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Zur Entstehung des Gedankens der Hilfe zur Selbsthilfe zur Zeit der Reformation

Zur Entstehung des Gedankens der Hilfe zur Selbsthilfe zur Zeit der Reformation
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roland Wallner
  • Abgabedatum: März 1997
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 3,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0579-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0579-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0579-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wallner, Roland März 1997: Zur Entstehung des Gedankens der Hilfe zur Selbsthilfe zur Zeit der Reformation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Beispiele der Selbsthilfe zur Zeit der Reformation, Calvin, Luther, Reformation, Zwingli

Diplomarbeit von Roland Wallner

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil der Arbeit werden die Begriffe Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstmanagement, Empowerment und Selbstorganisation dargestellt. Im Abschnitt „Christliches Denken im Mittelalter vor der Reformation“ wird die Aufwertung der Handarbeit herausgearbeitet. Das Mittelalter ist geprägt durch die Angst vor dem Jüngsten Gericht. In dieser Zeit entsteht der Begriff des Fegefeuers und das Ablasswesen zeigt seine berechtigte Blütezeit. Die Messe wird als Wiederholung des Opfertodes Christi gefeiert. Nach dem damaligen theologischen Verständnis hat der Priester die Macht, während des Gottesdienstes Brot und Wein in das Fleisch und Blut Christi zu verwandeln. Menschen, die das einheitliche mittelalterliche Weltbild in Frage stellen, werden durch die Heilige Inquisition qualvoll auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Beispiele werden Giordano Bruno und Michael Servet erwähnt.

Die Arbeit setzt sich mit dem Nominalismus eines Wilhelm von Ockham auseinander des philosophischen Unterhaus der Reformation. Die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung vor der Reformation wird ausführlich dargestellt. Zu erwähnen sind bedeutsam Erfindungen wie der Buchdruck. Das Weltbild von Raum und Zeit verändert sich durch Kopernikus, Kepler und Galilei (kopernikanische Wende). Paracelsus baut die Medizin zur Naturwissenschaft aus. Paracelus gilt als Vorläufer von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie (Leitsatz: „Similia similibus curentur). Trotz wirtschaftlicher Fortschritte ist die Zeit für viele Menschen durch Entbehrungen, sinnlose Kriege, Hunger, Armut, Elend und Seuchen gekennzeichnet.

Die Lebenswege der drei großen Reformatoren, LUTHIER, ZWINGLI und CALVIN werden nachgezeichnet. Besonders ausführlich wird der bedeutendste Reformator, LUTHER, auch in seiner Theologie, gewürdigt.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe. Es wird der Frage nachgegangen, wie schafft es die Reformation, die Öffentlichkeitswirksamkeit zu verstärken und auszudehnen. Wie erfolgt die Selbsthilfe der schulischen und beruflichen Sozialisation benachteiligter Kinder? Die Bauernbewegung wird als Selbsthilfebewegung erkannt, um sich vom Joch der Knechtschaft zu befreien. Die Selbsthilfeeinrichtungen des Handwerks werden ausführlich dargestellt. Von den Zünften, die nur den Meistem vorbehalten waren, hatten sich die Gesellenbruderschaften abgesparten. Im Bergbau entwickeln sich Bruderschaften, die ihre Mitglieder vor den Wechselfällen des Lebens schätzten. Ähnliche Bruderschaften entstehen bei Blinden und Bettlem. Es gibt bereits Kredite (Vorschüsse) für bedrängte Handwerker, die gegen Sicherheiten ausbezahlt werden. Durch die neue Bewertung der Arbeit, bedingt auch durch die Reformation, bekommt Arbeit einen neuen Stellenwert und werden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gefördert. Es wird dafür gesorgt, daß Mädchen eine Aussteuer erhalten, um ihre Heiratschancen zu erhöhen. Wie die Handwerker versuchten, sich abzusichern, so schlossen sich auch die Kaufleute zu Gilden zusammen. Als Beispiel kann die Hanse angeführt werden. Es gibt Geleitschutz für die unsicheren Land- und Wasserwege. Die Versicherung hatte darin ihren Ursprung. Reiche Bürger rufen Stiftungen ins Leben. Die englische Krone befreit sich von den unmenschlichen Methoden einer geheimen Justiz in Fällen von Ketzerei. Zum Abschluss wird die Entwicklung einer besonderen Gruppensprache erwähnt, das Rotwelsch. Diese Sprache - nur für Eingeweihte bestimmt - soll den Informationsaustausch der gesellschaftlich Benachteiligten verbessern und dadurch das entbehrungsreiche Leben „auf der Walz“ erträglicher gestalten.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
2. ZUM BEGRIFF DER SELBSTHILFE IN ABGRENZUNG ZU ÄHNLICHEN BEGRIFFEN 5
3. CHRISTLICHES DENKEN IM MITTELALTER VOR DER REFORMATION 8
4. DIE AUFRECHTERHALTUNG DES EINHEITLICHEN WELTBILDES 12
5. REFORMATION 13
5.1 Zum Begriff der Reformation 13
5.2 Die philosophische Richtung der Reformation - der Nominalismus 14
5.3 Sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung im ausgehenden Mittelalter 15
5.4 Spätmittelalterliche Voraussetzungen der Reformation 18
6. DIE GROBEN REFORMATOREN 19
6.1 LUTHERS Weg in die Reformation 19
6.2 Die Theologie LUTHERS 28
6.3 ZWINGLIS Weg in die Reformation 34
6.4 Die Theologie ZWINGLIS 35
6.5 CALVINS Weg in die Reformation 36
6.6 Die Theologie CALVINS 37
7. BEISPIELE DER HILFE ZUR SELBSTHILFE 39
7.1 Hilfe zur Selbsthilfe durch Verstärkung und Ausdehnung der Öffentlichkeitswirksamkeit LUTHERS 40
7.2 Selbsthilfe durch schulische und berufliche Sozialisation benachteiligter Kinder 41
7.3 Hilfe zur Selbsthilfe im Zusammenhang mit der Bauernbewegung 44
7.4 Zünfte als Selbsthilfeeinrichtungen des Handwerks 45
7.5 Selbsthilfe der Gesellen durch Zusammenschluss in Bruderschaften 50
7.6 Selbsthilfe durch eigene Hände Arbeit 52
7.7 Vorschüsse als Hilfe zur Selbsthilfe für bedrängte Handwerker 55
7.8 Hilfe zur Selbsthilfe durch öffentliche Arbeitsbeschaffung 56
7.9 Selbsthilfe durch Blindenbruderschaften und Bettlerbruderschaften 60
7.10 Selbsthilfe durch Verschaffung einer Mitgift oder eines zinslosen Darlehens 61
7.11 Hilfe zur Selbsthilfe - die Ursprünge der Versicherung 62
7.12 Selbsthilfe der Kaufleute durch Einlagen in Handelsgesellschaften 62
7.13 Selbsthilfe durch Gilden 63
7.14 Selbsthilfe der deutschen Kaufleute im Ausland 63
7.15 Hilfe zur Selbsthilfe durch den Einsatz von Stiftungen 64
7.16 Hilfe zur Selbsthilfe im Bergbau - Ansätze eines Knappschaftswesens 65
7.17 Selbsthilfe durch Befreiung von der römischen Bevormundung 66
7.18 Hilfe zur Selbsthilfe durch Entwicklung einer besonderen Gruppensprache 67
8. ZUSAMMENFASSUNG 68
9. SUMMARY 69
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 72
LITERATURVERZEICHNIS 72

Arbeit zitieren:
Wallner, Roland März 1997: Zur Entstehung des Gedankens der Hilfe zur Selbsthilfe zur Zeit der Reformation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Beispiele der Selbsthilfe zur Zeit der Reformation, Calvin, Luther, Reformation, Zwingli

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