier-Elemente 87
4.7.3.7 Gekoppelte Kühlsysteme 88
4.7.4 Reduzierung des Wärmeübergangswiderstandes 91
4.7.4.1 Wärmeleitende Kunststoffe auf Epoxidbasis 91
4.7.4.2 Wärmeleitfolien 92
4.7.4.3 Wärmeleitpasten 93
4.7.4.4 Wärmeleitende Kleber 95
4.7.4.5 Glimmerscheiben und Keramik-Scheiben 95
5. Techniken zur Qualitäts- und Zuverlässigkeitsbewertung der Entwärmungskonzepte 97
5.1 Wichtige Kriterien und Anforderungen für Entwärmungskonzepte 98
5.2 Bewertung der Nullten Ebene 100
5.3 Bewertung der Ersten Ebene 101
5.4 Bewertung der Zweiten Ebene 102
6. Zusammenfassung 104
7. Ausblick 106
8. Glossar 108
8.1 Bezeichnungen einiger Bauelemente 108
8.2 Begriffe 109
9. Schrifttum 115
10. Anhang 119
10.1 Abbildungsverzeichnis 119
10.2 Tabellenverzeichnis 122
10.3 Firmenverzeichnis und Produkte 124

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bessere thermische Eigenschaften bietet AlN an. Allerdings sind AlN-Substrate relativ teuer. In Bereichen der millitärischen Elektronik finden Kupfer-Wolfram-Substrate häufig Verwendung. Diese Legierungen sind sehr schwer zu bearbeiten und deshalb auch sehr teuer. Isolierte metallische Substrate werden seit mehr als zwei Jahrzehten eingesetzt. Zu ihnen gehören emaillierter Stahl oder organische Schichten auf metallischen Trägermaterialien. Bei den metallischen Substraten ist besonders das keramikbeschichtete kupferplattierte Invar (CERCIC), mit seinen Vorteilen erwähnenswert /REI88/. „CERCIC“ besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Das Schichtdickenverhältnis des walzplattierten Verbundwerkstoffes gestattet einen massgeschneiderten Wärmeaus-dehnungskoeffizienten. Standardsubstrate in „CERCIC“-Technologie sind mit 1 mm Dicke realisiert und können mit einem Silber- Epoxidkleber montiert werden. Ein Substrat aus CVD-Diamant hat sehr gute thermische Eigenschaften, ist jedoch aus Preisgründen in der industriellen Elektronik nicht einsetzbar. Der Einsatz von CVD-Diamant in sogenannten Diamant-Substraten ist zur Zeit ebenfalls zu teuer und nur in Systemen mit allerhöchster Zuverlässigkeit üblich /FAB99/. In einem Versuch wurden SOIC-Packages mit der CVD-Diamant-Technologie modifiziert und anschliessend mit den normalen Packages verglichen. [...]

Bei Keramiksubstraten ist Al2O3 das am häufigsten verwendete Material. Bei 99,9% Reinheit kann man eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 37-45 W/mK erreichen /Wil99/. Muss vom Chip jedoch mehr Wärme abgeführt werden, so ist dies nur durch ein Material mit höherer Wärmeleitfähigkeit zu realisieren. Lange wurde BeO verwendet. Da Berryllium und BeVerbindungen jedoch toxisch sind, werden zukünftig andere Materialien verwendet werden müssen. Als ein guter Ersatzwerkstoff bietet sich hier Al-SiC an. Diese Substrate besitzen einen ähnlichen Wärmeausdehnungskoeffizient wie Si. Die Wärmeleitfähigkeit von Al-Si ist mit etwa 160 W/mK für normale Anwendungen ausreichend. Al-SiC ist ein Sinterwerkstoff, leicht zu bearbeiten und relativ preiswert. [...]

Tabelle 4.3: Versuchsergebnisse aus /BAL98/. Als Substrat diente eine 0,8 mm dicke FR4Leiterplatte mit einer Kupferlage. Die Ergebnisse wurden mit einem Encapsulant bei freier Konvektion ermittelt. Der thermische Widerstand RthJ-A nimmt bei höherer Verlustleistung ab. Den geringsten RthJ-A –Wert hat die Montage mit einem anisotropen Klebstoff ergeben. Dies beruht auf der gleichzeitigen Funktion des Klebstoffes als Underfiller und der daraus geringfügig höheren Wärmeleitfähigkeit gegenüber einem herkömmlichen Underfiller. Ausserdem ergab diese Methode einen geringeren Abstand zwischen Chip und Substrat als bei den anderen Technologien. Die Messergebnisse zeigen, dass bei einer geringen Wärmeübertragung durch das Substrat die Flip-Chip-Technologie der COB-Technologie überlegen ist. Der Hauptwärmestrom fliesst hierbei von den Bumps über die Pads. Der thermische Widerstand aus Bumps, Befestigungsmaterial und Pads ist um den Faktor 3 geringer als der thermische Widerstand des Substrates. Die DCA-Methode, mit anisotropen Klebstoff, hat gegenüber der COB-Technologie einen 40 % geringeren thermischen Widerstand. Die DCA-Methode mit Lot, hat einen um 8 % geringeren RthJ-A im Vergleich zur COB- Technologie. Diese geringen 8% beruhen auf die teilweise schlechten Lotverbindungen zwischen Chip und Substrat und können erheblich verbessert werden. Die maximale abzuführende Verlustleistungsdichte betrug bei der DCA-Methode mit anisotropen Klebstoff 4,8 W/cm2 und bei der COBTechnologie 3,4 W/cm2. Der thermische Widerstand lässt sich verringern, indem die Dicke der Befestigungsschicht so gering wie möglich realisiert wird. Ein effektives Entwärmungskonzept ist mit den Befestigungsmethoden der Flip-Chip-Technologie zu erreichen, wenn zusätzlich Wärmeableitbohrungen und Wärmeableitbleche im Substrat vorgesehen sind. Die Wärmeübertragung durch Leitung und Konvektion wird dadurch erheblich erhöht. [...]

Arbeit zitieren:
Hügel, Harald September 2000: Entwärmungskonzepte für neue Bauelemente auf Schaltungsträgern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wärmemanagement, Bauelemente, Wärmeübertragung

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