Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Emotion – Ein Beeinflussungsziel?

Empirische Erkenntnisse zu emotionalen Anzeigen und eine Überprüfung ihrer Einstellungswirkung bei der Zielgruppe Studenten

Emotion – Ein Beeinflussungsziel?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Susanne Meier
  • Abgabedatum: November 2005
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 7,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9427-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9427-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9427-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Meier, Susanne November 2005: Emotion – Ein Beeinflussungsziel?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Anzeigenwirkung, Werbepsychologie

Diplomarbeit von Susanne Meier

Problemstellung:

Die Bedingungen für die Marktkommunikation haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert. Die Werbung musste sich in der wachsenden Informationsflut behaupten. Kroeber-Riel bezifferte schon 1988 die gesamtgesellschaftliche Informationsüberlastung in Deutschland mit 98%. Das bedeutet, dass nur ca. 2% der angebotenen Informationen ihre Empfänger erreicht haben. Die restlichen 98% landeten unbeachtet in dem Müll.

Diese Informationsüberlastung vergrößerte sich und wächst auch heute von Jahr zu Jahr an, da neue Anbieter und neue Medien das Informationsangebot weiter erhöhen. Demgegenüber nimmt die Nachfrage von Informationen nur geringfügig zu, weil der Reizaufnahme von Seiten der Empfänger natürliche Restriktionen gesetzt sind. Neben der Problematik der Informationsüberlastung erreichen immer mehr Märkte die Sättigungsphase. Die Produkte sind ausgereift, die konkurrierenden Anbieter unterscheiden sich kaum voneinander und ihre Produkte werden somit austauschbar. Hierzu ist in erster Linie das Problem des nachlassenden Informationsinteresses gegenüber der Werbebotschaft zu nennen. Eine weitere Herausforderung stellt die beschränkte Glaubwürdigkeit der Werbung dar. Den Empfängern von Werbebotschaften sind die eigennützigen Ziele der werbetreibenden Unternehmen bekannt, was die Wirkung der Werbung zusätzlich beeinträchtigt. Die Marktkommunikation steht zudem mit ihren wachsenden Werbeinvestitionen unter einem ständigen Kosten- und Renditedruck und muss sich die Frage stellen, ob diese Investitionen den Rahmenbedingungen entsprechend richtig eingesetzt werden.

Kroeber-Riel & Esch schlagen deshalb seit langem die Beeinflussungsziele „erzeuge Aktualität“, „löse Emotion aus“ und „vermittle Information“ vor, um dieser Problematik ausreichend zu begegnen. Der Vermittlung von Emotionen wurde hierbei ein großes Augenmerk geschenkt. Ghazizadeh hat darüber hinaus durch einen Großversuch bewiesen, dass Emotionen Informationen „schlagen“. Der Einfluss von Emotionen ist so immer mehr in der Marktkommunikation zu erkennen: Erlebnismarketing, Erlebnisshopping, emotionale Werbespots und Anzeigen sind weit verbreitet.

Doch hat der Ansatz der Emotionsvermittlung in der heutigen Zeit, die stark durch Emo-tionalisierung geprägt ist, überhaupt noch Gültigkeit? Sind Emotionen bereits ein Muss, um überhaupt noch bei den Rezipienten zu wirken? Oder löst gerade informative Werbung dadurch, dass sie oftmals die Ausnahme ist, mehr Werbewirkung aus als emotionale Werbung?

Ziel dieser Arbeit ist zunächst die Darstellung empirischer Erkenntnisse zu emotionalen Anzeigen. Wenn nun aber von Emotionen in der Anzeigenwerbung die Rede ist, dann muss eine Differenzierung erfolgen: Einerseits versteht man darunter, dass bestimmte Emotionen in Anzeigen gezeigt werden. Andererseits interpretiert man darin, dass beim Betrachter Emotionen ausgelöst werden. In dieser Arbeit erfolgt eine Konzentration auf den zweiten Punkt. Dies schließt jedoch nicht aus, dass dies unter anderem durch die Darstellung von Emotionen erfolgt. Zum weiteren Verständnis sei darauf hingewiesen, dass Emotionen auslösen und vermitteln in der Literatur gleichgesetzt werden und diese Ausdrucksformen lediglich auf einer unterschiedlichen Sichtweise beruhen.

Die Arbeit versucht im theoretischen Teil Antworten auf folgende Fragen zu geben: Welche psychischen Vorgänge beeinflussen überhaupt das Konsumentenverhalten? Was wird dabei speziell unter Emotionen verstanden? Welche allgemeine psychologische Wirkung kann Werbung haben und welche Modelle verstehen es diese Wirkung zu reflektieren? Wie werden Emotionen in der Anzeigenwerbung formal und inhaltlich dargestellt? Welche speziellen Wirkungen haben dabei Emotionen und wie können diese gemessen werden?

Hauptgegenstand der Arbeit ist schließlich die Überprüfung des Ansatzes „löse Emotionen aus“ auf dessen heutige Gültigkeit. Hierzu wurde eine schriftliche Befragung an der Fachhochschule Nürnberg durchgeführt, um speziell die Einstellungswirkung emotionaler Anzeigen bei der Zielgruppe Studenten zu untersuchen.

Um die gestellte Zielsetzung einzuschränken, werden in dieser Arbeit bewusst folgende Abgrenzungen getroffen. Zum Einen wird nur die Erscheinungsform der Anzeigenwerbung in Zeitschriften betrachtet. Zum Anderen werden nur solche Wirkungsanalysen berücksichtigt, die sich mit der Wirkung auf die medial erreichten Personen (Primärwirkung) befassen. In dieser Arbeit werden keine Wirkungsstudien einbezogen, die sich mit der Wirkungsfortpflanzung im Zuge interpersoneller Kommunikation (Sekundärwirkung) beschäftigen.

Gang der Untersuchung:

Die Vorgehensweise der Arbeit lässt sich wie folgt beschreiben. Das erste Kapitel der Arbeit beschäftigt sich mit Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise.

Es folgen vier theoretische Kapitel, die der Begriffsfindung sowie als Basis der anschließenden Untersuchung dienen.

Das zweite Kapitel macht dabei den Leser mit grundlegenden Begriffen und Zusammenhängen der psychischen Determinanten des Konsumentenverhaltens vertraut.

Das dritte Kapitel vertieft die Thematik der Emotionen, indem auf einzelne Definitionen, theoretische Ansätze, Komponenten und Messmethoden eingegangen wird. Nachfolgend gibt das vierte Kapitel einen Überblick über die Werbewirkungstheorie und -forschung. Anhand eines historischen Überblicks über die verschiedenen Werbewirkungsmodelle werden einzelne Werbewirkungsebenen sowie deren -indikatoren herausgearbeitet und deren Zusammenhänge erläutert.

Gegenstand des fünften Kapitels ist die ausführliche Darstellung von Emotionen in der Anzeigenwerbung. Hierzu werden zunächst einige Grundbegriffe der Anzeigenwerbung erläutert und darüber hinaus die Arten und Aufgaben emotionaler Wirkung in der Anzeigenwerbung näher betrachtet. Ein Schwerpunkt liegt im fünften Kapitel dabei auf den formalen und inhaltlichen Gestaltungstechniken zur Vermittlung von Emotionen. Speziell bei den inhaltlichen Komponenten werden bisherige empirische Erkenntnisse dargestellt. Des Weiteren folgt ein systematischer Überblick der allgemeinen Werbewirkung von Emotionen bezüglich der verschiedenen Wirkungsebenen. Neben den Wirkungen von Emotionen werden deren problematische Effekte betrachtet. Über die praktische Untersuchung, die die Wirkung emotionaler Anzeigen auf deren heutige Gültigkeit überprüft, berichtet das sechste Kapitel.

Eine Schlussbetrachtung rundet im siebten Kapitel die Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis IX
1. Einleitung 1
1.1 Situation und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung 2
1.3 Vorgehensweise 3
2. Psychische Determinanten des Konsumentenverhaltens 4
2.1 Aktivierende Prozesse 4
2.1.1 Physiologischer Erklärungsansatz 5
2.1.2 Emotion, Motivation und Einstellung 6
2.2 Kognitive Prozesse 8
2.2.1 Involvement 9
2.2.2 Informationsaufnahme und -verarbeitung 11
2.2.3 Informationsspeicherung 14
3. Emotionen 15
3.1 Definition und Abgrenzung 15
3.2 Emotionstheorien 16
3.2.1 Evolutionstheoretische Ansätze 16
3.2.2 Kognitive Ansätze 18
3.3 Emotionskomponenten 18
3.4 Messung von Emotionen 19
3.4.1 Psychobiologische Messung 19
3.4.2 Messung des Ausdrucksverhaltens 19
3.4.3 Subjektive Erlebnismessung 20
4. Werbewirkungstheorie und -forschung 22
4.1 Werbewirkung und Werbeerfolg 22
4.2 Entwicklung der Werbewirkungsmodelle 23
4.2.1 Senderorientierte Modelle 23
4.2.1.1 Stimulus-Response-Modell – Wirkungsebene Aufmerksamkeit 23
4.2.1.2 Stimulus-Organism-Response-Modell – Wirkungsebene Verarbeitungsleistung 24
4.2.1.3 Konsistenztheoretische Ansätze – Wirkungsebene physische Aktivierung, Gedächtnisleistung und Verhalten 24
4.2.2 Paradigmenwechsel – von senderorientierten zu empfängerorientierten Modellen 26
4.2.2.1 Untersuchungen an der Yale University – Erweiterung der Wirkungsebene Verarbeitungsleistung 26
4.2.2.2 Elaboration Likelihood Modell (ELM) 27
4.2.2.3 Impact-Modell 29
4.2.2.4 Modell der Wirkungspfade 29
4.2.3 Zusammenfassung 30
4.2.4 Verfahren der Einstellungsmessung 31
5. Emotionen in der Anzeigenwerbung 33
5.1 Grundbegriffe zur Anzeigenwerbung 33
5.2 Arten und Aufgaben emotionaler Wirkung 34
5.2.1 Erlebniswirkung 35
5.2.2 Klimawirkung 36
5.3 Formale Gestaltungstechniken zur Vermittlung von Emotionen 36
5.3.1 Bilder 36
5.3.1.1 Imageryforschung 37
5.3.1.2 Hemisphärenforschung 38
5.3.1.3 Motive 39
5.3.1.3.1 Schlüsselreize 39
5.3.1.3.2 Archetypen 40
5.3.1.3.3 Kulturell geprägte Motive 41
5.3.1.3.4 Zielgruppenspezifisch gelernte Motive 41
5.3.1.3.5 Präsenter 42
5.3.1.3.6 Schlüsselbilder 42
5.3.1.4 Merkmale 43
5.3.2 Sprache 44
5.3.3 Farbe 45
5.3.4 Typografie 47
5.3.5 Anzeigeformat 48
5.3.6 Platzierungseffekte 49
5.3.6.1 Platzierung von Anzeigen auf einer Seite 49
5.3.6.2 Platzierung von Text und Illustration 50
5.3.6.3 Serielle Effekte der Platzierung 51
5.3.6.4 Bedeutung des thematischen Anzeigenumfeldes 51
5.4 Spezielle Inhalte zur Vermittlung von Emotionen 51
5.4.1 Humor 52
5.4.2 Erotik 53
5.4.3 Furcht 55
5.5 Kommunikativ-psychologische Wirkungen von Emotionen 56
5.5.1 Physische Aktivierung und Aufmerksamkeitsleistung 56
5.5.2 Verarbeitungsleistung einschließlich Produktbeurteilung 56
5.5.2.1 Lernen 57
5.5.2.2 Akzeptanz 57
5.5.3 Gedächtnisleistung 58
5.5.4 Verhinderung einer psychologischen Reaktanz 58
5.6 Problematische Effekte 59
5.6.1 Vampireffekt 59
5.6.2 Bumerangeffekt 60
5.6.3 Irritation 61
6. Überprüfung der Einstellungswirkung emotionaler Anzeigen bei Studenten 62
6.1 Herleitung der Hypothesen 62
6.2 Operationalisierung der Variablen 64
6.2.1 Operationalisierung der unabhängigen Variablen 65
6.2.1.1 Produktinvolvement des Rezipienten 65
6.2.1.2 Emotionsrichtung und -intensität 67
6.2.2 Operationalisierung der abhängigen Variablen 68
6.2.2.1 Wichtigkeit der Emotionsvermittlung 68
6.2.2.2 Anzeigenakzeptanz 69
6.2.2.3 Produktbeurteilung 69
6.2.2.4 Emotionsauslöser 70
6.3 Erhebungsmethode 70
6.3.1 Fragebogenentwicklung 70
6.3.1.1 Untersuchungsmaterial 71
6.3.1.2 Aufbau des Fragebogens 71
6.3.1.3 Rating-Skalen 73
6.3.2 Voruntersuchung 74
6.3.2.1 Ziele der Voruntersuchung 74
6.3.2.2 Ergebnisse der Voruntersuchung 75
6.3.3 Fragebogenüberarbeitung 78
6.3.4 Hauptuntersuchung 79
6.3.4.1 Zielgruppe und Stichprobe 79
6.3.4.2 Auswahlverfahren und Repräsentanz 80
6.3.4.3 Art der Durchführung 80
6.4 Datenanalyse und -auswertung 81
6.4.1 Fragenkodierung 81
6.4.2 Zusammenfassung von Items zu Variablen 81
6.4.3 Analysemethode – Einfache Korrelationsanalyse 82
6.4.4 Hypothesenprüfung 83
6.4.4.1 Hypothese H 2.1 84
6.4.4.2 Hypothese H 2.2 84
6.4.4.3 Hypothese H 1 85
6.4.4.4 Hypothese H 3 87
6.4.5 Zusammenfassung der Ergebnisse 88
7. Schlussbetrachtung 88
Anhang 90
Literaturverzeichnis 127
Erklärung gemäß § 31 Abs. 7 RaPo 134

Arbeit zitieren:
Meier, Susanne November 2005: Emotion – Ein Beeinflussungsziel?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Anzeigenwirkung, Werbepsychologie

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren