Entsteht hier ein Cluster?
Eine Netzwerkanalyse der Bochumer IT-Sicherheitsbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jan-Alexander Scheideler
- Abgabedatum: Oktober 2008
- Umfang: 154 Seiten
- Dateigröße: 5,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- Bibliografie: ca. 65
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3453-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Scheideler, Jan-Alexander Oktober 2008: Entsteht hier ein Cluster?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Porter, Bochum, Zentralität, Wirtschaftsstruktur, Clusterpolitik
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Diplomarbeit von Jan-Alexander Scheideler
Einleitung:
Seitdem Michael E. Porter 1990 mit seinem Werk ‘The Competitive Advantage of Nations’ den Clusterbegriff prägte, erfreut sich sein Konzept in der Politik und praktischen Umsetzung stetig wachsender Beliebtheit. Inspiriert von den frühen Erfolgen einiger Mustercluster wie beispielsweise dem Silicon Valley, wurden bisher zahlreiche Versuche unternommen, diese Erfolge auf andere Wirtschaftsregionen zu übertragen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Strukturpolitik der Europäischen Union. War diese in der vergangenen Förderperiode bis 2006 noch sehr auf flächendeckenden Ausgleich regionaler Disparitäten ausgerichtet, so wird in der aktuellen Förderperiode seit 2007 zum Beispiel im Rahmen des Ziels 2 ‘Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung’ nun auch gezielt Clusterpolitik gefördert. Die direkte Koppelung von Fördergeldern an die Umsetzung von Clusterstrategien hat damit auch Auswirkungen auf die Strukturpolitik von Bund und Ländern, die über die europäischen Vorgaben hinaus auch eigene Programme zur Clusterförderung aufgelegt haben (vgl. Kapitel 2.5). Von der Umsetzung der Clusterpolitik erhoffte Wirkungen sind eine effizientere Vergabe strukturpolitischer Mittel durch die Konzentration auf nur wenige Wachstumskerne, die Ausstrahlungseffekte auf ihr Umland entwickeln sowie die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit dieser Cluster.
Trotz der großen politischen Popularität werden Cluster in der Wissenschaft durchaus kontrovers diskutiert. Die Clusterforschung hat sich zwar schon einige Zeit als interdisziplinäres Forschungsfeld an der Schnittstelle von Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften etabliert, durch die unterschiedlichen Perspektiven entstanden aber auch zahlreiche komplementäre und konkurrierende Konzepte sowie eine große Anzahl unterschiedlicher Clusterdefinitionen. Innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses führte dies eher zu Uneinigkeit und Konfusion, statt zur Entwicklung einer einheitlichen Clustertheorie. REHFELD ist der Meinung, dass die Wissenschaft in Deutschland mit dem Aufkommen des Clusterkonzepts ‘erst die Orientierung und dann den Anschluss’ an die regionale Strukturpolitik verloren hat. Insofern verwundert es wenig, dass die Identifikation und Entwicklung neuer Cluster heutzutage recht selten auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgt, sondern von den politischen Entscheidungsträgern häufig private Beratungsunternehmen zu Rate gezogen werden. Deren methodisches Handwerkszeug ist im Vergleich zur wissenschaftlichen Clusterforschung jedoch oft beschränkt, da private Unternehmen eher zur Verwendung einfacher und kostengünstigerer Analyseverfahren, anstelle von aufwendigen, aber ergiebigeren Erhebungen neigen. Daraus ergibt sich ein großer Mangel an qualitativen empirischen Clusteruntersuchungen.
Die meisten bisher veröffentlichten Clusterstudien setzen nach wie vor auf einfache Konzentrationsmaßzahlen. Oft genügt dabei schon eine geringe räumliche Konzentration von Unternehmen derselben Branche, um von einem Cluster zu sprechen. Darüber, ob zwischen diesen Unternehmen und unterstützenden Institutionen überhaupt Verbindungen bestehen, geben solche Methoden allerdings keine Auskunft. Dabei ist es aber genau dieses, auf den ersten Blick oft undurchschaubare, Beziehungsgeflecht von Kommunikation und Transaktion, Kooperation und Konkurrenz zwischen Zulieferern, verwandten Unternehmen und unterstützenden Institutionen, das einen Cluster definiert. Um also verlässliche Aussagen über die Qualität und den inneren Aufbau eines Clusters zu tätigen, ist es notwendig, die Beziehungen zwischen den Unternehmen und Institutionen zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Mit der Netzwerkanalyse steht für derartige Untersuchungen eine schon sehr ausgereifte Methodik zur Verfügung, die bisher allerdings noch wenig verbreitet ist. Die wenigen Fälle, in denen die Netzwerkanalyse in Deutschland auf die Untersuchung von Clustern oder Wissensnetzwerken angewandt wurde, liefern jedoch bereits sehr viel versprechende Ergebnisse.
Ziel der Arbeit:
Ziel dieser Arbeit ist es, mit der Methode der Netzwerkanalyse die Transaktions- und Kommunikationsbeziehungen zwischen Unternehmen und Institutionen am Beispiel der Bochumer IT-Sicherheitsbranche zu analysieren und zu visualisieren, und damit implizit einen Beitrag zur empirischen Clusterforschung zu leisten. Ausgehend von der Vermutung eines IT-Sicherheitsclusters in der Rhein-Ruhr-Region wird eine Totalerhebung des Bochumer IT-Sicherheitsnetzwerkes als Ausschnitt aus diesem Cluster durchgeführt und geprüft, welche Rückschlüsse sich daraus auf den regionalen Cluster ziehen und welche Handlungsempfehlungen für die clusterfördernden Akteure vor Ort ableiten lassen.
Die empirische Untersuchung orientiert sich dabei an folgenden Forschungsfragen:
- Welche Geschäftsbeziehungen gibt es zwischen den Unternehmen der IT-Sicherheitsbranche in Bochum?
- Welche Kommunikationsbeziehungen gibt es zwischen den Unternehmen der IT- Sicherheitsbranche und ihren fördernden Institutionen?
- Wie wichtig sind für diese Branche der wechselseitige Austausch von Informationen und der enge Kontakt zur Forschung?
- Wie sind die zukünftigen Entwicklungschancen für die Branche?
- Welche Rückschlüsse liefern die Ergebnisse aus Bochum über die Existenz bzw. den Entwicklungsstand eines regionalen IT-Sicherheitsclusters?
Gang der Untersuchung:
Zunächst werden die theoretischen Grundlagen der Arbeit erläutert. Kapitel 2 beschäftigt sich mit dem Begriff der wirtschaftlichen Cluster. Nach einer kurzen Einführung in Porters Cluster Konzept wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Clustertheorie gegeben und mit der evolutionären Clusterentwicklung sowie dem mehrdimensionalen Clusterbegriff zwei Weiterentwicklungen von Porters Ansatz vorgestellt. Darauffolgend wird der Begriff des Netzwerkes umrissen und vom Clusterbergriff abgegrenzt. Nach einer Vorstellung einiger Methoden der empirischen Clusterforschung wird abschließend auf Clusterpolitik und Clustermanagement eingegangen.
In Kapitel 3 werden Grundzüge der Netzwerkanalyse erläutert, die für das Verständnis der methodischen Vorgehensweise und der Ergebnisse benötigt werden. Angesprochen werden u. a. die verschiedenen Typen von Relationen, unterschieden zwischen Gesamtnetzwerken und persönlichen Netzwerken, Methoden zur Datenerhebung, die Berechnung verschiedener Zentralitätsmaßzahlen und Verfahren zur Untersuchung von zusammenhängenden Teilgruppen.
Kapitel 4 befasst sich im Übergang zum empirischen Teil der Arbeit mit einigen grundlegenden Informationen über die IT-Sicherheitsbranche in Bochum. Dazu werden zuerst die IT-Sicherheitsbranche und der Standort Bochum im Allgemeinen vorgestellt, um dann auf wichtige Akteure der Branche vor Ort und aktuell ablaufende Vernetzungsprozesse einzugehen.
Während Kapitel 5 die methodische Vorgehensweise darlegt, werden im 6. Kapitel die Ergebnisse der empirischen Untersuchung dargestellt, unterteilt in die Ergebnisse der Unternehmensbefragung, der Institutionenbefragung und der Netzwerkanalyse, und anschließend in Bezug zu den ersten vier Forschungsfragen zusammengefasst.
Im abschließenden Fazit werden dann in Kapitel 7 zunächst die fünfte Forschungsfrage beantwortet und anschließend Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung der Branche gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Hintergrund und Problemstellung | 1 |
| 1.1 | Ziel der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Wirtschaftliche Cluster | 5 |
| 2.1 | Porters Cluster Konzept | 5 |
| 2.2 | Aktueller Stand der Clustertheorie | 8 |
| 2.2.1 | Evolutionäre Clusterentwicklung | 9 |
| 2.2.2 | Mehrdimensionaler Clusterbegriff | 12 |
| 2.3 | Netzwerke | 14 |
| 2.4 | Empirische Clusterforschung | 15 |
| 2.5 | Clusterpolitik und Clustermanagement | 20 |
| 3. | Grundzüge der Netzwerkanalyse | 24 |
| 3.1 | Relationen | 25 |
| 3.2 | Gesamtnetzwerke und persönliche Netzwerke | 26 |
| 3.3 | Abgrenzung und Datenerhebung in Gesamtnetzwerken | 27 |
| 3.4 | Abgrenzung und Datenerhebung in persönlichen Netzwerken | 28 |
| 3.5 | Darstellung von Netzwerkdaten | 29 |
| 3.6 | Zentralitätsmaßzahlen | 32 |
| 3.6.1 | Degree-Zentralität | 33 |
| 3.6.2 | Closeness-Zentralität | 33 |
| 3.6.3 | Betweenness-Zentralität | 35 |
| 3.7 | Cliquen und Clans | 37 |
| 4. | Das Fallbeispiel: IT-Sicherheit in Bochum | 40 |
| 4.1 | Wirtschaftsstruktur in Bochum | 40 |
| 4.2 | Die Wachstumsinitiative Bochum2015 | 41 |
| 4.3 | Die IT-Sicherheitsbranche | 42 |
| 4.4 | IT-Sicherheit in Bochum | 46 |
| 4.4.1 | Das Horst Görtz Institut | 46 |
| 4.4.2 | eurobits e.V. | 47 |
| 4.4.3 | Das Zentrum für IT-Sicherheit | 47 |
| 4.4.4 | Die IHK | 48 |
| 4.4.5 | networker nrw | 48 |
| 4.4.6 | Aktivitäten im Bereich IT-Sicherheit | 49 |
| 4.4.7 | Eine Branche im Aufbruch | 50 |
| 5. | Methodische Vorgehensweise | 52 |
| 5.1 | Auswahl des zu untersuchenden Clusters | 52 |
| 5.2 | Räumliche Abgrenzung des Untersuchungsgebietes | 52 |
| 5.3 | Auswahl der Methode der Datenerhebung | 53 |
| 5.4 | Untersuchte Relationen | 54 |
| 5.5 | Entwicklung des Fragebogens | 54 |
| 5.6 | Identifikation der Interviewpartner | 55 |
| 5.7 | Überprüfung der Validität und endgültige Netzwerkabgrenzung | 56 |
| 5.8 | Ablauf der Primäruntersuchung und Teilnahmequote | 57 |
| 5.9 | Sekundäre Untersuchungsmethoden | 57 |
| 5.10 | Kooperation mit Bochum2015 | 58 |
| 6. | Darstellung der empirischen Ergebnisse | 59 |
| 6.1 | Ergebnisse der Unternehmensbefragung | 59 |
| 6.2 | Ergebnisse der Institutionenbefragung | 83 |
| 6.3 | Ergebnisse der Netzwerkanalyse | 92 |
| 6.3.1 | Auswertung des Transaktionsnetzwerkes | 93 |
| 6.3.2 | Auswertung des Kommunikationsnetzwerkes | 99 |
| 6.3.3 | Untersuchung auf kohäsive Subgruppen | 109 |
| 6.3.4 | Beurteilung des Netzwerkes nach Krätke und Scheuplein | 110 |
| 6.4 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 114 |
| 7. | Fazit und Handlungsempfehlungen | 118 |
| Literaturverzeichnis | 124 | |
| Anhang I: Liste der befragten Akteure | 131 | |
| Anhang II: Der Fragebogen für Unternehmen | 132 | |
| Anhang III: Der Fragebogen für Institutionen | 141 |
Textprobe:
Kapitel 4.4.6, Aktivitäten im Bereich IT-Sicherheit:
In jüngerer Vergangenheit wurde bereits ein Versuch unternommen, alle Institutionen und Unternehmen, die sich im mittleren Ruhrgebiet mit dem Thema IT-Sicherheit befassen, in einem großen Netzwerk zu vereinen. Das Netzwerk trug den Namen ruhrsecure und wurde im Februar 2003 im Zentrum für IT-Sicherheit durch die Stadt Bochum und die IHK gemeinsam ins Leben gerufen. Weitere Partner bei der Gründung waren die Landesinitiative secure-it.nrw sowie die Mittelstandsoffensive NRW ‘move’. Zusätzliche Förderung erhielt das Netzwerk aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Nach einer schwungvollen und dynamischen Anfangsphase konnte das hohe Tempo beim Ausbau des Netzwerkes aufgrund personeller Veränderungen auf der Organisationsebene nicht aufrechterhalten werden. Da mit dem ruhr networker in der Region noch ein anderes Netzwerk aktiv war, das ähnliche Ziele verfolgt, ist ruhrsecure im August 2004 im ruhr networker aufgegangen.
Die Hauptaktivität des Regionalforums networker.ruhr-mitte ist die Organisation des jährlich stattfindenden Fachkongresses IT-Trends Sicherheit. Die IT-Trends Sicherheit dient kleinen und mittelständischen Unternehmen aus ganz Deutschland als Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch und bietet die Möglichkeit, das eigene Leistungs- und Produktportfolio zu präsentieren. Am 27. Mai 2008 ging die Veranstaltung im Zentrum für IT-Sicherheit bereits in die vierte Runde. Aufgrund des anhaltend großen Erfolges wird derzeit über eine Vergrößerung der Veranstaltung nachgedacht. Gemeinsame Veranstalter waren 2008 Bochum2015, eurobits, die IHK und der ruhr networker.
Große Projekte wie die IT-Trends Sicherheit werden durch viele kleinere Maßnahmen der Bochumer Institutionen ergänzt. IHK und networker veranstalten zum Beispiel gemeinsam eine Vortragsreihe, die zum Wissenstransfer und zur besseren Vernetzung der Unternehmen untereinander führen soll. Bei der IHK läuft diese Veranstaltung unter dem Namen Branchentreff Multimedia und beim ruhr networker unter Meet-IT. Auch das HGI bietet unter dem Namen HGI Seminar eine eigene Vortragsreihe an und engagiert sich zusätzlich mit mehreren Projekten für die Begeisterung von Schülern für das Thema IT-Sicherheit.
Eine Branche im Aufbruch:
Zeitgleich mit der Entstehung dieser Diplomarbeit kam es in Bochum zu einigen wichtigen Aktivitäten im Bereich IT-Sicherheit, die an dieser Stelle genannt werden sollen.
Unter dem Namen it shelter – Excellence Cluster IT Security Ruhr nahmen Institutionen und Unternehmen aus Bochum gemeinsam mit vielen weiteren Partnern aus der Rhein-Ruhr-Region am Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung teil. Entscheidende Impulse für die Erarbeitung des Wettbewerbsbeitrags gingen hierbei von Bochum und insbesondere dem HGI aus. Obwohl es it shelter nicht unter die zwölf Finalteilnehmer geschafft hat, sorgte die gemeinsame Erarbeitung des Antrags, verbunden mit mehreren Treffen und Status-Meetings, für eine bessere Vernetzung aller teilnehmenden Akteure. Neben einer generell erhöhten Kooperationsbereitschaft unter den Unternehmen förderte die Zusammenarbeit im Rahmen von it shelter auch die Einnahme einer regionalen Perspektive in Bezug auf Kooperationsmöglichkeiten. Die bisherigen Akteure haben sich darauf verständigt, den Vernetzungsprozess fortzuführen und planen eine erneute Teilnahme an der nächsten Wettbewerbsrunde.
Erst vor kurzem wurde ein von Bochum2015, eurobits, dem HGI, der IHK und dem ruhr networker gemeinsam formulierter Verbundantrag für die Teilnahme an dem durch Ziel 2-Mittel finanzierten Landeswettbewerb IKT.NRW eingereicht. Sofern der Antrag bewilligt wird, soll mit den Fördermitteln ein Clustermanagement aufgebaut werden, das landesweit alle Clusteraktivitäten im Bereich IT-Sicherheit steuern soll und sicherlich auch dazu beitragen kann, die vielen unterschiedlichen Netzwerkaktivitäten in Bochum zu bündeln und zu koordinieren. Aufgrund der hohen Kompetenz in diesem Themenfeld werden Bochum hohe Chancen zugerechnet, sich gegenüber anderen Standorten durchzusetzen.
Ein Schwachpunkt der IT-Sicherheitsbranche in Bochum liegt bisher noch in der kaum vorhandenen Außendarstellung. Bochum2015 hat damit begonnen, diese Lücke zu schließen und im Mai 2008 den ersten IT-sicherheitsspezifischen Standortflyer veröffentlicht. Der Flyer informiert unter dem Motto ‘Bochum – Home of secure IT’ über die vorhandenen Kompetenzen in Forschung und Ausbildung und stellt exemplarisch vier besonders innovative Firmen der Branche vor.
Ebenfalls parallel zur Erstellung dieser Arbeit fand in Bochum eine über mehrere Monate andauernde Strategieberatung im Themenfeld IT-Sicherheit durch das Consultingunternehmen Steria Mummert statt. Die Beratung wurde durch Bochum2015 in Auftrag gegeben und finanziert. Neben Vertretern von Bochum2015 nahmen ebenfalls Vertreter der IHK, des HGI, der Ruhr-Universität, dem ruhr networker, eurobits, dem Unternehmen G DATA und der Verfasser dieser Arbeit an dem Prozess teil. In mehreren Workshops wurden dabei verschiedene strategische und operative sowie spezielle Maßnahmen gemeinsam entwickelt. Als gemeinschaftliche Vision einigten sich die Teilnehmer darauf, dass Bochum sich zu einem Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit mit Ausstrahlung auf ganz NRW entwickeln soll.
Auf gemeinsame Initiative von Bochum2015, eurobits, G Data und HGI hat sich vor kurzem die Arbeitsgruppe IT-Sicherheit (AG ITS) gebildet. Am 03.06.2008 fand in der G DATA Academy die Auftaktveranstaltung statt, an der über 60 Akteure aus ganz Deutschland teilnahmen. Einer Pressemitteilung von Bochum2015 zufolge verfolgt die Arbeitsgruppe das Ziel der Bildung eines schlagkräftigen Forums von Akteuren der IT-Sicherheitsszene, das konzentriert die Branche fördert. Mittel der Wahl sind die Förderung von Unternehmenskontakten und der Know-how-Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft (vgl. BOCHUM2015 2008). In fünf Workshops zu den Themen Vertrieb, Standort- und Personalmarketing, IT-Sicherheit beim Kunden in der Firma und Recht, Technologische Kooperation (B2B) und Science2Business wurden von den Teilnehmern bereits erste Ziele und Maßnahmen definiert. Als Folgetermin fand am 27.08.2008 in der IHK Bochum das erste IT’S Breakfast statt, das den Unternehmen die Möglichkeit zum Austausch in lockerer Atmosphäre bot. Das IT’S Breakfast wird zukünftig jeden letzten Freitag im Monat stattfinden. Am 10.09.2008 veranstaltete eurobits im Zentrum für IT-Sicherheit das zweite Treffen der Arbeitsgruppe, an dem wiederum rund 60 Akteure teilnahmen.
Auf der Internetplattform XING wurde eine Gruppe eingerichtet, die helfen soll, die IT-Sicherheitsakteure in Rhein-Ruhr zu vernetzen. Das Thema der Gruppe ist ‘IT-Sicherheit (ITS) in allen seinen Facetten, also z. B. Kooperation B2B, Kooperation S2B (Science2Business), Akquise, Vertrieb, Allgemeines Marketing, Personalmarketing/Recruiting, Standortmarketing, Austausch über aktuelle Probleme und Chancen der ITS’. Räumlich gesehen erfolgt die Zusammenarbeit auf Ebene der Rhein-Ruhr-Region, die die Städte Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund umschließt. Seit der Gründung am 06.06.2008 wächst die Gruppe sehr schnell und konnte am 24.09.2008 bereits ihr 400. Mitglied begrüßen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836634533
Arbeit zitieren:
Scheideler, Jan-Alexander Oktober 2008: Entsteht hier ein Cluster?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Porter, Bochum, Zentralität, Wirtschaftsstruktur, Clusterpolitik



