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Empirische Studie bei Kraft Jacobs Suchard zur Implementierung und Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung in die Personal- und Organisationsentwicklung

Empirische Studie bei Kraft Jacobs Suchard zur Implementierung und Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung in die Personal- und Organisationsentwicklung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Iris Czalnik
  • Abgabedatum: Oktober 1995
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 829,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0511-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0511-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0511-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Czalnik, Iris Oktober 1995: Empirische Studie bei Kraft Jacobs Suchard zur Implementierung und Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung in die Personal- und Organisationsentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gesundheitsförderung, Fehlzeiten, Mitarbeiter-Motivation, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung

Diplomarbeit von Iris Czalnik

Einleitung:

Fehlzeiten sind ein ernstzunehmendes Problem, deren Ausmaß in der betrieblichen Praxis einen erheblichen Stör- und Kostenfaktor darstellt und auch als Signal für unbefriedigende Zustände (unzureichende Führung, Kultur, Ablauforganisation, Motivation, u.a.) innerhalb des Unternehmens zu verstehen ist. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Reduzierung des zu beeinflussenden Bereichs der Fehlzeiten.

Das Unternehmen kann hier mit einer erfolgreichen betrieblichen Gesundheitsförderung (im folgenden BGF genannt) zur Senkung des Krankenstandes beitragen, indem durch Interventionen des Führungsverhaltens und der Verhaltens- und Verhältnisprävention die medizinische Notwendigkeit beeinflußt wird und zusätzlich eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit erreicht wird, die die motivationsbedingte Abwesenheit senkt. Darüber hinaus sollen die Beschäftigten mit Hilfe unterschiedlicher Techniken in die Lage versetzt werden, sich den durch den technischen Wandel bedingten arbeitsinhaltlichen und organisatorischen Veränderungen anzupassen, daß sie den neuen Anforderungen gerecht werden. Wie nun die Arbeitsumwelt entsprechend gestaltet werden kann, soll in dieser Ausführung erläutert werden.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit ist das Ziel einer kritischen Auseinandersetzung mit BGF nicht, die Sinnhaftigkeit der BGF als solche in Frage zu stellen, sondern die Realisierung eines BGF-Konzeptes und die Implementierung eines solchen in die Personal- und Organisationsentwicklung aufzuzeigen, sowie das Verhältnis der an die BGF geknüpften Erwartungen zur Realität und die Grenzen derselben. Dies geschieht anhand einer empirischen Untersuchung bei Kraft Jacobs Suchard. Die Darstellung der konkreten organisatorischen und inhaltlichen Schritte zur Gestaltung eines BGF-Konzeptes bedeutet jedoch nicht eine verbindliche Leitlinie für ein solches Konzept. Die Handlungsabfolge zeigt lediglich Interventionsmöglichkeiten auf, die je nach betrieblichen Stand der Aktivitäten und der entsprechenden Problemlage bausteinartig zur Optimierung der eigenen betrieblichen Gesundheitspolitik ganz oder ansatzweise übernommen und/oder ergänzt werden können.

Doch zunächst werden die theoretischen Grundlagen dargestellt, indem die Notwendigkeit der BGF erläutert wird, die sich aus einem veränderten Krankheitsbild ergibt, welches die Leistungsfähigkeit des einzelnen maßgeblich beeinflussen kann. Interventionen im Rahmen der BGF können dem entgegenwirken. Es kann jedoch kein ausdifferenziertes BGF-Konzept mit überbetrieblicher Gültigkeit vorgestellt werden. Die Konzepte und Maßnahmen müssen auf die konkret vorliegenden Arbeitsbedingungen in den Unternehmen, d.h. die spezifischen Organisationseinheiten und Tätigkeitsgruppen, zugeschnitten werden. Dennoch sollen hier Aktionsfelder dargelegt werden, innerhalb deren dann entsprechende Schwerpunkte gesetzt werden können. Daraufhin werden die Vorteile und der Einfluß der BGF für das Unternehmen und die Mitarbeiter thesenartig vorgestellt. In diesem Kontext wird die Integration und Implementierung der BGF in die jeweiligen Konzepte der Personal-, Organisations- und Produktionsentwicklung behandelt.

Den Kern der Arbeit bildet eine Fallstudie am Beispiel Kraft Jacobs Suchard, wie ein Konzept der BGF in die Personal- und Organisationsentwicklung integriert werden kann. Hier soll deutlich werden, daß BGF mehr ist, als „altbewährte“ Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Herz-Kreislauf-Programme, die sich in erster Linie an der individuellen Verhaltensänderung orientieren und somit oft nur eindimensionale Wirkungen und eine geringe Reichweite zu erwarten ist. Das Konzept von KJS, welches zugleich eine Änderung der Verhältnisse betont, wird detailliert vorgestellt, beginnend mit der Ausgangssituation, Erfassung der gesundheitlichen Lage der Beschäftigten durch verschiedene Instrumente und der Zielsetzung. Es folgt eine Ausführung der konkreten Maßnahmen. Zu jedem Aktionsfeld des Konzeptes wird der jeweilige wissenschaftliche Hintergrund dargestellt, bevor dann die konkreten Maßnahmen bei KJS mit der Zielsetzung, den jeweiligen Akteuren sowie deren Kooperation untereinander aufgeführt werden. Schließlich wird die Kosten-Nutzen-Analyse erläutert. In diesem Zusammenhang wird die Effektivität solcher Strategien bestätigt.

Zum Abschluß wird das Konzept als ganzes zusammenfassend reflektiert und die Möglichkeiten und Grenzen desselben bezüglich der Weiterentwicklung aufgezeigt, sowie die Operationalisierbarkeit auf andere Unternehmen in der betrieblichen Praxis dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Darstellungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis vII
Vorwort IX
1. Einführung und Wegweiser durch die Arbeit 1
2. Die Notwendigkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung 3
2.1 Die Auswirkungen eines veränderten Krankheitsbildes auf die Arbeitswelt 4
2.2 Betriebliche Gesundheitsförderung als entscheidendes Instrument im Unternehmen 7
2.3 Vorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung und deren Einfluß auf das Unternehmen und die Mitarbeiter 11
3. Integration der betrieblichen Gesundheitsförderung in die Konzepte der Produktions-, Organisations- und Personalentwicklung 13
3.1 Integration in die Organisationsentwicklung 13
3.2 Integration in die Personalentwicklung 15
3.2.1 Betriebliche Gesundheitsförderung als Personalpflege 16
3.2.2 Die Rolle der Vorgesetzten in der betrieblichen Gesundheitsförderung 17
3.3 Integration in die Produktionsentwicklung 19
4. Implementierung eines Konzeptes zur betrieblichen Gesundheitsförderung bei Kraft Jacobs Suchard 22
4.1 Systematische Bedarfsermittlung mittels einer Strukturanalyse 22
4.2 Die Interventionsphase 25
4.2.1 Konzertierte Aktion 26
4.2.2 Bildung eines Steuerungsgremiums „Health Task Force“ 26
4.2.2.1 Beteiligte und Initiatoren der Health Task Force 26
4.2.2.2 Vorgehensweise 29
4.2.3 Zielorientierung 30
4.2.3.1 Zielgruppe 30
4.2.3.2 Zielsetzung 30
4.2.3.3 Operationalisierbarkeit der Ziele 32
5. Fallstudie bei Kraft Jacobs Suchard zur Integration eines betrieblichen Gesundheitsförderungskonzeptes in die Organisations-entwicklung 32
5.1 Einbindung der betrieblichen Gesundheitsförderung in das Total Quality Management 33
5.1.1 Erhöhte Arbeitssicherheit durch Verhaltensbeeinflussung 34
5.1.2 Der Betriebsarzt als Multiplikator 36
5.1.2.1 Rechtliche Grundlagen und institutioneller Rahmen der betriebsärztlichen Tätigkeit 36
5.1.2.2 Tätigkeiten des Betriebsarztes bei KJS 37
5.1.2.3 Erweiterung der betriebsärztlichen Tätigkeiten 40
5.1.3 Personalwesen als institutionalisierendes Medium zur Verhaltensmodifikation 41
5.1.3.1 Einrichtungen und Leitlinien im Rahmen der Personalführung 41
5.1.3.2 Förderung der Mitarbeiter durch Personalentwicklung 43
5.1.4 Transfer Training als Informations-, Kommunikations- und Koordinationsinstrument 45
5.1.4.1 Zielsetzung 45
5.1.4.2 Vorgehensweise 46
5.1.4.3 Anregungen aus dem Transfer Training 47
5.1.5 Sicherung von Qualität und Effizienz durch Evaluation und wissenschaftliche Begleitung 48
5.2 Optimierung des Arbeitsumfeldes durch Verhältnisprävention 52
5.2.1 Ausgleich körperlicher Belastungen und Zwangshaltungen durch Bewegungsübungen 53
5.2.2 Das Betriebsrestaurant als notwendiges und ausbaufähiges Präventionsfeld 56
5.2.2.1 Gesundheitsvorsorge durch gesundheitsbewußte Ernährung 56
5.2.2.2 Optimierung der Nachtverpflegung 58
5.2.2.3 Weiterentwicklung des Betriebsrestaurants 58
5.2.3 Politik bei krankheitsbedingter Abwesenheit 58
5.2.4 Flexible Arbeitszeiten - Chancen für Mitarbeiter und Unternehmen 62
5.2.4.1 BGF und die Schichtproblematik 64
5.2.4.2 Pausenregelung 65
5.2.5 Entwicklung eines Arbeitsplatzkatasters durch Zirkelarbeit in TQM-Workshops 66
5.2.5.1 TQM- Workshop Gesundheit 66
5.2.5.2 Arbeitsplatzanalyse durch den TQM-Workshop Arbeitsplatz und Gesundheit 69
5.2.5.3 Permanente Optimierung aller Arbeitsplätze durch das Arbeitsplatzkataster 70
5.3 Verhaltensprävention zur Realisierung der Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung auf individueller Ebene 72
5.3.1 Die Betriebskrankenkasse zur Unterstützung und Ergänzung in der Verhaltensprävention 73
5.3.2 Das Sozialwesen zur Verminderung psycho-sozialer Belastungen 75
5.3.2.1 Suchtprävention im Unternehmen 75
5.3.2.2 Sozialberatung 76
5.3.3 Verhaltensänderungen durch Gesundheitsinformationen mittels Öffentlichkeitsarbeit 77
5.4 Die Berücksichtigung von außerbetrieblichen Einflüssen und Belangen 79
5.4.1 Einbeziehung des familiären Umfeld 79
5.4.2 Berücksichtigung von Gesellschaft und Umwelt 80
6. Effektivität und Ergebnisse der Strategien 81
6.1 Kosten- Nutzen-Analyse versus Kosten-Wirksamkeitsanalyse 81
6.2 Nutzen bei Kraft Jacobs Suchard 83
7. Reflexion und Ausblick 86
7.1 Zusammenfassung und Tendenzen 86
7.2 Grenzen der betrieblichen Gesundheitsförderung 87
7.3 Operationalisierbarkeit auf andere Unternehmen 89
Literaturverzeichnis i
Erklärung gemäß §13 (11) vii

Automatisiert erstellter Textauszug:

verbessert. So wird eine laufende, intensive und zielgerichtete Kommunikation und der Kontakt zwischen direkten Vorgesetzten und den Mitarbeitern sichergestellt. Im Vordergrund steht ein offenes Gesprächsklima und die Arbeit auf Basis von Mitbestimmung und Mitverantwortung, indem der Mitarbeiter weitestgehend in die Planung, Durchführung und Bewertung von arbeitssituationsbezogenen Projekten einbezogen wird. Dies dient der Förderung der Fachkenntnisse und der Motivation, der unternehmerischen Ziele, der Unternehmensstruktur und darüber hinaus dem unternehmerischen Erfolg. Interne Standards können erarbeitet, dokumentiert und praktisch umgesetzt werden. Die unternehmerischen Ziele können gezielt verwirklicht werden und dem Anspruch, BGF als Teil der Führungsaufgabe zu verstehen, wird Rechnung getragen. Durch das Transfer Training soll der Mitarbeiter motiviert und in seiner Qualifikation, Selbständigkeit und Kompetenz gefördert werden. Dadurch wird das Bedürfnis nach mehr Kreativität, Eigeninitiative, Mitwirkung und Selbstentfaltung realisiert. [...]

Interessen und Potentiale für die Gesundheit. Der Dialog und die Kooperation zwischen Fachleuten, Interessenvertretern und Entscheidungsträgern im Betrieb in Hinblick auf Gesundheit ist daher zu fördern. Ein zentrales Defizit besteht häufig darin, daß die Beschäftigten selber als Handelnde nicht vorkommen, sondern meist eine passive Rolle als Objekte von Aufklärungen und Untersuchungen spielen.88 Gesundheitsaktionen entstehen meist auf der Wissensgrundlage von Experten.89 Anzustreben ist somit eine Beteiligung der Mitarbeiter an der Planung und Gestaltung von gesundheitsfördernden Aktivitäten. Dies führt zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Gesundheitsbewußtsein der Mitarbeiter auf der einen Seite, wie zu einer Entlastung der HTF auf der anderen Seite. Die Einbeziehung und Kooperation der Mitarbeiter bei KJS geschieht im wesentlichen durch • • • • Rückkehrgespräche TQM-Workshops Berücksichtigung des Themas Gesundheit im Transfer Training Gestaltung der Arbeitsplätze/Arbeitsplatzanalyse [...]

Durch die Schulungen werden persönliche Gesundheitskompetenzen und ein möglichst hohes Maß an Selbstbestimmung verbessert und weiterentwickelt, so daß gezielt individuelles Verhalten und jeweilige Arbeitseinflüsse geändert werden können. Es geht in großem Maße um vernetztes Denken und Handeln, um Konsequenzen des Entscheidens und Handelns in den Wirkungen abschätzen zu können. Dies wird zusätzlich durch das Transfer Training sowie durch die Verhaltensprävention unterstützt. b). Einbeziehung der Mitarbeiter BGF beinhaltet als wesentliches Instrument die Beteiligung der Beschäftigten, vor allem aus folgenden Gründen: • Partizipation ist unmittelbar als Faktor der Gesundheitssicherung zu sehen • Partizipation dient als Lernmöglichkeit zum Erwerb gesundheitsfördernder Verhaltensweisen • Partizipation nutzt das Erfahrungswissen der Beschäftigten bei der Lösung von Arbeitsplatzproblemen • Partizipation zur Evaluation, bzw. Feedback • Partizipation und Transparenz, um Fehlsteuerungen und die Notwendigkeit zur Umorientierung rechtzeitig zu erkennen87 BGF ist um so wirksamer, je mehr Beschäftigte direkt zu Wort kommen, sofern es um die Analyse gesundheitlicher Probleme und die Entwicklung geeigneter Maßnahmen geht. BGF zielt auf die Einbeziehung und Beteiligung der Betroffenen ab, sowie der Eigeninitiative und Mobilisierung der [...]

Arbeit zitieren:
Czalnik, Iris Oktober 1995: Empirische Studie bei Kraft Jacobs Suchard zur Implementierung und Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung in die Personal- und Organisationsentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gesundheitsförderung, Fehlzeiten, Mitarbeiter-Motivation, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung

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