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Empowerment: Formen und Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit

Mit einer Fallstudie aus der deutschen Hotelbranche

Empowerment: Formen und Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Gottlebe
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 6,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9437-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9437-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9437-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gottlebe, Alexander Juni 2005: Empowerment: Formen und Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: C/D-Paradigma, Mehr-Faktoren-Modell, Branchenüberblicke, Service Profit Chain, Service Encounter

Diplomarbeit von Alexander Gottlebe

Einleitung:

Jeder, der einmal in einem Hotel – geschäftlich oder privat – einige Zeit verbracht hat, weiß, dass es schön ist, in einem modern oder wohnlich eingerichteten Hotel mit großen Zimmern und luxuriöser Ausstattung zu übernachten. Ob man mit dem Aufenthalt aber wirklich zufrieden ist, wird neben den angebotenen Leistungen und der Lage des Hotels auch zu einem großen Teil durch das Verhalten der Hotelmitarbeiter bestimmt. Angefangen von der Reservierung, über den Check In und den Zimmerservice bis zum Restaurantpersonal, überall gibt es diese – kurzen oder längeren – Momente, in denen Hotelgäste auf das Servicepersonal treffen. Dieses Zusammentreffen wird auch als „Moment of truth“ bezeichnet: Der Moment der Wahrheit, denn hier bieten sich Chancen, den Gast zu begeistern – oder ihn zu enttäuschen. Empirische Untersuchungen ergaben, dass ein Großteil aller Beschwerden von Hotelgästen auf das Verhalten von Hotelmitarbeitern zurückzuführen ist. Die Lösung dieses Problems kann sich an zwei Extrema orientieren: einerseits kann den Mitarbeitern ihr Verhalten für jede erdenkliche Situation vorschrieben werden, andererseits kann ihnen genügend Spielraum für eigene Entscheidungen eingeräumt werden. Dabei können sie lernen, im Sinne des Kunden und des Unternehmens zu agieren.

MARRIOTT zufolge können Vorschriften lediglich eine Grundlage (die sog. ›Basics‹) bilden. Außergewöhnlichen Service erbringen verantwortlich handelnde und mitdenkende Mitarbeiter.

BLANCHARD ET AL. zeigen in ihrem Buch „Management durch Empowerment“ einen Weg auf, wie Mitarbeiter dazu angeregt werden können, eigenverantwortlich und im Sinn des Kunden zu handeln.

Empowerment scheint somit eine Möglichkeit zu sein, Mitarbeiter zu kundenorientiertem und gleichzeitig unternehmensorientiertem Handeln zu motivieren. Im Hotelbereich ist das aufgrund der Häufigkeit von Interaktionsmomenten zwischen Mitarbeitern und Gästen äußerst wichtig. Hier gewinnt der Kunde seinen Eindruck vom Unternehmen.

Die Bedeutung der Zufriedenheit mit Dienstleistungen (u. a. im Hotelgewerbe) liegt auf der Hand: Die Gewinnung neuer Kunden ist teuer. Demnach ist es wichtig, bestehende Kunden durch eine hohe Zufriedenheit an das Unternehmen zu binden. Zufriedene Kunden konsumieren nicht nur mehr und häufiger, sondern empfehlen überdies auch noch öfter die Leistung an Freunde oder Bekannte weiter.

Nun ließe sich vermuten, dass Empowerment einen adäquaten Weg darstellt, die Kundenzufriedenheit mit Dienstleistungen zu steigern. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die z. B. vorbringen, Kunden wünschen sich einen konsistenten Service. Das heißt, im Fall einer Reklamation sollte die Entschädigung jeweils gleich ausfallen und nicht von der Einschätzung des jeweiligen Mitarbeiters abhängen. Als weitere Kritik wird die Verlängerung der Wartezeiten nachfolgender Kunden genannt, da dieser persönliche Service zeitintensiver ist. Zudem sind die Kosten für Empowerment nicht unerheblich und Wirkungen zeigen sich meist erst langfristig.

Diese Arbeit geht der Frage nach, ob Empowerment wirklich einen positiven und auch merklichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit ausübt. In der Arbeit wird der Zusammenhang zwischen Empowerment und der Kundenzufriedenheit in Hotelbetrieben untersucht. Dabei soll herausgefunden werden, wie sich unterschiedlich starke Ausprägungen von Empowerment auf die Zufriedenheit der Kunden auswirken.

Gang der Untersuchung:

Im folgenden Kapitel 2 werden die theoretischen Grundlagen zu Empowerment, Kundenzufriedenheit und einer möglichen Verbindung zwischen beiden literaturgeleitet erarbeitet. Dabei werden Hypothesen zum Zusammenhang aufgestellt, die im späteren empirischen Teil der Arbeit auf Gültigkeit überprüft werden.

Das anschließende Kapitel 3 beleuchtet kurz die Hotelbranche und es wird erklärt, welche Rolle Empowerment und Kundenzufriedenheit in der Hotellerie spielen.

In Kapitel 4 werden die theoretischen Erkenntnisse mit empirischen Daten untermauert und die aufgestellten Hypothesen auf Legitimität untersucht. Eine vom Autor durchgeführte Fallstudie aus der Hotelbranche wird vorgestellt und deren Ergebnisse genutzt, einen möglichen Zusammenhang zwischen Empowerment und Kundenzufriedenheit mit Daten zu fundieren. Abschließend zieht der Autor Bilanz und fasst seine Antworten auf die Frage nach einer Verbindung zusammen, nimmt kritisch Stellung und gibt einen kurzen Ausblick auf sich daraus ergebende Forschungsfelder.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
VERZEICHNIS DER BENUTZTEN VARIABLEN VIII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Motivation und Gegenstand der Arbeit 2
1.2 Aufbau und Methodik 3
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 4
2.1 Empowerment 4
2.1.1 Einordnung, Voraussetzungen und Klärung des Begriffs Empowerment 4
2.1.2 Formen des Empowerment 10
2.1.3 Auswirkungen des Empowerment 13
2.2 Kundenzufriedenheit 16
2.2.1 Kundenzufriedenheit als Konstrukt – Das Confirmation/Disconfirmation-Paradigma 18
2.2.2 Voraussetzungen für die Entstehung von Kundenzufriedenheit – das Mehr-Faktoren-Modell 20
2.3 Empowerment und Kundenzufriedenheit 23
2.3.1 Literaturübersicht 24
2.3.2 Grundlegende Modelle zum Verständnis der Verbindung zwischen Empowerment und Kundenzufriedenheit 27
2.3.3 Stärke der Verbindung zwischen Empowerment und Kundenzufriedenheit 35
2.4 Zusammenfassung 36
3. DIE HOTELBRANCHE 38
3.1 Branchenüberblick der Hotelbranche in Deutschland 38
3.2 Kundenzufriedenheit in der Hotelbranche 38
3.3 Empowerment in der Hotelbranche 41
4. FALLSTUDIE 46
4.1 Ansprüche an die Untersuchung 46
4.2 Methode 47
4.3 Durchführung 50
4.4 Ergebnisse 51
4.4.1 Aufbereitung der Daten aus den Interviews und Ermittlung des Indikators OEI1 51
4.4.2 Aufbereitung der Daten aus den Fragebögen und Ermittlung der Indikatoren OEI2, PEI und KZI 52
4.4.3 Erste vergleichende Betrachtung der Indikatoren OEI1, OEI2, PEI und KZI 58
4.4.4 Analyse der Daten und Interpretation der Ergebnisse 60
4.5 Konsolidierung und Diskussion der Ergebnisse 69
5. FAZIT UND AUSBLICK 72
ANHANG IX
Anhang A Gliederung des Dienstleistungssektors nach Statistischem Bundesamt IX
Anhang B Beherbergungsbetriebe in Europa im Jahre 2002 X
Anhang C Elemente der einzelnen Konstrukte ›Zimmer‹, ›Hotel‹, ›Rezeption‹, ›Personal‹ und ›Zusätzliche Einrichtungen‹ bei der Befragung von BAUER/KELLER (2001) XI
Anhang D Darstellung der Schätzergebnisse des Zufriedenheitsmodells von BAUER/KELLER XIV
Anhang E Anschreiben für Hotelmanager XV
Anhang F Interviewleitfaden für das Gespräch mit den Hotelmanagern XVII
Anhang G Begleitschreiben für den Fragebogen XVIII
Anhang H Fragebogen zur Erfassung des psychologischen Mitarbeiterempowerment und der Einschätzung der Kundenzufriedenheit in den jeweiligen Hotels XIX
Anhang I Auswertung der Interviews XXI
Anhang J Elektronische Mitteilung von MARTIN F. GARBERS (als GARBERS (2005)) XXV
LITERATURVERZEICHNIS XXVI
Die in der Studie erwähnte CD ist nicht im Lieferumfang enthalten, da sie für das Verständnis der Studie nicht notwendig ist.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Statistische Bundesamt ordnet die Hotellerie als Komplex H. 55. 10 dem Gastgewerbe unter.113 Sie wird in Hotels, Hotel garnis, Gasthöfe und Pensionen unterteilt.114 Verglichen mit anderen Betriebsarten werden Hotels als die oberste Qualitätsklasse angesehen.115 Der Anteil ihrer Betriebsstätten betrug im Jahr 1999, in Relation zu allen Betriebsstätten, 33 % gefolgt von Gasthöfen mit 28 % und Hotel garnis mit 25 %. Mit nur 14 % Anteil bildeten die Pensionen das Schlusslicht. Bei der Zahl der Übernachtungen ist die große Bedeutung der Hotels erkennbar. Sie hatten im Jahre 2000 einen Anteil von 62 % an der Gesamtzahl aller Übernachtungen, Hotel garnis nur 20 % und Gasthöfe zusammen mit Pensionen lediglich 18 %.116 [...]

Es konnte gezeigt werden, dass Empowerment ein interessantes und v. a. aus Kunden- und Mitarbeitersicht relevantes Konzept der Unternehmensführung ist. Über verschiedene organisatorische Stellmechanismen haben Management und Organisation Einfluss auf das empfundene psychologische Empowerment der Mitarbeiter. Verschiedene Formen des Empowerments bewirken dabei einen unterschiedlich hohen Grad an psychologischem Empowerment bei den Mitarbeitern. Die Zufriedenheit von Kunden ist v. a. bei Dienstleistungsunternehmen ein kritischer Erfolgsfaktor, da er für das zukünftige Verhalten der Konsumenten relevant ist. Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten, die Kundenzufriedenheit zu messen und zu optimieren. Diese Möglichkeiten müssen sie auch nutzen, um erfolgreich zu sein. Verschiedene Wirkmechanismen verbinden Empowerment und Kundenzufriedenheit miteinander. Die Auswirkungen von Empowerment auf die Kundenzufriedenheit werden recht unterschiedlich [...]

2.3.3 Stärke der Verbindung zwischen Empowerment und Kundenzufriedenheit Zu Beginn der Arbeit wurde bereits erwähnt, dass zwischen den organisatorischen Praktiken eines Unternehmens in Bezug auf Empowerment und dem empfundenen psychologischen Empowerment unterschieden werden muss. Aus diesem Grunde werden diese zwei Teilaspekte des Empowerments und deren Folgen getrennt betrachtet. Organisatorische Praktiken des Empowerments: In vielen Studien wurde festgestellt, dass organisatorische Managementpraktiken des Empowerments am Anfang eines Prozesses stehen, der u. a. zu einem empowerten Geisteszustand bzw. einer Empowerment-Erfahrung führt.105 In ihrem integrativen Modell stellen ROBBINS ET AL. (2002) eine Verbindung zwischen der lokalen Arbeitsumgebung (Jobstruktur, HR-Praktiken und Aktionen des lokalen Management) und dem psychologischen Empowerment über Wahrnehmungen und Einstellungen der Mitarbeiter (Möglichkeiten, Unterstützung, Commitment und Vertrauen) her.106 SPREITZER (1995) findet als Voraussetzung für psychologisches Empowerment 1.) Informationen über Ziele und die eigene Performance und 2.) eine Entlohnung, die sich an der eigenen Performance orientiert.107 Bereits CONGER/KANUNGO (1988) [...]

Arbeit zitieren:
Gottlebe, Alexander Juni 2005: Empowerment: Formen und Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
C/D-Paradigma, Mehr-Faktoren-Modell, Branchenüberblicke, Service Profit Chain, Service Encounter

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