Elektronische Business-to-Business-Marktplätze
Entwicklungsstand und Perspektiven
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Steffen Weber
- Abgabedatum: April 2001
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 3,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Erfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4418-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4418-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4418-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Steffen April 2001: Elektronische Business-to-Business-Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: B2B, E-Commerce, E-Procurement, Internet, Marktplätze
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Diplomarbeit von Steffen Weber
Einleitung:
Keine Innovation der letzten Jahre fand in der Öffentlichkeit mehr Beachtung als das Internet. Es herrschte eine regelrechte Internet-Euphorie, die nicht zuletzt durch überzogene Wachstumsprognosen sogenannter Experten von Investmentbanken und Marktforschungsinstituten entfacht wurde. Zunächst standen Firmen wie Amazon, eBay, Priceline und andere Online-Händler, die sich auf den Handel mit Konsumenten konzentrieren (B2C) im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Doch das verflog genauso schnell wie es kam, als die ersten Wachstumsbedenken allgemein und Zweifel an der Zukunftsfähigkeit einiger Business-Modelle publik wurden. Seitdem richtet sich das Augenmerk auf den Online-Handel im Business-to-Business-Bereich. Zwar ist auch hier die anfängliche Euphorie einer leichten Ernüchterung gewichen, da einige der Internet-Start-ups ihre Pforten bereits schließen mussten. Allerdings sind die Aussichten für das Online-Geschäft im B2B-Bereich nach wie vor vielversprechend, denn die Vorteile einer Abwicklung von Transaktionen über das Internet sind enorm. Die Reduzierung der Beschaffungskosten, eine Optimierung der Lieferketten und der Zugang zu neuen Märkten und potentiellen Kunden sind Trümpfe, auf die kein Unternehmen verzichten kann. Eine Konzeption in diesem Bereich, der elektronische Marktplatz scheint das größte Nutzenpotenzial zu versprechen. Immerhin verging im Jahr 2000 kein Tag, ohne dass nicht ein neuer Marktplatz ins Netz ging oder zumindest angekündigt wurde und die Großunternehmen der „Old Economy“ standen dabei in der ersten Reihe.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit soll den Entwicklungsstand und die Perspektiven von elektronischen B2B-Marktplätzen aufzeigen. Zunächst wird auf Vorläufer dieser Konzeption eingegangen. Anschließend erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem in jüngster Zeit häufig gebrauchten Begriff B2B-Marktplatz. Die Nutzeffekte der MP für die Unternehmen werden nachfolgend erläutert. Danach stehen Design und Funktionsweise dieser Konzeption im Mittelpunkt. Dabei werden Möglichkeiten einer Klassifizierung und vor allem die Transaktionsmechanismen detailliert beschrieben. Die Präsentation von aktuellen Zahlen und Fakten zum Marktumfeld der MP schließt sich an. Hierbei sollen u.a. die MP-Aktivitäten speziell in der Konsumgüterbranche näher beleuchtet werden. Welche Faktoren wesentlich den Erfolg eines MP bedingen, wird danach aufgezeigt. Die „zusätzlichen Services“ die sich laut Expertenmeinungen zu bedeutenden Erfolgskomponenten von MP entwickeln, werden anschließend einer umfassenden Analyse unterzogen. In diesem Rahmen wird eine empirische Erhebung unter in Deutschland aktiven MP durchgeführt, deren Aspekte in einem Kapitel ausführlich beschrieben werden. Die Perspektiven dieser Konzeption werden abschließend zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Die Entstehung von B2B-Marktplätzen | 2 |
| 2.1 | Der klassische EDI als Vorläufer | 2 |
| 2.2 | B2B-E-Commerce – Entwicklungsstufen | 3 |
| 2.2.1 | Online-Shop | 4 |
| 2.2.2 | Extranet | 4 |
| 2.2.3 | Elektronische Marktplätze | 5 |
| 3. | B2B-Marktplatz – Begriffliche Spezifikation | 7 |
| 3.1 | Diskussion diverser Ansätze | 8 |
| 3.2 | Arbeitsdefinition | 10 |
| 4. | Nutzeffekte von B2B-Marktplätzen | 11 |
| 4.1 | Reduzierung von Prozess-/Produktkosten | 12 |
| 4.2 | Reduzierung von Suchkosten | 14 |
| 4.3 | Verbesserung des Informationsniveaus | 15 |
| 4.4 | Schaffung neuer Märkte | 15 |
| 5. | Design und Funktionsweise von B2B-Marktplätzen | 17 |
| 5.1 | Besonderheiten des B2B-Einkaufs | 18 |
| 5.2 | Ansätze zur Klassifizierung von B2B-Marktplätzen | 19 |
| 5.2.1 | Inhaltliche Ausrichtung | 19 |
| 5.2.1.1 | Vertikal | 19 |
| 5.2.1.2 | Horizontal | 21 |
| 5.2.2 | Eigentümerstruktur | 23 |
| 5.2.2.1 | Unabhängiger Marktplatz | 23 |
| 5.2.2.2 | Industry Sponsored Marketplace | 24 |
| 5.2.2.3 | Mischformen | 26 |
| 5.3 | Transaktionsmechanismen | 26 |
| 5.3.1 | Katalog | 27 |
| 5.3.2 | Auktion | 28 |
| 5.3.3 | Reverse Auction | 30 |
| 5.3.4 | Börse | 32 |
| 5.3.5 | Schwarzes Brett | 32 |
| 5.4 | Zusätzliche Services | 33 |
| 5.5 | Einnahmequellen | 34 |
| 5.5.1 | Transaktionsgebühren | 34 |
| 5.5.2 | Mitgliedschaftsgebühren | 35 |
| 5.5.3 | Servicegebühren | 36 |
| 5.5.4 | Weitere Ertragsarten | 36 |
| 6. | B2B-Marktplätze in Zahlen und Fakten | 37 |
| 6.1 | Der Markt für B2B-Marktplätze | 38 |
| 6.2 | Transaktionsvolumen vs. Einnahmen | 40 |
| 6.3 | B2B-Marktplätze am Beispiel der Konsumgüterwirtschaft | 41 |
| 6.3.1 | Industry Sponsored Marketplaces als dominierende Marktplatzform | 41 |
| 6.3.2 | efoodmanager - ein unabhängiger Marktplatz | 43 |
| 6.3.3 | B2B-Strategie der REWE AG | 44 |
| 6.4 | Beginn der Konsolidierung | 45 |
| 7. | Erfolgsfaktoren von B2B-Marktplätzen | 46 |
| 7.1 | Mehrwert für den Nutzer | 47 |
| 7.2 | Kritische Masse (Liquidität) | 48 |
| 7.3 | Bedingungen des Zielmarktes | 49 |
| 7.4 | Neutralität | 50 |
| 7.5 | Kompetentes Management | 51 |
| 7.6 | Beherrschung der Technik | 51 |
| 7.7 | Weitere Kriterien | 52 |
| 8. | Zusätzliche Services als Erfolgskomponenten von B2B-Marktplätzen – eine empirische Erhebung | 53 |
| 8.1 | Problemdarstellung | 53 |
| 8.2 | Präzisierung des Erhebungsgegenstands | 54 |
| 8.2.1 | Informationsservices | 56 |
| 8.2.1.1 | Telefonischer Support | 56 |
| 8.2.1.2 | Persönliche Website | 57 |
| 8.2.1.3 | „Intelligente Agenten“ | 57 |
| 8.2.1.4 | Teilnehmer-Bewertung | 58 |
| 8.2.1.5 | Zusatzinformationen | 59 |
| 8.2.1.6 | Weitere Services | 59 |
| 8.2.2 | Abwicklungsservices | 60 |
| 8.2.2.1 | Zahlungsabwicklung | 60 |
| 8.2.2.2 | Weitere Finanzservices | 62 |
| 8.2.2.3 | Logistikservice | 63 |
| 8.2.2.4 | Software-Integration | 64 |
| 8.3 | Design und Ablauf der Erhebung | 65 |
| 8.4 | Ergebnisse und Interpretation | 68 |
| 8.4.1 | Informationsservices | 68 |
| 8.4.1.1 | Telefonischer Support | 68 |
| 8.4.1.2 | Persönliche Website | 69 |
| 8.4.1.3 | „Intelligente Agenten“ | 69 |
| 8.4.1.4 | Teilnehmer-Bewertung | 70 |
| 8.4.1.5 | Zusatzinformationen | 70 |
| 8.4.1.6 | Weitere Services | 71 |
| 8.4.2 | Abwicklungsservices | 73 |
| 8.4.2.1 | Zahlungsabwicklung | 73 |
| 8.4.2.2 | Weitere Finanzservices | 74 |
| 8.4.2.3 | Logistikservice | 75 |
| 8.4.2.4 | Software-Integration | 76 |
| 8.4.3 | Gesamtinterpretation | 77 |
| 9. | Perspektiven für B2B-Marktplätze | 80 |
| 10. | Schlussbetrachtung | 83 |
| Quellenverzeichnis | 87 | |
| Anhangverzeichnis | 98 | |
| Anlage | 120 |
Es stellt sich nun die Frage, welchen Nutzen B2B-Marktplätze versprechen, warum also ein Unternehmen seine Geschäfte über einen solchen abwickeln sollte oder anders, welche Vorteile hat diese Form der Abwicklung gegenüber traditionellen wie Telefon, Fax, etc.. Nach Ansicht von Harting bringen B2B-Marktplätze die globalen Märkte dem in der klassischen ökonomischen Literatur beschriebenen Idealzustand, wo Handel frei ist von Transaktionskosten, Informationsdefiziten und geografischen Grenzen ein Stück näher.49 Transaktionskosten entstehen, wenn aufeinanderfolgende Geschäftsprozesse miteinander verknüpft werden müssen. MP können diese Kosten reduzieren, weil Beschaffungs- und Verkaufsprozesse effizienter im Idealfall automatisiert ablaufen. Informationsdefizite werden durch größere Preistransparenz und einfachen Echtzeit-Zugriff auf relevante Wirtschaftsinformationen abgebaut. Darüber hinaus lassen MP geografische Grenzen verschwimmen, da die Kosten auf der Suche nach neuen Kunden in anderen Märkten und Regionen sinken.50 Demnach liegt der entscheidende Vorteil von B2B-Marktplätzen in den Kosteneinsparungen. Diese Ansicht wird in den einschlägigen Medien häufig vertreten.51 Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass die Einsparungen größtenteils das Ergebnis vorausgehender Effekte sind, z.B. resultieren sinkende Prozesskosten infolge der Nutzung von MP aus einer Verbesserung der Prozessabläufe im Unternehmen.52 Auch können niedrigere Produktpreise das Resultat besserer Informationen sein, z.B. findet ein Käufer auf dem MP einen billigeren Anbieter. Der Nutzen ist demzufolge [...]
Marktraum“ bildet sich aufgrund der Initiative eines Marktplatzbetreibers. Dabei ist der Marktraum losgelöst von zeitlichen und räumlichen Restriktionen und bietet ein permanentes Angebot für wirtschaftliche Transaktionen. Außerdem ist er von jedem beliebigen Punkt innerhalb von „übergeordneten Datennetzen“ (Internet) zugänglich. Unter „virtuell“ versteht Kollmann, dass sich der elektronische Markt lediglich aufgrund eines Verbundes von Datenströmen bzw. Informationskanälen (Adressen) zusammensetzt.44 Der Autor beschreibt sehr detailliert, was elektronische Marktplätze allgemein charakterisiert. Seine Sichtweise liefert interessante Ansatzpunkte, jedoch ist für die Zwecke dieser Arbeit eine Berücksichtigung der Aspekte des B2B-Bereichs notwendig. 3.2 Arbeitsdefinition Da die Autoren der einschlägigen Medien keine einheitliche Festlegung des Begriffes B2BMarktplatz vorgeben, wird vom Autor auf Grundlage der dargestellten Definitionen folgende Begriffsbestimmung vorgenommen: „Ein elektronischer B2B-Marktplatz (B2B-Marktplatz) stellt einen virtuellen Marktraum innerhalb des Internets dar, innerhalb dessen zwischen Anbietern und Nachfragern von Unternehmen Geschäftstransaktionen durchgeführt werden.“ Die wesentlichen Aspekte der Definition sollen kurz erläutert werden. Der virtuelle Marktraum wird im Internet speziell WWW durch die Initiative eines Marktplatzbetreibers geschaffen bzw. bereitgestellt.45 Der Marktraum ist grundsätzlich allen Unternehmen des jeweiligen Zielmarktes zugänglich, die sich den für den Zutritt verlangten Regeln zu unterwerfen bereit sind. Der Betreiber agiert als wirtschaftlich selbständiger Unternehmer, d.h. als „dritte Partei“ zwischen Anbietern und Nachfragern. Die Begriffsbeschreibung schließt alle Ausprägungen dieser Konzeption des B2B-E-Commere ein. Sowohl die Internet-Start-ups als auch die Betreiber der ISM’s operieren als selbständige Marktplatzbetreiber und schaffen den virtuellen für jedes Unternehmen des Zielmarktes frei zugänglichen Marktraum. Obwohl die Unabhängigkeit der ISM‘s, aber auch einiger MP der Start-ups umstritten ist, werden diese als B2B-Marktplätze aufgefasst, da die Betreiber als „dritte Partei“ auftreten.46 In jüngster Zeit gaben einige Großunternehmen wie der Handelsriese WalMart bekannt, einen „B2BMarktplatz“ zur Abwicklung von Transaktionen ausschließlich mit herkömmlichen Geschäftspartnern aufzubauen.47 Dieses Business-Modell kann im Sinne o.g. Definition nicht als [...]
auf zwei verschiedene Typen von MP, die vertikalen die auf Handelspartner einer bestimmten Branche abzielen und die horizontalen, die funktional bzw. branchenübergreifend ausgerichtet sind. Außerdem ist für ihn ein Marktplatzbetreiber in Form einer „dritten Person“ die Grundvoraussetzung für das Modell MP, was durch „third party“ herausgestellt wird. Darüber hinaus hebt er die offene Architektur, was durch „in a public marketplace“ deutlich wird, als wichtiges Kriterium eines MP hervor. Ein B2B-Marktplatz ist demzufolge allen Unternehmen des jeweiligen Zielmarktes zugänglich. Sawhneys Begriffsbeschreibung ist im Vergleich zu den anderen Definitionen am aussagekräftigsten, aber statt dessen zu eng gefasst. Die Einteilung in horizontale und vertikale MP ist zwar anschaulich jedoch zu detailliert, was andere Typen dieser Konzeption nicht berücksichtigen würde. Die Entwicklung immer speziellerer Formen von MP schreitet schnell voran, so dass eine Festlegung die den verschiedenen Aspekten aller bestehenden Typen von B2B-Marktplätzen und evtl. neuen Formen gerecht wird, kaum zu treffen ist. Legt man jedoch eine andere Betrachtungsweise zugrunde, ist eine Verallgemeinerung dessen, was MP darstellen möglich. Kollmann beschreibt elektronische Marktplätze aus informationsorientierter Sicht. Er charakterisiert sie als einen Verbund von drei Marktparteien - den Nachfragern, Anbietern und dem Marktplatzbetreiber. Seine Erkenntnisse beziehen sich nicht ausschließlich auf B2B-Marktplätze, d.h. sie lassen sich auch auf Entwicklungen in anderen Bereichen wie die Auktionsplattform eBay, auf der ausschließlich Konsumenten miteinander handeln übertragen. Er verwendet die Bezeichnung elektronischer Marktplatz und liefert folgende Definition: „Ein elektronischer Marktplatz stellt einen virtuellen Marktraum innerhalb eines übergeordneten Datennetzes dar, innerhalb dessen virtuelle Geschäftstransaktionen durchgeführt werden, die mit Hilfe informationsorientierter Wertschöpfungsaktivitäten zu jedem Zeitpunkt des Koordinationsprozesses vom Marktplatzbetreiber unterstützt werden können.“ 43 Unter „informationsorientierten Wertschöpfungsaktivitäten“ versteht er dabei das Sammeln, Systematisieren, Selektieren, Verdichten und Verteilen von Informationen, was vom Marktplatzbetreiber übernommen wird. Der „virtuelle [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832444181
Arbeit zitieren:
Weber, Steffen April 2001: Elektronische Business-to-Business-Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
B2B, E-Commerce, E-Procurement, Internet, Marktplätze



