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Emos

Eine neue Jugendsubkultur - begleitet von Vorurteilen, Hass und Angst!

Emos
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Vester
  • Abgabedatum: Juni 2009
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 759,6 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ravensburg-Weingarten Deutschland
  • Bibliografie: ca. 58
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3308-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vester, Jan Juni 2009: Emos, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Emo, Hass, Selbstverletzendes Verhalten, Jugendkultur, Subkultur

Diplomarbeit von Jan Vester

Einleitung:

In der heutigen Zeit ist eine enorme Vielfältigkeit der Jugendkultur in unserer Gesellschaft zu beobachten. Die Jugendkultur kann nicht als ein Gesamtes beschrieben werden, sondern ist in unterschiedliche Jugendsubkulturen zu gliedern. Die verschiedensten Jugendsubkulturen prägen durch ihr eigenes Auftreten und Erscheinungsbild unsere heutige Jugendkultur. Die meisten Jugendsubkulturen bestehen schon seit einiger Zeit und sind dem größten Teil unserer Gesellschaft bekannt. So zählen Skater, Hip Hopper, Rocker, Metaller, Raver, Gothics, Fußballfans und vor allem Punks zu den bekanntesten und präsentesten unserer heutigen Zeit. Immer wieder bilden sich neue Jugendsubkulturen, die oft kaum nach außen bekannt bzw. als solche bestimmt werden, und in einem kleinen Kreis ihre eigene Kultur ausleben. So zählen auch Kellys, Grunge-Anhänger, Hooligans, oder Computerkids zu einer bestimmten Jugendsubkultur. Im täglichen Sprachgebrauch wird häufig auch der Begriff ‘Jugendbewegung’ statt ‘Jugendsubkultur’ verwendet. Ist somit von Jugendbewegung die Rede, wird damit meist eine bestimmte Jugendsubkultur beschrieben. Immer wieder bringen Jugendsubkulturen Vorurteile, Inakzeptanz und Intoleranz mit sich. In der Vergangenheit entstand aus diesen subjektiven Ansichten, der Außenstehenden, oft Abneigung bis hin zu Hass. Seit einigen Jahren entwickelt sich eine neue Jugendsubkultur in Deutschland, ‘Die Emos’. In Ländern wie den USA, Mexiko und Chile haben Emos schon seit einiger Zeit Bestand. In dieser Arbeit wird in erster Linie, diese noch neue Jugendsubkultur, anhand ihrer Einstellungen, ihres Auftretens und äußeren Erscheinungsbildes definiert.

Emos sind keine Jugendsubkultur, wie Skater, Rocker oder Fußballfans, denn die Gesellschaft, vor allem die meisten anderen Jugendsubkulturen haben viele negative Vorurteile über sie und hegen enormen Hass gegen eine derartige Auslebung eines neuen Ideals. Zwar hafteten anfangs, an allen neuen Jugendsubkulturen einige negative Vorurteile, die durch die Gesellschaft bestimmt wurden und denen viele Mitglieder der Gesellschaft mit Ignoranz und Abneigung begegneten, jedoch sind Emos heute schlimmer betroffen als andere zuvor. Sie erfahren heute nicht nur Abneigung, Intoleranz und jede Menge Vorurteile, sondern auch Hass und Gewalt. Diese Arbeit wird sowohl das Phänomen Emos beschreiben und näher definieren, als auch auf die einzelnen Vorurteile der Gesellschaft eingehen. Das am häufigsten ausgesprochene und in Verbindung gebrachte Vorurteil mit Emos ist, dass sich alle Emos selbstverletzen. Deshalb wird in Kapitel Acht mit einem kleinen Exkurs genauer auf das Thema selbstverletzendes Verhalten und dessen Häufigkeit in Deutschland eingegangen. Des Weiteren mussten Emos in der Vergangenheit, vor allem in Mexiko, wo das Phänomen Emo schon ausgeprägter und länger bestand hat, extreme Erfahrungen in verbaler und körperlicher Gewalt an der eigenen Person machen. Wichtig ist es deshalb auf die Themen Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung näher einzugehen und zu erläutern, warum gegen Emos relativ viele Vorurteile bestehen und jede Menge Hass und Gewaltbereitschaft aufkommt. Der zweite Teil dieser Arbeit wird durch eine Umfrage bei Emos das Ziel verfolgen, eine Aufklärung über die bestehenden Vorurteile der Emos zu geben. Inwieweit die Einstellung und Handlungsweisen mit den Vorurteilen übereinstimmen und wie sie sich selbst definieren und betrachten. Da im Moment noch keine deutschsprachige Literatur über die Jugendsubkultur Emo herausgebracht wurde, kann somit die Richtigkeit der Vorurteile und Handlungsweisen von Emos anhand schriftlicher Ausführungen nicht überprüft werden. Deshalb ist ein weiteres Ziel der Arbeit eine Umfrage, welche den Emo-Kult definieren soll und wie er von den Anhängern selbst gesehen und ausgelebt wird. Insgesamt soll diese Arbeit die neue Jugendsubkultur Emos beschreiben und ihre momentane Situation in Deutschland und weiteren Ländern wiedergeben. Darüber hinaus wird diese Arbeit eine Verbindung zur sozialen Arbeit herstellen. In welchen Bereichen in Bezug auf Emos gearbeitet werden sollte und welche Interventions-, Unterstützungs-, und Hilfsangebote geschaffen werden sollten.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 1
Abbildungs-, Tabellen- und Diagrammverzeichnis 2
1. Einleitung 4
2. Einführung in die Begriffe Jugendkultur, Subkultur und Jugendsubkultur 7
2.1 Jugendkultur 7
2.2 Subkultur 7
2.2.1 Jugendsubkultur 8
2.2.2 Definitionen und Unterschiede verschiedener Subkulturen 9
2.2.2.1 Punks 10
2.2.2.2 Gothics 10
2.2.2.3 Skater 10
3. Emo – eine neue Jugendsubkultur 11
3.1 Entstehung und Geschichtlicher Hintergrund 11
3.2 Entwicklung in Deutschland 13
3.3 Lebenseinstellung 14
3.4 Musik 14
3.5 Style 15
3.5.1 Kleidung 15
3.5.2 Frisur und Schminke 16
3.5.3 Tattoos 16
3.5.4 Piercings 17
3.5.5 Der Emo-Kult als Zufluchtsstätte 17
3.6 Vergleiche zu Punks und Gothics 18
3.6.1 Vergleich zu Punks 18
3.6.2 Vergleich zu Gothics 20
4. Emos und die virtuelle Welt des Internets 22
4.1 Unterstützendes Internet für Emos 22
4.2 Missbrauch des Internets von Emo-Gegnern 23
4.2.1 Bilder 24
4.2.2 Witze 25
4.2.3 Spiel für Emo-Gegner 26
4.2.4 Anti-Emo-Webseite 27
4.2.5 Zusammenfassung 27
5. Auswirkungen von Hass und Abneigungen gegen Emos 28
5.1 Gewalttätige Jagden auf Emos in Mexiko 28
5.2 Emos in anderen Ländern Europas 30
5.2.1 Schweiz 30
5.2.2 Österreich 30
5.2.3 Russland 31
6. Emos in Deutschland 32
7. Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung 34
7.1 Definition 34
7.1.1 Vorurteile 34
7.1.2 Diskriminierung 36
7.1.3 Von Vorurteilen über Stereotype zu Fremdbildern und Fremdenfeindlichkeit 39
8. Selbstverletzendes Verhalten 42
8.1 Definition 43
8.2 Formen der krankhaften Selbstverletzung 45
8.2.1 Die offene Selbstverletzung 45
8.2.1.1 Methoden und Gebrauchsgegenstände 47
8.2.2 Die heimliche Selbstverletzung 48
8.3 Funktionen und Häufigkeit von selbstverletzendem Verhalten 49
8.3.1 Häufigkeit 49
8.3.2 Funktionen 50
8.4 Abgrenzung zur Suizidalität 51
8.5 Selbstverletzendes Verhalten bei Emos 51
9. Bezug zur Sozialen Arbei 53
10 Umfrage mit Emos – Umfragebogen und Evaluation 56
10.1 Der Umfragebogen 59
10.2 Evaluation 60
10.2.1 Alter 61
10.2.2 Geschlecht 62
10.2.3 Was Emo bedeutet? 63
10.2.4 Bundesland 65
10.2.5 Beziehung 66
10.2.6 Sexuelle Ausrichtung 67
10.2.7 Bezeichnest du dich als Emo? Seit Wann? 69
10.2.8 Wie bist du dazu gekommen? 71
10.2.9 Schule – Beruf 73
10.2.10 Musikrichtung 74
10.2.11 Bands und Songs 75
10.2.12 Besitz von Tattoos und Piercings 77
10.2.13 Selbstverletzung 79
10.2.13.1 Eigene Erfahrungen 80
10.2.14 Emo = Ritzer 83
10.2.15 Typisch für Emos 84
10.2.16 Informationen für Außenstehende.86 10.3 Zusammenfassung 87
11. Resümee 88
12. Literaturverzeichnis 91
Anhang 97

Textprobe:

Kapitel 7.1.3 Von Vorurteilen über Stereotype zu Fremdbildern und Fremdenfeindlichkeit:

Insgesamt sind Vorurteile aber wichtig, um im Alltag handlungsfähig zu sein. Einstellungen, Einschätzungen und Orientierungsmuster sind Formen, die dabei behilflich sind. Dies sind meist harmlose Fähigkeiten, die dem einen nützen, ohne dem anderen zu schaden. Zu unterscheiden und wichtig zu betrachten, sind die Vorurteile, die gegenüber Fremden z.B. den Frauen, Männern, Menschen mit Behinderung oder der heutigen Jugend gemacht werden, um sie auszugrenzen oder zu Sündenböcken zu machen. Meist tritt aber nicht nur ein Vorurteil über eine bestimmte Person oder Gruppe auf, sondern mehrere, die zusammengetragen werden. Dieses Bündel zusammengetragener Vorurteile wird Stereotyp genannt. Weit verbreitet sind Stereotype, die sowohl positive als auch negative Vorurteile über Völker oder Gruppen zu einem Gesamtbild kreieren. Beispiele dafür können sein: ‘die Engländer’, ‘die Asiaten’ oder ‘die Türken’. So ergeht es natürlich auch dieser neuen Jugendsubkultur. Allerdings wird das Stereotyp ‘die Emos’ durch überwiegend negative Vorurteile gebildet. Kollektiv erzeugen Vorurteile durch Massenmedien, Politiker oder Erzieher, Feindbilder. Einzelne Personen haben nicht die Möglichkeit sich von der Richtigkeit der Vorurteile selbst zu überzeugen und sind somit von deren Behauptungen abhängig. Diese Vorurteile müssen dem Empfänger das Gefühl geben, der Realität zu entsprechen. Allerdings entstehen diese Vorurteile nicht ohne einen Hintergrund oder eine Vorgeschichte.

Meist knüpfen sie an schon vorhandene, aber unsichtbare Vorurteile an. Durch die Gemeinsamkeit von Vorurteilen und Stereotypen, die in der Abgrenzung des ‘Eigenen’ gegenüber dem ‘Fremden’ besteht, wird bestimmt wer zum ‘Eigenen’ gehört und wer nicht. Wer anders wahrgenommen wird, kann zu einer Irritation oder gar Bedrohung werden. In jedem Fall wird die Person oder Gruppe in ihrer Andersartigkeit als das Fremde und somit als ‘Fremdbild’ bezeichnet. Dieses Fremdbild führt oft zu einer Fremdenfeindlichkeit. Wenn der Begriff ‘Fremdenfeindlichkeit’ seine Anwendung findet, wird mit diesem meist ‘Ausländerfeindlichkeit’ gemeint, wobei Fremdenfeindlichkeit auch auf andere Personen oder Gruppen bezogen werden kann. Denn Hass und Gewalt richten sich auch gegen Deutsche mit anderem Aussehen oder Verhalten. Wenn über das Verhalten der Fremdenfeindlichkeit gesprochen wird, wird dem Anwender eine angeborene Furcht vor dem Fremden unterstellt. Allerdings wurde diese Furcht wissenschaftlich nie untersucht. Häufig wird in der Vorurteilsforschung auf die Südenbocktheorie zurückgegriffen, um eine Erklärung für die Entstehung von Vorurteilen zu liefern. Um sich selbst nicht für ihr eigenes Versagen verantwortlich zu machen, lassen Menschen immer wieder ihre Feindseligkeit an ‘Sündenböcken’ aus. Hass und Wut werden gegen Personen gerichtet, die nichts mit dem Ursprung ihrer Befürchtungen oder Ängste zu tun haben. Nach GIDDENS 1995 findet diese Theorie oft dann ihre Anwendung, wenn benachteiligte Gruppen aufeinander stoßen, um etwas erreichen zu wollen. So ergeht es auch Emos, die auf andere Subkulturen treffen, die angeben, Emos haben sie ihrer Zeichen und ihrem Stil beraubt. Ablehnende Einstellungen gegenüber Personen, die nicht als Mitglieder der eigenen Gruppe wahrgenommen werden, werden somit als Fremdenfeindlichkeit definiert. Diese Einstellungen sind der Ursprung für Diskriminierung. Diskriminierung beginnt mit absichtlich geplanter Benachteiligung und verbalen Demütigungen und kann bis hin zu gewalttätigen Übergriffen führen.

Arbeit zitieren:
Vester, Jan Juni 2009: Emos, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Emo, Hass, Selbstverletzendes Verhalten, Jugendkultur, Subkultur

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