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Englischunterricht an der Allgemeinen Förderschule

Vorgestellt anhand von Beispielen aus den Bundesländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Englischunterricht an der Allgemeinen Förderschule
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Andrea Krause
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 444,4 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6124-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6124-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6124-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krause, Andrea Oktober 1999: Englischunterricht an der Allgemeinen Förderschule, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lernbeeinträchtigung, Unterricht, Kulturkompetenz, Didaktik, Ethnozentrismus

Staatsexamensarbeit von Andrea Krause

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Fremdsprachenunterricht an Allgemeinen Förderschulen. Die jetzige Situation von Schülern der Förderschule wird analysiert und Konsequenzen, die daraus für die Schule entstehen, werden abgeleitet.

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Arbeit wird Fremdspachenunterricht an Allgemeinen Förderschulen so gut wie nicht erteilt. Die wenigen existierenden Beispiele basieren auf Improvisationen einiger besonders engagierter Lehrer, da weder ein Rahmenplan für Englisch an Allgemeinen Förderschulen noch entsprechende Fachliteratur existieren.

Gang der Untersuchung:

In der Literatur findet man die Meinung, daß das Erlernen einer Fremdsprache das Recht eines jeden Menschen sei. Hierzu wurden bereits Forderungen formuliert, auf die im ersten Kapitel eingegangen wird. Daran anschließend wird dargestellt wie die subjektiven Bedürfnisse von Schülern der Allgemeinen Förderschule bezüglich von Englischkenntnissen aussehen und wie der wirtschaftliche Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen auch auf Schüler mit Beeinträchtigungen im Lernen zutrifft.

Da keine festen Rahmenpläne für den Fremdsprachenunterricht an Förderschulen vorliegen, sollen im dritten Kapitel exemplarische Beispiele von Englischunterricht an Förderschulen einen konkreteren Eindruck der jetzigen Situation vermitteln. Zum einen handelt es sich um die Vorgehensweise an Hamburger Förderschulen, zum anderen um ein Förderzentrum in Rostock. Beide Ansätze unterscheiden sich in der Handhabung ihres Fremdsprachenunterrichts, werden jedoch mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert und haben unterschiedliche Lösungsansätze gefunden. Die Beispiele stiften dazu an, eigene Ideen zur Gestaltung eines solchen Unterrichts zu entwickeln.

Anliegen des vierten Kapitels ist es, ein Lehrkonzept vorzustellen, das in der englischen Fachdidaktik bekannt ist, im klassischen Englischunterricht jedoch nicht im Vordergrund steht, aber für die Förderschule geeignet zu sein scheint. Abschließend soll ein fiktives Unterrichtsszenario dazu dienen, die theoretisch-abstrakten Ideen zu konkretisieren und dem Leser einen kleine, vielleicht futuristische Vorstellung davon zu vermitteln, wie der Englischunterricht an der Allgemeinen Förderschule verwirklicht werden könnte. Hierzu ist zu bemerken, daß dieses nur ein kurzer Ausschnitt eines möglichen Szenarios ist, viele andere Möglichkeiten, die auf dem Lehrkonzept «cultural studies» und der erörterten Situation von Schülern mit Lernbeeinträchtigungen beruhen, sind möglich und unbedingt erwünscht.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Ziel dieser Arbeit darin besteht, dem Leser die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen im Lernen im Zusammenhang mit Englischkenntnissen näher zu bringen sowie bereits existierende Lösungsansätze, wie auch weiterführende Ideen vorzustellen. Die Erstellung eines Rahmenplans für den Englischunterricht an Allgemeinen Förderschulen ist im Rahmen einer solchen Arbeit natürlich nicht möglich, dennoch untermauert die hier erörterte Situation sowie die Ideen zur didaktischen Vorgehensweise sicherlich die Notwendigkeit einer eigenständigen Didaktik für den Englischunterricht an Allgemeinen Förderschulen.

Die Terminologie betreffend ist anzumerken, daß der sich inzwischen verstärkt durchsetzende Begriff der Lernbeeinträchtigung an Stelle von Lernbehinderung verwendet wurde; der Begriff Lernbehinderung tritt ausschließlich innerhalb von Zitaten verschiedener Autoren auf. Der Begriff Fremdsprache bezieht sich in dieser Arbeit grundsätzlich auf die englische Sprache. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden in der vorliegenden Arbeit maskuline Formen wie beispielsweise Schüler oder Lehrer verwendet; diese implizieren immer auch die weibliche Form. Außerdem sind die Bezeichnungen Allgemeine Förderschule (wird in Mecklenburg verwendet) und Förderschule (wird in Hamburg verwendet) als gleichwertig anzusehen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
1.1 «Englisch für Alle»: Zum derzeitigen Stand der Diskussion 3
1.1.1 «Gemeinsame Erklärung» von GEW und VBE 4
1.1.2 Die europäische Forderung: Fremdsprachen für alle 6
2. Vorbereitende Betrachtungen 10
2.1 Objektive und subjektive «needs» von Schülern mit Lernbeeinträchtigungen 10
2.1.1 Englischunterricht an Allgemeinen Förderschulen 10
2.2 Englisch als «Alltagsgegenstand» 12
2.3 Fremdenfeindlichkeit = Angst vor dem «Fremden»? 17
2.3.1 Fremdenfeindliche Tendenzen an Schulen 18
2.3.2 Besondere Situation der Allgemeinen Förderschulen 20
2.3.2.1 Kriminalistische Tätertypanalyse 21
2.3.2.2 Pädagogische Konsequenzen 24
2.4 Englischunterricht - Überforderung für lernbeeinträchtigte Schüler?! 26
2.4.1 Definition von Lernbeeinträchtigung 27
2.4.2 Didaktische Konsequenzen 29
3. Ausgewählte Beispiele 31
3.1 Historische Entwicklung des Englischunterrichts an Hamburger Schulen 31
3.1.1 Englisch in der Förderschule 32
3.1.2 Durchführung des Unterrichts 34
3.1.3 Lehrerbefragung zum Englischunterricht in der Grundstufe von Förderschulen 35
3.1.4 Schlußfolgerungen 37
3.2 Englischunterricht an einem sonderpädagogischen Förderzentrum in Rostock 39
3.2.1 Ausgangssituation 39
3.2.2 Praktische Realisierung 40
3.2.3 Ziele 42
3.2.4 Inhalte 44
3.2.5 Fazit 47
3.3 Resümee 48
3.3.1 Schwierigkeiten 48
3.3.2 Kritische Betrachtung 49
4. Das Lehrkonzept «Cultural Studies» 50
4.1 Interkulturelles Lernen 50
4.1.1 Definition 50
4.1.2 Verwendung innerhalb der «Cultural Studies» 51
4.2 Zur Funktion von Sprache 52
4.3 Interkulturelle Kommunikation 53
4.4 Interkulturelles Lernen im Englischunterricht 54
4.5 Didaktische Prinzipien und Ziele 56
4.6 «Cultural Studies» an der Allgemeinen Förderschule 58
5. Vision: Das Projekt «Sklaverei» 60
6. Literaturverzeichnis 70

Automatisiert erstellter Textauszug:

regierung7 näher betrachtet. Die Definitionen der Tätertypen weisen Allgemeingültigkeit auf und sind daher auch auf andere Bundesländer übertragbar. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung läßt sich feststellen, daß die Tatverdächtigen und die Täter nicht eine gemeinsame soziale Herkunft, sondern eine breite Streuung aufweisen, sie also nicht durch gemeinsame Motive und Vorstellungen bewegt werden, sondern aufgrund unterschiedlicher Bedürfnis- und Gefühlslagen handeln. Dabei spielen auf der einen Seite politische und hierbei vor allem rechtsradikale Motive und rassistische Ideologien eine Rolle, auf der anderen Seite sind aber auch unpolitische Gewaltmotive und soziale Protestmotive maßgebend. Auffällig sind daher nicht die Gemeinsamkeiten, sondern die Verschiedenheiten. Die Untersuchung unterscheidet folgende vier Tätertypen: § „Mitläufer weisen in der Regel keine biographische Problembelastung und häufig auch geringere Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft auf; sie werden vielfach durch gruppendynamische Prozesse in die Gewalttat hineingezogen. Kriminelle Jugendliche (Schlägertypen) verstehen Gewalt als Element der alltäglichen Auseinandersetzung, zunächst häufig ohne extremistische und fremdenfeindliche Ausrichtung. Der Ausländerfeind/Ethnozentrist kommt eher aus sozial benachteiligten Verhältnissen; er fürchtet und haßt Ausländer vor allem als Konkurrenten um die knappen, für ihn erreichbaren Arbeitsplätze. [...]

traktionsvermögen zu entwickeln, und so sind sie oft gutgläubig und abhängig von der Aufrichtigkeit anderer. Es sind ebenso Theorien zum sozialen Vergleich6 verbreitet, die davon ausgehen, „daß Jugendliche desto eher zu solchen [ausländerfeindlichen und rechtsextremistischen] Orientierungen neigen, je benachteiligter sie aufgrund ihrer sozialen Herkunft und Ausbildung sind" (HOPF 1994, S.207). Diese Annahme wird durch Alltagstheorien untermauert und impliziert, daß lernbeeinträchtigte Schüler eher zu rechtsradikalen Tendenzen neigen, da ein Schüler der Allgemeinen Förderschule sein soziales Prestige stärker aufwerten muß als vielleicht ein Gymnasiast. Die Begründung einer ethnozentristischen Orientierung ist bis jetzt nicht empirisch belegt und auf keinen Fall ausschließlich auf den sozialen Vergleich zurückzuführen. Jedoch lassen die eben gegebenen Ausführungen den Schluß zu, daß das Problem Ethnozentrismus oder abgeschwächt ausgedrückt Ausländerfeindlichkeit an den Allgemeinen Förderschulen, wie auch an anderen Schulen existiert. Nur wenn man sich dieser Problematik bewußt ist, kann diese bearbeitet und auch bewältigt werden. Außerdem können nur so die Vorurteile, die hinsichtlich der Entstehung ethnozentristischer Orientierungen existieren und leider auch zu Vorurteilen gegenüber lernbeeinträchtigten Schülern führen, abgebaut werden. 2.3.2.1. Kriminalistische Tätertypanalyse [...]

Schulen werden immer mehr zu Zentren der Gewalt, Schlägereien sind fast schon alltäglich. Auch ethnozentristische Verhaltensweisen (Hitlergruß, Hakenkreuze auf der Kleidung) sind keine Seltenheit mehr. Ein erster Versuch der Schulen gegen diese massive Welle anzugehen, war die Belehrung der Schüler, daß diese Verhaltensweisen innerhalb der Schule nicht gestattet sind. Eine Steigerung stellt das Wahrnehmen der Melde- und Anzeigepflicht der Lehrer von Schülern, die ethnozentrische Verhaltensweisen zeigen, dar. Auch Innenminister TIMM ist der Ansicht, daß wir vor allem „die nicht gefestigten jungen Menschen vor den rechtsextremistischen Rattenfängern schützen müssen, da die jüngeren Altersgruppen nach verschiedenen Untersuchungen besonders anfällig für deren simplifizierende Ideologien sind. Der beste Schutz ist dabei eine engagierte Bildungs- und Erziehungsarbeit“.5 2.3.2. Besondere Situation der Förderschulen Die Allgemeine Förderschule ist genauso betroffen wie andere Schulen auch, bedarf aber einer differenzierteren Betrachtungsweise. Es gibt eine sonderpädagogische Problemstellung, die besagt, daß lernbeeinträchtigte Schüler leichter von anderen, hinsichtlich politischer Denkweisen, mißbraucht werden können. Ihnen werden falsche Motive vorgegaukelt und nicht die wahren Beweggründe für zum Beispiel rechtsradikale Meinungen offenbart. Durch die Behinderung ist es vielen Schülern verwehrt, Weitblick und Abs- [...]

Arbeit zitieren:
Krause, Andrea Oktober 1999: Englischunterricht an der Allgemeinen Förderschule, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lernbeeinträchtigung, Unterricht, Kulturkompetenz, Didaktik, Ethnozentrismus

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