Elektrochemische Messungen an durch PVD-Verfahren erzeugten Oxidschichten
Untersuchungen zur Schichtherstellung und zur Meßmethodik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Krebs
- Abgabedatum: September 1996
- Umfang: 175 Seiten
- Dateigröße: 27,1 MB
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1307-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1307-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1307-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krebs, Stefan September 1996: Elektrochemische Messungen an durch PVD-Verfahren erzeugten Oxidschichten, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Stefan Krebs
Problemstellung:
An der Darstellung dünner Schichten bestehend aus (dotiertem) Zinn(IV)-Oxid besteht bereits seit drei Jahrzehnten ein großes Interesse, weil transparente, n-halbleitende Oberflächen hergestellt werden können (TCO - transparent conductive oxides).
Reines, stöchiometrisches Zinndioxid (SnO2) ist ein Isolator. Ziel der Herstellungsverfahren ist es also, einerseits Schichten mit geringem Sauerstoff-Unterschuß zu erzeugen (SnO2-?), die dann Fehlstellen (z. B. Sauerstoffionenleerstellen) als Elektronendonatoren enthalten. Andererseits kann die gewünschte Leitfähigkeit durch Dotierung mit Fremdatomen wie z. B. Sb oder F erreicht werden. W erden Schichten mit Sauerstoff-Defizit in Gegenwart von O2 (z. B. in Luft) über etwa 600 K erhitzt, werden die o. g. Donatoren durch Oxidation (Einbau von Sauerstoff in die Schicht, z. B. auf Sauerstoffionenleerstellen) vernichtet. Dahingegen sind z. B. Störstellen durch eingebautes Sb(V) bis über 1 100 K stabil.
Zur Herstellung dünner TCO-Schichten stehen physikalische wie chemische Verfahren zur Verfügung. In dieser Arbeit wird auf die Physical-Vapor-Deposition eingegangen werden. Die meisten Arbeiten, die sich mit dieser Thematik befassen, behandeln die Optimierung von Betriebsparametern bezüglich der optischen Transparenz und elektrischen Leitfähigkeit.
TCOs wurden beispielsweise in der Röhrenindustrie angewandt, werden bei der Dünnschichtsolar-Technologie eingesetzt und zur Herstellung nicht vereisender Windschutzscheiben verwendet.
Ein mit Zinndioxid beschichteter Glasträger kann in der analytischen Chemie für elektrochemischen Untersuchungsmethoden wie Potentiometrie, Amperometrie und Coulometrie, bei denen Redoxvorgänge ablaufen, als Indikatorelektrode dienen. Eine solche Elektrode ist sensitiv für Mn04-, Ce4+, Cr2O72-, S2O32-, Ti3+, Tl+ und NO2-. Die Potentiale, die sich bei einer Zinndioxid-Glas-Elektrode in Redoxsystemen wie Fe2+/Fe3+, [Fe(CN)6]4-/[Fe(CN) 6]3-oder Chinhydron/Hydrochinon einstellen, stimmen mit denen einer Pt-Elektrode überein. Da die Elektrode, bestehend aus einem mit Zinndioxid beschichteten Glassubstrat, optisch transparent ist, können die Elektrodenvorgänge der elektroaktiven Spezies zum Beispiel bei der Oxidation von o-Toluidin in HCI spektroskopisch untersucht werden.
Die Vorteile einer solchen mechanisch stabilen Elektrode bestehen neben der Transparenz in der Inertheit gegenüber Oxidationsprozessen. Andererseits könnten Erkenntnisse über das elektrochemische Verhalten isolierter dünner Oxidoberflächen weitere Auskünfte über die Korrosionsprozesse von Metallen liefern, die ja meist über Oxidschichten ablaufen.
Ziel dieser Arbeit war es, die Grundlagen für weiterführende elektrochemische Untersuchungen an derartigen Oxidschichten zu legen. Dazu gehörte neben der o. g. Einarbeitung in die Herstellung von Schichten der Aufbau einer geeigneten Meßzelle. Weiterhin sollten unter Verwendung dieser Meßzelle verschiedenartige elektrochemische Meßmethoden auf ihre Anwendbarkeit und ihre Grenzen hin untersucht werden. Da bei fast allen elektrochemischen Messungen Transportprozesse die erzielten Ergebnisse mehr oder weniger mitbestimmen, erschien es sinnvoll, zusätzlich zu den experimentellen Arbeiten die Grundlagen der Computer-Simulation von Transportprozessen aufzuarbeiten. Dies sollte am Beispiel der Diffusion von Spezies (z. B. im Elektrolyten) als Folge einer plötzlichen, potentiostatisch erzwungenen Spannungsänderung an einer Elektrode erfolgen. Für diesen Vorgang ist die Lösung der Diffusionsgleichung (2. Ficksches Gesetz) bekannt; die Technik der Computer-Simulation solcher Vorgänge kann aber von großem Vorteil sein, wenn Vorgänge untersucht werden, bei denen die Randbedingungen nicht so einfach sind wie im o. g. Fall.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Zusammenfassung | 1 |
| 2. | Einleitung | 3 |
| 3. | Literaturübersicht | 5 |
| 3.1 | Eigenschaften von Zinndioxid | 5 |
| 3.1.1 | Kristallographische, thermische und spektrale Eigenschaften | 5 |
| 3.1.2 | Elektrische Eigenschaften | 6 |
| 3.1.2.1 | Dielektrizitätskonstante | 6 |
| 3.1.2.2 | Konzentration und effektive Masse der Ladungsträger | 6 |
| 3.1.2.3 | Beweglichkeit der Ladungsträger | 6 |
| 3.1.2.4 | Elektrische Leitfähigkeit | 7 |
| 3.1.2.5 | Verhalten als Elektrode und bei Polarisation | 8 |
| 3.2 | Untersuchungen zur Herstellung durch PVD-Verfahren abscheidbarer dünner Zinndioxid-Schichten und zu deren elektrischen, optischen und strukturellen Eigenschaften | 11 |
| 3.2.1 | DC-Sputtern | 11 |
| 3.2.2 | HF-Sputtern | 15 |
| 4. | Theoretische Grundlagen | 18 |
| 4.1 | Schichtherstellung mittels PVD-Verfahren | 18 |
| 4.1.1 | Überblick | 18 |
| 4.1.2 | Einfluß von Beschichtungsparametern | 19 |
| 4.1.3 | Probleme des kathodischen Zerstäubens | 23 |
| 4.2 | Leitfähigkeits- und Hall-Effekt-Messungen | 24 |
| 4.2.1 | Bestimmung der spezifischen Leitfähigkeit | 24 |
| 4.2.2 | Hall-Effekt-Messungen | 25 |
| 4.3 | Grundlagen der Cyclovoltammetrie | 26 |
| 4.3.1 | Einführung | 26 |
| 4.3.2 | Deckschichtdiagramme | 27 |
| 4.3.3 | Cyclovoltammogramm in ruhender Lösung bei einmaligem Potentialdurchlauf | 28 |
| 4.3.3.1 | Diffusion der Reaktionspartner zur Elektrodenoberfläche und anschließende Durchtrittsreaktion | 28 |
| 4.3.3.2 | Adsorption der Reaktionspartner auf der Elektroden-oberfläche und anschließende Durchtrittsreaktion | 32 |
| 4.4 | Gleichgewichtselektrochemie von Zinndioxid | 37 |
| 4.4.1 | Potential-ph-Diagramm für das System Zinn/Wasser bei 298 K | 37 |
| 4.4.2 | Elektrochemische Gleichgewichte an Halbleiterelektroden | 39 |
| 4.4.3 | Die Halbleiterelektrode bei Stromfluß | 46 |
| 4.5 | Potentialsprungmessung und deren Simulation | 54 |
| 4.5.1 | Grundlagen der Potentialsprungmessung | 54 |
| 4.5.2 | Dimensionslose Variablen für die Simulationsrechnung der Nernst-Diffusion | 54 |
| 4.5.3 | Simulationsrechnung der Diffusion | 56 |
| 4.5.3.1 | Allgemeines | 56 |
| 4.5.3.2 | "Box-" Methode | 57 |
| 4.5.3.3 | "Point-" Methode | 59 |
| 4.5.3.4 | Berechnung des Konzentrationsgradienten an der Elektrodenoberfläche und Abschätzung des dabei gemachten Fehlers | 60 |
| 4.5.3.5 | Der Faktor l | 62 |
| 4.5.3.6 | Maximale Strecke, über die der Konzentrationsverlauf berechnet wird (X´lim) | 63 |
| 4.6 | Überlegungen zur Thermodynamik von Zinndioxid unter Berücksichtigung der prinzipiell variablen Stöchiometrie des Oxids | 64 |
| 4.7 | Wechselwirkung von Zinndioxid-Schichten mit O2 | 66 |
| 4.8 | Impedanzmessungen | 67 |
| 5. | Experimenteller Teil | 69 |
| 5.1 | Herstellung und Charakterisierung von SnO2-d- und Pt-Schichten | 69 |
| 5.1.1 | Auswahl und Vorbehandlung der Substrate | 69 |
| 5.1.2 | Herstellung der Proben | 70 |
| 5.1.2.1 | HF-Sputtern zur Herstellung von SnO2-d - und Pt-Schichten | 70 |
| 5.1.2.2 | DC-Sputtern zur Herstellung von SnO2-d -Schichten | 70 |
| 5.1.3 | Nachbehandlung der SnO2-d -Schichten | 71 |
| 5.1.4 | Messung an SnO2-d - und Pt-Schichten | 72 |
| 5.1.4.1 | Bestimmung der Schichtdicke und Abbild der Oberfläche | 72 |
| 5.1.4.2 | Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit und der Elektronenkonzentration | 72 |
| 5.1.5 | Chemikalien | 73 |
| 5.2 | Entwicklung einer Apparatur für elektrochemische Messungen an dünnen Schichten | 74 |
| 5.2.1 | Motivation und Abbildung | 74 |
| 5.2.2 | Grundkörper | 76 |
| 5.2.3 | Bezugselektrode | 76 |
| 5.2.4 | Dichtigkeit | 77 |
| 5.2.5 | Halterung | 78 |
| 5.2.6 | Arbeits- und Gegenelektroden | 78 |
| 5.2.7 | Kontaktierung der Arbeits- und Gegenelektrode | 82 |
| 5.3 | Cyclovoltammetrische Untersuchungen und Potentialsprungmessungen | 84 |
| 5.3.1 | Motivation | 84 |
| 5.3.2 | Chemikalien und Geräte | 84 |
| 5.3.3 | Meßparameter | 85 |
| 5.4 | Probleme der elektrochemischen Untersuchungen an der Zinndioxid-Elektrode | 88 |
| 5.4.1 | Problemstellung und spezielle Meßtechniken | 88 |
| 5.4.2 | Meßparameter | 91 |
| 5.5 | Bestimmung des gemachten Fehlers | 94 |
| 5.5.1 | Allgemeines | 94 |
| 5.5.2 | Fehler der A/D-Wandler-Meßkarte (DAS-1600) | 94 |
| 5.5.3 | Fehler des BANK-Potentiostaten | 94 |
| 5.5.4 | Fehler des SOLARTRON-SCHLUMBERGER-Potentiostaten | 95 |
| 6. | Meßergebnisse und Diskussion | 96 |
| 6.1 | Cyclovoltammogramme am System Pt ½ 0,3 M KOH (pH = 13,5) ½ Pt(AE: Pt-Blech bzw. platiniertes Glassubstrat) | 96 |
| 6.2 | Cyclovoltammogramme am System Pt ½ 0,05 M K3[Fe(CN)6] + 0,05 MK4[Fe(CN)6] + 0,5 M KNO3 (pH = 6) ½ Pt(AE: Pt-Blech bzw. platiniertes Glassubstrat) | 103 |
| 6.3 | Potentialsprungmessungen | 107 |
| 6.4 | Die Problematik der Zinndioxid-Elektrode | 110 |
| 6.4.1 | Morphologie | 110 |
| 6.4.2 | Impedanzmessungen an den elektrochemischen SystemenSnO2-dauf Glas ½ 0,1 M HCl + 0,5 M KNO3 ½ Pt undPt ½ 0,1 M HCl + 0,5 M KNO3 ½ Pt | 112 |
| 6.4.3 | Cyclovoltammetrische Untersuchungen an dem SystemPt ½ 0,1 M HCl + 0,5 M KNO3 ½ Pt | 114 |
| 6.5 | Fehlerbetrachtung | 127 |
| 6.5.1 | A/D-Wandler-Meßkarte | 127 |
| 6.5.2 | BANK-Potentiosat | 128 |
| 6.5.3 | SOLARTRON-SCHLUMBERGER-Potentiosat | 128 |
| 6.6 | Charakterisierung der DC-gesputterten Zinndioxid-Probe | 130 |
| 6.6.1 | Morphologie der Schichtdicke | 130 |
| 6.6.2 | Temperung | 131 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832413071
Arbeit zitieren:
Krebs, Stefan September 1996: Elektrochemische Messungen an durch PVD-Verfahren erzeugten Oxidschichten, Hamburg: Diplomica Verlag
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