Emotionale Produktdifferenzierung durch TV-Spots
Theoretische Grundlagen, praktische Umsetzung und Entwicklung einer anwendungsbezogenen Checkliste für die Praxis
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Frank Groß
- Abgabedatum: März 2006
- Umfang: 89 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9806-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9806-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9806-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Groß, Frank März 2006: Emotionale Produktdifferenzierung durch TV-Spots, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werbung, Konsum, Konditionierung, homogen, Erlebnisvermittlung
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Diplomarbeit von Frank Groß
Einleitung:
In dem Verkäufermarkt der 1950er und 1960er Jahre genügte noch ein funktionsfähiges Produkt zum Markterfolg. Diese Situation hat sich grundlegend verändert. Der primäre Produktnutzen und eine hohe Produktqualität sind weitestgehend zur Selbstverständlichkeit geworden, durch die eine Differenzierung von den Mitbewerbern kaum möglich erscheint. Die meisten Märkte im Konsumgüterbereich sind gesättigt und die Konsumenten nehmen zwischen den ausgereiften Produkten kaum objektive Unterschiede wahr. Die Anbieter sind also gezwungen Wege zu suchen, wie sie den Verbrauchern wieder einen Zusatznutzen und eine eigenständige, nicht austauschbare Positionierung ihrer Marke gegenüber der Konkurrenz kommunizieren können.
Eine Chance für das Marketing in dieser Hinsicht begründet sich durch die zunehmende Erlebnis- und Genussorientierung der Konsumenten sowie anderer gesellschaftlicher Tendenzen. Unter Beachtung dieser veränderten Werte der Konsumenten können Anbieter versuchen ihren Produkten ein unverwechselbares emotionales Profil zu verleihen. Dadurch soll eine Abhebung der eigenen Marke von denen der Konkurrenz „in den Köpfen“ der Kunden erreicht werden. Die Marke soll statt eines nicht mehr realisierbaren funktionalen Produktvorteils den Konsumenten einen emotionalen Zusatznutzen bieten, der sich möglichst an dem Lebensstil und Werten der Zielgruppe orientieren sollte. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsistente Verwendung sämtlicher Marketing-Mix Instrumente notwendig. Die Werbung als ein Kommunikationsinstrument nimmt dabei jedoch eine herausragende Rolle ein. Trotz der schwierigen, von Informationsüberflutung geprägten Kommunikationsbedingungen lassen sich durch Werbung emotionale Bedeutungen auf Produkte übertragen und eine emotionale Produktdifferenzierung umsetzen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit teilt sich in vier Hauptkapitel auf. Zu Anfang werden in Kapitel 2 die Rahmenbedingungen, welche die Ursache für die zunehmende Emotionalisierung in der Werbung und somit der angestrebten Übertragung von Emotionen auf Produkte darstellen, betrachtet. Im Weiteren findet durch den Vergleich zwischen der emotionalen und objektiven Produktdifferenzierung eine grobe wissenschaftliche Einordnung des Themas statt und es wird der Schwerpunkt der Arbeit auf die Vermittlung von emotionalen Konsumerlebnissen festgelegt.
In Kapitel 3 werden die theoretischen Grundlagen für die Übertragung emotionaler Konsumerlebnisse auf Produkte zum Zweck einer Differenzierung von den Mitbewerbern aufgezeigt. Dazu werden in 3.1 emotions- und lernpsychologische Grundlagen analysiert, durch die deutlich wird, wie Produkte emotionalisiert und so durch die Konsumenten wieder unterschieden werden können. Das Unterkapitel 3.2 liefert Hinweise zur Generierung Erfolg versprechender emotionaler Konsumerlebnisse. In 3.3 werden daraufhin die Gestaltungselemente, die bei der kommunikativen Umsetzung der emotionalen Konsumerlebnisse zur Verfügung stehen, analysiert und ihre Bedeutung im Einzelnen erläutert. Während 3.1 also rein theoriegeleitet ist, folgt in 3.2 und 3.3 eine schon praxisorientiertere Sichtweise der Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse. Die Erkenntnisse aus Kapitel 3 bilden so zusammen die theoretische Basis für den praktischen Teil der Arbeit.
Die theoretischen Grundlagen werden in Kapitel 4 speziell für TV-Spots, als ein mögliches Kommunikationsinstrument zur Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse, umgesetzt. Die lernpsychologischen Grundlagen aus 3.1 werden in 4.1 auf die verschiedenen Ebenen eines TV-Spots angewendet, um so die gegebenen Konditionierungsmöglichkeiten durch TV-Spots zu erarbeiten. 4.2 greift daraufhin die in 3.2 und 3.3 dargestellten Grundlagen und Gestaltungselemente zur Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse auf, um sie durch Kombination bzw. Berücksichtigung der formalen Gestaltungselemente eines TV-Spots praktisch umzusetzen. Dabei werden auch anhand von Praxisbeispielen Hinweise für die praktische Umsetzung von Erlebniswerten in TV-Spots abgeleitet.
In Kapitel 5 wird auf Basis der theoretischen Grundlagen aus Kapitel 3, aber vor allem auch durch die in Kapitel 4 erarbeiteten Implikationen, eine Checkliste für die Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse durch TV-Spots aufgestellt. Diese soll anwendungsbezogen eine Überprüfung und Beurteilung von TV-Spots ermöglichen, um so auf eventuelle Versäumnisse bei der Erlebnisvermittlung hinzuweisen. Beispielhaft wird die Checkliste an einem TV-Spot von Beck´s Gold angewendet. Die Wahl fiel speziell auf diesen, da er wie auch andere TV-Spots der Marke Beck´s in vielen Aspekten eine gelungene und erfolgreiche Umsetzung der Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse darstellt.
Zusammenfassend besteht also die Zielsetzung der Arbeit in der Aufarbeitung der Problemstellung, wie emotionale Konsumerlebnisse durch TV-Spots auf Basis der theoretischen Erkenntnisse und unter Berücksichtigung der spezifischen Möglichkeiten durch die formalen Gestaltungselemente von TV-Spots am effektivsten vermittelt werden können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Hinführung zum Thema | 1 |
| 1.2 | Aufbau und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 2. | Rahmenbedingungen und Einordnung der emotionalen Produktdifferenzierung | 4 |
| 2.1 | Rahmenbedingungen | 4 |
| 2.1.1 | Kommunikationsbedingungen | 4 |
| 2.1.2 | Marktbedingungen | 5 |
| 2.1.3 | Gesellschaftliche Bedingungen | 6 |
| 2.2 | Wissenschaftliche Einordnung | 7 |
| 2.2.1 | Objektive Produktdifferenzierung | 8 |
| 2.2.2 | Emotionale Produktdifferenzierung | 8 |
| 3. | Theoretische Grundlagen | 10 |
| 3.1 | Differenzierung durch die Übertragung emotionaler Bedeutungen auf Produkte | 10 |
| 3.1.1 | Emotionen als Ausgangspunkt | 10 |
| 3.1.2 | Emotionale Konditionierung | 12 |
| 3.1.3 | Assoziationen | 14 |
| 3.1.4 | Kritische Würdigung | 15 |
| 3.1.5 | Folgerungen für die Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse | 16 |
| 3.2 | Generierung geeigneter emotionaler Konsumerlebnisse | 17 |
| 3.2.1 | Emotionale Konsumerlebnisse | 18 |
| 3.2.2 | Determinanten der Lebensqualität als Ansatzpunkt für die Entwicklung emotionaler Konsumerlebnisse | 19 |
| 3.2.3 | Stufen der Entwicklung eines Erlebnisprofils zur emotionalen Differenzierung | 22 |
| 3.2.4 | Problem der Austauschbarkeit | 23 |
| 3.3 | Kommunikative Gestaltungselemente zur Erlebnisvermittlung | 25 |
| 3.3.1 | Bilder | 25 |
| 3.3.1.1 | Bildkommunikation | 25 |
| 3.3.1.2 | Imagerywirkungen zur Erlebnisvermittlung | 27 |
| 3.3.1.3 | Visualisierung des Erlebniskerns durch Schlüsselbilder | 28 |
| 3.3.1.4 | Schemata | 29 |
| 3.3.1.5 | Mimik und Gestik als nonverbale Kommunikationselemente | 30 |
| 3.3.2 | Verbale Kommunikation | 31 |
| 3.3.3 | Musik | 33 |
| 3.3.4 | Multisensuale Konsumerlebnisse | 34 |
| 4. | Praktischer Teil – TV-Spots als ein Instrument zur Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse | 36 |
| 4.1 | Konditionierungsmöglichkeiten bei der Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse | 36 |
| 4.1.1 | Visuelle Ebene | 37 |
| 4.1.2 | Akustische Ebene | 39 |
| 4.1.3 | Synästhetische Wirkungen | 40 |
| 4.2 | Formale Gestaltungselemente der Erlebnisvermittlung durch TV-Spots | 42 |
| 4.2.1 | Bildkommunikation | 42 |
| 4.2.1.1 | Bildgestaltung | 43 |
| 4.2.1.2 | Kamera- und Montagetechnik | 44 |
| 4.2.1.3 | Akteure | 47 |
| 4.2.1.4 | Schauplatz | 49 |
| 4.2.2 | Verbale Kommunikation | 50 |
| 4.2.3 | Musik und Geräusche | 53 |
| 4.2.4 | Aggregation zu multisensualen Konsumerlebnissen | 56 |
| 5. | Checkliste für die Vermittlung emotionaler Konsumerlebnisse durch TV-Spots | 58 |
| 5.1 | Checkliste | 58 |
| 5.1.1 | Überprüfung der Bedingungen für eine emotionale Konditionierung | 58 |
| 5.1.2 | Beurteilung des zu vermittelnden Erlebniswertes | 59 |
| 5.1.3 | Möglichkeiten formaler Gestaltungselemente zur Erlebnisvermittlung | 59 |
| 5.1.3.1 | Bildkommunikation | 59 |
| 5.1.3.2 | Verbale Kommunikation | 61 |
| 5.1.3.3 | Musik und Geräusche | 61 |
| 5.1.3.4 | Aggregation zu multisensualen Konsumerlebnissen | 61 |
| 5.2 | Beispielhafte Anwendung der Checkliste an einem TV-Spot von Beck´s Gold | 62 |
| 5.2.1 | Überprüfung der Bedingungen für eine emotionale Konditionierung | 62 |
| 5.2.2 | Beurteilung des zu vermittelnden Erlebniswertes | 63 |
| 5.2.3 | Einsatz formaler Gestaltungselemente zur Erlebnisvermittlung | 64 |
| 5.2.3.1 | Bildkommunikation | 64 |
| 5.2.3.2 | Verbale Kommunikation | 66 |
| 5.2.3.3 | Musik und Geräusche | 67 |
| 5.2.3.4 | Aggregation zu multisensualen Konsumerlebnissen | 67 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 69 |
| Literaturverzeichnis | 71 | |
| Anhang | 76 |
4) Ist die Bildgestaltung des TV-Spots auch stilistisch durch Neuartigkeit bzw. Andersartigkeit gekennzeichnet? Entspricht der Stil dem gewünschten Produktimage? 5) Konzentriert sich die Bildgestaltung auf den zentralen zu kommunizierenden Erlebniskern? Es besteht die Gefahr einer zu großen Komplexität der Bilder! 6) Unterstützt die Bewegung des Abgebildeten den zu transportierenden Erlebniswert? 7) Passen die durch die verwendeten Farben ausgelösten emotionalen Assoziationen zu dem Erlebniswert? 8) Werden durch die Einstellungsgröße emotionale Aspekte des TV-Spots betont? Z.B. sollte die Mimik bei der Produktverwendung in Nahaufnahme gezeigt werden! 9) Unterstützen die Einstellungslänge und die Anzahl der Schnitte den zu kommunizierenden Erlebniswert? Ist die Art der Schnitte angemessen? 10) Sind die die Kamerabewegungen, also Schwenks, Fahrten und Zoomfahrten, auf den zu vermittelnden Erlebniswert abgestimmt? 11) Werden durch veränderte Aufnahme- bzw. Abspielgeschwindigkeit spezielle inhaltliche Effekte erzielt? Intensivierung der Körpersprache durch Zeitlupe! 12) Werden bestimmte Ausprägungen der Tiefenschärfe eingesetzt, um psychologische Wirkungen zu erzielen? 13) Wird die Emotionalität des TV-Spots durch ein geeignetes Licht verstärkt? 14) Werden durch die Wahl der Personen in Hinsicht auf Alter und Geschlecht emotionale Schemata angesprochen? 15) Weist die Personenkonstellation auf den zu transportierenden Erlebniswert hin? 16) Erfüllen die dargestellten Personen ihre Funktion? Identifikations-, Imitationsoder Projektionsfunktion? 17) Unterstützt der Schauplatz den Erlebniswert? Eignet er, ein Objekt oder eine Person sich als Schlüsselbild? 18) Passt die Kulisse zum darzustellenden Lebensstil? 19) Eignet sich die Landschaft zur Darstellung des Erlebniswertes? Werden archetypische Bildmotive oder kulturell geprägte Schemata verwendet, um eine größere Emotionalität zu erreichen? [...]
1) Birgt das auf das Produkt zu übertragende Konsumerlebnis einen subjektiven, emotionalen Nutzen für den Konsumenten? Leistet es einen emotionalen Beitrag zur Lebensqualität? Der Erlebniswert muss Ziele, Wünsche und Lebensstile der Zielgruppe ausdrücken! 2) Ist der Erlebniswert zielgruppenspezifisch glaubwürdig? 3) Wird gezeigt, dass durch den Gebrauch des Produktes die Lebensqualität der Zielgruppe erhöht wird? 4) Sind das Produkt und der emotionale Erlebniswert glaubwürdig aufeinander abgestimmt, so dass ein eindeutiges Erlebnisprofil entsteht? 5) Ist eine kontinuierliche Fortsetzung des Erlebniswertes möglich? 6) Stimmt der Erlebniswert mit der Corporate Identity überein und löst nur angenehme Emotionen aus? 7) Ist die Bedingung der Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit an den Erlebniswert erfüllt? [...]
1) Ist die zeitlich-räumliche Kontiguität des Produktes/Marke (KS) und der emotionalen Werbebotschaft (UKS) gewährleistet? Idealerweise tritt der KS auch kurz vor dem UKS auf! 2) Sind die emotionalen Reize stark genug? Werden z.B. emotionale Schemata angesprochen oder Emotionen mittels der Körpersprache vermittelt? Ist die bildliche Umsetzung des Erlebniswertes gelungen? 3) Ist eine gedankliche Passivität der Konsumenten wahrscheinlich? Handelt es sich um ein Low-Involvement-Gut? Dies kann eine Bedingung für den Konditionierungserfolg sein! 4) Der TV-Spot muss häufig genug wiederholt werden! Eine ergänzende Möglichkeit sind Tandemspots. 5) Dominiert die Bildkommunikation in dem TV-Spot? Bilder sind besser als Sprache zum Transport von emotionalen Inhalten geeignet! Verzicht auf Informationen! 6) Werden KS und UKS visuell sowie akustisch dargestellt? Sind die Reize konsistent? 7) Werden indirekt taktile, olfaktorische und/oder gustatorische Rezeptoren angesprochen? Es ist grundsätzlich eine multisensuale Konditionierungsstrategie anzustreben! 58 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832498061
Arbeit zitieren:
Groß, Frank März 2006: Emotionale Produktdifferenzierung durch TV-Spots, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Werbung, Konsum, Konditionierung, homogen, Erlebnisvermittlung



