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Entscheidungsphänomene

Eine Analyse systematischer Abweichungen des Entscheidungsverhaltens von der Risikonutzentheorie

Entscheidungsphänomene
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Achim Pfüller
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 71 Seiten
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7159-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7159-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pfüller, Achim Juni 2003: Entscheidungsphänomene, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Entscheidungstheorie, Allais, Prospect-Theorie, Axiom, Paradox

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Diplomarbeit von Achim Pfüller

Einleitung:

Entscheidungstheoretische Bemühungen werden nach ihrem primären Zweck in zwei Hauptgruppen unterteilt: normative Theorien und deskriptive Theorien. Die normative Entscheidungstheorie konzentriert sich auf die Entscheidungslogik und gibt Verhaltensempfehlungen für eine rationale Entscheidungsfindung, während die deskriptive Theorie versucht, das durch empirische Daten gewonnene, tatsächliche menschliche Verhalten abzubilden.

Den größten Stellenwert in der Entscheidungstheorie unter Risiko hat die Risikonutzentheorie. Sie geht auf den schweizerischen Mathematiker und Physiker Bernoulli (1738) zurück, der bereits im 18. Jahrhundert anhand des St. Petersburger Spiels demonstrierte, dass sich Menschen bei ihren Entscheidungen nicht ausschließlich am Erwartungswert orientieren. Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts konnte sie als rein deskriptive Theorie angesehen werden. Erst mit ihrer axiomatischen Fundierung durch Von Neumann und Morgenstern im Jahre 1947 wurde der Grundstein gelegt, der Risikonutzentheorie auch einen normativen Charakter zuzuschreiben. Anhand der Axiomatik sollte ein Verhalten definiert werden, welches jeder rationale Entscheidungsträger befolgen müsste.

Auch wenn die meisten Wissenschaftler heute noch die normative Bedeutung der Risikonutzentheorie schätzen, lieferten diese Axiome andererseits Ansatzpunkte, um die deskriptiven Qualitäten der Theorie in Frage zu stellen5. Die Ergebnisse zahlreicher empirischer Studien belegen, dass sich Menschen in realen Entscheidungssituationen nicht zwingend im Sinne dieser Axiome verhalten. Hier setzt diese Arbeit an und gibt anhand einer Darstellung ausgewählter Entscheidungsphänomene einen Überblick über die zentralen Kritikpunkte an den Verhaltensannahmen der Risikonutzentheorie.

Seine besondere Brisanz erhält dieses Thema deswegen, weil gerade jetzt ein Paradigmenwechsel im Gange zu sein scheint, in dem das Risikonutzenmodell seine Dominanz zunehmend verliert. Dies wird auch dadurch deutlich, dass die Königlich Schwedische Akademie im Herbst 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften unter anderem an Daniel Kahneman verliehen hat. Kahneman hat zusammen mit dem Psychologen Amos Tversky die Risikonutzentheorie einer umfassenden empirischen Kritik unterzogen. Als Konsequenz haben beide Wissenschaftler 1979 eine Alternativtheorie entwickelt, die so genannte Prospect-Theorie. Seitdem gelten sie als Pioniere der verhaltensorientierten Ökonomie. Das Nobel-Komitee verlieh Kahneman den Preis dementsprechend „for having integrated insights from psychological research into economic science, especially concerning human judgment and decision-making under uncertainty”.

Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: Das zweite Kapitel widmet sich den Verhaltensannahmen, die die Risikonutzentheorie an die Entscheidungsträger direkt oder implizit stellt. Das dritte und vierte Kapitel stellen den Kern dieser Ausarbeitung dar. Es werden empirische Untersuchungen vorgestellt und analysiert, die systematische Abweichungen von den einzelnen Verhaltensannahmen verdeutlichen9. Dieser Bereich umfasst bewusst zwei eigenständige Kapitel, um die Verstöße gegen explizit manifestierte Axiome deutlich abzugrenzen von den Verstößen weiterer Verhaltensannahmen, die sich indirekt aus der Risikonutzentheorie ableiten lassen. Nach Darstellung der Schwachstellen der Theorie wird im fünften Kapitel mit der Prospect-Theorie eine Alternative zur Risikonutzentheorie vorgestellt, die deskriptiven Anforderungen in vielerlei Hinsicht sehr viel besser entspricht. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
TABELLENVERZEICHNIS III
SYMBOLVERZEICHNIS IV
GLIEDERUNG
1. Einleitung 1
2. Die Risikonutzentheorie 3
2.1 Das Bernoulli-Prinzip als Grundlage der Risikonutzentheorie 3
2.2 Axiomatische Herleitung des Bernoulli-Prinzips 3
2.3 Axiome der Risikonutzentheorie 4
2.4 Implikationen und Postulate der Risikonutzentheorie 6
3. Systematische Abweichungen des Entscheidungsverhaltens von der Risikonutzentheorie 8
3.1 Verstöße gegen das Axiom der Transitivität 8
3.2 Verstöße gegen das Axiom der Stetigkeit 14
3.3 Verstöße gegen das Axiom der Substitution 16
3.3.1 Allais-Paradoxon 16
3.3.1.1 Common Consequence Paradoxon 17
3.3.1.2 Common Ratio Paradoxon 18
3.3.1.2.1 Certainty-Effekt 20
3.3.1.2.2 Pseudocertainty-Effekt 20
3.3.2 Ellsberg-Paradoxon 21
4. Verstöße gegen Implikationen und Postulate der Risikonutzentheorie 29
4.1 Verstöße gegen die Dominanzimplikation 30
4.1.1 Verletzung stochastischer Dominanz 30
4.1.2 Verletzung der Zustandsdominanz 34
4.2 Verstöße gegen das Postulat der Invarianz 36
4.2.1 Verletzung der prozeduralen Invarianz 36
4.2.1.1 Kompatibilitäts-Effekt 37
4.2.1.2 Prominenz-Effekt 38
4.2.2 Verletzung der deskriptiven Invarianz 39
5. Die Prospect-Theorie als Alternative zur Risikonutzentheorie 45
5.1 Charakteristika der Prospect-Theorie 45
5.1.1 Editierungsphase 45
5.1.2 Evaluierungsphase 47
5.1.2.1 Wertfunktion 47
5.1.2.2 Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion 50
5.2 Kritische Würdigung der Prospect-Theorie 53
6. Schlussbemerkung 56
LITERATURVERZEICHNIS 58
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 63

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Arbeit zitieren:
Pfüller, Achim Juni 2003: Entscheidungsphänomene, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Entscheidungstheorie, Allais, Prospect-Theorie, Axiom, Paradox

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