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Das Elsaß

Zur Sprach- und kulturpolitischen Situation einer Minderheitsregion. Eine Untersuchung in Sélestat.

Das Elsaß
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Stephan Finger
  • Abgabedatum: März 1997
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 430,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2053-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2053-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2053-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Finger, Stephan März 1997: Das Elsaß, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sprachforschung, Geschichte des Elsaß, Individueller Sprachgebrauch, Zweisprachigkeit

Staatsexamensarbeit von Stephan Finger

Gang der Untersuchung:

Zunächst wird die Geschichte des Elsaß dargestellt, wobei besonderes Augenmerk auf das Sprachverhalten der Bevölkerung in den Zeiten der jeweiligen Machthaber gelegt wird. Den Schwerpunkt der geschichtlichen Darstellung bildet die Zeit von 1945 bis heute, da gerade nach dem II. Weltkrieg ein entscheidender Wandel im Sprachverhalten der elsässischen Bevölkerung stattgefunden hat, der z. T. auch zu Weit ging und nun mühsam wieder zurückgeführt werden soll.

Den zweiten Teil der Arbeit bildet die Auswertung einer Umfrage, die der Verfasser in Sélestat, einer etwa 14000 Einwohner zählenden Stadt, die zwischen Straßburg und Colmar liegt und über ein recht großes Einzugsgebiet verfügt, an 230 Personen (Schüler eines Gymnasiums und deren Familie, aber auch weitere Bürger von Sélestat und Umgebung) durchgeführt hat. Der Fragebogen beschäftigt sich vor allem mit der Sprachkompetenz (elsässischer Dialekt und französische Hochsprache), Dem Sprachverhalten der Elsässer (wer spricht mit wem in welcher Situation welche Sprache?) und der Einstellung gegenüber der sprachlichen auch sprachpolitischen Situation.

In der Auswertung wird versucht Zusammenhänge zwischen einzelnen Antworten und Beziehungen zwischen verschiedenen aber untereinander bekannten Personen (wie z. B. Eltern und Kindern) herauszufinden.

Die Arbeit soll eine aktuelle Bestandsaufnahme der sprachlichen Situation des Elsaß liefern und den Leser für die schwierige Situation dieser Region sensibilisieren.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 2
1. Das Elsaß: Geographische Lage und Namensgebung 3
2. Geschichte des Elsaß unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf das Sprachverhalten der Bevölkerung 4
2.1 Altertum und Mittelalter 4
2.2 Zwischen Dreißigjährigem Krieg und Französischer Revolution 5
2.3 Von der Französischen Revolution bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 7
2.4 Die erneute Zugehörigkeit zum deutschen Reich (1871 - 1918) 10
2.5 Die Zeit zwischen den beiden 13
2.6 Die Zeit des II. Weltkrieges 16
2.7 "Final" 18
3. Die sprachliche und kulturelle Situation des Elsaß nach 1945 20
3.1 Reaktionen nach dem Ende des II. Weltkrieges 20
3.2 Widerstände gegen die französische Sprachpolitik und das langsame Einlenken der französischen Regierung 23
3.3 Dialekt und Hochsprache 30
3.4 Die elsässische Zweisprachigkeit 31
4. Die Umfrage 35
4.1. Beobachtung in Sélestat 35
4.2 Der Fragebogen 37
4.2.1 Die Auswahl der Fragen 37
4.2.2 Die Auswahl der Personen 39
4.3 Die Auswertung der Fragebögen 41
4.3.1 Die Antworten der Testpersonen 41
4.3.1.1 Die biographischen Daten der Schüler 41
4.3.1.2 Die biographischen Daten der Erwachsenen 42
4.3.1.3 Die Antworten der Schüler zu den "habitudes linguistiques" 43
4.3.1.4 Die Antworten der Erwachsenen zu den "habitudes linguistiques" 44
4.3.1.5 Die Fragen zur Einstellung gegenüber dem Dialekt 48
4.3.2 Zusammenhänge in der Beantwortung ausgewählter Fragen 58
4.3.2.1 Diejenigen Eltern, die mit ihren Kindern ausschließlich französisch sprechen 59
4.3.2.2 Diejenigen Erwachsenen, die glauben, man könne sich nicht als Elsässer fühlen, wenn man nicht dialektophon ist 60
4.3.2.3 Erwachsene, die nicht der Ansicht sind, daß der Übergang vom Dialekt zum Hochdeutschen dem Erlernen einer neuen Sprache gleichkommt 62
4.3.2.4 Schüler, die an der Option "Langue et culture régionale" teilnehmen 62
4.3.2.5 Dialektophone Schüler 65
4.3.3 Übereinstimmungen zwischen den Schülern und ihren Eltern 66
4.3.4 Die offene Frage zur persönlichen Meinung der Elsässer zum Verhältnis 69
5. Wie wird es mit dem elsässischen Dialekt weitergehen? 73
Literaturverzeichnis: 77
Ehrenwörtliche Erklärung: 78
Anhang: Die Fragebögen 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.3.1.1 Die biographischen Daten der Schüler Unter den hundert Schülern, die ich befragte, befanden sich 74 Mädchen und 26 Jungen. Dies entspricht durchaus der Verteilung der Schüler dieses Gymnasiums, die Auswertung einzelner Fragen (im zweiten Teil) liefert also für die Mädchen fundiertere Daten. Der Großteil der Schüler ist in den Jahren 1977-1979 geboren und zwar meistens in Sélestat oder Straßburg. Die Wohnorte sind ausnahmslos Dörfer in der Umgebung von Sélestat oder die Stadt selbst. Die Klasse, die sie besuchen ist mit wenigen Ausnahmen seconde oder première. Einige Schüler der Terminal erreichte ich durch die Verteilung der Fragebögen im LCR-Unterricht. Nach Beruf und Herkunft der Eltern habe ich nur gefragt, um die Schüler in soziale Schichten einordnen zu können, wenn ich den Elternfragebogen nicht zurückerhielt. (Falls die Eltern nicht aus dem Elsaß stammten, habe ich den Antwortbogen des Schülers aussortiert). 82 der Schüler haben Deutsch als erste Fremdsprache angegeben, 32 Englisch. Dies bedeutet, daß 14 Schüler gleichzeitig mit Deutsch und Englisch begonnen haben. Ich wußte bis dato nicht, daß in Frankreich so etwas möglich ist. Andere Fremdsprachen wurden nicht genannt. [...]

Die Auswertung der Fragebögen wird sich in vier Teile gliedern. Zunächst werden die Antworten der Versuchspersonen auf jede einzelne Frage zahlenmäßig wiedergegeben. Da ich jeweils 100 Personen befragt habe, kann man die absoluten Zahlen auch als Prozentzahlen ansehen. Wenn die Summe der Antworten zu einer Frage nicht 100 ergibt (was fast immer der Fall ist), bedeutet dies natürlich, daß die zu 100 fehlende Anzahl diese Frage nicht beantwortet hat. Bei den Schülern wird immer der Vergleich mit Ladin hergestellt, sofern auch er diese Frage in seinem Fragebogen hatte. Die Angaben der Erwachsenen erfolgt noch nach drei Altersgruppen differenziert: 20-35 Jahre, 35-60 Jahre und über 60 Jahre. Die Antworten der Gruppe der nicht originären Elsässer werden ebenfalls in absoluten Zahlen (bei 30 Probanden dürften die Relationen gut ersichtlich sein, für eine Angabe in Prozentzahlen ist diese Gruppe meiner Meinung nach zu klein) angegeben und mit den Antworten der gebürtigen Elsässer gegenübergestellt. Im zweiten Teil werden nur solche Antwortbögen berücksichtigt, die zur einer bestimmten Frage eine bestimmte Antwort gegeben haben, es werden von diesen [...]

auch normalerweise noch geteilt habe, so daß ich selten mehr als als 12 Schüler pro Klasse unterrichtete. Über die Rückgabe der Fragebögen von Seiten der Eltern hatte ich, wie bereits erwähnt, keine Kontrolle, hier war ich völlig dem Zufall ausgeliefert, da ich nicht weiß, von welchen Schülern ich den entsprechenden Erwachsenenfragebogen zurückerhalten habe. Auch die Gruppe aus dem Badminton-Verein, die für mich die Gruppe der 20-35jährigen darstellt, ist keineswegs repräsentativ; genausowenig, wie die über 60jährigen, die ich beim Bridge rekrutiert habe. Beide Gruppen sind allein schon zahlenmäßig zu gering. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß ich durchaus eine genügend große Anzahl von Fragebögen zusammengetragen habe, um Ergebnisse mit Aussagekraft zu bekommen. Bis ich 200 Fragebögen von Elsässern zusammen hatte, verfügte ich auch über 30 Fragebögen von Personen (14 Schüler und 16 Erwachsene), die nicht aus dem Elsaß stammen und auch nicht dialektophon sind. Der erste Teil des Fragebogens erbrachte immer die Antwort "französisch", aber der zweite Teil wird, wie ich hoffe, interessante Vergleiche zur Spracheinstellung von gebürtigen und zugezogenen Elsässern zum örtlichen Dialekt liefern. Die Tatsache, daß ich hier mehr Erwachsenen- als Schülerfragebögen habe, zeigt, daß diese Eltern bereitwilliger den Fragebogen ausfüllten, als die Eltern elsässischer Herkunft. [...]

Arbeit zitieren:
Finger, Stephan März 1997: Das Elsaß, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sprachforschung, Geschichte des Elsaß, Individueller Sprachgebrauch, Zweisprachigkeit

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