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Empirische Analyse der Erfolgsfaktoren von Pionier- und Folgerstrategien auf der Basis ausgewählter Fallstudien

Empirische Analyse der Erfolgsfaktoren von Pionier- und Folgerstrategien auf der Basis ausgewählter Fallstudien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Schröter
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 560,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2847-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2847-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2847-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröter, Daniel August 2000: Empirische Analyse der Erfolgsfaktoren von Pionier- und Folgerstrategien auf der Basis ausgewählter Fallstudien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Markteintritt, Pionier, Zeitwettbewerb, Imitator, Timing

Diplomarbeit von Daniel Schröter

Einleitung:

In einem zunehmend dynamischen Unternehmensumfeld hat in den letzten Jahren der Faktor Zeit im Wettbewerb stark an Bedeutung gewonnen. Bei strategischen Überlegungen spielt er insgesamt eine sehr wichtige Rolle und besonders in technologieintensiven Branchen ist es für Unternehmen schwierig geworden, die eigene Wettbewerbsstellung ausschließlich durch die Größen Qualität und Kosten zu verbessern. Nahezu sämtliche unternehmerischen Maßnahmen und Aktivitäten stehen in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit Zeitaspekten. Der Wettbewerbserfolg von Unternehmen wird zukünftig noch mehr davon abhängen, inwieweit es gelingt, sich auf ändernde Bedingungen einzustellen und durch Innovationen den Markterfolg zu sichern. Hierbei wird der Zeitfaktor zu einer entscheidenden Schlüsselgröße.

Das Zeitphänomen kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Dabei kann es sich z.B. um folgende Aspekte handeln: Verkürzung von Durchlaufzeiten in den Bereichen Produktion und Vertrieb, schnelle Reaktion auf sich ändernde Wettbewerbssituationen oder die Festlegung des optimalen Zeitpunktes eines Markteintritts. Gerade dieser letztgenannte Aspekt der Markteintrittsentscheidung soll in dieser Arbeit genauer untersucht werden. Die Wahl des „richtigen“ Zeitpunktes zur Einführung von Produktinnovationen ist ein vieldiskutierter Themenbereich mit unterschiedlichsten Ansichten und Meinungen, insbesondere hinsichtlich der Diskussion über die Pionier- bzw. Imitatorentscheidung, welche jeweils spezifische Vor- und Nachteile impliziert. Durch die Dynamik der technologischen Entwicklung kommt es besonders in technologieintensiven Industrien entscheidend auf das konkurrentenorientierte Timing an. Somit wird im Innovationswettbewerb die Entscheidung, ob eine Führer- oder Folgerstrategie verfolgt werden soll zum bedeutsamen Schlüsselproblem. In der Literatur häufig anzutreffende pauschale Empfehlungen, die oftmals von einer unbedingten Überlegenheit der Pionierstrategie ausgehen, stellen nur eine äußerst unbefriedigende Entscheidungshilfe dar.

Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit besteht darin, durch eine Analyse von ausgewählten empirischen Fallstudien bezüglich der Markteinführung neuer Produkte zu ermitteln, welche Timingstrategien von erfolgreichen bzw. erfolglosen Unternehmen jeweils verfolgt worden sind. Hierbei sollen entsprechende Erfolgsfaktoren, die im Einzelfall den Erfolg des Führers oder Folgers bei der Einführung einer Produktinnovation in der Konsumgüterbranche ausgemacht haben, herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse der Empirie werden schließlich den theoretischen Ausführungen und Strategieempfehlungen der Literatur gegenübergestellt. Dabei soll die Frage beantwortet werden, ob die Literaturempfehlungen durch die Analyse der Fallstudien bestätigt werden oder aber andere Faktoren für den Erfolg der Pioniere bzw. Imitatoren maßgeblich sind. Auf folgende Weise soll in dieser Arbeit vorgegangen werden:

Zunächst wird eine genauere Abgrenzung des in dieser Arbeit zu untersuchenden Themenbereiches vorgenommen.

Im zweiten Kapitel soll die Bedeutung des Faktors Zeit im Wettbewerb herausgestellt werden und insgesamt eine Einführung in den Zeitwettbewerb erfolgen. Außerdem wird auf die Diskussion in der Literatur bezüglich der Führer/Folger-Problematik näher eingegangen. Schließlich sollen in diesem Kapitel sowohl allgemeine Ergebnisse der Erfolgsfaktorenforschung als auch empirische Studien mit Timingbezug dargestellt werden.

Das dritte Kapitel behandelt die alternativen Markteintrittsstrategien des Pioniers bzw. Imitators, so wie sie in der Literatur diskutiert werden. Dabei sollen u.a. die jeweils strategiespezifischen Vor- und Nachteile und Erfolgsfaktoren herausgestellt werden.

Anschließend erfolgt im vierten Kapitel die Identifikation und empirische Analyse der Fallstudien mit der Unterteilung in die Betrachtung erfolgreicher und erfolgloser Timingstrategien, so dass sich insgesamt vier Kategorien mit erfolgreichen und erfolglosen Pionieren bzw. Imitatoren ergeben. Auch hier werden jeweils die entscheidenden (Miss-) Erfolgsfaktoren der einzelnen Fallstudien extrahiert.

Im darauffolgenden fünften Kapitel sollen die beiden Kapitel drei und vier miteinander verknüpft und gegenübergestellt werden, so daß ein Vergleich und eine grundlegende Bewertung der Erkenntnisse aus Theorie und Empirie vollzogen werden kann.

In einer abschließenden Betrachtung wird im sechsten Kapitel nach einer kurzen Zusammenfassung und einer kritischen Gesamtbeurteilung versucht, einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen des Forschungsgebietes „Markteintrittsentscheidung im Zeitwettbewerb“ zu geben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 1
1.2 Abgrenzung des Themas 4
2. Die Zeit als strategischer Wettbewerbsfaktor 6
2.1 Bedeutung der Zeit im Wettbewerb 6
2.1.1 Der Faktor „Zeit“ 6
2.1.2 Triebkräfte des Zeitwettbewerbs 10
2.2 Begriffliche Grundlagen 13
2.3 Darstellung der Pionier-Folger-Problematik 17
2.4 Erkenntnisse der Erfolgsfaktorenforschung 20
2.4.1 Allgemeine Erfolgsfaktorstudien 20
2.4.2 Empirische Arbeiten zu Fragen des Timings 23
3. Markteintrittsstrategien 27
3.1 Timingstrategie: Führer / Pionier 28
3.1.1 Strategiebeschreibung 28
3.1.2 Vorteile der Pionierstrategie 29
3.1.3 Nachteile der Pionierstrategie 31
3.2 Timingstrategie: Folger / Imitator 34
3.2.1 Strategiebeschreibung 34
3.2.2 Vorteile der Folgerstrategie 35
3.2.3 Nachteile der Folgerstrategie 38
4. Identifikation und Analyse empirischer Fallstudien zur Timing-Problematik 39
4.1 Darstellung erfolgreicher empirischer Fallstudien 41
4.1.1 Beispiele erfolgreicher Pioniere 41
4.1.1.1 Fallstudie: „Walkman“ 41
4.1.1.2 Fallstudie: „Compact Disc“ - Technologie 42
4.1.1.3 Fallstudie: Mikroprozessor 44
4.1.1.4 Fallstudie: probiotischer Joghurt 46
4.1.2 Beispiele erfolgreicher Imitatoren 47
4.1.2.1 Fallstudie: Videorecorder 47
4.1.2.2 Fallstudie: Videospiele 50
4.1.2.3 Fallstudie: Personal Computer 53
4.1.2.4 Fallstudie: 35 - mm - Kamera 56
4.1.2.5 Fallstudie: Mikrowellengerät 57
4.1.2.6 Fallstudie: alkoholfreie Diätgetränke 60
4.2 Darstellung erfolgloser empirischer Fallstudien 62
4.2.1 Beispiele erfolgloser Pioniere 62
4.2.1.1 Fallstudie: Betriebssysteme für Personal Computer 62
4.2.1.2 Fallstudie: Haushaltsmixer 63
4.2.1.3 Fallstudie: Anrufbeantworter 65
4.2.2 Beispiele erfolgloser Imitatoren 67
4.2.2.1 Fallstudie: Wegwerfwindeln 67
4.2.2.2 Fallstudie: „Normale Filterfreie“ - Zigaretten 68
4.3 Zusammenfassung der identifizierten Erfolgsfaktoren 69
5. Gegenüberstellung der empirischen Fallstudienergebnisse mit den Strategieempfehlungen der Literatur 72
5.1 Vergleich der Erkenntnisse von Theorie und Empirie 72
5.2 Fazit 75
6. Schlussbetrachtung und Ausblick 77
Literaturverzeichnis 80
Versicherung 89
Lebenslauf 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

schiedlicher Timing-Strategien von Branche zu Branche anders darstellt; diese Thematik könnte in einer weiteren Forschungsarbeit anhand einer branchenübergreifenden Erfolgsfaktorenanalyse näher beleuchtet werden. Als zweites Kriterium der Fallstudienauswahl, neben der Eingrenzung der Betrachtungsebene auf den Konsumgüterbereich, läßt sich die allgemeine Verfügbarkeit themenrelevanter, aktueller Literaturquellen nennen. Oftmals handelt es sich bei entsprechenden Quellen um kurze, unpräzise Darlegungen einzelner Fallbeispiele, die zu wenig oder ungenaue Informationen beinhalten und somit keine empirische Datenanalyse zulassen. Desweiteren sind in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur zwar zahlreiche Untersuchungen zur Timing-Problematik zu finden, aber diese zumeist theoretischen bzw. modellhaften und auf statistischer Basis beruhenden Studien sollen nicht den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit darstellen. Auf diese Forschungsarbeiten wurde anhand einer kurzen überblicksartigen Beschreibung bereits in Abschnitt 2.4.2 eingegangen. Im folgenden soll es vielmehr um eine Betrachtung empirischer Einzelfälle aus der Wirtschaftspraxis gehen, bei denen die Neuprodukteinführung in den Konsumgütermarkt erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen bedeutete und deren Analyse zur Extraktion fallspezifischer Erfolgs- bzw. Mißerfolgsfaktoren dient. Dabei beziehen sich die verschiedenen Fallstudien auf unterschiedliche Länder und auf bestimmte Zeiträume, die in den einzelnen Fallbeschreibungen, so weit wie aus der jeweiligen Quelle ersichtlich, dargelegt werden. Die Länge der Fallstudienanalysen variiert teilweise aufgrund des unterschiedlichen Erklärungsbedarfes bezüglich der jeweiligen Einzelfälle und aufgrund des unterschiedlichen Qualitätsgehaltes der Daten und Informationen der verschiedenen Studien. Eine eindeutige Erfolgsmessung bezüglich der Neuprodukteinführung von Unternehmen soll mithilfe der Erfolgsgröße „Marktführerschaft“ gelingen. In jeder einzelnen Fallstudie sollen daher letztlich nur die Pioniere oder Imitatoren als erfolgreich bezeichnet werden, die ihren jeweiligen Markt mit einem deutlichen Marktanteilsvorsprung vor den Konkurrenten beherrschen konnten. [...]

In diesem Kapitel sollen unterschiedliche empirische Fallstudien bezüglich der Markteintrittsentscheidung von Unternehmen dargestellt und hinsichtlich der jeweils verfolgten Timing-Strategie bzw. der zu identifizierenden spezifischen Erfolgsfaktoren analysiert werden. Es soll sich ausschließlich auf empirische Studien von Produktinnovationen der Konsumgüterbranche konzentriert werden, um eine einheitliche Erfolgsfaktorenanalyse gewährleisten zu können. Hierbei soll insbesondere die gesamte Breite der Konsumgüterbranche bei der Untersuchung spezieller Einzelfälle genutzt werden, um möglichst unterschiedliche Produktkategorien mit verschiedenen erfolgsrelevanten Faktoren analysieren zu können. Da die entsprechenden Begriffsabgrenzungen und Definitionen im Sinne der vorliegenden Arbeit bereits in Kapitel 2.2 vorgenommen wurden, sei an dieser Stelle nur angemerkt, daß bei der Fallstudienbetrachtung sowohl auf grundlegende Produktinnovationen, wie z.B. den Videorecorder oder Personal Computer, als auch auf Produktneueinführungen einzelner Marktsegmente, wie z.B. neuartige Joghurt- oder Zigarettenangebote, eingegangen werden soll. Die nachfolgenden Fallstudienanalysen zu Produktinnovationen besitzen alle die Gemeinsamkeit, daß in deren Verlauf stets erst eine relevante Produktnachfrage erzeugt und ein jeweils neuer Markt bzw. ein neues Marktsegment begründet werden mußte. Aus der Betrachtungsebene dieser Arbeit werden u.a. Fallanalysen des Investitionsgüterbereiches ausgeschlossen, da in diesem Markt zum größten Teil vollkommen andere Faktoren über Erfolg und Mißerfolg einer Produktinnovation entscheiden, als es in der Konsumgüterbranche der Fall ist81. Es ist anzunehmen, daß sich die Erfolgswirksamkeit unter- [...]

Grundsätzlich besteht für den Imitator die Gefahr eines zu späten Markteintritts, da er sich i.d.R. mit der im Vergleich zum Pionier kürzeren Marktphase des Neuproduktes auseinandersetzen muß und möglicherweise bereits ein Großteil des Marktpotentials abgeschöpft wurde. Die vom Innovationsführer errichteten strategischen Markteintrittsbarrieren müssen möglichst schnell überwunden oder umgangen werden, um den Markt so bearbeiten zu können, daß Akzeptanzprobleme der Konsumenten bzw. ausgeprägte Präferenzen der Abnehmer für das bereits etablierte Pionierprodukt abgeschwächt oder beseitigt werden. In diesem Zusammenhang muß der Folger versuchen, z.B. mithilfe von preislichen Zugeständnissen oder besonderen kommunikations- und servicepolitischen Maßnahmen die bestehenden Verwenderpräferenzen zu seinen Gunsten zu beeinflussen und so eine eigene Profilierungswirkung zu erzielen. Ein möglicher Nachteil des reinen Imitators, der lediglich ein sogenanntes me-tooProdukt80 anbietet, ist darin zu sehen, daß er mit einem Negativimage belastet ist, weil er aus Konsumentensicht nur als „einfacher Nachahmer“ betrachtet wird, dem kein innovativer Charakter zugerechnet werden kann. In Tabelle 4 sind die Nachteile der Folgerstrategie im Überblick dargestellt. [...]

Arbeit zitieren:
Schröter, Daniel August 2000: Empirische Analyse der Erfolgsfaktoren von Pionier- und Folgerstrategien auf der Basis ausgewählter Fallstudien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Markteintritt, Pionier, Zeitwettbewerb, Imitator, Timing

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