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Entscheidungskriterien für eine globale Beschaffungsstrategie im Bereich von Investitionsgütern am Beispiel der Volksrepublik China

Entscheidungskriterien für eine globale Beschaffungsstrategie im Bereich von Investitionsgütern am Beispiel der Volksrepublik China
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Weisser
  • Abgabedatum: November 2004
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 727,4 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Aalen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8706-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8706-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8706-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weisser, Jochen November 2004: Entscheidungskriterien für eine globale Beschaffungsstrategie im Bereich von Investitionsgütern am Beispiel der Volksrepublik China, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: China, Global Sourcing, Lieferantenmanagement, Risikomanagement, Einkauf

Diplomarbeit von Jochen Weisser

ACHTUNG: Der praktische Teil der Arbeit ist Eigentum des Unternehmens Schaeffler, in dem die Diplomarbeit geschrieben wurde und gehört daher nicht mit zum Lieferumfang.

Einleitung:

Die zunehmende Intensität des globalen Wettbewerbs stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die teilweise beachtlichen Unterschiede der Arbeitslöhne üben einen erheblichen Kostendruck aus. Gleichzeitig ermöglichen die immensen Wachstumsraten, besonders in Osteuropa und Asien, neu entstehende Märkte zu erschließen und damit zusätzliche Erlöse für das Unternehmen zu generieren. Aber auch die hoch entwickelten Industrienationen bieten relevante Vorteile, wie bspw. eine kontinuierliche lokale Nachfrage, eine entwickelte Infrastruktur und sehr gut ausgebildete Mitarbeiter, die anspruchsvolle Technologien beherrschen. Die Globalisierung der Märkte ermöglicht es den Unternehmen, diese unterschiedlichen Gegebenheiten der einzelnen Länder als Chancen für eigene Wettbewerbsvorteile zu nutzen.

Die hohen finanziellen Mittel, die Marketing und Vertrieb sowie die Entwicklung und Einführung von Innovationen erfordern, verstärkten den Trend nicht jede Leistung selbst herzustellen, sondern die Kernleistungen einer Unternehmung als Alleinstellungsmerkmal auszubauen. Dabei nahm die Wertschöpfungstiefe der einzelnen Industrieunternehmen ab. Eine weitere Abnahme ist auch künftig zu erwarten. Lediglich bei einigen wenigen Spezialisten und Nischenanbietern, die ihr Fertigungswissen nicht aus der Hand gegeben haben bzw. geben wollen, hat sich nicht viel verändert. Sie sind dem enormen Preiskampf weniger stark ausgeliefert.

Für alle anderen ist dabei die Frage der Beschaffungskostensenkung zu einem der zentralen Managementthemen geworden. Denn momentan liegt der größte Hebel, was Kosteneinsparung unternehmensweit angelangt, in der Beschaffung. Branchenübergreifend kann gegenwärtig bei industriellen Unternehmungen von einem durchschnittlichen Beschaffungskostenanteil von 50% und mehr am Umsatz ausgegangen werden.

Die Globale Beschaffung stellt heute keine Wahlmöglichkeit mehr dar, sondern ist in den meisten Industriezweigen eine Überlebensnotwendigkeit. Experten im Bereich der Beschaffungsmarktforschung fordern deshalb eine Professionalisierung der Materialwirtschaft voranzutreiben, analog dem vor zehn bis fünfzehn Jahren vollzogenen Wandel von der Absatzwirtschaft zum Marketing.

Daraus lässt sich die Frage nach den künftigen Anforderungen, die sich für das Management von Wertschöpfungsstrukturen und für das professionelle Management von Beschaffung und Einkauf ergeben, ableiten. Zunächst erfordert dies eine Ausweitung des Aufgabenspektrums der industriellen Einkaufs- und Beschaffungsfunktion. Die operative Beschaffungsfunktion muss um ein strategisches Handlungsfeld erweitert werden. Das weltweit renommierte Institute for Supply Management (ISM) empfiehlt hierbei eine Ausweitung des engen Begriffs Einkauf zu dem des weiterreichenden Begriffs Supply Management.

Supply Management umfasst also sowohl die wirtschaftlichen als auch die technischen Aktivitäten, erschließt Potentiale der ungebundenen Marktbeziehungen genauso wie die Möglichkeiten langfristig orientierter Partnerschaften. Der Kernprozess ist aber nach wie vor das Einkaufen und mit zunehmender Bedeutung das Lieferantenmanagement. Dies führt in der Folgerung zu der Erkenntnis, dass sich strategische und operative Beschaffungsaktivitäten weiter trennen werden.

Die regionalen und globalen Beschaffungsstrategien steigen in ihrer Bedeutung als Ursache für Wettbewerbsvorteile. Um globale Kosteneffekte zu nutzen, werden sich die Unternehmen auf eine weitere Reduzierung der Lieferantenanzahl bzw. eine Konzentration auf strategische Partnerschaften einlassen. Dabei ergibt sich eine Steigerung der Qualitätsanforderungen an das Supply Management, um in dieser globalen, komplexen und unsicheren Umwelt agieren zu können. Aufgrund der strategischen Relevanz wird das Supply Management verstärkt in die Unternehmensplanung integriert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
1.1 Abgrenzung der Arbeit 6
1.2 Konzeption der Arbeit 8
2. Beschaffungsstrategien 9
2.1 Der Begriff Beschaffungsstrategie 9
2.2 Beschaffungsstrategieelemente 10
2.3 Global Sourcing als international ausgerichtete Beschaffungsstrategie 15
2.3.1 Der Begriff Global Sourcing 16
2.3.2 Voraussetzungen und Merkmale des Global Sourcing 17
2.3.3 Unternehmensinterne und -externe Motive des Global Sourcing 19
2.3.4 Gesamtkostenbetrachtung 21
2.3.5 Grenzen und Problembereiche des Global Sourcing 22
2.3.6 Ziele des Global Sourcing 23
3. Beschaffungsmarketing 25
3.1 Beschaffungsmarktforschung 25
3.1.1 Ansatz zur Beschaffungsmarktwahl 27
3.1.2 Makro- und Mikroumwelt des Beschaffungsmarktes 28
3.1.3 Lieferantenauswahlprozess 31
3.1.3 Marktforschungsrelevante Beschaffungsobjekte 35
3.2 Lieferantenmanagement 36
3.2.1 Hauptaktivitäten des Lieferantenmanagements 37
3.2.2 Kriterien zur Klassifikation der Lieferanten 39
3.2.3 Lieferantenreduzierung - Die Frage nach der "optimalen" Lieferantenanzahl 44
3.2.4 Lieferantenbeurteilungsverfahren 46
3.2.5 Lieferantenbewertung 52
4. Strategisches Risikomanagement in der globalen Beschaffung 56
4.1 Risikoidentifikation 57
4.3 Risikoanalyse und -bewertung 66
4.4 Risikosteuerung und -bewältigung 68
5. Die Volksrepublik China 69
5.1 Die VRC als Beschaffungsland 73
5.1.1 Beschaffungsregionen in der VRC 75
5.1.2 Entwicklung und Status Quo des chinesischen Maschinenbaus 78
5.2 Herausforderungen bei der Beschaffung in der VRC 82
5.2.1 Identifikation und Bewertung von potentiellen Lieferanten 83
5.2.2 Soziokulturelle Einflussfaktoren 85
5.2.3 Rechtliche Aspekte und Besonderheiten 91
5.3 Die Zukunft und Potentiale der VRC 93
Abbildungsverzeichnis 98
Literaturverzeichnis 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als Ausgangspunkt zur Ermittlung der optimalen Lieferantenzahl kann die Betrachtung der unterschiedlichen Kostenkategorien dienen, die mit den verschiedenen Austauschparadigmen verbunden sind. Der konfrontative Ansatz stellt lediglich auf die Senkung der direkten Produktkosten ab, während mit dem kooperativen Ansatz die sonstigen Kosten des Austausches reduziert werden sollen. Welche der Kostenkategorien die ausschlaggebende ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Vielmehr ist anzunehmen, dass deren relative Bedeutung von situativen Faktoren und den Eigenschaften des Austauschgutes abhängt. Bei komplexen Beschaffungsgütern ist in der Praxis eine geringe Anzahl von Lieferanten ratsam. Diese müssen dafür umso mehr als strategischer Partner gesehen und dahingehend entwickelt werden. Eine Reduzierung im Bereich von einfachen, [...]

Eine proaktive Maßnahme bei der Reduzierung technologischer Spezifität ist bspw. eine Ausweitung der Zusammenarbeit von F&E und Beschaffung sowie ein konsequentes Technologiemonitoring und –benchmarking. Bei der Reduzierung der technologischen Unsicherheit ist die Verwendung von etablierten Technologien, Konzentration auf technologische Kernkompetenzen sowie strategische Technologieprojekte fundamental. Im Rahmen der Reduzierung technologischer Abhängigkeiten spielen die Modularisierung, Dual/Multiple Sourcing und der Aufbau von Technologiewissen in der Beschaffung eine wichtige Rolle. 3.2.3 Lieferantenreduzierung - Die Frage nach der "optimalen" Lieferantenanzahl In den 80er und 90er Jahren folgten viele Unternehmen den Strategien von Professor Michael E. Porter von der Harvard Business School in Boston. Er sprach die Empfehlung aus, dass Unternehmen die Marktkräfte für sich nutzen sollten, in dem sie mit so vielen Lieferanten wie möglich zusammenarbeiten. Dadurch würden sie die Verhandlungsmacht der Lieferanten verringern und sich selbst in eine bessere Verhandlungsposition bringen.66 Diese Strategie der Marktkräftenutzung ist jedoch heute nicht mehr erstrebenswert. Bereits zu Beginn der 90er Jahre erklärten Bakos und Brynjolfsson mit Hilfe der sog. Incomplete-Contracts-Theorie, dass Abnehmer ihren Gewinn steigern können, wenn sie die Zahl der (alternativen) Lieferanten [...]

An dieser Stelle möchte ich passend dazu eine Anmerkung zu dem folgenden, immer noch aktuellen. Trend machen: In der Unternehmenspraxis lässt sich ein deutliche Tendenz zur Verlagerung der Entwicklung wichtiger Technologien auf Lieferanten feststellen. Diese Verlagerung birgt jedoch neben großen Chancen auch erhebliche Risiken für den Abnehmer. Deshalb ist es hier besonders wichtig diese Lieferanten zu positionieren und die Beziehungen kritisch zu hinterfragen: Lässt sich die technologische Spezifität, Unsicherheit oder Abhängigkeit vom Lieferanten verringern? Nur wenn dies nicht mehr möglich ist, sollte eine Unternehmung das Risiko und den Aufwand einer strategischen Partnerschaft eingehen. Bei einer strategischen Partnerschaft mit Technologie-Lieferanten hängen Mechanismus, Umfang und Ebene der Koordination zwischen Abnehmer und Lieferant von mehreren Einflussfaktoren ab. [...]

Arbeit zitieren:
Weisser, Jochen November 2004: Entscheidungskriterien für eine globale Beschaffungsstrategie im Bereich von Investitionsgütern am Beispiel der Volksrepublik China, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
China, Global Sourcing, Lieferantenmanagement, Risikomanagement, Einkauf

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