Emotionale Kompetenz in der betrieblichen Weiterbildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Veeser
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 724,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0445-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0445-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0445-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Veeser, Nicole August 2003: Emotionale Kompetenz in der betrieblichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Erwachsenenbildung, Personalentwicklung, Coaching, Supervision, Emotion
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Diplomarbeit von Nicole Veeser
Problemstellung:
Insgesamt scheint eine Renaissance der Gefühle stattgefunden zu haben, die die Akzeptanz von Emotionen und die Auseinandersetzung mit ihnen fördert. Emotionale Kompetenz hat sich zu einem Modewort entwickelt, das vor allem durch die Arbeiten von Daniel Goleman und seinem Begriff des „Emotionalen Quotienten“, der Schlüsselqualifikationsdebatte, sowie den neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes an die „soft skills“ der Bewerber Aufschwung erhielt. Viele Autoren beschäftigen sich seither mit sozialer, personaler und emotionaler Kompetenz. Nachdem die Literatur die Bedeutsamkeit von emotionalen Kompetenzen herausgestellt hat, stellt sich natürlich die Frage nach der Entwicklung von emotionaler Kompetenz. Kann man emotionale Kompetenz messen? Können Kompetenzen, speziell Emotionale überhaupt vermittelt werden? Sind sie bildbar, werden sie über Sozialisation verinnerlicht oder sind sie genetisch vorgegeben? Und wenn sie entwickelbar sind, wo und wie kann die Pädagogik sich sinnvoll einbringen?
Im Berufsleben wird emotionale Kompetenz inzwischen als wichtiger Faktor der Bewerberauswahl, v.a. des Führungsnachwuchses betrachtet. Die Entwicklung von emotionaler Kompetenz wird als Aufgabe in die betriebliche Weiterbildung integriert. Der starke Anstieg an Coaching, Supervision und Trainingsmaßnahmen zeigt, dass bereits eine breite Rezeption des Konstrukts der emotionalen Kompetenz in diesem Bereich stattgefunden hat.
In der vorliegenden Diplomarbeit möchte ich mich daher mit der Vermittelbarkeit von emotionaler Kompetenz durch den Betrieb auseinandersetzen. Im Aufbau der Arbeit gehe ich in Blöcken entsprechend dem Titel der Arbeit - „Emotionale Kompetenz in der Betrieblichen Weiterbildung“ - vor, ergänzt um die Praxis in Block IV und einem Anhang:
- Emotionen.
- Kompetenz.
- Betriebliche Weiterbildung.
- Maßnahmen im Betrieb.
- Anhang.
Zuerst soll der aktuelle Stand der Forschung im Bereich der Emotionen abgebildet werden. Dazu stelle ich die Bedeutsamkeit von Emotionen für unser Leben aufgrund ihrer Allgegenwärtigkeit heraus. Man unterscheidet in primäre, sekundäre und Hintergrundemotionen, sowie Dispositionsfaktoren. Die Definition von Emotion verdeutlicht sich über ihre Implikationen. Aus diesem Grund gehe ich auf die Auslöser und den Ausdruck von Emotionen ein. Über den Gesichtsausdruck hinaus zeigen sich Emotionen als spezifische Muster im Gehirn. Sie werden im Reptiliengehirn, dem limbischen System und dem Neokortex repräsentiert.
Die Psychologie hat sich erst spät mit Emotionen, ihrer Definition und Untergliederung auseinandergesetzt. Ihnen wurde im Vergleich zu anderen Konstrukten nur eine unbedeutende Rolle in Bezug auf unser Handeln und Verhalten zugeschrieben. Erst durch die neueren Forschungen erkannte man den Einfluss von Emotion auf das Handeln und viele andere Variablen. Diese Wechselwirkungen zeige ich anhand verschiedener Konstrukte auf.
Die neueren Theorien und Modelle zur Entstehung von Emotion gehen bereits auf die Wechselwirkungen der Emotion mit anderen Konstrukten ein und integrieren verschiedene ältere Ansätze in einem dynamischen Gesamtmodell (s. Kuhl). Den Schluss bildet eine Zusammenfassung, die die Notwendigkeit emotionaler Bildung herleitet und Praxisbeispiele für die Umsetzung beschreibt.
Die Kompetenz hat sich von anderen Begriffen abgesetzt und wird daher zu Anfang inhaltlich abgegrenzt. Daraus entwickelt sich die Definition von Kompetenz, die ihre Besonderheiten herausstellt. Auf der einen Seite ihre Dispositionseigenschaft, die vor allem Erpenbeck & Heyse aufgreifen und eine Systematik von Subkompetenzen aufstellen, und auf der anderen Seite die subjektive Messbarkeit von Kompetenzen.
Eine Prämisse der Kompetenzentwicklung liegt im Lernen, durch das sich das Individuum seine Welt erschließt. Daher beschäftige ich mich mit einem neuen Lernverständnis, das den Ansprüchen Erwachsener gerecht wird, da es die Bedingungen der Selbstorganisation erfüllt. Damit das Lernen erfolgreich auf praktische Anwendungssituationen übertragen werden kann, müssen Lernbarrieren analysiert und beseitigt werden. Der Transfer bzw. Kompetenzerwerb kann nur stattfinden, wenn die Rahmenbedingungen optimal gestaltet werden. Nachdem die Bedingungen des Kompetenzerwerbs geklärt sind, erläutere ich die wichtigsten Kompetenzkonstrukte, die uns als Schlagworte überall im Alltag begegnen. Im Einzelnen sind dies die Fach-, Methoden-, Personale, Soziale und Handlungs-Kompetenz. In diesem Zusammenhang gehe ich auf deren Akzeptanz, ihr Zusammenspiel untereinander und vor allem in Hinblick auf die emotionale Kompetenz ein. Dieses Konstrukt schließt sich mit einem Exkurs über die emotionale Intelligenz an. Diesen Begriff hat Goleman eingeführt und aufbauend darauf entwickelte sich das Konstrukt der emotionalen Kompetenz. Für den Betrieb von Bedeutung ist v.a. die Frage der Erfassung emotionaler Kompetenz, die ich am Beispiel eines strukturierten Verhaltensinterviews aufgreife. Schließlich resümiere ich diese Erkenntnisse in ihrer Bedeutung für die Kompetenzentwicklung.
Da betriebliche Weiterbildung immer Bildung von Erwachsenen ist, wird einführend in diesen Block der theoretische Hintergrund von Bildung beleuchtet. Ich stütze mich dabei auf Humboldts Ideal der Bildung zu einem Ganzen, das sich in Klafkis Synthese der kategorialen Bildung und auch bei Spranger wiederfindet.
Innerhalb der Organisation müssen viele verschiedene Interessen, Konstellationen, Individuen, Regeln, Normen, Aufgaben, etc. Platz finden. Als Einstieg wähle ich daher Luhmanns Systemtheorie, die den Betrieb als organische, dynamische Einheit auffasst. Darin lassen sich verschiedene relevante Momente, wie das Betriebsklima, die unterschiedlichen Interessen der Mitarbeiter und des Betriebes, sowie der Entwicklungsaspekt der Organisation verorten. Der Wandel der Organisationen geht auch mit neuen Konzepten in der Weiterbildung einher, die sich in einem grundlegenden Paradigmenwechsel der betrieblichen Weiterbildung zeigen. Die Veränderungen betreffen nicht nur den Teilnehmer und den Betriebspädagogen, sie machen sich vor allem in einer neuen Auffassung des Lernens bemerkbar. Generell geht die Orientierung hin zum Individuum, seinen Lern- und Ausbildungsbedürfnissen. Aus diesen Forderungen leiten sich die Didaktik, die Methoden, das Instrumentarium und eine Verhaltensänderung des Betriebspädagogen ab. Aus diesem Verständnis von Weiterbildung ergeben sich aber auch Probleme, so die einseitige Wahrnehmung von Weiterbildungsangeboten und hohe Kosten der Maßnahmen, die nicht von jedem Betrieb geleistet werden können.
Eine der Herausforderungen der betrieblichen Weiterbildung stellt die Analyse von Kompetenzen dar. In der Praxis werden einige pädagogisch-psychologischen Verfahren eingesetzt, die ich in diesem Kapitel beschreibe. Aus den vorangegangen erläuterten Aspekten ziehe ich Bilanz für die aktuelle Lage der betrieblichen Weiterbildung.
Die Maßnahmen im Betrieb zeigen einen Überblick der gängigen Praxis von Unternehmen. Der Ablauf lässt sich in vier Phasen einteilen: die Analyse des Bedarfs, die Entwicklung und Gestaltung, die Durchführung und die Evaluation. Zuerst zeige ich daher, wie im Betrieb über verschiedene Analysen der Bedarf von Personalentwicklungsmaßnahmen abgeleitet wird. Der Bedarf kann über verschiedene Maßnahmen abgedeckt werden. Die Übersicht skizziert genauer, was man unter arbeitsstrukturalen Maßnahmen, Arbeitsgruppen, Projektmethode, etc. zu verstehen hat. Eine besondere Bedeutung zur Verbesserung emotionaler Kompetenz fällt der Supervision und dem Coaching zu. Der Ablauf, das Setting und die Methoden dieser beiden Maßnahmen beschreibe ich daher detailliert. Zuletzt steht bei der Personalentwicklung die Evaluation, d.h. die Erfolgskontrolle der Maßnahme.
In dem Fazit fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und unterziehe die Maßnahmen einer Bewertung hinsichtlich ihrer Effektivität für die Entwicklung von emotionaler Kompetenz.
Der Anhang enthält das Interview mit Herr Broichhagen, einem Diplom-Psychologen, der in seiner Praxis Coaching und Supervision anbietet und mir einige Fragen beantwortet hat. Außerdem stellt mir die Firma Freudenberg einige Unterlagen zu FUEL (Freudenberg unfolds entrepreneurial leadership) - ihrer Konzeption des Förderungsprogramms für Führungskräfte - zur Verfügung. Zum Schluss zeige ich noch einige Weiterbildungsangebote, die speziell auf die Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenz abzielen.
Inhaltsverzeichnis:
| Problemstellung der Arbeit | 1 | |
| I. | EMOTIONEN | 5 |
| 1. | Warum ist der Umgang mit Emotionen so wichtig? | 5 |
| 2. | Was sind Emotionen? | 6 |
| 2.1 | Definition von Emotion | 6 |
| 2.2 | Auslöser und Ausdruck von Emotionen | 9 |
| 2.3 | Ein Blick auf die Neurobiologie der Emotionen | 9 |
| 2.4 | Wechselwirkungen von Emotionen mit anderen Konstrukten | 11 |
| 3. | Theorien zur Aktualgenese | 16 |
| 3.1 | Einleitung | 16 |
| 3.2 | Evolutionsbiologische Theorie | 16 |
| 3.3 | Psychophysiologische Modelle | 17 |
| 3.4 | Lerntheoretische Ansätze | 17 |
| 3.5 | Kognitive Bewertungstheorien | 18 |
| 3.6 | Komponenten-Prozess-Modelle | 18 |
| 3.7 | Von der Emotion zum bewussten Gefühl | 23 |
| 4. | Fazit: Emotionale Bildung als Erziehungsziel | 24 |
| II. | KOMPETENZ | 26 |
| 5. | Warum Kompetenz? | 26 |
| 6. | Was sind Kompetenzen? | 28 |
| 6.1 | Begriff der Kompetenz | 28 |
| 6.2 | Struktur von Kompetenz | 29 |
| 6.3 | Messung von Kompetenzen | 32 |
| 7. | Lernen als Kompetenzerwerb | 33 |
| 7.1 | Neues Lernverständnis | 33 |
| 7.2 | Selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen | 34 |
| 7.3 | Lernbarrieren und Transfer | 35 |
| 7.4 | Kompetenzfördernde Rahmenbedingungen | 36 |
| 8. | Kompetenzkonstrukte | 38 |
| 8.1 | Fachkompetenz | 38 |
| 8.2 | Methodenkompetenz | 38 |
| 8.3 | Personale Kompetenz | 38 |
| 8.4 | Soziale Kompetenz | 39 |
| 8.5 | Handlungskompetenz | 40 |
| 9. | Emotionale Kompetenz | 43 |
| 9.1 | Exkurs: Emotionale Intelligenz | 43 |
| 9.2 | Was sind emotionale Kompetenzen? | 44 |
| 9.3 | Erfassung emotionaler Kompetenz | 46 |
| 9.4 | Training von emotionaler Kompetenz | 50 |
| 10. | Fazit: Folgerungen für die Kompetenzentwicklung | 50 |
| III. | BETRIEBLICHE WEITERBILDUNG | 52 |
| 11. | Theoretischer Hintergrund | 52 |
| 12. | Die Organisation | 55 |
| 12.1 | Systemtheoretische Überlegungen nach Luhmann | 55 |
| 12.2 | Betriebsklima | 56 |
| 12.3 | Organisationsentwicklung | 57 |
| 12.4 | Interessenskonflikt im Unternehmen | 57 |
| 13. | Paradigmenwechsel in der Betrieblichen Weiterbildung | 58 |
| 13.1 | Betriebspädagogische Hermeneutik | 58 |
| 13.2 | Der Mitarbeiter | 59 |
| 13.3 | Arbeitsstrukturen | 60 |
| 13.4 | Didaktik | 60 |
| 13.5 | Der Betriebspädagoge | 62 |
| 13.6 | Die Forderung nach lebenslangem Lernen | 63 |
| 14 | Probleme der betrieblichen Weiterbildung | 65 |
| 14.1 | Soziale Selektivität | 65 |
| 14.2 | Kosten | 66 |
| 15. | Wie können Kompetenzen im Betrieb erfasst werden? | 67 |
| 15.1 | Potentialfeststellungsverfahren | 67 |
| 16. | Fazit: Betriebliche Weiterbildung im Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Ökonomie | 69 |
| IV. | MAßNAHMEN IM BETRIEB | 72 |
| 17. | Ablauf der Personalentwicklung | 72 |
| 18. | Ermittlung des Entwicklungsbedarfs | 72 |
| 19. | Maßnahmen der Personalentwicklung | 74 |
| 19.1 | Übersicht der Methoden | 74 |
| 19.2 | Arbeitsstrukturale Maßnahmen | 76 |
| 19.3 | Arbeitsgruppen | 77 |
| 19.4 | Informelles Lernen | 79 |
| 19.5 | Training | 80 |
| 19.6 | SOL(Selbstorganisiertes Lernen)-Seminare | 80 |
| 20. | Supervision | 83 |
| 20.1 | Begriff der Supervision | 83 |
| 20.2 | Was ist Supervision? | 83 |
| 20.3 | Methoden der Supervision | 85 |
| 20.4 | Setting und Ablauf | 86 |
| 20.5 | Der Supervisor | 87 |
| 20.6 | Supervision in Organisationen | 87 |
| 21. | Coaching | 90 |
| 21.1 | Was ist Coaching? | 90 |
| 21.2 | Wer wird gecoacht? | 90 |
| 21.3 | Anlässe für Coaching | 91 |
| 21.4 | Ablauf des Coaching | 92 |
| 21.5 | Der Coach | 93 |
| 21.6 | Instrumente des Coaching | 95 |
| 21.7 | Coaching oder Supervision? | 97 |
| 21.8 | Mentoring | 99 |
| 22. | Evaluation | 101 |
| 23. | Fazit: Werden die Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung den neuen Ansprüchen gerecht? | 103 |
| V. | ANHANG | 105 |
„Kompetenzen sind `verborgene´ Fähigkeiten, die nicht direkt beobachtbar sind.“163 Daher können sie nur durch ihren Sinngehalt und die Methode der Messung näher bestimmt werden.164 Aufgrund der Dispositionseigenschaft von Kompetenzen ergibt sich das Problem ihrer Messbarkeit.165 Im Folgenden werden drei mögliche Meßmethoden vorgestellt: 1. Die erste Möglichkeit besteht darin, Kompetenzen begrifflich auf die einfach messbaren Qualifikationen zu reduzieren.166 Eine Qualifikation wäre leicht operationalisierbar mit Hilfe von Tests oder Aufgaben. Fragebogen sind wenig valide, da sie hohe Fehlaussagen implizieren.167 2. Eine Alternative dazu stellt die Möglichkeit dar, Kompetenzen als Dispositionen aufzufassen, die sich erst über das Handeln zeigen und entsprechend nur mit persönlichkeitspsychologischen Methoden erfassbar sind.168 Psychologische Verfahren bestehen in Beurteilungen durch andere, Zuordnung von Prädikaten, Rollenspiele, Gruppendiskussionen. Das Problem bei diesen Methoden besteht in der Subjektivität des Bewerters.169 3. Die dritte Möglichkeit verfolgt die ganzheitliche Instrumentalisierung, die neben den Methoden der Persönlichkeitspsychologie den gesamten sozialhistorischen Prozess mit einbezieht. Dazu gehören die qualitative Sozialforschung und biographische Methoden.170 Auf diese Methoden gehe ich im Kapitel zur Potentialfeststellung (s.a. Kapitel III-15.1) noch genauer ein. [...]
Die unterschiedlichen Dispositionen (Anlagen, Fähigkeiten, Bereitschaften), eben diese Handlungen selbstorganisiert auszuführen, bilden unterschiedliche Kompetenzen. Man kann folglich unterscheiden: die Dispositionen, geistig selbstorganisiert zu handeln, Fachkompetenzen d.h. mit fachlichen Kenntnissen und fachlichen Fertigkeiten kreativ Probleme zu lösen, das Wissen sinnorientiert einzuordnen und zu bewerten die Dispositionen, instrumentell selbstorganisiert zu Methodenkompetenzen handeln, d.h. Tätigkeiten, Aufgaben und Lösungen methodisch kreativ zu gestalten und von daher auch das geistige Vorgehen zu strukturieren die Dispositionen, kommunikativ und kooperativ selbstorganisiert zu handeln, d.h. sich mit anderen kreativ Sozialkompetenzen auseinander- und zusammenzusetzen, sich gruppenund beziehungsorientiert zu verhalten, um neue Pläne und Ziele zu entwickeln die Disposition, reflexiv selbstorganisiert zu handeln, d.h. sich selbst einzuschätzen, produktive Einstellungen, Personale Kompetenzen (Individualkompetenzen) Werthaltungen, Motive und Selbstbilder zu entwickeln, eigene Begabungen, Motivationen, Leistungsvorsätze zu entfalten und sich im Rahmen der Arbeit und außerhalb kreativ zu entwickeln und zu lernen die Dispositionen, gesamtheitlich selbstorganisiert zu Handlungskompetenzen handeln, d.h. viele oder alle der zuvor genannten Kompetenzen zu integrieren [...]
In der Literatur finden sich viele unterschiedliche Auffassungen von Kompetenz, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Ich beschränke mich auf zwei sehr allgemeine Definitionen, da sich Kompetenz am besten über ihre Voraussetzungen und Faktoren begreifen lässt: 1. „Der Begriff `Kompetenz´ wird in der Psychologie im Sinne veränderbarer, situationsspezifischer Verhaltensmuster zur erfolgreichen Bewältigung von Aufgaben oder Situationen definiert.“152 Man geht davon aus, dass die Voraussetzungen von Kompetenz und die Kompetenz selbst durch Sozialisation erlernt werden. „Es handelt sich also um erworbene und damit prinzipiell auch veränderbare Personenmerkmale.“153 Kompetenzen sind also keine Fertigkeiten, die erworben werden und für immer bleiben. Sie können auch wieder verloren gehen.154 2. „Kompetenz läßt sich als personale Handlungsvoraussetzung, als erlernbare Fähigkeit begreifen, ein Ziel zu formulieren und zu erreichen bzw. eine Handlung auszuführen, sofern die außerhalb des Individuums liegenden Gegebenheiten dies zulassen. Diese Fähigkeit läßt sich (etwas altmodisch) auch als `Kunst´ (i. Sinne von Können) bezeichnen. Analog hierzu kann man Kompetenz zur Bewältigung von Lebenssituationen als `Kunst der Situationsbewältigung´ verstehen.“155 6.2 Struktur von Kompetenz [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832404451
Arbeit zitieren:
Veeser, Nicole August 2003: Emotionale Kompetenz in der betrieblichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Erwachsenenbildung, Personalentwicklung, Coaching, Supervision, Emotion



