Embedded Journalists - zukunftsweisende Strategie in der Kriegsberichterstattung oder fragwürdige Wirklichkeitskonstruktion für die Medien?
Eine Analyse von Ursprüngen, Zielen, Merkmalen, Implikationen, Nutzen und Problemen von "Embedding" am Beispiel des Irak-Krieges 2003.
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Sandra Dietrich
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 204 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für Bildende Künste und Technische Universität Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9677-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9677-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9677-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietrich, Sandra März 2005: Embedded Journalists - zukunftsweisende Strategie in der Kriegsberichterstattung oder fragwürdige Wirklichkeitskonstruktion für die Medien?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kriegsjournalismus, Medienberichterstattung, Friedensjournalismus, Kriegsreporter, Reality War TV
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Magisterarbeit von Sandra Dietrich
Einleitung:
Am Abend des 20. März 2003, zur besten Sendezeit im US-Fernsehen, beginnt der lang angedrohte und umstrittene Feldzug der USA, Großbritanniens, Australiens sowie weiterer Länder der von US-Präsident Bush gegründeten „Koalition der Willigen“ gegen den Irak.
Panzer und Militärfahrzeuge rücken von Kuwait aus in den Irak vor - ihr Ziel: die Hauptstadt Bagdad - ihre Mission: der Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein, der verdächtigt wird, im Besitz von gefährlichen Massenvernichtungswaffen zu sein. Raketen werden abgeschossen, Bomben aus Kampfflugzeugen abgeworfen, irakische Panzer explodieren, irakische Soldaten schwenken die weiße Fahne und knien mit hinter dem Kopf verschränkten Armen vor den Koalitionssoldaten nieder. Der Fernsehzuschauer ist bei all diesen Ereignissen live dabei, mitten im Geschehen sozusagen. Krieg bestimmt den Fernsehalltag der nächsten sechs Wochen auf allen Kanälen. Fast alle großen Fernsehstationen rund um den Globus sind bei diesem Medienspektakel hautnah dabei - von CNN, Fox News, BBC, Sky News, RTL, SAT.1, n24, ARD und ZDF bis hin zu den arabischen Fernsehsendern Al Dschasira, Al Arabija, Abu Dhabi TV, die erstmals im Irak-Krieg 2003 eine ernstzunehmende Konkurrenz für die westlichen Medien darstellen und eine völlig verschiedene Sichtweise des Krieges präsentieren. Die Nachrichtenmedien berichten pausenlos. Soviel Informationen wie in diesem Krieg hatten die Zuschauer in keinem Krieg zuvor zu verarbeiten.
Möglich wurde diese Informationsflut vor allem durch den Strategiewechsel der US-Regierung in ihrem Umgang mit den Medien im Krieg. Waren die vergangenen zwanzig Jahre von einer tiefen Feindschaft zwischen Militär und Medien sowie einer Medienstrategie der Informationsverknappung und des Fernhaltens der Reporter vom Kampfgebiet gekennzeichnet, so verfolgte die US-Regierung im Irak-Krieg eine vollkommen entgegen gesetzte, aktive Medienstrategie des Informationsmanagements, die die Fernsehsender mit den so dringend benötigten Informationen und Bildern vom Schlachtfeld versorgen sollte. Wesentlicher Bestandteil dieser Strategie war das Konzept des embedded journalism, bei dem Reporter direkt mit den Soldaten im Kriegsgebiet unterwegs sind und von dort berichten. Das Konzept ist zwar nicht neu, wurde aber im Irak-Krieg 2003 erstmals organisiert und in größerem Umfang angewandt.
Nie zuvor waren Journalisten in einem Krieg mit ausdrücklicher Genehmigung des Militärs so nah am Geschehen und noch nie zuvor gab es so viele Berichte von der Front wie im Irak-Krieg. Dennoch wurde das Einbetten von Reportern in das Militär heftig diskutiert. Kritiker warnten, dass die eingebetteten Journalisten unter der Zensur des US-Militärs stehen und als Sprachrohr der US-Regierung fungieren würden. Ihre Berichte würden einer Sportberichterstattung ähneln, einseitige Perspektiven produzieren und den Krieg verherrlichen, lauteten die Vorwürfe. Befürworter des Konzepts priesen embedding als einzigartige Augenzeugenschaft für Kriegsereignisse, die den Zuschauern in Echtzeit faszinierende Bilder und Berichte von der Front sowie einmalige Einblicke in die Realität des Krieges bieten würde. Die Meinungen der Medienkritiker beiderseitig des Atlantiks waren äußerst divergierend.
Für das US-Militär hingegen war das Konzept des embedded journalism ein voller Erfolg. Das Militär hätte seine Verpflichtung, den Medien Zugang zum Kampfgebiet zu ermöglichen, erfüllt und zugleich militärische Informationen geheim halten können. Zudem seien die Falschinformationen und Propaganda des irakischen Regimes mithilfe von eingebetteten Journalisten aufgedeckt worden. Ansehen und Glaubwürdigkeit des US-Militärs in der Öffentlichkeit seien durch die meist positive Berichterstattung der embedded journalists gestiegen. (vgl. Paul/Kim 2004: 35-61) Die Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke erklärte somit nach Ende der Hauptkampfhandlungen des Irak-Krieges, dass embedding ein großer Erfolg gewesen sei und auch in zukünftigen Konflikten als Medienstrategie eingesetzt werden solle.
Nun eröffnet sich die Frage, ob das Konzept des embedded journalism ausschließlich als Erfolg für das Militär angesehen werden kann oder ob embedding zugleich auch für den Journalismus sowie für die Rezipienten der Berichterstattung als erfolgreich einzustufen ist.
Ziel dieser Arbeit ist es demnach, die Ursprünge, Merkmale und Ziele sowie die Bedeutung der Medienstrategie des embedded journalism in der Irak-Kriegsberichterstattung zu analysieren und die Vor- und Nachteile, die sich aus diesem Konzept für die Kriegsberichterstattung ergeben, herauszuarbeiten. Am Schluss der Arbeit soll eine Einschätzung des Erfolgs oder Misserfolgs von embedding im Hinblick auf die Ansprüche von Journalisten und Rezipienten an eine Konfliktberichterstattung möglich sein.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile: einen theoretischen Teil und einen empirischen Teil. Im theoretischen Teil der Arbeit sollen zunächst Begrifflichkeiten erläutert werden, die im Zusammenhang mit Kriegsberichterstattung und Journalismus stehen und für das weitere Verständnis der Arbeit von Bedeutung sind.
Darauf folgt im dritten Kapitel ein historischer Abriss der wichtigsten Entwicklungen in der Kriegsberichterstattung von den Anfängen bis zum Irak-Krieg 2003. Dabei wird die Geschichte der Kriegsberichterstattung anhand der Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen nachgezeichnet, die in Bezug auf Zugang zum Kampfgeschehen, militärische Restriktionen, Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien, Aktualität der Berichte sowie Folgen für die Beziehung zwischen Militär und Medien entscheidende Einschnitte und Veränderungen für den Kriegsjournalismus darstellen. Die Kenntnis dieser Wendepunkte in der Geschichte der Kriegsberichterstattung soll zum besseren Verständnis des Entstehungsprozesses des Konzepts embedded journalism als neue Entwicklungsstufe im Verhältnis Medien - Militär beitragen.
Im vierten Kapitel der Arbeit soll das Konzept des embedded journalism in seinen Grundzügen vorgestellt und analysiert werden. Ausgehend von einer Definition und Abgrenzung des Begriffs soll dabei auf Merkmale, Ursprung und Hintergründe, Ziele, Bedeutung der embedded journalists in der Irak-Berichterstattung, Rezeption der Berichterstattung von eingebetteten Reportern sowie auf Probleme und Nutzen des embedded journalism eingegangen werden. Den Abschluss dieses Kapitels und somit auch des theoretischen Teils der Arbeit bilden die Schlussfolgerungen für die empirischen Analysen.
Zur Beurteilung der aufgestellten Kriterien der beiden Teilfragen dieser Arbeit sollen zwei empirische Analysen durchgeführt werden. Die Befragung von eingebetteten Reportern über ihre Arbeitsbedingungen und Berichterstattung im Irak-Krieg 2003 soll dabei die Beantwortung der ersten Teilfrage ermöglichen. Zur Beantwortung der zweiten Teilfrage sollen Rezipienten, speziell Studierende der Medienwissenschaften und Journalistik zu ihren Einstellungen gegenüber dem Konzept embedded journalism befragt werden.
Die Vorgehensweise bei der Auswahl der Stichproben, Konstruktion der Fragebögen sowie bei den Datenerhebungen und Datenauswertungen dieser beiden Befragungen soll deshalb im Kapitel Methodik erläutert werden.
Daran anschließend sollen die Ergebnisse beider Befragungen präsentiert und diskutiert werden, um letztendlich die beiden Teilfragen beantworten zu können.
Im Fazit sollen die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst, die Hauptfragestellung der Arbeit beantwortet sowie ein Ausblick auf eine mögliche weiterführende Untersuchung zu diesem Thema gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Fragestellung | 3 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 4 |
| 2. | Terminologie | 6 |
| 2.1 | Definition des Begriffs „Kriegsberichterstattung | 6 |
| 2.2 | Relevanzkriterien der Kriegsberichterstattung | 8 |
| 2.3 | Qualität in der Kriegsberichterstattung | 10 |
| 2.4 | Definition des Begriffs „Objektivität“ | 11 |
| 2.5 | Definition des Begriffs „Zensur | 14 |
| 3. | Historiographie der Kriegsberichterstattung | 16 |
| 3.1 | Anfänge der Kriegsberichterstattung | 16 |
| 3.2 | Der Krim-Krieg – der „erste Pressekrieg | 18 |
| 3.3 | Der amerikanische Sezessionskrieg | 21 |
| 3.4 | Das „Goldene Zeitalter“ der Kriegsberichterstattung | 25 |
| 3.5 | Kriegsberichterstattung im Ersten Weltkrieg | 29 |
| 3.6 | Kriegsberichterstattung im Zweiten Weltkrieg | 34 |
| 3.7 | Vietnam – der „erste Fernsehkrieg“ | 38 |
| 3.8 | Falkland-Krieg, Grenada-Invasion und Panama-Konflikt | 41 |
| 3.9 | Golfkrieg 1991 – der „erste Live-Krieg | 43 |
| 3.10 | Kriegsberichterstattung im Irak-Krieg 2003 | 47 |
| 3.11 | Krieg und Medien – eine Symbiose | 53 |
| 3.12 | Friedensjournalismus als Alternative zum Kriegsjournalismus | 54 |
| 4. | Das Konzept des „Embedded journalism“ im Irak-Krieg 2003 | 58 |
| 4.1 | Definition des Begriffs embedded journalism | 59 |
| 4.2 | Merkmale des embedded journalism | 62 |
| 4.2.1 | Prozess der Einbettung | 62 |
| 4.2.2 | Rechte und Pflichten von embedded journalists | 64 |
| 4.2.3 | Informationsbeschaffung von embedded journalists | 68 |
| 4.3 | Ursprung und Hintergründe des Konzepts embedded journalism | 69 |
| 4.3.1 | Vorläufer von embedded journalists | 69 |
| 4.3.2 | Prozess und Gründe der Entstehung von embedding | 72 |
| 4.4 | Ziele von embedding | 75 |
| 4.5 | Bedeutung von embedded journalists in der Irak-Berichterstattung | 77 |
| 4.6 | Rezeption der Berichterstattung von embedded journalists | 81 |
| 4.7 | Probleme des embedded journalism | 85 |
| 4.7.1 | Sicherheit der Journalisten | 85 |
| 4.7.2 | Unterschiedliche Behandlung von Journalisten | 87 |
| 4.7.3 | Distanzverlust | 89 |
| 4.7.4 | Restriktionen | 95 |
| 4.7.5 | Fehlender Überblick | 98 |
| 4.8 | Nutzen des embedded journalism | 100 |
| 4.9 | Reality-War-TV | 102 |
| 4.10 | Schlussfolgerungen für die empirischen Analysen | 107 |
| 5. | Methodik der empirischen Analysen | 111 |
| 5.1 | Befragung von embedded journalists | 111 |
| 5.1.1 | Auswahl der Stichprobe | 111 |
| 5.1.2 | Auswahl der Befragungsmethode | 112 |
| 5.1.3 | Konzeption des Fragebogens | 113 |
| 5.1.4 | Durchführung der Befragung | 114 |
| 5.1.5 | Auswertung der Befragung | 115 |
| 5.2 | Befragung von Rezipienten | 115 |
| 5.2.1 | Auswahl der Stichprobe | 115 |
| 5.2.2 | Auswahl der Befragungsmethode | 116 |
| 5.2.3 | Konzeption des Fragebogens | 117 |
| 5.2.4 | Durchführung der Befragung | 118 |
| 5.2.5 | Auswertung der Befragung | 119 |
| 6. | Präsentation der Ergebnisse | 121 |
| 6.1 | Ergebnisse der Befragung von embedded journalists | 121 |
| 6.1.1 | Informationsbeschaffung der embedded journalists | 121 |
| 6.1.2 | Freiheit der Berichterstattung der embedded journalists | 122 |
| 6.1.3 | Einhaltung journalistischer Standards | 125 |
| 6.1.4 | Vor- und Nachteile von embedding | 129 |
| 6.1.5 | Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten | 131 |
| 6.1.6 | Zukunftspotential von embedded journalism | 131 |
| 6.2 | Ergebnisse der Befragung von Rezipienten | 132 |
| 6.2.1 | Mediennutzung während des Irak-Krieges 2003 | 133 |
| 6.2.2 | Kenntnis des Konzepts embedded journalism | 141 |
| 6.2.3 | Freiheit und Unabhängigkeit der Berichterstattung von embeds | 143 |
| 6.2.4 | Informationsgewinn und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung | 145 |
| 6.2.5 | Vermittlung der Kriegsrealität durch eingebettete Journalisten | 147 |
| 6.2.6 | Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten | 149 |
| 6.2.7 | Zukunftspotential von embedded journalism | 151 |
| 7. | Diskussion der Ergebnisse | 155 |
| 7.1 | Erfolg von embedding aus Sicht von eingebetteten Journalisten | 155 |
| 7.1.1 | Informationsbeschaffung der embedded journalists | 155 |
| 7.1.2 | Freiheit der Berichterstattung der embedded journalists | 156 |
| 7.1.3 | Einhaltung journalistischer Standards | 157 |
| 7.1.4 | Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten | 158 |
| 7.1.5 | Zukunftspotential von embedded journalism | 159 |
| 7.1.6 | Erfolgsbewertung aus Sicht von embedded journalists | 159 |
| 7.2 | Erfolg von embedding aus Sicht von Rezipienten | 161 |
| 7.2.1 | Freiheit und Unabhängigkeit der Berichterstattung von embeds | 161 |
| 7.2.2 | Informationsgewinn und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung | 161 |
| 7.2.3 | Vermittlung der Kriegsrealität durch eingebettete Journalisten | 162 |
| 7.2.4 | Friedensjournalistischer Beitrag der eingebetteten Journalisten | 163 |
| 7.2.5 | Zukunftspotential von embedded journalism | 164 |
| 7.2.6 | Erfolgsbewertung aus Sicht von Rezipienten | 164 |
| 8. | Fazit | 167 |
| Literaturverzeichnis | 170 | |
| Anhang | 180 | |
| Anhang I: | Grundregeln für embedded journalists | 180 |
| Anhang II: | Befragung von embedded journalists | 192 |
| A. E-Mail-Fragebogen in Deutsch | 192 | |
| B. E-Mail-Fragebogen in Englisch | 194 | |
| Anhang III: | Online-Fragebogen zur Befragung von Rezipienten | 196 |
| Anhang IV: | Auswertung der Rezipientenbefragung | 199 |
und andere Institutionen (Ziffern 48-52) sowie zur Einschätzung des Zukunftspotentials der eingebetteten Reporter (Ziffer 53). Der sich anschließende statistische Teil des Fragebogens stellt Fragen zu Geschlecht, Alter, Bildungsstand, derzeitiger Bildungseinrichtung und Semesteranzahl der untersuchten Stichprobe (Ziffern 54-58), um in der Auswertung der Daten eine mögliche Einteilung in Gruppen offen zu lassen . Als Anreiz, den Fragebogen auszufüllen, wurden drei Gutscheine für den OnlineAnbieter Amazon.de verlost. Die Möglichkeit, an der Verlosung teilzunehmen, wurde den Studierenden am Ende des Fragebogens gegeben (Ziffer 59). Dort konnten sie freiwillig ihre E-Mail-Adresse zur Gewinnbenachrichtigung eintragen. 5.2.4. Durchführung der Befragung Im Vorfeld der Rezipientenbefragung wurde der Fragebogen auf Brauchbarkeit und Verständlichkeit der Fragen anhand von 40 Studierenden der Medienwissenschaften im Zeitraum vom 05. November 2004 bis 15. November 2004 getestet. Der Pretest führte zu dem Ergebnis, dass der Fragebogen bei den Befragten keinerlei Verständnisprobleme verursachte und die Antworten relativ gleich verteilt waren, so dass die Fragestellungen nicht verändert werden mussten. Bei den Antwortmöglichkeiten, die zum größten Teil aus Likert-Skalen bestanden, waren die Unterschiede zwischen der Zustimmung und der Ablehnung zu den Antwortmöglichkeiten sprachlich nicht klar getrennt. Der Mangel wurde behoben, in dem diese Antwortvorgaben sprachlich eindeutiger gestaltet wurden. Da der Pretest keine weiteren Mängel des Erhebungsinstruments aufwies, wurden die Antworten der befragten Medienwissenschaftler bereits als gültige Daten gewertet, die in der Auswertung berücksichtigt werden. Die eigentliche Befragung der angehenden Journalisten und Medienwissenschaftler wurde vom 15. November 2004 bis 02. März 2005 durchgeführt, das heißt, am 15. November 2004 wurde der erste beantwortete Fragebogen registriert, am 02. März 2005 ging der letzte Fragebogen auf dem Datensammelpunkt ein. Danach wurde die Befragung aus dem World Wide Web gelöscht, so dass keine weiteren Daten mehr aufgenommen werden konnten. Da der Fragebogen keine Frage zur Art des Studiengangs enthielt, wurden zwei Fragebögen auf zwei verschiedenen Webseiten ins Internet gestellt, deren Links auch jeweils an die Zielgruppe der Studierenden der Journalistik bzw. Medienwissenschaften weitergeleitet wurden. Die Daten beider Erhebungen wurden auf zwei eigenen Datensammelpunkten erfasst, so dass die Teilnehmer eindeutig einer der beiden Gruppen zugeordnet werden konnten. Zum [...]
zur Online-Befragung ausschließlich an die E-Mail-Verteiler der gewünschten Studierendengruppen weitergeleitet werden sollte. Das Problem, dass bei dieser Befragungsmethode kein einheitlicher Erhebungsstichtag ermittelt werden kann, konnte bei der Online-Befragung von Studierenden ebenfalls ausgeschlossen werden, da die Daten auf dem Datensammelpunkt mit genauer Angabe des Antworttages und der Antwortuhrzeit gespeichert wurden. 5.2.3. Konzeption des Fragebogens Bei der Konzeption des Fragebogens für die Rezipientenbefragung wurde das Ziel zugrunde gelegt, die Einstellungen der Studierenden zum Konzept embedded journalism und zur Fernsehberichterstattung der eingebetteten Reporter herauszufinden. Der Fragebogen lässt sich in drei große Bereiche aufteilen. Der erste Bereich widmet sich der generellen Mediennutzung der Studierenden während des Irak-Krieges 2003, der zweite Teil erfragt Einstellungen zum Konzept embedded journalism und der dritte Abschnitt enthält Fragen zu statistischen Angaben. Als Einstieg in die Thematik dient ein allgemeiner Komplex von sechs Fragen (Ziffern 1-24, 34-38), der die Mediennutzung während des Irak-Krieges 2003 und das Interesse der befragten Studierenden an der Berichterstattung über den Irak-Krieg ergründen soll. Frage zehn verlangt von den Studierenden eine Beurteilung der Quantität der Fernsehberichterstattung, das heißt eine Beurteilung der Aspekte, die nach Meinung der Befragten in der Fernsehberichterstattung zu wenig oder zu oft thematisiert worden sind. Daraus lässt sich eine Einschätzung der Erwartungshaltung der Studierenden an die zukünftige Berichterstattung und möglicherweise an den Einsatz von embedded journalists in künftigen Konflikten ableiten, da Bildmaterial zu Kampfhandlungen in Echtzeit in erster Linie von eingebetteten Reportern bereitgestellt wurde. Der zweite Teil des Fragebogens beleuchtet zunächst die Kenntnis des Konzepts embedded journalism und das Interesse der Studierenden an der Berichterstattung der eingebetteten Reporter (Ziffern 25-28). Daran anschließend wird erfragt, wie die Studierenden die Freiheit und Unabhängigkeit der embedded journalists bei ihrer Berichterstattung einschätzen (Ziffern 29-33) und wie sie embedded journalism im Hinblick auf Information der Rezipienten und Glaubwürdigkeit der Berichte bewerten (Ziffern 39-43). Frage zwölf ermittelt die Meinung der befragten Studierenden hinsichtlich der Fähigkeit der embeds, einen Beitrag zur Wiederherstellung des Friedens zu leisten (Ziffer 44). Es folgen Fragen zur Wirkung der Fernsehberichterstattung von embedded journalists (Ziffern 45-47), zum Nutzen von embedding für den Zuschauer [...]
Journalistenschulen, sechs Universitäten und drei Fachhochschulen mit dem Studiengang Journalistik kontaktiert, die die Befragung ebenfalls über ihren E-MailVerteiler ankündigten. Insgesamt nahmen 141 angehende Journalisten an der Befragung teil. Davon studierten 18 an einer Journalistenschule, 56 an einer Universität und 67 an einer Fachhochschule im Studiengang Journalistik. 5.2.2. Auswahl der Befragungsmethode Für die Befragung der Studierenden wurde ein schriftlicher Fragebogen ausgewählt, der auf einer Internetseite im World Wide Web veröffentlicht wurde. Die Anfragen an die jeweiligen Universitäten, Fachhochschulen und Journalistenschulen enthielt einen Link, der an die Studierenden weitergeleitet wurde und sie direkt auf die Webseite mit der Online-Befragung führte. Dort konnten die Studierenden den Fragebogen ausfüllen. Auf die grundsätzlichen Vor- und Nachteile von schriftlichen Befragungen ist bereits bei der Vorstellung der Befragungsmethode für embedded journalists ausführlich eingegangen worden. Eine Wiederholung soll an dieser Stelle vermieden werden. Dennoch kann gesagt werden, dass die Methode der Online-Umfrage in erster Linie deshalb für die Befragung von Studierenden ausgewählt wurde, da sie den geringsten Zeitaufwand und die geringsten Kosten verursacht, was bei einer Befragung von 231 Studierenden eine nicht unerhebliche Überlegung ist. So konnten hohe Portokosten für eine Versendung der Fragebögen mit der Post vermieden werden. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die Rücklaufquote der ausgefüllten Fragebögen bei einer physischen Versendung weitaus geringer gewesen wäre als bei einer Online-Befragung, da die Studierenden nur dem Link folgen mussten und das Ausfüllen des Fragebogens etwa zehn Minuten ihrer Zeit beanspruchte. Ein weiterer entscheidender Vorteil einer Online-Befragung besteht in der Vereinfachung der Datenauswertung. Die eingegebenen Daten wurden auf einem Datensammelpunkt im Internet gesammelt und einmal pro Tag abgeholt. So entfiel die nachträgliche Dateneingabe, die eine potentielle Fehlerquelle darstellt, da Eingabefehler die Ergebnisse verfälschen. Die übermittelten Antworten lagen als elektronische Datenpakete vor, die unmittelbar in das statistische Auswertungsprogramm eingelesen werden konnten. Das Identitätsproblem der schriftlichen Befragungsmethode wurde bei der Befragung der Studierenden weitgehend dadurch gelöst, dass bereits die Anfragen an die Institutionen für Medienwissenschaften und Journalistik so gestellt waren, dass der Link [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496777
Arbeit zitieren:
Dietrich, Sandra März 2005: Embedded Journalists - zukunftsweisende Strategie in der Kriegsberichterstattung oder fragwürdige Wirklichkeitskonstruktion für die Medien?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kriegsjournalismus, Medienberichterstattung, Friedensjournalismus, Kriegsreporter, Reality War TV



