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Entstehung, Wahrnehmung und Bewertung von Hochwasserkatastrophen am Beispiel der jüngsten Hochwasser in Koblenz

Entstehung, Wahrnehmung und Bewertung von Hochwasserkatastrophen am Beispiel der jüngsten Hochwasser in Koblenz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Birgit Kaufmann
  • Abgabedatum: Januar 1996
  • Umfang: 181 Seiten
  • Dateigröße: 48,1 MB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2644-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2644-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2644-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kaufmann, Birgit Januar 1996: Entstehung, Wahrnehmung und Bewertung von Hochwasserkatastrophen am Beispiel der jüngsten Hochwasser in Koblenz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Hazard-Forschung, Versicherung, Hochwasser, Rhein, Naturkatastrophen

Diplomarbeit von Birgit Kaufmann

Problemstellung:

Entstehung, Wahrnehmung und Bewertung von Hochwasserkatastrophen am Beispiel der jüngsten Hochwasser in Koblenz - dieses Thema entwickelte sich aus einem insgesamt sechsmonatigem Praktikum in der Abteilung für Rückversicherung, Entwicklung und Forschung der Münchener Rückversicherung. Bei ersten Überlegungen zur Problematik von Überschwemmungen stand zunächst die Schadenaufnahme des Weihnachtshochwassers 1993/94 im Vordergrund. Doch dann ereignete sich im Januar 1995 das zweite Extremhochwasser im Einzugsgebiet des Rheins. Es entstand die Idee, die beiden Hochwasser in Hinsicht auf Entstehung und Schadenausmaß miteinander zu vergleichen. Da in Städten wie Köln und Bonn schon sehr viele Untersuchungen gemacht worden sind, fiel die Wahl auf Koblenz. Die Lage der Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel ist für Hochwasserereignisse besonders exponiert. Daten- und Bildmaterial aus Archiven und Bibliotheken war ausreichend vorhanden. Erste Anlaufstellen waren die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Rheinische Landesbibliothek in Koblenz. Das Januarhochwasser 1995 konnte durch eigene Fotoaufnahmen dokumentiert werden. Mit Hilfe der Fachgebiete Wasserwirtschaft, Klimatologie/Meteorologie, Geographie, Psychologie, Ökologie, Ingenieurwesen und der Versicherungswirtschaft konnten die Hauptaspekte von Hochwasserkatastrophen abgedeckt werden. In Zusammenarbeit mit den Bürgern der hochwasserbetroffenen Gebiete konnte eine Datenerfassung im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Schadenausmaß und Wasserstandshöhe, und der persönlichen Betroffenheit durch Hochwasser gemacht werden.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in 10 Hauptkapitel. Das erste Kapitel gibt eine kurze Einführung in die Thematik. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Hazardforschung und ihrer Bedeutung in der Gesellschaft erläutert. Die Ursachen von Hochwasser werden im nachfolgenden dritten Kapitel näher beleuchtet. In Kapitel vier wird der Raum Koblenz auf Klimaverhältnisse, Geologie und Siedlungsgeschichte hin untersucht. Kapitel fünf gibt mehr Aufschluss über die Flüsse Rhein und Mosel und die Auswirkungen des Flussausbaus. Im sechsten Kapitel stehen die Hochwasserereignisse 1993/94 und 1995 im Vordergrund, während im Anschluss das siebte den historischen Kontext darstellen wird. Kapitel acht behandelt die Thematik „Vorbeugung und Informationsdienste im Hochwasserbereich“ ; Kapitel neun die Datenauswertung der Fragebögen unter der Koblenzer Bevölkerung. Lösungsmöglichkeiten zur Problematik der Versicherbarkeit und Entschädigung durch den Staat werden im letzten Kapitel dieser Arbeit dargestellt.

Hochwasserkatastrophen - ein Problem unserer Zeit? Das Weihnachtshochwasser 1993 und das Januarhochwasser 1995 am Rhein rückten in den letzten Monaten die Problematik von Hochwasserereignissen in den Blickpunkt des Interesses von Fachwelt und Öffentlichkeit. Politiker, Fachbehörden und Betroffene diskutierten über die Ursachen und die Folgen dieser Katastrophen.

Die entstandenen Schäden in Milliardenhöhe beunruhigen Politiker, Versicherungen und Geschädigte gleichermaßen. Es ist nicht das Ereignis „Hochwasser“, sondern der entstandene Schaden der die Menschen beschäftigt. Der historische Rückblick zeigt, dass Hochwasser in Koblenz nichts Ungewöhnliches sind. Durch den erhöhten Siedlungsdruck in der Region ist heute ein wesentlich höheres Schadenpotential in exponierten Oberschwemmungszonen vorhanden. Der Ausbau der Flüsse trug seinen Teil zur Verschlechterung der Überschwemmungssituation bei. Rhein und Mosel wurden schiffbar gemacht, umgestaltet und in ihrem Flußbett eingeengt. Die entstandenen neuen Flächen entlang der Flußufer nutze man zur Ansiedlung von Industrieanlagen und zur Ausweisung neuer Baugebiete. Städte und Gemeinden stehen heute vor dem Problem der Bewältigung von Hochwassersituationen. Die Bevölkerung hat zum Teil gelernt mit dem Hochwasser zu leben. Doch mit welcher Wiederkehrperiode haben die Menschen in überschwemmungsexponierten Gebieten zu rechnen? Die Klimaänderung mag ihren Beitrag zur Erhöhung der Eintrittswahrscheinlichkeit von Hochwassern leisten, doch in welchem Maße dies der Fall ist, ist bisher nicht eindeutig bewiesen worden.

Es bleibt auch die Frage nach der Entschädigung der Hochwasserbetroffenen. Versicherungsschutz ist in den meisten Fallen nicht zu erhalten, und der Staat ist nicht verpflichtet Unterstützung für Länder und Gemeinden zu stellen. Technische Hochwasserschutzanlagen sind nicht mehr ausreichend. Man geht zunehmend dazu über sich vom Gedanken des Hochwasserschutzes zu befreien, und die Zielsetzungen der Zukunft auf Hochwasserschadenminimierung zu lenken. Der Schaden lässt sich nur mindern, wenn Baulandausweisungen in gefährdeten Flußzonen gestoppt werden, natürliche Oberschwemmungsflächen erhalten bleiben, und die Vernunft über das Profitdenken siegt. Denn auch in Zukunft wird es Hochwasser geben. Wie wir damit umgehen werden, und welche finanzielle Schäden auf volks- und privatwirtschaftlicher Ebene entstehen werden, liegt in unserer Hand.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 6
Kartenverzeichnis 8
Tabellenverzeichnis 9
Vorwort 10
Zusammenfassung 11
1. EINLEITUNG 12
2. GRUNDLAGEN DER HAZARDFORSCHUNG 15
2.1 BEGRIFFSDEFINITION EINES HAZARDS 16
2.2 ANFÄNGE DER HAZARDFORSCHUNG 17
2.3 UNTERSCHIEDLICHE BETRACHTUNGSWEISEN IN DER HAZARDFORSCHUNG 18
2.4 GESELLSCHAFT UND MOBILITÄT 22
2.5 MAN-MADE HAZARDS 23
3. URSACHEN VON HOCHWASSER 24
3.1 ENTSTEHUNG VON HOCHWASSER 25
3.2 KLIMAÄNDERUNG 27
3.2.1 Treibhauseffekt und seine Folgen 30
3.2.1.1 Anthropogener Treibhauseffekt 31
3.2.1.2 Einfluss der unterschiedlichen Gase auf das Weltklima 34
3.2.1.3 Bedeutung des Ozonlochs für unser Weltklima 36
3.2.1.4 Anstieg des Meeresspiegels 37
3.2.2 Natürliche Klimaschwankungen 39
3.3 ZUSAMMENFASSUNG DER VERANTWORTLICHEN FAKTOREN FÜR HOCHWASSER 42
4. DAS UNTERSUCHUNGSGEBIET KOBLENZ 43
4.1 NATURRÄUMLICHE UND GEOLOGISCHE GLIEDERUNG 44
4.2 KLIMAVERHÄLTNISSE IN RHEINLAND-PFALZ 47
4.3 BODENVERHÄLTNISSE IM EINZUGSGEBIET DES RHEINS 49
4.4 SIEDLUNGSGESCHICHTE DER STADT KOBLENZ 51
4.5 WIRTSCHAFTSSTRUKTUR DER STADT KOBLENZ 57
5. RHEIN UND MOSEL - EINE CHARAKTERISIERUNG 58
5.1 FLUßLAUF VON RHEIN UND MOSEL 59
5.1.1 Der Rhein 59
5.1.2 Die Mosel 63
5.2 RHEIN- UND MOSELAUSBAU 64
5.2.1 Geschichte des Rheinausbaus 64
5.2.2 Moselausbau 67
5.2.3 Ökologische Folgen des Rhein- und Moselausbaus 68
5.3 SEDIMENTOLOGISCHE CHARAKTERISTIKA DES RHEINS UND DER MOSEL 69
5.3.1 Auswirkungen der Sohlenbeschaffenheit auf die Hochwassersedimentführung 70
5.3.2 Einfluss der Fließgeschwindigkeit auf den Hochwasserverlauf 73
6. DIE HOCHWASSEREREIGNISSE VON 1993 UND 1995 74
6.1 DAS WETTER WEIHNACHTEN 1993/1994 75
6.1.1 Ablauf des Hochwassers von 1993 75
6.1.2 Schadensbilanz von 1993 77
6.2 DAS WETTER IM JANUAR 1995 78
6.2.1 Ablauf des Hochwassers 1995 78
6.2.2 Schadensbilanz von 1995 82
7. HISTORISCHE EINORDNUNG DER HOCHWASSER 83
7.1 STATISTISCHE ANALYSE DER JÜNGSTEN HOCHWASSER 84
7.2 ANALYSE DER BESTEHENDEN BEBAUUNG AUF IHREN HISTORISCHEN HINTERGRUND UND DARSTELLUNG DER ÜBERSCHWEMMTEN FLÄCHEN BEI DEN UNTERSUCHTEN HOCHWASSERN 88
8 VORBEUGUNG UND INFORMATIONSDIENSTE IM HOCHWASSERBEREICH 93
8.1 HOCHWASSERMELDEDIENST 93
8.2 BAULICHE MAßNAHMEN ZUM HOCHWASSERSCHUTZ 98
8.3 GESETZLICHE VORSCHRIFTEN DER BUND- UND LÄNDERREGIERUNGEN 101
8.4 KOSTEN-NUTZEN-ANALYSE VON HOCHWASSERSCHUTZMAßNAHMEN 103
9. DATENAUSWERTUNG 105
9.1 METHODISCHE VORGEHENSWEISE 106
9.2 TECHNISCHE DATENAUFBEREITUNG 107
9.3 AUSWERTUNG DER FRAGEBÖGEN 109
9.3.1 Vorwärmzeit und Information der Bevölkerung über das bevorstehende Hochwasser 110
9.3.2 Ermittlung der Schadensummen für das Hochwasser 1993 und 1995 in Neuendorf, Koblenz und Ehrenbreitstein 112
9.3.2.1 Gebäudeschaden 112
9.3.2.2 Inventarschäden 115
9.3.3 Ausgewählte Beispiele für das Schadensausmaß beim Weihnachtshochwasser 1993 in Koblenz 119
9.3.4 Risikowahrnehmung und Verhalten der betroffenen Bevölkerung 123
9.3.5 Die Situation nach den Hochwassern von 1993 und 1995 128
9.3.6 Die Situation nach den Hochwassern von 1993 und 1995 130
10. LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN 133
10.1 ENTSCHÄDIGUNGSPROBLEMATIK IM NATURKATASTROPHENFALL 134
10.2 ÜBERSCHWEMMUNGSVERSICHERUNG - EINE LÖSUNG FÜR DIE PROBLEME? 137
10.2.1 Überschemmungsversicherung in Deutschland 138
10.2.2 Lösungsansätze im internationalen Vergleich 139
10.2.3 Überschwemmungen aus der Sicht des Rückversicherers 141
Anhang 143
I. Impressionen des Hochwassers 1995 144
Verzeichnis der Schadenbilder 145
II. Fragebogen 155
III. Berliner Wetterkarten 160
Literaturverzeichnis 161
Abkürzungsverzeichnis 168
Danksagung 169

Arbeit zitieren:
Kaufmann, Birgit Januar 1996: Entstehung, Wahrnehmung und Bewertung von Hochwasserkatastrophen am Beispiel der jüngsten Hochwasser in Koblenz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Hazard-Forschung, Versicherung, Hochwasser, Rhein, Naturkatastrophen

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