Eltern einer Kita - Anhängsel oder Partner bei der Bildung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in der Einrichtung?
Bedarfsgerechtes inhaltliches und strukturelles Arbeiten in Kindertagesstätten exemplarisch aufgezeigt anhand einer empirischen Studie 'Elternbefragung als Bedarfsanalyse'
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marlen Sauer
- Abgabedatum: Juli 2006
- Umfang: 165 Seiten
- Dateigröße: 5,0 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Heidenheim Deutschland
- Bibliografie: ca. 25
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0060-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0060-6 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0060-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sauer, Marlen Juli 2006: Eltern einer Kita - Anhängsel oder Partner bei der Bildung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in der Einrichtung?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Elternarbeit, Kita, Teamarbeit, Familie, Gesellschaft
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Diplomarbeit von Marlen Sauer
Zusammenfassung:
Kindertagesstätten sind derzeit nicht mehr nur eine Bewahranstalt für Kinder, sondern eine Einrichtung, die eine soziale Dienstleistung im Sinne von Betreuung, Bildung und Erziehung für Kinder erbringt. Diese Dienstleistungen werden von Kindern und Eltern gemeinsam in Anspruch genommen. Eltern spielen dabei eine sehr wichtige Rolle, da sie die Personensorgeberechtigten der Kinder sind, deren Interessen und Rechte vertreten und beanspruchen. Im Vordergrund steht dabei immer, dass zum Wohl der Kinder gehandelt wird.
Eltern und Kinder werden in der heutigen Zeit, aufgrund des gesellschaftlichen Wandels als Kunden einer solchen sozialen Dienstleistung angesehen. Um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, wie sie gefordert wird, zu erreichen, gilt es, die Arbeit in der Kindertagesstätte entsprechend deren Möglichkeiten so zu gestalten, dass die „Kunden“ zufrieden sind. Nur, wenn Eltern und Kinder zufrieden sind, erbringt die Einrichtung neben weiteren beeinflussenden Faktoren eine qualitativ gute Arbeit.
Eltern erwarten dabei eine professionelle Elternarbeit, die den aktuellen Standards angepasst ist.
Die Diplomarbeit zeigt, wie es zu Veränderungen in Bezug auf die Bedeutung von Kindertagesstätten und damit verbunden der Elternarbeit kam. Der gesellschaftliche Wandel, der auch die Werte der Familie verändert, hat zu Folge, dass sich die Kindheit, sowie der Stellenwert und die Situation von Kinderbetreuungseinrichtungen wandeln.
Sowohl Eltern und Kinder haben ihre Recht und Pflichten als auch die Kindertagesstätten bezüglich der Betreuung, Bildung und Erziehung gegenüber den ihr anvertrauten Kindern. Des Weiteren wird in der Diplomarbeit beschrieben, wie eine qualitativ gute und professionelle Elternarbeit auf der Basis von verschiedenen theoretischen Grundlagen aussieht. Dabei wird näher auf die heutige, sozusagen neue Definition des Begriffs „Elternarbeit“ eingegangen und die unterschiedlichen Formen der Elternarbeit werden erläutert.
Ferner wird durch eine Elternbefragung analysiert, wie die Kindertagesstätte „Regenbogen“ die Elternarbeit tatsächlich in der Praxis durchführt. Dabei wird aufgezeigt, aus welchem Anlass und zu welchem Nutzen eine Elternbefragung organisiert wird. Um einen guten Fragebogen zu erstellen, ist es wichtig, bestimmte Regeln zum Aufbau und zur Durchführung sowie zur Auswertung einzuhalten.
Anschließend werden die praktisch durchgeführte Befragung erläutert, Ergebnisse ausgewertet und Daten ausführlich analysiert und interpretiert. Daraus entsteht ein Vergleich zwischen theoretischer und praktischer Elternarbeit. Veränderungs- bzw. Verbesserungsvorschläge, die die Zufriedenheit der Eltern steigern, werden angebracht und beschrieben.
Um Vorschläge solcher Art umzusetzen, ist eine gute Teamarbeit unter den Erzieherinnen oder zwischen Erzieherinnen und Eltern notwendig. Nur so können unterschiedliche Formen der Elternarbeit in der Praxis angewandt werden. Eine gute Teamarbeit unter den Mitarbeitern ist vorhanden, wenn die Entwicklungsphasen einer Gruppe bekannt und die Gruppenmitglieder sich darüber bewusst sind. Des Weiteren sollten die Teammitglieder, die sowohl Eltern als auch Erzieher sein können, Konflikte rechtzeitig erkennen und in der Lage sein, die Konflikte konstruktiv zu lösen. Um einige Vorschläge, die zu einer veränderten und besseren Elternarbeit führen, umzusetzen, wird eine gute Zusammenarbeit unter den Erzieherinnen und Eltern vorausgesetzt. Deshalb spielt das Thema „Teamarbeit“ eine wichtige Rolle. Sowohl eine professionelle Elternarbeit als auch Teamarbeit sind Kriterien für den Prozess der Qualitätsentwicklung, durch die eine Kindertagesstätte unter anderem konkurrenzfähig wird.
Daraus ergibt sich, wie wichtig und interessant dieses Thema ist. Die angewandte Elternarbeit beeinflusst die Zufriedenheit der Eltern, die die Kunden der sozialen Dienstleistung sind. Qualitätsentwicklung in sozialen Einrichtungen, besonders auch in Kindertagesstätten setzt wirtschaftliches und kundenorientiertes Denken und Handeln voraus. Nur so kann eine Einrichtung effektiv und effizient arbeiten und für die Zukunft bestehen. Das bedeutet, dass zufriedene Kunden keinen anderen Anbieter der Dienstleistung auswählen und somit hält sich die Auslastung der Einrichtung für die nächsten Jahre, abgesehen von anderen beeinflussenden Faktoren relativ stabil. Eine Auslastung der Kapazitäten einer Kita wiederum, sichert Arbeitsplätze, was sich indirekt auf die regionale Arbeitsmarktpolitik auswirkt.
Jedenfalls ist die Einrichtung in der Pflicht zeitgemäß zu arbeiten, d. h. sich stückweit an die Situation und den Stellenwert der Familie „heute“ anzupassen und familienergänzend und -unterstützend tätig zu sein. Damit dem Team der Kindertagesstätte bekannt wird, wie Eltern die Einrichtung, dessen pädagogische Arbeit und Strukturen beurteilen und wie sich die Eltern dies wünschen, ist eine Erhebung in Form einer schriftlichen Befragung erfolgreich und wirkungsvoll.
In erster Linie nutzt die Diplomarbeit den Kunden von Kindertagesstätten, also Eltern und deren Kindern. Es wird aufgezeigt wie die Erzieher die Elternarbeit der heutigen Situation anpassen und durchführen. Werden die Vorschläge, die der Veränderung und Verbesserung der Elternarbeit dienen, umgesetzt, werden die Eltern mit der Einrichtung und deren pädagogischer Arbeit zufrieden sein. Die Erhebung stellt dar, wie die Eltern die Kindertagesstätte „Regenbogen“ derzeit beurteilen und wie sie sich die Elternarbeit in Zukunft wünschen. Die daraus resultierenden Differenzen, bringen Veränderungsvorschläge mit sich, die das Erzieherteam im Verbesserungsprozess bezüglich Elternarbeit und -zufriedenheit unterstützen soll.
Des Weiteren erhält der kommunale Träger der Einrichtung eine aktuelle Auswertung der Ergebnisse und Analyse der Daten, die er für seine weitere Arbeit als Träger sinnvoll einsetzen kann. An dem gesamten Netzwerk sind nicht nur Familien, Träger und Einrichtung selbst beteiligt, sondern auch die Fachkräfte des Jugendamtes, die für diese Einrichtung zuständig sind und vor allem die Datenanalyse der Elternbefragung für Weiteres verwenden können. Ferner kann sich der Elternrat der Kindertagesstätte mit den Ergebnissen der Befragung und daraus resultierenden Vorschlägen auseinandersetzen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich dadurch zwischen der Kindertagesstätte, einschließlich Erzieherteam und Träger und den Eltern mit Elternrat partnerschaftlich. Das Ziel ist eine Veränderung und Verbesserung der Elternarbeit in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ zur Zufriedenheit der Kunden und zum Wohl der Kinder durch einen Vergleich von theoretischen Grundlagen und der praktisch ermittelten Situations- und Bedarfsanalyse.
Des Weiteren möchte ich, als Autorin diese Diplomarbeit insofern nutzen, dass ich das duale System des Studiums weiterverfolge, indem ich theoretisches Wissen eines speziellen Themas in der Praxis anwende, beides miteinander verknüpfe und Schnittstellen erkenne. Ich werde nicht nur theoretische Inhalte aus verschiedener Literatur wiedergeben und verwenden, sondern eine Form der Elternarbeit, die „Elternbefragung“ als Bedarfsanalyse exemplarisch anhand einer empirischen Studie in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 1 | |
| 1. | Bedeutung von Kindertagesstätten | 4 |
| 1.1 | Gesellschaftlicher Wandel der Familie | 4 |
| 1.2 | Kindertagesbetreuung heute und in Zukunft | 8 |
| 1.2.1 | Veränderte Kindheit | 9 |
| 1.2.2 | Stellenwert und Situation der Kindertagesstätten | 11 |
| 1.3 | Eltern und Kinder als Kunden von sozialen Dienstleistungen | 12 |
| 1.4 | Kosten und Finanzierung von Kinderbetreuungsplätzen | 14 |
| 1.5 | Rechtliche Grundlagen | 17 |
| 1.5.1 | Aufgaben und Ziele der Kindertageseinrichtungen | 21 |
| 1.5.2 | Elternarbeit | 23 |
| 1.6 | Zusammenfassung | 26 |
| 2. | Elternarbeit in Kindertagesstätten | 27 |
| 2.1 | Neue Definition von Elternarbeit | 27 |
| 2.2 | Handlungsebenen der Elternarbeit | 28 |
| 2.3 | Formen der Elternarbeit | 30 |
| 2.4 | ausgewählte Formen der Elternarbeit | 34 |
| 2.4.1 | Information | 34 |
| 2.4.2 | Informationsveranstaltung | 35 |
| 2.4.3 | Tür-und-Angel-Gespräche | 36 |
| 2.4.4 | Elterngespräch | 37 |
| 2.4.5 | Treffen – Ausflüge – Feste | 37 |
| 2.4.6 | Elternabend | 37 |
| 3. | Empirische Studie | 39 |
| 3.1 | Anlass und Nutzen der Elternbefragung | 39 |
| 3.2 | Erstellen eines Fragebogens | 40 |
| 3.2.1 | Arten der Fragestellung | 40 |
| 3.2.2 | Regeln für die Durchführung einer Befragung | 42 |
| 3.2.3 | Aufbau eines Fragebogens | 44 |
| 3.3 | Auswertung eines Fragebogens | 45 |
| 3.4 | Kindertagesstätte „Regenbogen“ | 48 |
| 3.4.1 | Rücklaufquote der Befragung | 50 |
| 3.4.2 | Befragung – Auswertung der Ergebnisse und Interpretation der Daten | 54 |
| 3.4.2.1 | Gruppenzugehörigkeit – statistische Angaben | 54 |
| 3.4.2.2 | Motive für die Wahl der Einrichtung | 54 |
| 3.4.2.3 | Ausstattung und Gestaltung der Räumlichkeiten | 58 |
| 3.4.2.4 | Einhaltung von Regeln zur Gewährleistung eines strukturierten Tagesablaufs | 59 |
| 3.4.2.5 | pädagogische Konzeption und deren Inhalte | 61 |
| 3.4.2.6 | informative Elternarbeit | 67 |
| 3.4.2.7 | Kooperationen mit Institutionen | 74 |
| 3.4.2.8 | Angebote nur für Eltern | 75 |
| 3.4.2.9 | Angebote unter Beteiligung von Eltern und Familien | 75 |
| 3.4.2.10 | Öffentlichkeitsarbeit | 76 |
| 3.4.2.11 | Öffnungszeiten – Betreuungszeiten | 77 |
| 3.4.2.12 | Kommunalpolitisches Engagement | 86 |
| 3.4.2.13 | abschließende Meinungen der Befragten | 93 |
| 3.4.2.14 | Zusammenfassung | 93 |
| 4. | Teamarbeit | 95 |
| 4.1 | Phasenmodell der Teamentwicklung | 96 |
| 4.2 | Teamkonflikte erkennen | 98 |
| 4.3 | Teamkonflikte lösen | 102 |
| 4.4 | Merkmale guter Teamarbeit | 105 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 107 |
| Nachwort | 111 | |
| 6. | Abbildungsverzeichnis | 112 |
| 7. | Abkürzungsverzeichnis | 113 |
| 8. | Anhang | 114 |
| 8.1 | Fragebogen für die Eltern der Kindertagesstätte „Regenbogen“ | 115 |
| 8.2 | codierter Fragebogen | 119 |
| 8.3 | Auswertungsmatrix | 123 |
| 8.4 | Zusammenstellung der Ergebnisse der Befragung | 130 |
| 8.5 | Auswertungsbogen der offenen Fragen | 134 |
| 8.6 | Hausordnung der Kindertagesstätte „Regenbogen“ | 140 |
| 8.7 | Bericht aus dem Gemeindeboten | 142 |
| 9 | Literatur- und Quellenverzeichnis | 150 |
| 10 | Versicherung | 154 |
Textprobe:
Kapitel 2.4.3: Informationsveranstaltung Bei dieser Form von Elternarbeit handelt es sich um ein Angebot nur für Eltern. Die Veranstaltungen werden in der Art und Weise wie Fachvorträge durchgeführt. Dafür wählen die Erzieher spezielle Themen aus, die an den aktuellen Situationen oder an das Interesse der Eltern angepasst sind. Es können Fragestellungen, wie z. B. Entwicklungsphasen des Kindes, Schulreife, allgemeine Erziehungsthemen oder Medienkonsum bezüglich Fernsehen und PC behandelt werden. Um eine angemessene Teilnehmerzahl zu erreichen, sollte die Veranstaltung attraktiv gestaltet und organisiert sein.
Die Eltern stellen in einer Diskussionsrunde Fragen und bekommen professionelle Antworten darauf. Die Eltern profitieren, indem sie Orientierungshilfen, die den Eltern in der heutigen Zeit oft fehlen, erhalten. Werden Referenten aus verschiedenen Fachbereichen zu entsprechenden Themen eingeladen, ist es möglich, dass daraus eine Zusammenarbeit nicht nur mit der Kita, sondern mit anderen Institutionen, Fachkräften und Fachdiensten entsteht, an die sich die Eltern jederzeit wenden können. Dadurch sind die Informationsveranstaltungen durch fachliche Qualität geprägt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836600606
Arbeit zitieren:
Sauer, Marlen Juli 2006: Eltern einer Kita - Anhängsel oder Partner bei der Bildung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in der Einrichtung?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Elternarbeit, Kita, Teamarbeit, Familie, Gesellschaft



